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GeldanlageZinssenkungen in Sicht – das können Anleger jetzt tun

Die EZB hält vorläufig an den hohen Leitzinsen fest. Doch das dürfte sich im neuen Jahr ändern. Warum sich Sparer jetzt die attraktiven Zinsen sichern sollten und wie das am einfachsten geht.Felix Petruschke, Philipp Frohn 14.12.2023 - 17:50 Uhr

Die EZB lässt die Zinsen unverändert. Doch schon bald könnte die Notenbank die Geldpolitik wieder lockern.

Foto: dpa

Notenbanker müssen sich immer genau überlegen, was sie sagen. Und ob sie überhaupt etwas sagen. Schon ein Halbsatz, eine kurze Andeutung, kann an den Finanzmärkten plötzliche Reaktionen auslösen. Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), kennt dieses Spiel. An diesem Donnerstag war sie aber erkennbar mehr als gewöhnlich darauf bedacht, nur das zu sagen, was im Skript stand.

Wie von fast allen Marktteilnehmern erwartet, haben die Währungshüter auf ihrer Ratssitzung beschlossen, die Leitzinsen bis auf Weiteres bei 4,5 Prozent zu belassen. Wenig spektakulär also. Mit deutlich mehr Spannung hofften die Teilnehmer aber auf mögliche Hinweise für Zinssenkungen im neuen Jahr. Die Inflationsrate im Euro-Raum lag im November nur mehr bei 2,4 Prozent, der Druck durch hohe Energiepreise lässt nach, die Konjunktur schwächelt. Alles Argumente, um die geldpolitischen Zügel bald etwas zu lockern.

Präsidentin Lagarde wollte diese Erwartungen nicht schüren: Zinssenkungen wären im Rat der EZB „nicht einmal diskutiert worden“, sagte sie. Die Leitzinsen würden vielmehr so lange „ausreichend hoch bleiben“, bis sich die Inflation bei der angepeilten Marke von zwei Prozent eingependelt hat. Die Mehrheit der Marktexperten nehmen das der Notenbank aber nicht so recht ab.

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Sie gehen vielmehr davon aus, dass die EZB die Leitzinsen im Frühjahr senken wird. Diese Erwartungshaltung hat schon jetzt Auswirkungen auf deutsche Sparer: Erstmals seit rund eineinhalb Jahren sind die Zinsen für Erspartes auf dem Festgeldkonto leicht gesunken, berichtet das Vergleichsportal Verivox. Beim Tagesgeld beobachtet Verivox zwar bislang keinen Rückgang der Durchschnittszinsen, allerdings sei der Anstieg zuletzt fast zum Erliegen gekommen.

Damit steht fest: Je nachdem, wie schnell die EZB im neuen Jahr die Zinsen senkt, dürfte es mit den üppigen Tagesgeldzinsen rasch vorbei sein. Und nur noch darum gehen, welche Banken die hohen Zinsen am längsten aufrechterhalten können. Die teils guten Konditionen von bis zu vier Prozent dürften also bald nicht mehr zu finden sein. Sparer sollten sich daher allmählich die hohen Zinsen für einen längeren Zeitraum sichern, raten Finanzexperten.

Die besten Angebote für Sparer

Eine attraktive Alternative zum Tagesgeld könnte nun das Festgeld sein. Wie der Name schon sagt, legen Sparer ihr Geld hier für einen festgelegten Zeitraum an und können währenddessen nicht mehr darauf zugreifen. Daher sollte man nur Geld in Festgeldanlagen investieren, das man in den nächsten Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach nicht braucht.

Wie auch beim Tagesgeld müssen Verbraucher die Angebote der Banken gut miteinander vergleichen, denn mitunter gibt es große Zinsunterschiede. Wer sein Geld über zwei Jahre parken möchte, findet die derzeit beste Offerte bei der aus der Türkei stammenden İşbank. Hier sichern sich Sparer einen Zinssatz von 4,3 Prozent. Über den gesamten Investitionszeitraum können Sparer somit bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro 860 Euro Ertrag erwirtschaften.

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Anders als zunächst vermutet, sind die Gelder dort nicht nur über die gesetzliche Einlagensicherung abgedeckt, die im Falle einer Bankenpleite Vermögen bis zu 100.000 Euro schützt. Die İşbank ist darüber hinaus dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands der deutschen Banken angeschlossen. Das bedeutet, dass hier Einlagen bis zu einer Höhe von fünf Millionen Euro je Einleger abgesichert sind. Gerade für vermögende Sparer ist diese zusätzliche Versicherung relevant.

Sparer sollten deshalb nicht ausschließlich auf den Zinssatz schauen. Für zweijähriges Festgeld bietet etwa die französische Crédit Agricole mit ihrem Festgeldprodukt Consumer Finance 4,2 Prozent. Allerdings sind Kundeneinlagen hier nur über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Für Durchschnittssparer oder Kunden, die ihr Vermögen auf mehrere Banken verteilen, dürfte diese Einschränkung jedoch weniger relevant sein.

Hohe Renditen bei Anleihen

Auch mit Anleihen können sich Anleger jetzt noch das hohe Zinsniveau sichern. Wer eine Anleihe kauft, leiht einem Staat oder einem Unternehmen Geld. Solche Bonds gelten als ziemlich sicheres Investment. Geht der Emittent bis zur Fälligkeit nicht pleite, bekommen Anleger nach Ablauf der Fälligkeit den Nennwert der Anleihe zurück und streichen bis dahin Zinsen ein.

Anders als Festgeld lassen sich Anleihen leicht an der Börse verkaufen. Hier gibt es aber Kursrisiken: Wenn die Zinsen steigen, sinken die Kurse von Anleihen, weil neu ausgegebene attraktiver werden. Wer Anleihen im Depot hat, die er vor der Zinswende emittiert hat, dürfte hohe Buchverluste erlitten haben. Diese müssen aber nicht realisiert werden, wenn Anleger die Schuldscheine bis zur Fälligkeit halten.

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Wer jetzt Anleihen kaufen will, kann hingegen von einem Crash am Bondmarkt profitieren. Wenn die Kurse sinken, steigt im Gegenzug die Rendite. Auf hohe Renditen kommen Anleger zum Beispiel mit US-Staatsanleihen. Eine Anleihe, die im März 2025 fällig wird (ISIN US9128284F40 ), wirft derzeit 4,9 Prozent ab.

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Etwas weniger, dafür aber für viele Jahre gesichert, gibt es bei einer bis 2049 laufenden Anleihe (ISIN US912810SJ88). Hier können Anleger pro Jahr gut 4,3 Prozent einstreichen. Aber Vorsicht: Weil US-Treasuries in Dollar gehandelt werden, besteht ein Währungsrisiko.

Wer darauf keine Lust hat, wird auch im Euroraum fündig. Die staatliche Förderbank KfW zum Beispiel hat eine Anleihe begeben (DE000A2GSNW0), die bei einer Restlaufzeit von eineinhalb Jahren mit etwa drei Prozent rentiert. Mehr drin ist bei Unternehmensanleihen. Mit einer bis 2026 laufenden Anleihe der Deutschen Bank (ISIN DE000DB9U9G1) streichen Anleger beim aktuellen Kursniveau 4,4 Prozent jährlich ein.

Dass die Zinsen schon bald wieder sinken könnten, sieht man im Übrigen auch an den Anleiherenditen. Die waren zuletzt etwas rückläufig. Wer das Maximum rausholen will, sollte also nicht mehr lange warten.

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