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NeobrokerJetzt 2,6 Prozent für Tagesgeld: Scalable dreht weiter an der Zinsschraube

Scalable hebt erneut die Zinsen für Spareinlagen an. Bei klassischen Banken kommen Sparer zwar inzwischen auf höhere Erträge – müssen dort aber einiges beachten.Philipp Frohn 11.07.2023 - 09:39 Uhr

Der Smartphone-Broker Scalable ist für niedrige Ordergebühren bekannt aber wie lange noch?

Foto: WirtschaftsWoche

Wer sein Geld bei Scalable anlegt, kann sich bald auf höhere Erträge freuen. Ab August verzinst der Neobroker Einlagen, die nicht etwa in Aktien oder ETFs investiert sind, mit 2,6 Prozent. Damit zieht der Neobroker aus München die Zinsen weiter an: Bislang bekamen Kunden 2,3 Prozent. Die verbesserten Konditionen gelten ebenfalls für Neu- und Bestandskunden bis zu einem Anlagevolumen von 100.000 Euro. Die Zinsen schüttet Scalable quartalsweise aus.

„Viele Angebote richten sich nur an Neukundinnen und -kunden. Wir möchten auch an unsere treue Community die erneut gestiegenen Zinsen weitergeben“, begründet Scalable-Gründer Erik Podzuweit die Erhöhung. Viele andere Banken geben die Zinswende noch immer kaum oder gar nicht an ihre Kunden weiter.

Im Durchschnitt zahlen Banken etwa 1,25 Prozent fürs Tagesgeld, zeigt eine Auswertung der Plattform Tagesgeldvergleich.net. Dabei können die Institute mit Kundengeldern selbst wieder verdienen: Die EZB hat den Einlagenzins kürzlich auf 3,5 Prozent angehoben. So viel bekommen Banken, wenn sie über Nacht Geld bei der EZB parken.

Tagesgeld ist kompliziert geworden

Erst vor wenigen Wochen hatte Scalabe einen dreimonatigen Aktionszeitraum ausgerufen, während dem Sparer 3,5 Prozent Zinsen bekommen. Anschließend gilt wieder das reguläre Zinsniveau von nun 2,6 Prozent – ein klassisches Lockangebot.

Das Angebot des Neobrokers hat einen weiteren Haken: Anders als beim Konkurrenten Trade Republic, der Kundeneinlagen nach wie vor mit zwei Prozent verzinst, ist die Zinsofferte nicht kostenfrei. Kunden müssen zuerst das Angebot „Prime +“ abschließen. Das kostet 4,99 Euro pro Monat beziehungsweise 60 Euro im Jahr. Vor allem für Kunden, die viel mit Aktien handeln, kann sich das aber lohnen: Darin enthalten ist nämlich eine Trading-Flatrate. Es fallen also keine Ordergebühren an.

Bei einem Anlagevolumen von 10.000 Euro kommen Sparer – ohne den Aktionszeitraum – nun auf immerhin 260 Euro Ertrag pro Jahr. Wer sein Geld nur für die Tagesgeldzinsen bei Scalable anlegt, muss für den Nettoertrag noch die Kosten fürs „Prime +“-Angebot abziehen.

Klar ist: Die Inflation lässt sich mit Tagesgeld nicht schlagen, aber immerhin lässt sich die Wertminderung etwas abfedern. Um nach Abzug der Teuerung auf eine positive Realrendite zu kommen, führt an Aktien weiterhin kein Weg vorbei.

Lesen Sie auch: Warum sich Anleger auf ein Ende der Billig-Gebühren einstellen müssen

Bei einzelnen Banken gibt es für Zinsjäger inzwischen bessere Angebote – zumindest auf den ersten Blick. Verbraucher müssen die Angebote genau vergleichen. Neukunden können beim Tagesgeld mit bis zu 3,6 Prozent rechnen. Das zahlt der derzeitige Top-Anbieter, die 1822direkt-Bank. Allerdings: Das Angebot gilt nicht für Kunden, die im vergangenen Jahr ein Tagesgeldkonto dort geführt haben oder Kunden der Frankfurter Sparkasse sind – und es ist auf sechs Monate befristet. Anschließend gibt es schmale 0,6 Prozent Zinsen.

Dauerhaft bessere Konditionen gibt es beispielsweise bei der BMW Bank. Sie verzinst die Einlagen von Neu- und Bestandskunden mit drei Prozent, aber nur bis 50.000 Euro. Darüber hinaus gibt es auch hier nur 0,6 Prozent. Unter dem Strich springt für Sparer mit höheren Einlagen also womöglich doch beim Neobroker mehr raus.

Wer das Maximum rausholen will, darf einen Anbieterwechsel nicht scheuen. Tagesgeld ist eben kompliziert geworden.

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