Rüstungsindustrie: Lufthansa geht Kampfjet-Deal mit Rheinmetall ein
Berlin: F-35 Tarnkappenjets der Rüstungsschmiede Lockheed Martin aus den USA mit einem Radargerät des Rüstungsunternehmens Hensoldt sind bei der Raumfahrtausstellung (ILA) im Jahr 2018 ausgestellt.
Foto: dpaDie Lufthansa beteiligt sich an einem Konsortium mit Rheinmetall zur Fertigung und Wartung von Teilen des Lockheed-Kampfjets F-35. Das sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei einem Empfang am Donnerstagabend in Frankfurt.
Das sei ein strategischer Schritt der Lufthansa, da der Bedarf nach technischer Unterstützung zu besserer Abwehrbereitschaft bei Armeen weltweit angesichts kriegerischer Auseinandersetzungen verbessert werden müsse. „Wir wollen gerne bei dem großen Hubschrauberauftrag, den die Bundeswehr mit Boeing verhandelt, für den schweren Transporthubschrauber mit an Bord sein“, ergänzte er.
In der vergangenen Woche hatte „Business Insider“ über die geplante Kooperation berichtet, die Spohr erstmals offiziell bestätigte. Laut dem Medienbericht soll die Vereinbarung am 19. September besiegelt werden.
Im Februar hatte Rheinmetall mit den US-Rüstungskonzernen Lockheed Martin und Northrop Grumman eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach die Düsseldorfer Teile für den Rumpf des Tarnkappenbombers fertigen. Hierzu soll im nordrhein-westfälischen Weeze eine Fabrik mit mehr als 400 Arbeitsplätzen auf einer Produktionsfläche von fast 60.000 Quadratmetern entstehen. Die geplante Produktion startet voraussichtlich im Jahr 2025.
Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wird die F-35 auch zur Ersetzung der veralteten Tornados der Luftwaffe im Rahmen der sogenannten „Nuklearen Teilhabe Deutschlands“ verwendet. Dies bedeutet, dass im Falle eines Krieges US-Atomwaffen von deutschen Kampfjets zum Ziel geflogen werden. 2022 hat die Bundesregierung beschlossen, 35 F-35-Tarnkappenjets zu erwerben.
Angesichts der zunehmenden Militärkonflikte weltweit erkennt die Lufthansa eine steigende Relevanz des Geschäftsbereichs ihrer Tochtergesellschaft Lufthansa Technik im militärischen Sektor. Lufthansa und ihre technische Sparte haben bereits seit langem eine Partnerschaft mit der Luftwaffe in Bezug auf die Flugbereitschaft sowie die Ausstattung und Wartung von Militärflugzeugen, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Frankfurt betonte.
In Zukunft plant Lufthansa Technik außerdem, ihr Wachstum durch einen Investor zu fördern. Der MDax-Konzern hat bereits seit geraumer Zeit daran gearbeitet, einen Minderheitsanteil von 20 bis 25 Prozent zu veräußern. Ein Abschluss dieses Vorhabens ist für das Ende dieses Jahres geplant. Gemäß einem Bericht des „Handelsblatts“ befanden sich zuletzt noch zwei potenzielle Käufer im Wettbewerb: die Finanzinvestoren Bain und Advent.
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