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Twitter-AlternativeTrumps Truth Social bei Börsendebüt mit 10 Miliarden Dollar bewertet

Gleich nach Börsenstart legt die Aktie des Medienunternehmens mächtig zu und macht den Ex-Präsidenten um einiges reicher. Das habe vor allem was mit Donald Trumps Fans zu tun, sagen Experten. 26.03.2024 - 18:12 Uhr

Um einiges reicher dank dem Börsenstart von Truth Social: Donald Trump.

Foto: dpa

Der Aktienkurs des Medienunternehmens von Donald Trump hat am ersten Handelstag an der US-Börse stark zugelegt – und den Ex-Präsidenten damit deutlich reicher gemacht. Die Aktie von Trump Media legte am Dienstagmorgen (Ortszeit) zeitweise um gut 59 Prozent auf 79,38 US-Dollar zu, was einer Bewertung von fast zehn Milliarden US-Dollar entspricht. Später pendelte sich der Kurs bei 67 Dollar ein, womit die TMTG immer noch gut neun Milliarden Dollar wert ist. „Diese Bewertung ist eher als Zeichen für den Enthusiasmus der Trump-Unterstützer zu sehen denn als Erwartungswert für die Geschäftsaussichten“, sagte Thomas Hayes von Great Hill Capital.

Der Zeitpunkt der Entwicklung dürfte dem Republikaner sehr gelegen kommen, weil er wegen verschiedener Verfahren gegen ihn hohe Anwaltskosten und Strafen zu begleichen hat. Medienberichten zufolge hält Trump rund 60 Prozent der Aktien, darf aber frühestens in sechs Monaten auch Anteile verkaufen. Aktuell wäre Trumps Aktienpaket den Berichten zufolge mehr als fünf Milliarden US-Dollar wert – doch bis zu einem Verkauf ist das nur ein Buchwert. Wie sich der Aktienkurs in den kommenden Monaten entwickeln wird, lässt sich nicht vorhersehen.

Trump Media wird an der Börse mit dem Kürzel „DJT“ gehandelt – in Anlehnung an Trumps Initialen. Der seit längerem geplante Börsengang folgte auf die Fusion der Trump Media & Technology Group, die das von ihm gegründete Netzwerk Truth Social betreibt, mit einer Unternehmenshülle, der Digital World Acquisition Corp. Die Fusion und der Börsengang werden dem verlustreichen Netzwerk eine dringend benötigte Bargeldspritze verschaffen, wie US-Medien weiter berichteten. Die Aktionäre der Unternehmenshülle hatten der Fusion Ende vergangener Woche zugestimmt. TMTG fließen damit 300 Millionen Dollar zu. Digital World hatte in einer Pflichtmitteilung gewarnt, dass sich Trump – je nach dem Ausgang der Präsidentschaftswahl – aus TMTG zurückziehen und seine Anteile verkaufen könne.

Kritische Beobachter rechnen mittelfristig mit einem fallenden Kurs für die Trump-Aktie. Laut einem Geschäftsbericht nahm Truth Social in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres nur gut 3,3 Millionen Dollar ein und machte dabei, unter anderem wegen hoher Zinskosten, 49 Millionen Dollar Miese. Die Firma ist an der Börse nun einen Milliardenbetrag wert – was selbst mit der Hoffnung auf rasantes Wachstum kaum zu erklären ist. Doch Trump Media ist teils wohl auch ein politisches Unternehmen: So lange genügend Unterstützer des früheren Präsidenten die Anteile kaufen, so lange dürfte sich der Kurs positiv entwickeln. Die absehbare Volatilität der Aktie dürfte auch Spekulanten anziehen.

Trumps rechtliche Probleme
Die Staatsanwaltschaft in New York legt Trump die Fälschung von Geschäftsunterlagen zur Last. Er soll damit versucht haben, schädliche Informationen und rechtswidrige Aktivitäten vor und nach der Präsidentenwahl 2016, aus der er als Sieger hervorging, zu verbergen. Im Zentrum der Vorwürfe steht die Zahlung von Schweigegeld an eine Pornodarstellerin. Trump plädierte auf „nicht schuldig“, wurde allerdings Ende Mai 2024 von den Geschworenen schuldig gesprochen.
Die Staatsanwaltschaft wirft Trump die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchstsensibler Informationen aus seiner Zeit als US-Präsident vor. Laut Anklageschrift handelt es sich unter anderem um Dokumente mit Informationen zu nuklearen Fähigkeiten der USA und militärischen Notfallplänen der Vereinigten Staaten. Die Bundespolizei FBI hatte im vergangenen August sein Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida durchsucht und dort verschiedene Verschlusssachen beschlagnahmt. Auch hier plädierte Trump bei der Vorstellung der Anklage in Miami im Juni auf „nicht schuldig“. Es ist die erste Anklage auf Bundesebene für Trump. Der Prozess sollte am 20. Mai 2024 starten. Er wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.
Auf Bundesebene sitzt Trump inzwischen auch im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug und dem Angriff seiner Anhänger auf das Kapitol auf der Anklagebank. Hintergrund sind Trumps Bemühungen, seine Niederlage gegen den Demokraten Joe Biden bei der Präsidentenwahl 2020 nachträglich umzudrehen. In der Anklageschrift werden Trump vier formale Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten. Es geht dabei um mutmaßliche Straftaten während seiner Amtszeit im Weißen Haus. Bei seinem Erscheinen vor Gericht plädierte der Republikaner Anfang August auf „nicht schuldig”. Der Termin für einen Prozessbeginn steht noch nicht fest.
In Georgia ermittelte die Staatsanwaltschaft mehr als zwei Jahre lang gegen Trump wegen möglicher Manipulationsversuche bei der Wahl 2020. Georgia gehörte zu jenen Bundesstaaten, die für den Wahlausgang eine Schlüsselrolle spielten. Biden gewann dort nur ganz knapp mit etwa 12.000 Stimmen Vorsprung. Trump bemühte sich, seine dortige Wahlniederlage nachträglich ändern zu lassen – wie auch in anderen Bundesstaaten. Unter anderem forderte er damals den obersten Wahlaufseher in Georgia in einem Telefonat unverblümt auf, genügend Stimmen für ihn „zu finden”, um das Ergebnis „nachzuberechnen”. Nun wurde gegen ihn und 18 weitere Personen Anklage erhoben.
Neben den strafrechtlichen Verfahren ist Trump auch in eine Reihe von zivilrechtlichen Streitigkeiten verwickelt. Im Mai wurde Trump in einem Zivilverfahren wegen eines sexuellen Übergriffs und Verleumdung zu einer Geldstrafe in Millionenhöhe verurteilt. Eine New Yorker Geschworenenjury sah es als erwiesen an, dass Trump die Schriftstellerin E. Jean Carroll Mitte der 1990er Jahre in einem New Yorker Nobelkaufhaus sexuell missbraucht und später verleumdet hatte. Den Vorwurf der Vergewaltigung wiesen die Geschworenen zurück. Trump kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Der Immobilienunternehmer Trump (77) will im November erneut für die Republikaner ins Weiße Haus einziehen. Aktuell macht er jedoch auch mit den Prozessen, die gegen ihn laufen, viele Schlagzeilen. Neben vier strafrechtlichen Verfahren, deren Hauptverhandlungen noch nicht begonnen haben, gibt es gegen Trump auch zivilrechtliche Verfahren.

Lesen Sie auch: Donald Trump ist gegen ein TikTok-Verbot – und hat recht

dpa, rtr
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