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SolarmodulherstellerGroßkunde kündigt Meyer Burger – Aktie bricht ein

Ein weiterer Rückschlag für den hoch defizitären Solarmodulhersteller Meyer Burger. Einer der größten Kunden kündigt den Vertrag mit sofortiger Wirkung. 15.11.2024 - 14:33 Uhr aktualisiert

Meyer Burger produziert Hochleistungs-Solarzellen und -Solarmodule.

Foto: imago images

Nach einem weiteren Rückschlag ist das Überleben des in Schieflage geratenen Solarmodulherstellers Meyer Burger gefährdet. Der größte Kunde, die amerikanische D.E. Shaw Renewable Investments (Desri), hat den Rahmenvertrag mit der Schweizer Firma mit sofortiger Wirkung gekündigt, wie Meyer Burger am Freitag mitteilte. „Das Unternehmen geht derzeit davon aus, dass unabhängig von der Gültigkeit einer solchen Kündigung die Bemühungen um eine finanzielle Restrukturierung, die weit fortgeschritten sind, wahrscheinlich beeinträchtigt werden. Sollte die finanzielle Restrukturierung scheitern, könnte das Unternehmen nicht mehr in der Lage sein, seine Unternehmensfortführung zu gewährleisten“, hieß es.

An der Börse brachen die Titel um 72 Prozent ein. „Dies ist sehr wahrscheinlich das Ende von Meyer Burger“, kommentierte ZKB-Analyst Bernd Laux. Mit der wahrscheinlich bevorstehenden Einführung höherer Zölle in den USA sei das Geschäftsmodell, Solarzellen in Deutschland zu produzieren und in den USA zu verkaufen, nicht länger tragfähig. Laux schätzt, dass fast 90 Prozent des für 2025 und 2026 erwarteten Umsatzes von Desri hätten kommen sollen. Meyer Burger ist das einzige verbliebene größere Unternehmen mit Solarproduktion in Deutschland.

Nettoverlust von 317,3 Millionen Franken

In den ersten sechs Monaten 2024 verbuchte Meyer Burger bei einem Umsatz von 48,7 Millionen Franken einen Nettoverlust von 317,3 Millionen Franken. Nach der Ankündigung, den sächsischen Standort Freiberg zu schließen, hatte der Vorstand die Verlagerung in die USA mit der Begründung angeschoben, dass es in Europa keine ausreichende staatliche Hilfe im Kampf gegen die Billig-Konkurrenz aus China gebe. Doch im August gab das Unternehmen die Pläne auf, weil sie nicht finanzierbar seien. Stattdessen wollte die Firma mit einer tiefgreifenden Sanierung wieder in die Spur kommen. So sollte der Personalbestand auf 850 von rund 1050 gekürzt werden.

Meyer Burger erklärte, das Unternehmen analysiere derzeit das Schreiben von Desri und die Situation und werde zu gegebener Zeit weitere Informationen zur Verfügung stellen.

Lesen Sie auch: Das Scheitern des Meyer-Burger-Chefs ist eine Warnung

rtr
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