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QuartalszahlenMetas neue Strategie zahlt sich aus

Meta wächst wieder kräftig und blickt optimistisch ins laufende Quartal. Für den Arbeitsmarkt im Silicon Valley hat Konzernchef Mark Zuckerberg hingegen schlechte Nachrichten.Matthias Hohensee 26.10.2023 - 10:37 Uhr

Meta-Chef Mark Zuckerberg.

Foto: REUTERS

Was haben Nvidia und Meta gemeinsam? Die beiden Silicon Valley Größen enttäuschten vor einem Jahr mit ihren Zahlen vom dritten Quartal ihre Anleger. Nvidia hatte nach der Covid- und Bitcoin-Flaute Probleme, Käufer für seine Grafikkarten zu finden. Bei Meta bröckelte der Profit, weil Kunden ihre Werbeausgaben zusammenhielten, Apple seinen Datenschutz verschärft hatte, Überraschungsgegner TikTok das Unternehmen attackierte und die Metaverse-Sparte Reality Labs rote Zahlen blutete.

Nun gehören die beiden Konzerne bislang zu den größten Börsengewinnern des Jahres. Der Wert der Nvidia-Aktie hat sich seit Jahresanfang fast verdreifacht, weil Nvidias Produkte der Goldstandard für Chips für Künstliche Intelligenz sind. Metas Wert wiederum hat sich mehr als verdoppelt, seit Firmenchef Mark Zuckerberg 2023 zum Jahr der Effizienz erklärt und fast ein Viertel seiner Belegschaft entlassen hat.

Die Zahlen, die Zuckerberg am Mittwochnachmittag kalifornischer Zeit vorlegte, zeigen, dass trotz des personellen Aderlasses die Rückkehr zu signifikanten Wachstum gelungen ist. Um eindrucksvolle 23 Prozent steigerte Meta seinen Umsatz im dritten Quartal auf 34,1 Milliarden Dollar. Der Profit hat sich mehr als verdoppelt, kletterte von 4,3 Milliarden im dritten Quartal 2022 auf nunmehr 11,5 Milliarden Dollar.

Möglich ist das, weil sich das Geschäft mit Online-Werbung kräftig erholt hat. „Und zwar in allen Regionen der Welt“, so Meta Finanzchefin Susan Li. Vor allem chinesische Unternehmen hätten ihre globalen Werbeausgaben stark ausgebaut. Und setzen dabei verstärkt auf soziale Medien. Zwar konnte auch Google von der Erholung in der digitalen Werbebranche profitieren, doch sein Umsatz in dem Segment wuchs nicht so stark wie der von Meta. Google verbuchte bei Werbeeinnahmen im dritten Quartal fünf Milliarden Dollar mehr Umsatz als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Meta gelangen sechs Milliarden Dollar mehr.

Zuckerberg strich heraus, dass man mit Reels eine Antwort auf TikTok gefunden und nun die Phase verlassen habe, wo sie Werbeeinahmen auf Facebook oder Instagram untergräbt. „Für nächstes Jahr erwarten wir für Reels einen bescheidenen Rückenwind beim Umsatz“, bekräftigt Li. Die Meta-Nutzer, so Zuckerberg, würden mehr als die Hälfte der Zeit auf der Plattform damit verbringen, Videos zu schauen.

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Trotz angespannter Weltwirtschaft prognostiziert Meta gute Geschäfte für das laufende Quartal und einen Umsatz von zwischen 36,5 und 40 Milliarden Dollar. Das Jahresendgeschäft ist zwar traditionell das umsatzstärkste. Doch wenn die Vorhersagen so eintreffen, wäre es das ein neuer Rekord. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2022 hatte Meta einen Umsatz von 32,1 Milliarden Dollar verbucht. Dieser Optimismus verhalf Meta nach Börsenschluss zunächst zu einem Plus von drei Prozent, doch wandelte sich schließlich zu einem Minus von drei Prozent.

Zuckerberg will seine Effizienz-Parole auch in das nächste Jahr tragen. Was schlechte Nachrichten für den Arbeitsmarkt im Silicon Valley sind. Zwar hat Meta seinen Einstellungsstopp inzwischen aufgehoben und heuert wieder Mitarbeiter an, vor allem Spezialisten für Künstliche Intelligenz, Infrastruktur, virtuelle sowie erweiterte Realität. Aber: „Unser Personal wird im nächsten Jahr dadurch wieder zulegen, doch es wird weniger als früher wachsen“, kündigt Li an. Finanzielle Ressourcen will Meta auch in die Abwehr von Klagen der Wettbewerbshüter in den USA und Europa stecken. Am Dienstag hatten Generalstaatsanwälte aus 33 US-Staaten Meta in San Francisco verklagt, weil seine Produkte die mentale Gesundheit von Kindern gefährden würden und süchtig machen. Die Empörung darüber überschreitet Parteigrenzen, 15 der Generalstaatsanwälte kommen aus republikanisch geführten US-Staaten.

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Mit Kameras, Mikrofonen und Sensoren erkunden die Maschinen ihre Umwelt. Sie speichern Bilder, Töne, Sprache, Lichtverhältnisse, Wetterbedingungen, erkennen Menschen und hören Anweisungen. Alles Voraussetzungen, um etwa ein Auto autonom zu steuern.
Neuronale Netze, eine Art Nachbau des menschlichen Gehirns, analysieren und bewerten die Informationen. Sie greifen dabei auf einen internen Wissensspeicher zurück, der Milliarden Daten enthält, etwa über Personen, Orte, Produkte, und der immer weiter aufgefüllt wird. Die Software ist darauf trainiert, selbstständig Muster und Zusammenhänge bis hin zu subtilsten Merkmalen zu erkennen und so der Welt um sie herum einen Sinn zuzuordnen. Der Autopilot eines selbstfahrenden Autos würde aus dem Auftauchen lauter gelber Streifen und orangefarbener Hütchen zum Beispiel schließen, dass der Wagen sich einer Baustelle nähert.
Ist das System zu einer abschließenden Bewertung gekommen, leitet es daraus Handlungen, Entscheidungen und Empfehlungen ab – es bremst etwa das Auto ab. Beim sogenannten Deep Learning, der fortschrittlichsten Anwendung künstlicher Intelligenz, fließen die Erfahrungen aus den eigenen Reaktionen zurück ins System. Es lernt zum Beispiel, dass es zu abrupt gebremst hat und wird dies beim nächsten Mal anpassen.

„Künstliche Intelligenz bleibt unsere größtes Investment, sowohl bei Ingenieuren als auch bei der Infrastruktur“, strich Zuckerberg heraus. Er schwärmte über die Möglichkeiten, die KI bietet. So könnten Unternehmen viel leichter Werbekampagnen entwerfen oder aber Kundenanfragen über soziale Medien kostengünstiger beantworten. „Künstliche Intelligenz verändert alles“, so Zuckerberg.

Der Kurznachrichtendienst Threads, den Meta als Wettbewerber zu X aufbaut, hat inzwischen laut Zuckerberg knapp 100 Millionen Nutzer. Der Meta-Chef sieht hier große Wachstumschancen.

Der Konzernchef bleibt zudem seiner Vision vom Metaversum treu. Künstliche Intelligenz würde diese noch beschleunigen, weil man so etwa Inhalte maßgeschneidert automatisch erzeugen könnte. Trotz aller Kritik pumpt er deshalb weiterhin Gelder in seine Reality Labs Sparte, die Produkte für virtuelle und erweiterte Realität entwickelt. Die Verluste in der Sparte haben sich seit Anfang vergangenen Jahres auf nunmehr fast 25 Milliarden Dollar summiert, davon 3,7 Milliarden Dollar im dritten Quartal. Zudem sank der Umsatz der Sparte auf 210 Millionen Dollar, 75 Millionen Dollar weniger als im dritten Quartal 2022. Das soll sich nun ändern. Anfang Oktober hat Meta mit der Quest 3 seine erste Datenbrille auf den Markt gebracht, die sowohl virtuelle als auch erweiterte Realität offeriert – zu einem Kampfpreis von 499 Dollar. Ergo: Der Umsatz der Reality Labs Sparte wird steigen, aber gleichzeitig die Verluste zulegen. Für Zuckerberg bleibt es eine Investition in die Zukunft. „Was wir dort entwickeln, tut niemand anders in dieser Größenordnung.“

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