1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Mittelstand
  4. Wie Weltmarktführer in der Weltkrise bestehen können

EditorialWie Weltmarktführer in der Weltkrise bestehen können

Deutschland hat hunderte unbekannter Weltmarktführer. In der neuen Weltordnung können sie sich nicht durch Subventionen durchsetzen, sondern durch alte Tugenden. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Horst von Buttlar 06.11.2024 - 11:21 Uhr

Deutschlands Mittelstand profitierte lange von einer Win-Win-Situation im Welthandel.

Foto: imago images

Weltmarktführer sind eine Schatzkiste unserer Wirtschaft. Und sie bleiben, auch nach Jahren der Erforschung und Erhebung, ein Phänomen, das nicht ganz durchdrungen ist. Denn sie verbindet zunächst nur die abstrakte Idee ihrer Weltmarktführerschaft, ihrer Hidden-Champion-Existenz: dass sie, ob groß oder klein, alt oder jung, zumeist in ihrer Nische, einen Markt dominieren oder gar beherrschen, den man teils gar nicht auf dem Zettel hatte. Ihre Spezialität sind oft Dinge, die dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft funktioniert, dass die Welt zusammenhält.

Natürlich gibt es Marken wie Miele, Würth oder Stihl, die weltweit bekannt sind. Auch Firmen wie Trumpf, Carl Zeiss oder Kuka, die längst eine mediale Präsenz haben, wenn es um die ewige Verortung unseres Standortes, um das Mittelstandsgefüge, geht. Für die Dax-Konzerne gilt das sowieso.

Doch zahllose Weltmarktführer bleiben unbekannt. Diese Sonderveröffentlichung ist also eine Entdeckungsreise. Die Studie, auf der sie beruht, ist einmalig. Sie wird erhoben von der HBM Unternehmerschule der Uni St. Gallen, umfasst mehr als 500 Unternehmen und ist ein gemeinsames Projekt mit der Akademie Deutscher Weltmarktführer und der WirtschaftsWoche.

Wir erleben seit einigen Jahren, wenn unsere Reporter zu den Unternehmen ausschwärmen, dass der Begriff Weltmarkt seine Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit verloren hat. Die Weltmarktführer lebten über Jahrzehnte von einer Welt, die zusammenwuchs, die kooperierte, die Handelsschranken und Zölle abbaute, was zu einem beispiellosen Zuwachs an Wohlstand führte. Die Formel war: win-win. Die Erfolge dieser Epoche lesen sich in den Steckbriefen der Unternehmen: Anzahl der Kontinente, Dutzende Standorte, Wachstum bei Umsatz und Mitarbeitern, selbstverständlich weltumspannend.

Weltmarktführer

Das sind die 500 heimlichen Weltmarktführer

Die Arrivierten und die Aufsteiger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: alle Weltmarktführer im Überblick.

von Hauke Reimer

Doch diese Zeiten sind vorbei, die Weltmärkte zerfallen in Sphären und Blöcke, der Freihandel ist auf dem Rückzug. Die neue Formel ist: zero-sum. Also müssen alle umdenken, sich neu justieren, aus Expansion und Wachstum werden Behauptung und Sicherung. Niemand brachte das dieser Tage besser auf den Punkt als Nicola Leibinger-Kammüller, die seit 2005 an der Spitze von Trumpf steht. Sie sprach von einer „Weltkrise“, die zu den schwachen Zahlen und Prognosen des Laserherstellers führe.

Was für ihr Unternehmen gelte, sei auch eine Frage an die ganze Nation, so die Trumpf-Chefin: Die Antwort sei nicht ein Subventionswettlauf gegen China und die USA, den könne Deutschland kaum gewinnen. Wir sollten uns stattdessen „auf unsere Tugend einer forschungsstarken und am Markt orientierten Industrie gerade im Mittelstand besinnen“. Mit anderen Worten: Auch wenn der Standort schwach ist, sind viele Stärken noch da. Sie sind ein Muskel, den Weltmarktführer über Jahrzehnte trainiert haben – als sie ihre Produkte verbessert, neue erfunden und neue Märkte erobert haben.

Aktienmarkt

Was Trumps Sieg für Börsen und Anleger bedeutet

Donald Trump hat überraschend schnell die US-Wahlen gewonnen. Die Finanzmärkte reagieren vorerst abwartend. Und Privatanleger?

von Martin Gerth

Diese Exzellenz, dieses Streben, wird hoffentlich dazu führen, dass die zahllosen Weltmarktführer auch die künftigen Megatrends und Innovationswellen meistern und gestalten.

Dieser Artikel entstammt unserem Sonderheft. Alles über die 500 heimlichen Weltmarktführer lesen Sie unter wiwo.de/wmf2024.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick