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  4. Bitcoin-Kurs aktuell: So bewegt das Attentat auf Donald Trump die Kryptokurse

KryptowährungWarum der Bitcoin nach dem Attentatsversuch steigt

Die meisten Märkte reagieren recht verhalten auf das Attentat auf Donald Trump. Nicht so der Bitcoin. Was die Kryptowährung mit Trump zu tun hat und welche weiteren Faktoren den Preis treiben.Saskia Littmann 15.07.2024 - 20:16 Uhr
Foto: imago images

Die Reaktion an der Börse folgte prompt: Bereits kurz nach dem Attentat auf Ex-Präsident Donald Trump legte der Bitcoin an Wert zu und durchbrach am Sonntag erneut die wichtige 60.000 Dollar-Marke. Aktuell notiert die Kryptowährung bei rund 62.400 Dollar, rund neun Prozent höher als vor einer Woche. Allein seit Sonntag beträgt das Plus rund 6,5 Prozent. Auch der Wert vieler anderer Kryptowährungen wie Ethereum oder Solana ist auf Wochensicht deutlich gestiegen.

So deutlich fielen die Marktreaktionen nicht in allen Segmenten aus. Die Renditen von US-Staatsanleihen sind leicht um 1,4 Prozent gestiegen, auch der Wert des Dollar hat gegenüber anderen wichtigen Währungen zugelegt. Der Dax allerdings notierte nur leicht im Minus und zeigte sich von den Ereignissen am Wochenende recht unbeeindruckt. Etwas spannender dürfte die Reaktion der US-Börsen ausfallen, wenn diese am Nachmittag öffnen. Auch der Goldpreis lag mit 0,3 Prozent leicht im Plus.

Hat das Attentat auf Trump am Samstag in Pennsylvania also tatsächlich den Bitcoinkurs gestützt? Vermutlich ja. Zumindest hat es ordentlich zum Kursanstieg beigetragen.

Die Finanzmärkte preisen nun, knapp zwei Tage nach dem Mordversuch auf den Ex-Präsidenten, dessen Chancen auf einen erneuten Wahlsieg ein. Und die dürften – Stand jetzt – gestiegen sein nach den Ereignissen von Pennsylvania, obgleich längst nicht ausgemacht ist, ob das auch langfristig so bleibt. „Nach dem gescheiterten Attentat rechnet der Markt verstärkt mit einem Sieg Trumps bei den Präsidentschaftswahlen im Herbst“, sagt Marcel Heinrichsmeier, Analyst bei der DZ Bank. Für die Kryptokurse sei das entscheidend. Der ehemalige Präsident habe sich „mehrfach positiv zu Kryptowährungen geäußert“, so Heinrichsmeier.

Tatsächlich hoffen wohl viele Marktteilnehmer nun mit Trump auf einen kryptofreundlichen nächsten US-Präsidenten. Trump will Ende Juli sogar als Redner auf einer Kryptokonferenz in Nashville auftreten – und hat bereits bestätigt, dass sich an diesen Plänen auch nach dem Attentat nichts ändern wird. Die Analysten des Krypto-Indexfondsanbieters ETC Group sehen auch darin einen Treiber am Markt. „Das stärkt die Aussicht auf eine kryptofreundliche Regierung“, sagt auch DZ-Analyst Heinrichsmeier.

Krypto-Unternehmen

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Während die Demokraten rund um Präsident Joe Biden in Sachen Kryptowährungen eher skeptisch sind, akzeptiert Trump mittlerweile auch Bitcoin zur Finanzierung seines Wahlkampfes. Erst kürzlich warb er bei einem Wahlkampfauftritt damit, er wolle der „Krypto-Präsident“ sein.

Abseits der Kryptoszene spekulieren viele Marktteilnehmer darauf, dass Trump als möglicher neuer US-Präsident weitere Zölle einführt und damit die heimische Wirtschaft stärkt. Er gilt im Vergleich zu Biden und auch zu möglichen anderen demokratischen Kandidaten als wirtschaftsfreundlich.

Krypto-ABC: Die wichtigsten Begriffe verständlich erklärt
Der Fokus am Kryptomarkt liegt klar auf dem Bitcoin. Unter Altcoins versteht man Kryptowährungen, die nach der ältesten Digitalwährung erfunden wurden und eine Alternative zum Bitcoin darstellen. Beispiele dafür sind Ethereum, Cardano oder Solana.
Der Bitcoin ist nicht nur die dem Volumen nach größte, sondern auch die älteste Kryptowährung der Welt. Schon im Oktober 2008 skizzierte Satoshi Nakamoto, das Pseudonym des Bitcoin-Erfinders, in einem Whitepaper mit dem Titel „A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, wie so eine virtuelle Währung aussehen könnte. Kurz darauf, im Januar 2009, wurden die ersten Bitcoin geschürft. Weil Nakamoto unter einem Pseudonym agierte, ist bis heute unklar, wer genau den Bitcoin ins Leben gerufen hat.
Transaktionen von Kryptowährungen werden auf der Blockchain dokumentiert. Die Blockchain ist eine öffentliche, dezentrale Datenbank. Die Informationen werden nicht auf einem einzelnen Server, sondern auf vielen tausenden Rechnern gespeichert. „Chain“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Kette“.Jede Transaktion wird in einem Block gespeichert und an eine Kette der bereits vorhandenen Datensätze angehängt. Deshalb wird die Blockchain auch digitales Kassenbuch genannt. Die gespeicherten Daten können im Nachgang nicht mehr oder nur mit Zustimmung des Netzwerkes geändert werden. So soll ein fälschungssicheres Protokoll entstehen.
Ether ist hinter dem Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung und basiert auf der Ethereum-Blockchain. Im Vergleich zur Bitcoin-Blockchain gilt diese als moderner und leistungsfähiger und soll in Kürze auf das energiesparendere Proof-of-Stake-Verfahren umgestellt werden. Auch Smart Contracts können über Ethereum gehandelt werden. Beliebt ist die Kryptowährung auch, weil NFTs (non fungible Token) oft auf Ethereum basieren und deshalb mit Ether bezahlt werden.
Mining ist das Erzeugen (Schürfen) neuer Coins. Bei diesem Prozess stellen Miner im Fall des Bitcoin die Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung, um komplexe mathematische Aufgaben zu lösen. So werden Transaktionen verifiziert und auf der Blockchain gespeichert. Die Miner werden fürs Bereitstellen der Rechenleistung mit neu generierten Bitcoin belohnt.Bei einigen anderen Kryptowährungen basiert das Mining dagegen nicht auf Rechenleistung, sondern auf den Anteilen der Netzwerk-Teilnehmer an der jeweiligen Kryptowährung (siehe Proof of Stake). In diesem Fall wird das Mining deshalb auch oft als Staking bezeichnet. Auch dafür bekommen Teilnehmer eine Prämie, also quasi eine Art Verzinsung für ihren Anteil.
Minten bezeichnet das Erstellen eines NFTs (non fungible Token). Mit dem „Prägen“ des Bildes ist in diesem Fall das Hochladen in die Blockchain gemeint.
Die Abkürzung NFT steht für non-fungible Token, also nicht austauschbare Wertmarken. NFTs sind virtuelle Güter, die über die Blockchain gehandelt werden. Oft sind es etwa digitale Bilder oder Sammelkarten. Jeder NFT ist einzigartig. Wer einen kauft, wird in der Blockchain als Eigentümer registriert und kann so beispielsweise ein Echtheitszertifikat für ein virtuelles Bild oder ein digitales Kunstwerk vorweisen.
Mit dem Proof-of-Work-Verfahren werden neue Münzen einiger Kryptowährungen wie dem Bitcoin geschaffen. Dafür stellen die Miner die Rechenleistung des Systems zur Verfügung, um komplexe Aufgaben zu lösen. Wer es zuerst schafft, die Aufgabe zu lösen, darf den Block an die Blockchain anhängen und erhält eine Belohnung in Form digitaler Münzen. Der Proof-of-Work-Ansatz gilt als besonders energieintensiv.
Einige Blockchains basieren auf dem Proof of Stake-Verfahren. Anders als bei Proof of Work werden dabei fürs Mining keine umfangreiche Hardware und große Mengen an Rechenleistung benötigt. Proof of Stake gilt daher als wesentlich energieschonender.Statt dessen dürfen diejenigen Transaktionen und neue Coins freigeben, die einen besonders hohen Anteil an einer Kryptowährung halten. Sie werden dann Validatoren genannt. Der Prozess beruht auf einem Konsensmechanismus. Je höher der Preis, desto höher die Anzahl der Coins, um am Prozess teilzunehmen.
Smart Contracts sind virtuelle Verträge, die über die Blockchain getauscht werden. Diese treten unter bestimmten zuvor festgelegten Bedingungen selbstständig in Kraft. Insbesondere Banken und andere Finanzinstitute sehen in Smart Contracts einen großen Nutzen. Sie könnten zum Beispiel beim Börsenhandel Intermediäre – also zwischengeschaltete Stellen wie Wertpapierbroker– überflüssig machen.
Die Wallet ist eine Art digitale Geldbörse für Kryptowährungen. Sie ermöglicht es Nutzern, Kryptoguthaben zu kaufen und zu verschicken. Es gibt mehrere Arten von Wallets. Die Hardware-Wallet ist quasi ein USB-Stick, auf dem das Kryptovermögen und die Zugänge eines Nutzers gespeichert sind. Eine Paper-Wallet wird auf Papier ausgedruckt.Dafür wird ein QR-Code generiert, den man einscannen muss, um Transaktionen zu tätigen. Eine Software-Wallet kommt ohne externe Geräte oder Papierausdrucke aus. Hier werden die Daten in einem Computerprogramm gespeichert. Nutzer dürfen ihre Zugangsdaten nicht vergessen: Sonst bliebe ihnen der Zugriff auf ihr Kryptovermögen verwehrt.
Dieses Krypto-ABC entstammt dem großen Krypto-1x1 der WirtschaftsWoche: Das vollständige Dossier finden Sie hier zum Download

Es gibt allerdings auch noch andere Faktoren, die aktuell den Markt beeinflussen. Zum einen sieht der Markt laut den ETC-Analysten nach den Inflationszahlen für Juni nun höhere Chancen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed im September. Zudem sei die Nachfrage nach Krypto-Indexfonds (ETPs) wieder gestiegen und auch globale Hedgefonds hätten in Sachen Bitcoin zugekauft.

Hinzu kommt, dass laut Bloomberg wohl noch in dieser Woche der Handel mit dem lange erwarteten Ethereum-ETF starten soll. Die US-Börsenaufsicht hatte die Papiere im Mai zugelassen.

Eine kleine, zumindest psychologische Kursstütze dürfte für einige Marktteilnehmer auch aus Sachsen kommen: Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat ihre Bitcoin-Verkäufe beendet, die knapp 50.000 beschlagnahmten Bitcoin aus dem Ermittlungsverfahren gegen die Raubkopie-Plattform „Movie2k“ sind laut der Analyseplattform Arkham mittlerweile alle verkauft. Arkham hatte die zugehörige Wallet des Bundeskriminalamts (BKA) identifiziert, die Verkäufe galten als einer der Gründe für die sinkenden Bitcoinkurse in den vergangenen Wochen.

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