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Ethereum-ETFsNach Spot-ETF-Zulassung: So profitieren Anleger jetzt vom Ethereum-Boom

In der Nacht zum Freitag hat die US-Börsenaufsicht die lang erwarteten Ethereum-ETFs zugelassen. In Deutschland werden diese nicht handelbar sein. Doch es gibt Alternativen für Anleger.Philipp Frohn 24.05.2024 - 11:53 Uhr

Die US-Börsenaufsicht hat Ethereum-ETFs zugelassen

Foto: REUTERS

Wer Neuigkeiten in der Kryptowelt live mitbekommen will, muss auch schon mal eine Nachtschicht einlegen. Am späten Donnerstagabend nach US-Börsenschluss hat die amerikanische Börsenaufsicht SEC die Tür für Ethereum-ETFs geöffnet. Für viele Marktbeobachter war das eine Überraschung.

Mit den neuen Indexfonds wird der Handel für Privatanleger nun deutlich einfacher – und für institutionelle Investoren öffnet sich erstmals die Möglichkeit, in die zweitgrößte Kryptowährung nach Bitcoin zu investieren. Die positive Entscheidung der SEC nahm der Kryptomarkt weitgehend unbeeindruckt auf.

Krypto-ABC: Die wichtigsten Begriffe verständlich erklärt
Der Fokus am Kryptomarkt liegt klar auf dem Bitcoin. Unter Altcoins versteht man Kryptowährungen, die nach der ältesten Digitalwährung erfunden wurden und eine Alternative zum Bitcoin darstellen. Beispiele dafür sind Ethereum, Cardano oder Solana.
Der Bitcoin ist nicht nur die dem Volumen nach größte, sondern auch die älteste Kryptowährung der Welt. Schon im Oktober 2008 skizzierte Satoshi Nakamoto, das Pseudonym des Bitcoin-Erfinders, in einem Whitepaper mit dem Titel „A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, wie so eine virtuelle Währung aussehen könnte. Kurz darauf, im Januar 2009, wurden die ersten Bitcoin geschürft. Weil Nakamoto unter einem Pseudonym agierte, ist bis heute unklar, wer genau den Bitcoin ins Leben gerufen hat.
Transaktionen von Kryptowährungen werden auf der Blockchain dokumentiert. Die Blockchain ist eine öffentliche, dezentrale Datenbank. Die Informationen werden nicht auf einem einzelnen Server, sondern auf vielen tausenden Rechnern gespeichert. „Chain“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Kette“.Jede Transaktion wird in einem Block gespeichert und an eine Kette der bereits vorhandenen Datensätze angehängt. Deshalb wird die Blockchain auch digitales Kassenbuch genannt. Die gespeicherten Daten können im Nachgang nicht mehr oder nur mit Zustimmung des Netzwerkes geändert werden. So soll ein fälschungssicheres Protokoll entstehen.
Ether ist hinter dem Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung und basiert auf der Ethereum-Blockchain. Im Vergleich zur Bitcoin-Blockchain gilt diese als moderner und leistungsfähiger und soll in Kürze auf das energiesparendere Proof-of-Stake-Verfahren umgestellt werden. Auch Smart Contracts können über Ethereum gehandelt werden. Beliebt ist die Kryptowährung auch, weil NFTs (non fungible Token) oft auf Ethereum basieren und deshalb mit Ether bezahlt werden.
Mining ist das Erzeugen (Schürfen) neuer Coins. Bei diesem Prozess stellen Miner im Fall des Bitcoin die Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung, um komplexe mathematische Aufgaben zu lösen. So werden Transaktionen verifiziert und auf der Blockchain gespeichert. Die Miner werden fürs Bereitstellen der Rechenleistung mit neu generierten Bitcoin belohnt.Bei einigen anderen Kryptowährungen basiert das Mining dagegen nicht auf Rechenleistung, sondern auf den Anteilen der Netzwerk-Teilnehmer an der jeweiligen Kryptowährung (siehe Proof of Stake). In diesem Fall wird das Mining deshalb auch oft als Staking bezeichnet. Auch dafür bekommen Teilnehmer eine Prämie, also quasi eine Art Verzinsung für ihren Anteil.
Minten bezeichnet das Erstellen eines NFTs (non fungible Token). Mit dem „Prägen“ des Bildes ist in diesem Fall das Hochladen in die Blockchain gemeint.
Die Abkürzung NFT steht für non-fungible Token, also nicht austauschbare Wertmarken. NFTs sind virtuelle Güter, die über die Blockchain gehandelt werden. Oft sind es etwa digitale Bilder oder Sammelkarten. Jeder NFT ist einzigartig. Wer einen kauft, wird in der Blockchain als Eigentümer registriert und kann so beispielsweise ein Echtheitszertifikat für ein virtuelles Bild oder ein digitales Kunstwerk vorweisen.
Mit dem Proof-of-Work-Verfahren werden neue Münzen einiger Kryptowährungen wie dem Bitcoin geschaffen. Dafür stellen die Miner die Rechenleistung des Systems zur Verfügung, um komplexe Aufgaben zu lösen. Wer es zuerst schafft, die Aufgabe zu lösen, darf den Block an die Blockchain anhängen und erhält eine Belohnung in Form digitaler Münzen. Der Proof-of-Work-Ansatz gilt als besonders energieintensiv.
Einige Blockchains basieren auf dem Proof of Stake-Verfahren. Anders als bei Proof of Work werden dabei fürs Mining keine umfangreiche Hardware und große Mengen an Rechenleistung benötigt. Proof of Stake gilt daher als wesentlich energieschonender.Statt dessen dürfen diejenigen Transaktionen und neue Coins freigeben, die einen besonders hohen Anteil an einer Kryptowährung halten. Sie werden dann Validatoren genannt. Der Prozess beruht auf einem Konsensmechanismus. Je höher der Preis, desto höher die Anzahl der Coins, um am Prozess teilzunehmen.
Smart Contracts sind virtuelle Verträge, die über die Blockchain getauscht werden. Diese treten unter bestimmten zuvor festgelegten Bedingungen selbstständig in Kraft. Insbesondere Banken und andere Finanzinstitute sehen in Smart Contracts einen großen Nutzen. Sie könnten zum Beispiel beim Börsenhandel Intermediäre – also zwischengeschaltete Stellen wie Wertpapierbroker– überflüssig machen.
Die Wallet ist eine Art digitale Geldbörse für Kryptowährungen. Sie ermöglicht es Nutzern, Kryptoguthaben zu kaufen und zu verschicken. Es gibt mehrere Arten von Wallets. Die Hardware-Wallet ist quasi ein USB-Stick, auf dem das Kryptovermögen und die Zugänge eines Nutzers gespeichert sind. Eine Paper-Wallet wird auf Papier ausgedruckt.Dafür wird ein QR-Code generiert, den man einscannen muss, um Transaktionen zu tätigen. Eine Software-Wallet kommt ohne externe Geräte oder Papierausdrucke aus. Hier werden die Daten in einem Computerprogramm gespeichert. Nutzer dürfen ihre Zugangsdaten nicht vergessen: Sonst bliebe ihnen der Zugriff auf ihr Kryptovermögen verwehrt.
Dieses Krypto-ABC entstammt dem großen Krypto-1x1 der WirtschaftsWoche: Das vollständige Dossier finden Sie hier zum Download

Bis zur finalen Handelsfreigabe fehlt noch ein Schritt. Zunächst gestattet die SEC nun Handelsplätzen, Ethereum-ETFs anzubieten. Dafür benötigen die Emittenten eine gesonderte Genehmigung. Bis die ETFs handelbar sind, kann es laut Experten noch einige Wochen dauern.

„Erstaunlich ist, dass die erste Marktreaktion ungewöhnlich verhalten ausfällt“, sagt Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus Emden Research. Ether notierte zuletzt bei rund 3640 Dollar und damit gut vier Prozent unterm Vortagesniveau. Dass Anleger nach der Positivmeldung erstmal Gewinne mitnehmen, gilt unter Experten als wenig überraschend. „Investoren sollten sich in den kommenden Stunden dennoch auf eine erhöhte Volatilität einstellen“, so Emden.

Ethereum-Spot-ETFs: „Katalysator für den Kryptomarkt“

Langfristig aber spricht aus Sicht von Marktbeobachtern vieles für steigende Kurse. „Die Genehmigung könnte Ethereum zu neuen Höhen treiben und als starker Katalysator für den gesamten Kryptomarkt wirken“, sagt Ulli Spankowski, Chef der Krypto-Handels-App Bison.

Für deutsche Anleger gibt es allerdings einen Haken: Sie können gar nicht in die neuen Ethereum-ETFs investieren. Sie sind nämlich nur in den USA zugelassen und in Deutschland nicht handelbar. Daran dürfte sich auch nichts ändern, denn es gibt hierzulande andere regulatorische Beschränkungen. So müssen ETFs und Fonds gemäß den sogenannten UCITS-Richtlinien zum Beispiel mehrere Werte umfassen – und nicht nur eine Kryptowährung.

Ethereum und Ether
Oft werden die Begriffe Ethereum und Ether synonym verwendet. Streng genommen ist dies aber nicht korrekt. Bei Ethereum handelt es sich um eine Blockchain, also dem digitalen Datenprotokoll hinter dem Krypto-Projekt. Die Blockchain speichert die Historie aller getätigten Transaktionen. Ether hingegen ist die digitale Währung des Netzwerks.

Wer auf eine Wertsteigerung bei Ether spekulieren will, braucht die ETFs aber gar nicht. Hierzulande stehen Anlegern mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um in die Kryptowährung zu investieren. Die WirtschaftsWoche stellt verschiedene Optionen vor – und benennt deren Risiken.

Für viele Investoren sind spezielle Kryptobörsen die erste Anlaufstelle für den Handel mit Digitalwährungen. Dort finden sie mit Abstand größte Auswahl. Das Angebot reicht von Bitcoin und Ether bis hin zu nischigen und besonders schwankungsanfälligen Mini-Coins mit niedriger Marktkapitalisierung. Anleger müssen ihre Kryptowerte nicht selbst verwahren. Sie lagern auf den Konten der Plattformen. Das kann jedoch zum Problem werden, falls die Kryptobörse in die Insolvenz rutscht. Das Vermögen kann dann als Teil der Insolvenzmasse betrachtet werden.

Umwege für Anleger

Nur wenige Anbieter wie etwa Coinbase, Bitpanda oder die Krypto-Plattform der Börse Stuttgart – Bison – haben eine Lizenz der deutschen Finanzaufsicht BaFin. Handeln können Anleger zwar auch über Kryptobörsen, denen diese Genehmigung fehlt. Doch hier gehen sie größere Risiken ein. Viele Plattformen wie Binance, die weltgrößte Kryptobörse, sind für Anleger eine Blackbox und stehen im Visier staatlicher Aufsichtsbehörden. Das sollte zumindest Skepsis wecken.

Für den Handel über Kryptobörsen sprechen auch die teils niedrigeren Kosten. Insbesondere die Spreads – also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis – sind dort niedrig. Wer lieber alle seine Vermögenswerte in einer App haben möchte, kann auch über Neobroker in Kryptowährungen investieren. Trade Republic zum Beispiel bietet den direkten Handel mit Ether und Co. an.

Ethereum-ETFs zugelassen

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Bei klassischen Anbietern wie der ING oder der Consorsbank geht das nicht. Hier müssen Kunden für ein Krypto-Engagement Umwege gehen, nämlich über sogenannte Exchange Traded Products (ETPs). Solche ETPs bilden einen Basiswert – in dem Fall Ether – eins zu eins ab und sind so etwas wie das europäische Pendant zu den amerikanischen Krypto-ETFs.

Mit diesem Konstrukt werden Assets, die eigentlich nicht an der Börse gehandelt werden, über die Integration in ein anderes Produkt handelbar gemacht. Anders als ETFs dürfen ETPs und ETNs (Exchange Traded Notes) aus nur einem Vermögenswert bestehen. Ein ETN ist ein börsengehandeltes Wertpapier und verbrieft in der Regel Kryptowährungen oder auch gehebelte Produkte.

Vier Risiken, auf die Anleger achten sollten

Die Vergleichsplattform JustETF listet aktuell zwölf Ethereum-ETNs bzw. ETPs, die in Deutschland handelbar sind. Investmentmöglichkeiten gibt es zum Beispiel bei den Anbietern 21shares (ISIN CH0454664027) und VanEck (ISIN DE000A3GPSP7). Allerdings gibt es ein paar Nachteile bei ETPs. 

Erstens: Sie sind nur während herkömmlicher Handelszeiten handelbar. Wer direkt in Kryptowährungen investiert, kann seine Anteile zu jeder Zeit verkaufen – 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Gerade bei einem volatilen Asset wie Ether sind Anleger mit ETPs also eingeschränkt.

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Zweitens: Zwar haben auch Anbieter von in Deutschland zugelassenen Produkten seit Einführung der Bitcoin-ETFs die Kosten gesenkt, dennoch sind die Gebühren für Krypto-ETPs weiterhin relativ hoch. Bei vielen Produkten liegt die jährliche Gesamtkostenquote bei rund einem Prozent. Zum Vergleich: Ein ETF auf den Weltaktienindex MSCI World kostet um die 0,2 Prozent im Jahr.

Drittens: Viele Fonds sind klein und umfassen zum Teil nur wenige Millionen Euro Anlegergeld. Dann kann Nachteile mit sich bringen. Fonds können erst ab einem gewissen Mindestvolumen kosteneffizient arbeiten. Experten beziffern die Schwelle auf 100 Millionen Euro. Das Problem für Anleger: Je niedriger das Fondsvolumen, desto höher die Gefahr, dass er geschlossen wird. Unter Umständen müssen Anleger ihre Anteile dann verkaufen. Notiert die Position zum Verkaufszeitpunkt im Minus, könnten Anleger Verluste realisieren.

Und viertens: Auch bei ETPs gibt es ein Emittentenrisiko. Rutscht der Anbieter des Krypto-Produkts in die Zahlungsunfähigkeit, droht im schlimmsten Fall ein Totalverlust. Kurzum: Wer in Kryptowährungen wie Ether investiert, muss eine ganze Reihe von Risiken aushalten können.

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