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VW, BMW und CoDarum ist für die deutsche Autobranche keine Besserung in Sicht

In Deutschlands wichtigsten Wirtschaftszweig kriselt es. Eine neue Studie zeigt, warum die Automobilbranche weiter schrumpfen könnte.Anabel Schröter 24.09.2024 - 10:25 Uhr

Der angeschlagene Volkswagen-Konzern könnte mittelfristig bis zu 30.000 Stellen in Deutschland streichen.

Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Volkswagen kündigt den Tarifvertrag auf – Werksschließungen und Stellenabbau könnten folgen. Mercedes und BMW kappen Gewinnprognosen. Zulieferer wie Continental und ZF Friedrichshafen kämpfen mit Problemen. Die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) macht wenig Hoffnung auf eine schnelle Erholung.

Bereits seit 2018 kämpft die deutsche Vorzeigebranche mit massiven Problemen. Seit Jahren schrumpft die Produktion hierzulande, heißt es in der Studie. Im Vergleich zu 2018 wird heute rund 25 Prozent weniger produziert.

Die Gründe für den Rückgang sind vielschichtig. Zum einen hat sich die Branche jahrelang auf den Export ins Ausland konzentriert. Ein wichtiger Markt für VW, BMW und Co. ist China. Doch dort gehen die Verkaufszahlen der deutschen Hersteller seit Jahren zurück, wie Daten des chinesischen Autohandelsverbands CPC zeigen.

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Chinesische Marken wie BYD sind dagegen auf dem Vormarsch. Und setzen die deutschen Hersteller unter Druck – vor allem bei der Elektromobilität. Der chinesische Autobauer produziert seit vergangenem Jahr ausschließlich Elektroautos.

Innerhalb eines Jahres hat BYD den Absatz auf drei Millionen verdoppelt. In Deutschland, dem zweitgrößten Produktionsstandort für Elektroautos, wurden im vergangenen Jahr gerade einmal halb so viele Fahrzeuge hergestellt. Bereits 2018 hat die Volksrepublik China Deutschland als wichtigsten Produktionsstandort abgelöst. Während China um die Jahrtausendwende knapp zwei Millionen Fahrzeuge baute, waren es 2023 mehr als 30 Millionen. „Fast ein Drittel der weltweit gebauten Kraftfahrzeuge kommen inzwischen aus chinesischen Fabriken, die weitaus billiger produzieren als es hierzulande möglich wäre“, heißt es in der Studie des IW.

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BYD stellt viele Teile der Fahrzeuge selbst her. Und hat damit einen Kostenvorteil. So bietet BYD in China Neuwagen ab umgerechnet rund 9000 Euro an. Die deutsche Industrie habe sich dagegen auf hochpreisige Premiumfahrzeuge konzentriert, heißt es in der Studie.

Zudem verkaufen die deutschen Autobauer nur knapp 13 Prozent ihrer Fahrzeuge in Deutschland. Zölle erschweren mittlerweile jedoch den Export. Am 5. Juli wurden vorläufige Ausgleichszölle auf den Import von Elektroautos aus China eingeführt. Je nach Hersteller soll ein Sonderzoll von bis zu 36 Prozent hinzukommen. Aber auch in China gebaute Autos deutscher Hersteller werden mit Strafzöllen belegt. Bis zum 5. November müssen die Zölle noch nicht bezahlt werden. Ab dem 5. November sollen die Zölle dann endgültig eingeführt werden, wenn China nicht noch Zugeständnisse macht.



Aus der Industrie kommen Forderungen, die Entscheidung über die endgültigen Zölle zu verschieben. So warnt die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard Müller, dass mögliche Gegenmaßnahmen Chinas der deutschen Industrie schaden würden: „Wir verkaufen 100-mal mehr Autos in China als China in Europa“.

Der wichtigste Punkt für die Zukunft ist der technologische Wandel. Während in Deutschland eher die Verbrennertechnologie zu Hause ist, wird es in Zukunft immer mehr in Richtung alternativer Antriebe gehen. Dieser Wandel sei jedoch mit hohen Kosten verbunden, heißt es in der IW-Studie. Zudem gerate der Standort Deutschland durch hohe Energiekosten und langwierige Genehmigungsverfahren zunehmend unter Druck. Für energieintensive Materialien wie Stahl zahlen Produzenten in Deutschland bis zu 15 Prozent mehr als ihre Wettbewerber im Ausland. Zudem zähle Deutschland zu den Hochlohnländern.

„In Anbetracht der zentralen Bedeutung der Automobilindustrie für den Standort Deutschland sollte sich die deutsche Politik dringend überlegen, wie sie die vom veränderten Weltmarkt ausgelöste Transformation der Branche unterstützen kann“, schreibt Studienautor Thomas Puls. Zudem müsse dringend in den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur investiert werden, um die Nachfrage nach Elektroautos anzukurbeln. Puls warnt: „Die Transformation muss gelingen, sonst wird die Autoindustrie am Standort Deutschland in den kommenden Jahren weiter schrumpfen“.

Mit Material von dpa

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