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Sichere GeldanlageSieben gute Gründe, Gold zu kaufen

Hinter dem Preisverfall stecken nicht Verkäufer von Barren und Münzen, sondern mächtige Spieler an den Finanzmärkten, die nur virtuell Gold handeln. Das gelbe Metall bietet deshalb jetzt Chancen. Und doppelte Genugtuung: Gold ist die letzte steuerfreie Geldanlage – und an Ihren Tresor kommt kein Finanzminister ran, aus welcher Koalition auch immer.Frank Doll 10.10.2013 - 06:00 Uhr

Der Goldpreis hat Fahrt aufgenommen. Einiges spricht dafür, dass der Preis für die Feinunze langfristig weiter steigt.

Foto: dpa

Einkommensteuer, Vermögensteuer, Erbschaftsteuer, Abgeltungsteuer – so manchem Deutschen schwant nach der Wahl Ungutes. Egal, welche Koalition regieren wird, der Staat drängt seinen Bürgern mit Macht ans Portemonnaie. Hinzu kommen Unsicherheiten über die weitere Linie in der Euro-Rettungspolitik und in Sachen Haushaltsverschuldung. So mancher macht sich Gedanken, ob es nicht gut wäre, etwas Vermögen zu haben, das Sicherheit in unsicheren Zeiten verheißt – und auf das der Fiskus keinen Zugriff hat: physisches Gold. Anleger sollten ihr Gold nicht ohne Not abgeben. Aufstocken statt abbauen erscheint das Gebot der Stunde.

Entwicklung des Dollar-Angebots und der globalen überirdischen Goldbestände (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Foto: Fed, USGS, WGC

Da trifft es sich gut, dass der Goldpreis kräftig zurückgekommen ist. Die großen Spieler im virtuellen Goldhandel – JP Morgan, HSBC, Citibank, Goldman Sachs – warten nur darauf, dass Anleger ihr Gold billig losschlagen. Die Investmentbanken handeln an der New Yorker Terminbörse Comex kaum physische Ware, bestimmen aber maßgeblich den Referenzpreis für physisches Gold, der am Handelsplatz London zweimal täglich festgelegt wird.

Prognosen für den Goldpreis

Viele Analysten der Banken haben ihre Schätzung zum Goldpreis im Laufe des Jahres gleich mehrfach angepasst – teilweise in großen Schritten. Privatanleger lässt das bislang überwiegend kalt: Sie kaufen weiter physisches Gold. Anders als viele Analysten halten sie den niedrigen Goldpreis für eine Kaufgelegenheit. Nachfolgend die Goldpreisprognosen der Banken.

Foto: dpa

Goldman Sachs

Der Goldpreis wird im kommenden Jahr wahrscheinlich um mindestens 15 Prozent sinken. Zu dieser Einschätzung kommen die Analysten von Goldman Sachs in einer Studie. Sie sehen trotz eines beschleunigten US-Wirtschaftswachstums erhöhte Abwärtsrisiken für Rohstoffe. Die Preise für Gold, Kupfer und Sojabohnen werden demnach auf das niedrigste Niveau seit 2010 sinken. Die Goldman-Sachs-Analysten gehen beim Goldpreis von einem Rückgang bis Ende nächsten Jahres auf 1050 Dollar je Unze aus.

Stand: 22. November 2013

Foto: REUTERS

UBS

Die Schweizer Bank UBS prognostiziert im Jahresdurchschnitt für 2013 einen Goldpreis von 1440 Dollar je Unze. 2014 soll dann ein Durchschnittspreis von 1325 Dollar je Unze erreicht werden. Damit nahm die Bank ihre Prognose für das laufende Jahr um zehn und für das kommende Jahr um 18 Prozent zurück.

Stand: 25. Juni 2013

Foto: REUTERS

Morgan Stanley

Für 2013 geht die US-Bank nun von 1409 Dollar je Unze aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren. Für 2014 rechnen sie mit 1313 Dollar je Unze, zuvor waren es 1563 Dollar. Für 2015 nahmen sie die Prognose von 1450 auf 1300 Dollar zurück.

Stand 25. Juni 2013

Foto: dapd

HSBC

Die größte Bank der Welt senkte ihre Prognose für den Goldpreis auf einen Jahresdurchschnitt von 1396 Dollar je Unze in 2013 und 1435 Dollar für 2014. Damit senkte sie ihre alten Prognosen um neun bzw. zehn Prozent.

Stand: 25. Juni 2013

Foto: REUTERS

RBC Capital

 

Prognose am 1. Januar: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

 

Alle Prognosen beziehen sich auf den erwarteten Goldpreis im vierten Quartal 2013.

Quelle: Bloomberg; Stand: 28. Mai

Foto: REUTERS

Danske Bank

Prognose am 1. Januar: 1775 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1400 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1325 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: PR

LBBW

Prognose am 1. Januar: 1850 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1850 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1350 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Société Générale

Prognose am 1. Januar: 1750 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1375 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1375 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Prognose am 27. Juni: 1200 Dollar je Unze (Goldpreis am 27. Juni: 1233 Dollar / Unze)

Foto: dpa

UniCredit

Prognose am 1. Januar: 1950 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1750 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1400 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Citigroup

Prognose am 1. Januar: 1720 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1455 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Toronto-Dominion Bank

Prognose am 1. Januar: 1950 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1550 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1460 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

National Australia

Prognose am 1. Januar: 1460 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1500 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1500 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

Barclays

Prognose am 1. Januar: 1845 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1500 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: AP

Deutsche Bank

Prognose am 1. Januar: 2100 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 2000 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1525 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dpa

Credit Suisse

Prognose am 1. Januar: 1880 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1540 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1540 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Prognose am 25. Juni 2013: 1250 Dollar / Unze (Goldpreis am 25. Juni: 1275 Dollar / Unze)

Goldpreis auf Sicht von zwölf Monaten prognostiziert Credit Suisse einen Preis von 1150 Dollar / Unze, für das zweite Halbjahr 2014 lautet die Prognose auf 1150 Dollar je Unze.

Foto: dpa

Westpac

Prognose am 1. Januar: 1700 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1589 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1589 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: AP

DZ Bank

Prognose am 1. Januar: 2100 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1860 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1600 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Commerzbank

Prognose am 1. Januar: 2000 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1800 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

Intesa Sanpaolo

Prognose am 1. Januar: 1700 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

Nord/LB

Prognose am 1. Januar: 1950 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1825 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1750 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Standard Chartered

Prognose am 1. Januar: 1900 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1900 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1800 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

Dank Rückendeckung durch die Notenbanken verfügen die Banken über nahezu unbegrenzte Feuerkraft, um den Goldpreis immer mal wieder stark einbrechen zu lassen. Die schockartigen Rückgänge seien typisch für Markteingriffe, sagt Dimitri Speck. Der Rohstoffanalyst des Vermögensverwalters Staedel Hanseatic aus Riga hat sich auf die Erkennung von Kursmustern spezialisiert und spürt Marktanomalien auf. In seinem gerade aktualisierten Buch „Geheime Goldpolitik“ geht Speck auch auf den Goldpreiscrash im April ein. Sein Fazit: „Da hat jemand nachgeholfen.“

Goldanleger sollten sich davon nicht zermürben lassen. Sie haben inzwischen starke Verbündete in den Schwellenländern, allen voran in China. Dort wächst die Goldnachfrage unbeirrt, und nach dorthin verlagert sich allmählich auch das Zentrum des physischen Goldhandels. Der Arm von Wall Street und Londoner City reicht weit, aber nicht bis nach China. Auf lange Sicht wird sich der physische Goldmarkt durchsetzen und den Preis bestimmen.

Sieben Argumente sprechen vor allem anderen für das gelbe Metall.

Nach der Fed-Entscheidung

Kommt die Trendwende beim Gold?

Gold findet in jeder Markphase Abnehmer – das macht Goldinvestments zu einer Versicherung. Die Entscheidung der US-Notenbank, die Geldschleusen offen zu lassen, könnte den Goldpreis neu beleben.

von Andreas Toller

Felix und Roman Zulauf

"Erholungsfantasien sind eine Fata Morgana"

von Frank Doll

Dass Goldanleger weiter in der richtigen Spur sind, sollte spätestens am 18. September klar geworden sein. An diesem Tag entschied die US-Notenbank Fed, sie werde weiter US-Staatsanleihen und Hypothekenpapiere ankaufen und so monatlich 85 Milliarden frische Dollar in den Markt geben. Noch im Mai hatte Fed-Chef Ben Bernanke die Märkte auf eine Reduzierung des Kaufprogramms vorbereitet. Die glaubten daran, zumal Bernanke im Januar 2014 abtreten wird und alle Welt davon ausging, dass er sich nicht mit voll durchgetretenem Gaspedal verabschieden wolle.

Finanzmärkte wollen klare Ansagen, keine Unsicherheit und kein Lavieren. Auf Berechenbarkeit war Bernanke stets bedacht, umso erstaunlicher ist jetzt sein Umfaller. Der Ausstieg vom Ausstieg signalisiert jetzt, dass Wirtschaft und Arbeitsmarkt in den USA entgegen Bernankes Hoffnungen weit weniger rund laufen als gedacht. „Mit 7,3 Prozent liegt die Arbeitslosenquote weiter klar über einem akzeptablen Niveau“, begründete Bernanke seine Entscheidung. Nullzinspolitik und Anleihekäufe haben, wenn überhaupt, nur einen geringen Einfluss auf das reale Wirtschaftswachstum. Das räumten jüngst gar Bernankes Kollegen von der Federal Reserve Bank of San Francisco ein. Die Fed nahm in den vergangenen vier Jahren Staats- und Hypothekenpapiere in Höhe von 16 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung auf die eigene Bilanz. Zugleich wuchs die US-Wirtschaft seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama im Januar 2009 real nur um durchschnittlich 1,075 Prozent pro Jahr – von einem selbsttragenden Konjunkturaufschwung also keine Spur.

Einzig das Abgleiten in eine deflationäre Abwärtsspirale dürfte Bernanke verhindert oder verzögert haben. Erhöht hat die exzessive Geldschöpfung aber die Instabilität des weltweiten Finanzsystems – und das Entstehen von Anlageblasen.

1980

Zu Beginn des Jahres 1980 steigt der Goldpreis erstmalig auf 850 US-Dollar (inflationsbereinigt 2.100 US-Dollar). Steigende Ölpreise und die damit verbundene hohe Inflation, der sowjetische Einmarsch in Afghanistan und die Revolution in Iran sorgen weltweit für Verunsicherung.

Goldpreis am Ende des Jahres:

589,8 US-Dollar
392,4 Euro
119.823,1 Yen
246,7 Pfund
1.047,8 Schweizer Franken

Foto: ap

1997

Die Finanz- und Wirtschaftskrise der Tigerstaaten von 1997-1998 (Asienkrise) ließ einen Großteil Asiens in eine Rezession verfallen. Gründe für die Krise waren exzessive Kreditaufnahme und maßlose Investitionen der Tigerstaaten. Die asiatischen Banken nahmen Kredite in US-Dollar auf und vergaben Kredite in inländischen Währungen. Das ging aber nur so lange gut, so lange der Dollar gegenüber dem Yen und anderen asiatischen Währungen schwach war. Als der Dollar ab 1995 anfing aufzuwerten, hatten die asiatischen Institute Probleme ihre Schulden zurückzuzahlen. Als die Gläubiger dies witterten zogen, sie ihr Kapital im großen Stil aus Asien ab, was wiederum die asiatischen Währungen schwächte. Eine sich selbst verstärkende Kapitalflucht ließ die Wirtschaft der Tigerstaaten einknicken.

Goldpreis am Ende des Jahres:

290,2 US-Dollar
266,1 Euro
37.733Yen
176,4 Pfund
423,3 Schweizer Franken

Foto: ap

1998

Wirtschaftliche Probleme kamen in Russland bereits nach der Asienkrise 1997 auf. Doch als dann 1998 massiv Kapital, unter anderem auch von asiatischen Investoren, abgezogen wurde, brach die Wirtschaft Russlands endgültig ein. Der Rubel geriet massiv unter Druck und Unternehmen konnten ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen, weil sie für die Waren kein Geld mehr bekamen. Der Großteil der Bürger konnte keine Steuern mehr zahlen. Folge: Russland wurde zahlungsunfähig.

In den USA erholt sich dagegen die Wirtschaft und die Inflation des US-Dollars lässt nach. Dies drückte in den vorangegangenen Jahren den Goldpreis deutlich nach unten.

Goldpreis am Ende des Jahres:

287,8 US-Dollar
245,1 Euro
32.463,8 Yen
173,0 Pfund
395,3 Schweizer Franken

Foto: Reuters

1999

Gordon Brown verkaufte von 1999 bis 2002 systematisch einen Großteil der Goldbestände Großbritanniens - und das obwohl der Goldpreis bei einem 20-Jahres-Tief lag. Zu der Zeit war er noch Schatzkanzler. Als er später Premierminister wurde, holte ihn die Vergangenheit ein: er erntete viel Kritik wegen der Goldverkäufe. Doch eine Schädigungsabsicht konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Großbritannien sind durch die Auktionen, verglichen mit dem heutigen Goldpreis, mehr als sieben Milliarden Dollar entgangen -der Goldpreis hat sich seit dem vervierfacht

Brown wird deshalb vorgeworfen Großbritannien bewusst geschädigt zu haben. Zumal er die Verkäufe im Vorfeld ankündigte, was den Preis bereits vor der Auktion fallen ließ und ihm eine schlechte Verhandlungsposition einräumte. Es gibt Gerüchte, dass Brown vor der Einführung des Euro mithelfen wollte den Goldpreis zu drücken. Diese These konnte aber bisher niemand beweisen.

Insgesamt verkaufte Gordon Brown 395 von 715 Tonnen. Die Zeit wird in England als „Gordon Bottom“ bezeichnet. Bis heute ist dieses Kapitel nicht endgültig durchleuchtet - die Motivation Browns bleibt damit ein Rätsel.

Goldpreis am Ende des Jahres:

290,3 US-Dollar
289,6 Euro
29.708 Yen
180,1 Pfund
464,6 Schweizer Franken

Foto: dapd

2000

Im März des neuen Jahrtausends platzte die Dotcom-Blase. Anleger waren die Jahre zuvor nahezu versessen in Aktien von Internetunternehmen. Firmen mit nur einem PC und einem Büro hatten plötzlich einen höheren Börsenwert, als Firmen mit ganzen Lagerhallen, die materielle Güter produzierten.

Grund war die Annahme, dass ein neues Zeitalter angebrochen sei: die New Economy. Man dachte, dass Produktion und Material weniger wert würden und Ideen das Gut der Zukunft seien. Aktien von Internet-Start-Ups waren deshalb teurer, als die von Traditionsunternehmen. Doch der Irrtum flog auf, als die ersten Internetfirmen Insolvenz anmeldeten und Anleger scharenweise aus Internetaktien flüchteten und die Blase zum platzen brachten.

Der Goldpreis fiel in den Neunzigerjahren stetig. Vor allem wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung (auch dank der New Economy) der USA von 1994 bis 2001. Anleger misstrauten Aktien nach der Dotcom-Blase und begannen in ein altbewährtes Gut zu investieren: Gold. Der Goldpreis wird seitdem rapide steigen.

Goldpreis am Ende des Jahres:

274,5 US-Dollar
292,3 Euro
31.342 Yen
183,7 Pfund
444,7 Schweizer Franken

Foto: ap

2001

Am 11. September 2001 stürzten wegen eines Terroranschlags die Zwillingstürme des World-Trade-Centers ein. Die westliche Welt wurde grundlegend erschüttert und das Sicherheitsgefühl vieler Menschen zerstört. Die wachsende Unsicherheit schlug sich auch im Goldpreis nieder, der seit 2001 nur noch eine Richtung kannte: aufwärts.

Für den ständig ansteigenden Goldpreis ist auch die Geldpolitik der USA verantwortlich, die mit ihrer Politik des billigen Geldes seit 2000 die Finanzmärkte mit Geld überflutete. Grund war der Versuch das Leistungsbilanzdefizit durch eine Entwertung des Dollars zu reduzieren. Folge des billigen Geldes war, dass Finanzinstitute exzessiv (Immobilien-)Kredite vergaben und diese Privatschulden schließlich an Investoren weiterverkauften - die perfekte Blase wuchs und wuchs, bis sie schließlich 2007 platzte.

Goldpreis am Ende des Jahres:

276,5 US-Dollar
310,5 Euro
36.238 Yen
190 Pfund
459,1 Schweizer Franken

Foto: dpa

2008

Am 15.September 2008 beantragte die US-Bank Lehman Brothers das Insolvenzverfahren. Da die US-Regierung vorher bereits drei großen Banken geholfen hatte, tat sie dies bei Lehman nicht mehr. Die Pleite blieb nicht ohne Folgen: Banken fingen an sich gegenseitig kein Geld mehr zu leihen, Anleger zogen ihr Geld von Banken ab. Die Finanzkrise, die 2007 als Immobilienkrise begann, spitzte sich daraufhin weiter zu.

Goldpreis am Ende des Jahres:

869,8 US-Dollar
625,7 Euro
78.842 Yen
604,9 Pfund
925,7 Schweizer Franken

Foto: dapd

2009

Die Finanzkrise weitet sich aus und droht zu einer Wirtschaftskrise zu werden. Der Goldpreis stellt einen Rekord nach dem anderen auf. Im Februar 2009 steigt der Goldpreis erstmals über die Marke von 1.000 US-Dollar. Dagegen geht es an den Aktienmärkten deutlich bergab - der Dax verlor seit Ende 2007 bis Anfang 2009 gut 4.000 Punkte. Anleger flüchteten in den als sicher geltenden goldenen Hafen.

Während die Fed weiterhin billiges Geld verteilt, kritisiert China die Geldpolitik der USA. Die globale Erholung sei gefährdet. Experten warnten daher vor einer drohenden "Mega-Blase" an den Finanzmärkten.

Goldpreis am Ende des Jahres:
1.087,5 US-Dollar
758,0 Euro
101.240 Yen
673,3 Pfund
1.124,2 Schweizer Franken

Foto: ap

2010

Die Finanzkrise mündet in eine Staatsschuldenkrise. Im Mai 2010 beginnen europäische Notenbanken Staatsanleihen zu kaufen - damit brechen sie ein traditionelles Tabu. Mit von der Partie ist auch die EZB, die beim Anleihemarkt mitmischt um die „Liquidität und Tiefe“ bestimmter Märkte zu sichern. Medien bezeichnen dies als „den ersten Sündenfall“ der EZB - denn mit dem Kauf von Staatsanleihen verlor die EZB einen Teil ihrer Unabhängigkeit. Die EZB selbst hielt dagegen und versuchte die eigene Unabhängigkeit herbeizureden: Politischer Druck sei nicht der Grund gewesen.

Die Notenbanken signalisierten mit ihrer Aktion, dass viele Staaten auf der Kippe stehen. Staatsanleihen wurden damit unattraktiver und Anleger entschieden sich immer öfter für Gold.

Goldpreis am Ende des Jahres:

1.405 US-Dollar
1.047 Euro
113.993 Yen
897,7 Pfund
1.310 Schweizer Franken

Foto: dpa

2011

Griechenlands Schuldenkrise erreicht immer weiter neue Höhen. Schließlich bleibt die letzte Hoffnung Griechenlands ein Schuldenschnitt bei den griechischen Staatsanleihen. Anfang 2012 kam er dann schließlich und erleichterte Griechenlands Schuldenlast. Doch schnell kamen andere Länder als Pleitekandidaten in Betracht. Aus der Schuldenkrise wird eine Euro-Krise, weil bereits der Zusammenbruch des Euro-Raums diskutiert wird.

Die Fed kauft 2011 weiterhin fleißig US-Staatsanleihen und pumpt somit Geld in den Markt. Außerdem hält sie an der Niedrigzinspolitik fest und belässt den Leitzins bei 0,25 Prozent. Motiv sei laut Bernanke die hohe Arbeitslosigkeit der USA - 2011 gab die Fed außerdem die erste Pressekonferenz ihrer Geschichte. Der Kurs der Fed wird sich so schnell nicht ändern, da die US-Wirtschaft immer noch stottert. Dass der Dollar noch nicht an hoher Inflation leidet, hat die US-Währung unter anderem der Euro-Krise zu verdanken. Dieser misstrauen Anleger noch mehr als der US-Geldpolitik.

Goldpreis am Ende des Jahres:

1.531 US-Dollar
1.179 Euro
117.795 Yen
985,1 Pfund
1.431 Schweizer Franken

Foto: dpa

Der Schweizer Vermögensmanager Felix Zulauf geht davon aus, dass die Rahmenbedingungen in den Industrieländern – hohe Verschuldung, alternde Bevölkerung, gefährdete Banken – kaum mehr Wirtschaftswachstum zulassen werden. Die Notenbanken würden „aus ihrer Rolle als Finanziers für Staatsanleihen nicht herauskommen“, sagt er. Weil Investoren allein die Staatsdefizite durch Käufe von Anleihen am Kapitalmarkt nicht mehr finanzieren können, werde neues Geld gebraucht. Dieses Geld werden Zentralbanken schöpfen.

Der eine oder andere Notenbanker lässt schon mal die Maske fallen. Ein von 2014 an im Offenmarktausschuss der Fed stimmberechtigtes Mitglied hat sich bereits dafür ausgesprochen, das Anleihekaufvolumen überhaupt nicht zurückzufahren, auch auf die Gefahr hin, dass dadurch Blasen an den Finanzmärkten entstehen.

Die Goldblase, so sie denn überhaupt einmal entsteht, dürfte die letzte Anlageblase sein, die dereinst platzt.

Wer in Indien Anfang August Rupien in Gold tauschte, der bekam Ende August 20 Prozent mehr Rupien für sein Gold zurück. Wer Rupien behielt, der verlor, verglichen mit der Referenzwährung Dollar, zwischenzeitlich über zehn Prozent. Fazit: Gold schützt vor Kaufkraftverlusten der Heimatwährung.

Foto: Thomson Reuters

Denn Gold ist eben, anders als Dollar, Euro oder Yen, nicht beliebig vermehrbar. Geschätzt 5600 Millionen Unzen wurden jemals auf der Welt gefördert. Gemessen an der jährlichen Minenproduktion von zuletzt rund 87 Millionen Unzen, betragen die überirdischen Goldbestände das 65-Fache der Jahresproduktion aller Goldminen. So gesehen ist es vor allem die Konstanz der überirdischen Goldmenge, die Gold als Wertspeicher attraktiv macht. Stabilität und Sicherheit schaffen Vertrauen in eine Währung. Während die überirdische Goldmenge jährlich nur um etwa eineinhalb Prozent wächst, stieg das Angebot der Weltleitwährung Dollar allein im bisherigen Jahresverlauf um rund 35 Prozent auf zuletzt 3546 Milliarden Dollar. Gegenüber Ende 2000 erhöhte die Fed das Dollar-Angebot um 480 Prozent, die weltweite Goldmenge stieg nur um rund 22 Prozent.

Wird die Papiergeldmenge weiter erhöht, dann müsste auch der in Papierwährungen ausgedrückte Preis für Gold steigen. Investmentlegende Marc Faber setzt weiter auf Gold: „Intelligente Menschen sehen schon, dass, wenn man die Geldmenge erhöht, eine Papierwährung gegenüber einer Währung, die nicht erhöht werden kann, verliert.“ Der Besitz von physischem Gold sei für ihn zudem „eine Versicherung gegen Unfug, den Regierungen treiben“.

Von der Leitwährung zur Leid-Währung: Goldpreis und Außenwert des Dollar (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Foto: Bloomberg

Festgeld

Das Marktforschungsinstitut TNS Emnid hat ermittelt, wo die Deutschen ihr Geld im Jahr 2013 angelegt haben. Auch 2011 hat sich das Institut das Spar- und Anlageverhalten der Deutschen angesehen. Das Ergebnis: Die Deutschen sparen zwar mitunter mehr Geld als noch vor zwei Jahren, aber es scheint ihnen mittlerweile völlig egal zu sein, wie viel Zinsen sie bekommen. So parken dieses Jahr fast 20 Prozent der Deutschen ihr Geld auf Festgeldkonten (2011 waren es rund 15 Prozent), auf denen sie maximal 1,91 Prozent bekommen (VakifBank).

Foto: Fotolia

Sparstrumpf

22 Prozent stecken ihr Erspartes in die Sparstrümpfe oder das Schweinchen. Jedenfalls antworteten sie auf die Frage nach ihrer Geldanlage, dass sie ihr Geld zuhause verwahren.

Foto: Fotolia

Tagesgeld

Deutlich mehr Zinsen als beim heimischen Sparschwein winken den 27 Prozent der Deutschen, die ihr Erspartes aufs Tagesgeldkonto legen. Bei 1,1 Prozent Inflation im August sind 1,5 Prozent Zinsen allerdings nicht wirklich lohnend.

Foto: Fotolia

Sparbuch

Das Sparbuch ist in diesem Jahr deutlich in der Gunst der Deutschen gefallen. Im ersten Quartal 2013 ist die Beliebtheit des Sparkontos um fünf Prozentpunkte auf 31 Prozent gesunken. Trotzdem ist das Sparbuch mit seinen 0,1 bis 1,5 Prozent Zinsen die Nummer vier der beliebtesten Anlageformen der Deutschen.

Foto: Blumenbüro Holland/dpa/gms

Lebensversicherungen

Die Lebensversicherung ist seit Jahrzehnten der Deutschen liebste Form der Altersvorsorge, es existieren Millionen Verträge. Und auch, wenn die Zeiten üppiger Renditen schon lange vorbei sind und die Policen immer häufiger als Kostenfalle, Abzocke und Auslaufmodell gelten: Die Deutschen lieben sie. Allein in diesem Jahr gaben 33 Prozent der Befragten an, ihr Erspartes in Lebensversicherungen zu stecken.

Foto: dpa

Bausparverträge

Die Nummer zwei in der Gunst der Deutschen ist der Bausparvertrag. Er zählt vor allem noch immer zu den Klassikern der Immobilienfinanzierung. Dementsprechend gaben 34 Prozent an, 2013 ihr Geld in Bausparverträgen anzulegen.

Foto: dpa

Girokonto

Die meisten Deutschen parken ihr Geld allerdings auf dem völlig unverzinsten Girokonto. 45 Prozent nutzen dieses Konto 2013, um ihr Geld zu verwahren.

Foto: dpa

Der jüngste Kollaps von Währungen aus Schwellenländern mit hohen Leistungsbilanzdefiziten könnte die Welt einer globalen Währungskrise ein Stück näher gebracht haben. Gold dagegen, etwa in indischer Rupie gemessen, hat seine Eigenschaft als Wertspeicher in Krisen zuletzt wieder eindrucksvoll bestätigt (siehe Grafik), wie schon in allen Währungskrisen zuvor. Während der Tequila-Krise zum Beispiel stieg Gold in mexikanischen Peso zwischen Ende 1994 und Ende 1995 um über 150 Prozent, in der Asienkrise 1997/98 kletterte Gold in koreanischen Won und indonesischer Rupiah binnen weniger Monate um 100 und 400 Prozent, und die Russlandkrise 1998 beförderte den Goldpreis in Rubel um 350 Prozent in die Höhe.

Null-Verzinsung ist zu verschmerzen: Entwicklung von Goldpreis und US-Realzins (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Foto: Thomson Reuters

Ein noch viel größeres Beben könnte ein unkontrollierter Absturz des japanischen Yen im Währungsgefüge auslösen. Die nach Regierungschef Shinzo Abe „Abenomics“ genannte japanische Variante monetärer Staatsfinanzierung schwächt den Yen ungemein. Ein exzessiver Yen-Rückgang könnte, wie schon 1997, einen „Sell Japan“-Effekt auslösen, also den gleichzeitigen Verkauf von Yen und japanischen Aktien und Anleihen. Bei einer massiven Flucht aus dem Yen würde sich die Inflation in Japan beschleunigen. Es drohten Kapitalkontrollen, die Staatspleite und eine Währungsreform. Der Yen wäre das erste Opfer unter den Reservewährungen.

Doch auch der Dollar entwickelt sich immer mehr zu einer Leid-Währung. Stutzig machte schon vor Bernankes Umfaller der Rückzug des ehemaligen US-Finanzministers Larry Summers als Bewerber um die Bernanke-Nachfolge. Summers hatte damit den Weg frei gemacht für die bisherige Bernanke-Stellvertreterin Janet Yellen, der eine ganz besondere Zuneigung zur Notenpresse nachgesagt wird. „Sie wird sich verhalten wie ein Kind im Süßigkeitenladen, das diesen Laden gleichzeitig führen soll“, erwartet Commerzbank-Goldexperte Eugen Weinberg.

Im Jahre 2012 hatten die deutschen Bürger ein Gesamtvermögen von rund 4,94 Billionen Euro. Bis auf die Jahre 2002 und 2008 stieg das Vermögen der Deutschen stetig. Wie stark es zugenommen hat, zeigt ein Vergleich mit dem Jahr 1991. Zu dieser Zeit kumulierten die privaten Haushalte ein Kapital von gerade einmal 1,9 Billionen Euro. Die Übersicht zeigt, wo sich das Geld der Deutschen befindet.

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In festverzinsliche Wertpapiere wurden im vergangenen Jahr nur 238 Milliarden Euro investiert. Zwar gelten zum Beispiel Staatsanleihen aus Deutschland als besonders sicher, doch die Rendite bewegt sich oft sogar unter dem Inflationsniveau. Staatsbonds aus den Euro-Krisenländern Spanien und Italien werfen hingegen recht hohe Zinsen ab, doch das Verlustrisiko ist dementsprechend hoch.

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Seit 2007 nimmt das angelegte Geld in festverzinsliche Finanzprodukte ab. 2011 lagen noch 247,1 Milliarden Euro in Staats-, Wandel, und Indexanleihen, um nur einige festverzinsliche Anlagemöglichkeiten zu nenne. Indexanleihen werden in Deutschland bisher allerdings nur selten vergeben. Emissionen solcher Anleihen erfolgen nur unter Genehmigung der Bundesbank.

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Rund 259 Milliarden Euro liegen in Aktien. In Relation zum Gesamtvermögen sind das gerade einmal fünf Prozent. Anfang der 1960er-Jahre betrug der Aktienanteil noch 20 Prozent. Die Scheu, Geld in Aktien anzulegen, kann nicht mit den Renditen erklärt werden. Denn 1987 notierte der Dax noch bei 1.000 Punkten, mittlerweile hat sich der Kurs, trotz mehrfacher Rückschläge, mehr als verachtfacht. Keine andere Analagemöglichkeit bietet langfristig so hohe Renditen.

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Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt aber, dass der Aktienanteil zyklischer Veränderung unterliegt. Je nach Börsengeschehen verändert sich der Anteil. Während 2007 knapp 371 Milliarden Euro in Aktien investiert waren, verringerte sich das Volumen im darauffolgenden Jahr auf 182 Milliarden Euro. Die Veränderung von 2011 auf 2012 hingegen war von 222 Milliarden auf 259 Milliarden Euro wieder eine positive.

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Investmentfonds unterliegen den gleichen Schwankungen wie Aktien. Im vergangenen Jahr investierten die Deutschen rund 420 Milliarden Euro in solche Fonds und damit knapp 25 Milliarden mehr als noch 2011. Doch bereits 2007 lagerten die Bundesbürger über 467 Milliarden Euro in Investmentfonds.

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Geldanlagen bei Versicherungen stehen bei den Deutschen hoch im Kurs. Rund 1,5 Milliarden Euro des Geldvermögens liegen bei den Versicherungen. Besonders beliebt sind Lebensversicherung, Pensionskassen und Versorgungswerke.

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Die Statistik zeigt, dass die Bundesbürger mit steigendem Wohlstand nicht risikobereiter, sondern sicherheitsbetonter geworden sind. Das erhöhte Sicherheitsbedürfnis spiegelt sich unter anderem in der hohen Anzahl abgeschlossener privater Altersvorsorgen wieder.

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Das meiste Geld landet in Deutschland auf Bargeld- und Sichteinlagen. Über zwei Billionen Euro werden dort gelagert. Trotz kaum vorhandener Zinsen halten die privaten Haushalte in Deutschland inzwischen gut 40 Prozent des Geldvermögens - und damit mehr denn je - in diesen Anlageformen.

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Seit Jahren steigt der Anteil. 2007 verfügten die deutschen Haushalte rund 1,6 Billionen Euro in Bar beziehungsweise hatten es auf Girokonten abgelegt. Die Zahlen zeigen, dass das Vermögen der Deutschen immer weiter steigt, das Potenzial, dass aus diesem erwächst, nutzen allerdings die wenigsten.

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Die Nachricht vom Rückzug Summers quittierte der Devisenmarkt mit deutlichen Abschlägen beim Dollar, abzulesen am Dollar-Index, der den Außenwert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs Währungen misst (siehe Grafik). Die Dollar-Schwäche hatte sich aber schon vorher angekündigt. Denn von der Zuspitzung der Syrienkrise konnte der Dollar kaum noch profitieren. Sein Status als sicherer Hafen bei Krisen verblasst, ebenso der als Abrechnungswährung im Ölhandel. Wegen ihrer Verschuldung sind auch die USA nicht mehr immun gegen Währungskrisen. Der Wertverfall des Dollar wird sich beschleunigen. Sichtbar ist das noch nicht, weil die Dollar-Schwäche von der Schwäche anderer Währungen verschleiert wird und so auch den Dollar-Preis der Alternativwährung Gold bremst.

Dass sich der Euro zuletzt vergleichsweise stabil hielt, dürfte allein der Stärke der deutschen Wirtschaft und der Reputation der Bundesbank zu verdanken sein.

Die wichtigsten Fakten zu Gold
Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.Quelle: World Gold Council
Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.
Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.
Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).
Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.
Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).
Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Bernanke begründete seinen Rückzieher auch mit dem Risiko der hohen Verschuldung der USA. Das trifft den Kern. Die Schuldenobergrenze rückt näher und damit die Zahlungsunfähigkeit der Bundesregierung in Washington. Der Kongress ist unverändert tief gespalten. Zur Erinnerung: Im Zuge des Gezerres um die Anhebung der Schuldengrenze vor zwei Jahren erreichte der Goldpreis sein bisheriges Rekordhoch von 1921 Dollar je Feinunze.

In den Anleihemärkten stecken gewaltige Summen, und es gibt immer weniger Investoren, die neue Anleihen kaufen wollen oder können. Weniger Nachfrage drückt die Kurse bestehender Anleihen, im Gegenzug steigen deren Renditen. Die gingen stark nach oben, nachdem Bernanke im Mai den Einstieg in den Ausstieg aus den Gelddruckprogrammen in Aussicht gestellt hatte.

Platz 10: Indien

Offizielle Reserven: 558 Tonnen

Quelle: World Gold Council; IWF

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Platz 9: Niederlande

Offizielle Goldreserven: 613 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Platz 8: Japan

Offizielle Goldreserven: 765 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Platz 7: Schweiz

Offizielle Goldreserven: 1.040 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: AP

Platz 5: Russland

Offizielle Goldreserven: 1435 Tonnen

Russland besitzt den sechstgrößten Goldschatz der Welt. Russland zählt mit China zu den Staaten, die ihre Goldreserven massiv aufstocken.

Stand: Februar 2016

Foto: dpa-tmn

Platz 5: China

Offizielle Goldreserven: 1.779 Tonnen

China kauft nahezu in jedem Quartal tonnenweise Gold dazu.

Stand: Februar 2016

Foto: dapd

Platz 4: Frankreich

Offizielle Goldreserven: 2.435 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: dapd

Platz 3: Italien

Offizielle Goldreserven: 2.452 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Platz 2: Deutschland

Offizielle Goldreserven: 3.381 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: dpa

Platz 1: USA

Offizielle Goldreserven: 8.134 Tonnen

Anteil der Auslandsreserven in Gold: 75,4 Prozent

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Neben den Staaten hält auch der Internationale Währungsfonds (IWF) Goldreserven in Höhe von 2.814 Tonnen. Damit würde der IWF an dritter Stelle kommen, nach Deutschland und vor Italien.

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Doch die Zentralbanken in den USA, Japan und Europa können einen spürbaren Renditeanstieg nicht zulassen. Die Renditen von Staatsanleihen beeinflussen auch die Zinsen, die Unternehmen Anlegern für neue Anleihen bieten müssen. Stark steigende Zinsen könnten weder die Volkswirtschaften der Industrieländer noch ihre überschuldeten Regierungen verkraften. Die Notenbanken werden deshalb nicht weniger, sondern immer größere Mengen Anleihen aufkaufen müssen.

Die Reiseroute des Goldes (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Foto: Bloomberg, Macquarie, GTIS, rtr, Commerzbank, Statistikbehörde Hongkong

Ziehen die Renditen von Staatsanleihen trotz schwacher Konjunktur und niedriger Leitzinsen an, signalisierte dies, dass die Notenbanken die Anleihemärkte nicht mehr komplett kontrollieren. Zugleich drohten ihren Portfolios aus Staatsanleihen gigantische Kursverluste. Scott Minerd, Chefanlagestratege des US-Vermögensmanagers Guggenheim Partners, beziffert die unrealisierten Verluste der Fed allein aus dem Renditeanstieg in den drei Monaten bis August auf 192 Milliarden Dollar. Ein weiterer Renditeanstieg würde das Eigenkapital der Fed in Höhe von 55 Milliarden Dollar gefährden. Nur noch 1,5 Prozent der Fed-Bilanzsumme ist mit Eigenkapital unterlegt. Die EZB kommt immerhin auf 3,8 Prozent, die Bank of Japan auf knapp zwei Prozent.

Eine Notenbank mit de facto insolventer Bilanz aber läuft Gefahr, zum Spielball der Märkte zu verkommen. Schwindet das Vertrauen in Notenbanken und in die Zahlungsfähigkeit von Regierungen, dann bleibt als Alternative faktisch nur Gold.

Goldskeptiker betonen immer, steigende Zinsen seien negativ für Gold, weil Gold keine Zinsen bringt. Je mehr Zinsen andere Anlagen abwerfen, desto unattraktiver wird das zinslose Gold im Tresor. Aktuell sind die entgangenen Zinsen noch kaum der Rede wert (siehe Grafik). Anleger sollten zudem im Hinterkopf behalten, dass der Zins immer auch ein Maßstab für Bonität ist. Steigende Zinsen signalisieren eine schwächere Bonität und ein höheres Ausfallrisiko des Schuldners. Hinter Gold steht kein Schuldner, der pleitegehen könnte. Es gibt kein Ausfallrisiko.

Kaldemorgen, Flossbach und Co

"Gold macht heute mehr Sinn denn je"

von Annina Reimann und Hauke Reimer

Akira Amari, Wirtschaftsminister von Japan Amari, 64, bildet das Zentrum von Shinzo Abes radikalem Plan, die Wirtschaft anzutreiben. Er soll die Expansion fördern, eine Finanzierungslücke im Sozialversicherungssystem schließen und ein transpazifisches Handelsabkommen aushandeln.

Foto: rtr

Preet Bharara, Staatsanwalt der USA Bharara, 44, hat sich bei seinen Insiderhandel-Untersuchungen, die immer höhere Kreise in der Hedgefonds-Welt erreichten, nicht zurückgehalten. Er verklagte die Firma von Steven Cohen und nannte sie einen “Magneten für Markt-Betrüger”.

Foto: dpa

Mark Carney, Chef der britischen Zentralbank Carney ist der erste Ausländer an der Spitze der britischen Zentralbank seit ihrer Gründung 1694. Der 48-Jährige ließ sich von Kanadas Notenbank weglocken – mit besserer Bezahlung und Schmeicheleien. Er will die Finanzierungskosten drücken.

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Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (66), hat - wie versprochen - alles Notwendige zum Schutz des Euro unternommen. Die Euro-Zone ist im zweiten Quartal zum Wachstum zurückgekehrt. Und die Staatsanleihen angeschlagener Länder vollzogen eine Rally.

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Jacob J. Lew, Finanzminister der USA Lew ist Nachfolger von Timothy F. Geithner. Der 58-Jährige hat die Republikaner gewarnt, dass die USA sich ihren Wohlstand nicht zusammensparen können. Der anstehende Streit in Washington zum Haushalt wird zeigen, wie gut er verhandeln kann.

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Ngozi Okonjo-Iweala, Finanzministerin von Nigeria Okonjo-Iweala ist ehemalige Vize-Präsidentin der Weltbank. 2012 galt die 59-Jährige als Kandidatin für den Chef-Posten. Der Job ging an Jim Yong Kim. Ihren Worten zufolge braucht Nigeria ein 13-Prozent-Wachstum, um Arbeitslosigkeit und Armut anzugehen

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Raghuram Rajan, Chef der indischen Zentralbank Rajan, und einst Volkswirt an der Universität von Chicago, warnte schon 2005 davor, dass Innovationen die Finanzmärkte einem größeren Risiko aussetzen. Ein Jahr lang beriet der 50-Jährige das Finanzministerium, seit kurzem ist er Notenbank-Chef.

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Mary Jo White, Chefin der US-Börsenaufsicht SEC White, 65, hat als ein Zeichen der Entschlossenheit ihrer Behörde im Juli Maßnahmen gegen Hedgefonds-Manager Cohen eingeleitet und einen vorgeschlagenen Vergleich mit seinem Kollegen Philip Falcone zurückgewiesen.

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Xiao Gang (in der Mitte), Chef der China Securities Regulatory Commission Xiao, war im März als oberster Aufseher in seinem Land eingesetzt worden. Er scheint gewillt zu sein, systemische Risiken in der Finanzbranche anzugehen. Einige Bank-Produkte seien “im Grunde genommen ein Schneeball-System”, hatte er im vergangenen Jahr geschrieben.

Foto: REUTERS

Janet Yellen, Vize-Chefin der US-Notenbank Yellen, könnte nächstes Jahr an die Spitze ihres Hauses treten, sollte sie vom US-Präsidenten für das Amt ausgewählt werden, oder aber ganz aus der Notenbank ausscheiden. Wie auch immer: Für die Transparenz bei der Kommunikation, die die 67-Jährige vorangetrieben hat, wird sie in Erinnerung bleiben.

Foto: AP

Auf jeden Fall aber bietet physisches Gold, auf das Anleger direkt zugreifen können, stets eine Liquiditätsreserve außerhalb des Finanzsystems. „Physisch bedeutet, dass ich immer zu meinem Safe gehen, meine Barren und Münzen rausnehmen und am Markt verkaufen kann, wenn ich das muss“, erklärt Zulauf. Das macht Gold zu einer begehrten Notfallreserve. Auf die zurückgreifen könnten Anleger beispielsweise, wenn der Zugriff auf Konten, Depots und Bargeld versperrt sein sollte – etwa bei einem Crash der Computersysteme, einem Zusammenbruch der eigenen Bank oder beim Übergang zu einer neuen Währung.

Was den unglücklichen Besitzern von Rohstoffkonten beim US-Brokerhaus MF Global passiert ist, sei nur der Vorgeschmack auf das, was eines Tages bei allen Banken geschehen werde, prophezeit der bekennende Pessimist Faber. „Investoren und Sparer werden keinen Zugriff mehr auf ihre Vermögenswerte haben.“ Die Bedeutung von Gold liegt also weniger in seinem Preis als in seinem Besitz.

Goldbesitz unterscheidet sich ganz erheblich von Goldforderungen, etwa aus verliehenem Gold oder in Form von Zertifikaten. Die Notenbank von Portugal etwa verlor in den Achtzigerjahren über eine halbe Million Unzen Gold, als ihre Vertragspartnerin, die US-Investmentbank Drexel Burnham, in Konkurs ging.

Terminbörse signalisiert Preisanstieg (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Foto: Bloomberg

Wer einen Teil seines Geldes in Gold anlegen will, sollte es deshalb physisch besitzen und dort aufbewahren, wo es am besten geschützt ist vor staatlichem Zugriff.

Seit der Zypernrettung in diesem Frühjahr, anlässlich derer erstmals Spareinlagen in die Haftung für Pleitebanken genommen wurden, machen sich Anleger Gedanken, ob ihre Einlagen auf der Bank noch sicher sind vor dem Zugriff der Euro-Retter. Goldhändler berichteten von einem Käuferansturm. Etliche Sparer nahmen einen Teil ihrer mager verzinsten Einlagen von der Bank und kauften dafür zinsloses, aber pleiteungefährdetes Gold.

Angesichts der Koalitions-Pokerspiele um Steuererhöhungen, Vermögensteuer und Erhöhung der Abgeltungsteuer rücken jetzt auch steuerliche Motive in den Vordergrund: Bis 15.000 Euro können Anleger Gold völlig anonym kaufen. Barren und Münzen tauchen in keinem Depotauszug auf, die mit Barren besicherten börsennotierten Goldfonds dagegen schon. Gold, das Anlagezwecken dient – also Barren und in hohen Stückzahlen aufgelegte Münzen –, ist in der Europäischen Union zudem, anders als etwa Silber, von der Mehrwertsteuer befreit. Spekulationsgewinne können Anleger nach mindestens einem Jahr Haltedauer steuerfrei vereinnahmen. Auf Kursgewinne bei Goldzertifikaten und den meisten Goldfondskonstrukten wird dagegen Abgeltungsteuer fällig.

Tipp 1: Kassensturz

Am Anfang steht der Kassensturz: Einnahmen, Ausgaben, Vermögen, Schulden – Verbraucher müssen wissen, wie es um ihr Geld steht. „Sind Ihre Schulden höher als das, was Sie auf der Habenseite notieren können, gilt es erst einmal, diese zu tilgen“, rät die Stiftung Warentest in ihrem Buch. „Das ist in der Regel die beste Geldanlage.“

Foto: WirtschaftsWoche

Tipp 2: Bestehende Verträge checken

„Bevor Sie mit dem Investieren anfangen, ist es ratsam, sich zumindest grundlegend abzusichern“, schreibt die Autorin Sina Groß. Das heißt: Bestehende Versicherungsverträge auf Sinnhaftigkeit checken – und gegebenenfalls kündigen oder neue, günstigere abschließen.

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Tipp 3: Geld für den Notfall

Die Stiftung Warentest empfiehlt – wie die meisten Finanzfachleute – sich einen Puffer von idealerweise zwei bis drei Monatsgehältern zuzulegen, um unerwartete Ausgaben wie Autoreparaturen jederzeit stemmen zu können. Und wohin damit? Am besten aufs Tagesgeldkonto. Hier wird das Ersparte zwar nicht üppig verzinst, aber Geld einfach unter das Kopfkissen zu legen, ist auch keine Alternative. Derzeit sei Tagesgeld die Anlageform, „die die besten Renditen bietet, wenn das Geld im Notfall sofort verfügbar sein muss“, schreibt Autorin Sina Groß.

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Tipp 4: Sparkonto für mittelfristiges Sparen

Wer längerfristig auf etwas sparen will, beispielsweise auf ein eigenes Auto oder eine große Reise, dem rät die Stiftung Warentest zu einem Sparkonto. Sparkonten sind ebenso wie Tagesgeldkonten variabel verzinst. Sie unterscheiden sich von normalen Girokonten dadurch, dass die Kunden zwar Geld abheben und einzahlen, aber keine weiteren Transaktionen wie beispielsweise Überweisungen darüber vornehmen können. Außerdem gibt es etwas höhere Zinsen, sofern das Sparkonto online geführt wird.

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Tipp 5: Banksparplan als Alternative

Auch ein Banksparplan kommt lauf Stiftung Warentest in Frage, wenn Kunden auf etwas Bestimmtes sparen möchten. Dabei vereinbart der Kunde mit seiner Bank einen festen Betrag, den er per Bankeinzug monatlich auf sein Konto einzahlt. Der Banksparplan hat in der Regel eine feste Laufzeit oder ist nach einer festgelegten Sperrfrist kündbar. Insbesondere Sparpläne, die eine „Zinstreppe“ aufweisen – bei denen die Verzinsung also mit der Laufzeit steigt -, sind eine Überlegung wert.

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Tipp 6: Der Klassiker, der Bausparvertrag

Bei einem längeren Anlagehorizont (ab sieben Jahre), lohnt es sich auch, über das sogenannte „Rendite-Bausparen“ nachzudenken. Bausparverträge eignen sich nicht nur für angehende Immobilienkäufer, sondern auch als reine Geldanlage. In diesem Fall geht es weniger darum, sich später ein günstiges Darlehen zu sichern, sondern um eine möglichst hohe Verzinsung in der Ansparphase. Der Vorteil: Die Verzinsung ist in den Rendite-Bausparverträgen meist recht attraktiv. So richtig renditeträchtig wird es allerdings nur, wenn man bis zum Schluss durchhält. Dann gibt es einen Bonus obendrauf.

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Tipp 7: Festgeldkonten für bereits Gespartes

Wer schon einen größeren Betrag angespart ist, für den lohnt sich ein Festgeldkonto oder ein Sparbrief. In beiden Fällen gibt es feste Zinsen für eine festgelegte Laufzeit. Sparbriefe sind insbesondere für Leute geeignet, die bereit sind, für eine längere Zeit auf ihr Geld zu verzichten. Ihr Vorteil gegenüber dem Festgeld: Sie laufen automatisch aus, müssen also nicht gekündigt werden. Und: Kauf, Verwahrung und die Einlösung von Sparbriefen sind kostenlos.

Da die Zinsen auch für Festgeld gerade nicht besonders üppig sind, lohnt sich die Überlegung, sich nicht allzu lange festzulegen – also beispielsweise lieber dreijähriges als zehnjähriges Festgeld zu wählen. Dann haben Sie die Chance, nach drei Jahren umzusatteln, wenn die Zinsen zwischenzeitlich gestiegen sind.

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Tipp 8: Ein Haus als Altersvorsorge

Viele sehen im Eigenheim eine attraktive Option, um im Alter abgesichert zu sein. 20 bis 30 Prozent der Kaufsumme sollten Sparer im Idealfall als Eigenkapital mitbringen. Je höher dieser Anteil ist, desto günstiger wird der Kredit, der den Restbetrag abdeckt. Auch wenn die Zinsen für einen Kredit im Moment sehr niedrig sind, so warnt die Stiftung Warentest trotzdem: „Zum einen müssen Sie die finanzielle Belastung über viele Jahre schultern können.“ Und: „Zum anderen dürfen Sie das Geld auf lange Sicht nicht für etwas anderes benötigen.“

Die Klassiker, um ins Eigenheimsparen einzusteigen, sind Bausparverträge und Banksparpläne – und zwar Stiftung Warentest zufolge insbesondere in der Riester-Variante. Das Vermögen aus einem Riester-Vertrag wird durch staatliche Zulagen und Steuervorteile zusätzlich aufgestockt. „Auf diese Weise sparen Sie sich einen Teil des Kredits und der Zinsen“, schreibt die Stiftung Warentest.

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Tipp 9: Der Dispo für kurzfristige Anschaffungen

Der Dispositionskredit ist die einfachste Möglichkeit, sich kurzfristig Geld zu leihen. Sie können dabei Ihr Girokonto um einen vereinbarten Betrag überziehen. Wer im Minus landet, zahlt den Kurzfrist-Kredit quasi mit dem nächsten Geldeingang auf dem Konto wieder zurück. Die dabei fälligen Zinsen haben es aber in sich: Manche Banken nehmen bis zu 14 oder gar 18 Prozent, also aufgepasst!

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Tipp 10: Der Rahmenkredit als Alternative zum teuren Dispo

Die Zinsen für einen Rahmenkredit liegen in der Regel deutlich unter denen, die beim Dispo fällig werden. Sie können sich einen bestimmten Betrag als Kreditrahmen bei einer beliebigen Bank einrichten lassen und selbst entscheiden, inwieweit Sie ihn ausschöpfen, ob Sie ihn in einem Betrag oder in Etappen zurückzahlen.

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Gold schlägt Dow: Verhältnis vom Dow-Jones-Industrieaktiendurchschnitt zum Goldpreis (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Foto: Bloomberg

Goldfonds haben auch Vorteile: Sie sind kostengünstig und hochliquide, können also schnell veräußert werden. Großinvestoren hatten während der Finanzkrise 2008 in großem Stil Goldfonds gekauft, in den vergangenen Monaten aber Teile davon wieder abgestoßen, darunter die Hedgefondsikonen George Soros und John Paulson. Die Bestände aller vom Börsendienst Bloomberg registrierten Goldfonds sind von ihrem Hoch am 20. Dezember 2012 bei 84,6 Millionen Unzen bis auf zuletzt 62,1 Millionen Unzen eingebrochen. Allerdings hat die Dynamik der Abflüsse seit Anfang Juli spürbar nachgelassen.

Die Goldfonds mussten über ein Viertel ihrer Barren verkaufen. Wer aber hat sie ihnen abgenommen? „Historisch wanderte Gold immer aus Regionen ab, in denen der Wohlstand abnimmt, dorthin, wo der Wohlstand wächst“, sagt Vermögensverwalter Zulauf. Die Handelsstatistiken bestätigen das (siehe Grafik): Das Gold der Fonds lagert meist in London, in Barren zu je 400 Unzen (12,44 Kilo). Im ersten Halbjahr 2013 exportierte Großbritannien 25,6 Millionen Unzen Gold in die Schweiz, fast neunmal so viel wie im gesamten Jahr 2012. Weil in England kein Gold gefördert wird, muss das Gold aus Londoner Tresoren gekommen sein.

Einige Barren landeten sicher in Schweizer Schließfächern, weil Investoren es dort besser vor staatlichem Zugriff geschützt wissen. Die Schweiz verfügt aber auch über die weltgrößten Kapazitäten für das Umschmelzen von Gold. Dort dürften sich viele der 400-Unzen-Barren aus London in kleinere Barren und Münzen verwandelt haben, für den Export nach Asien.

So meldete Hongkong, wichtigster Umschlagplatz für Gold nach Festlandchina, im ersten Halbjahr 300 Prozent mehr Importe aus der Schweiz, fast zwölf Millionen Unzen. Und weiter: Von Januar bis Juli 2013 kamen über Hongkong 20,3 Millionen Unzen Gold auf das chinesische Festland, mehr als im gesamten Vorjahr. Nach Indien dürfte die Schweiz etwa 3,2 Millionen Unzen mehr geliefert haben als vor einem Jahr. In Indien, etwa gleichauf mit China der wichtigste Goldabsatzmarkt der Welt, hat zwar die Regierung zur Verbesserung der Leistungsbilanz die Importsteuern auf Gold mehrfach erhöht und gar ein Importverbot für Münzen und Medaillen verhängt. Statt über offizielle Kanäle kommt Gold jetzt vermehrt illegal ins Land. Allein schon der hohen Inflation von rund zehn Prozent wegen wird Gold auf dem Subkontinent weiter begehrt bleiben.

Zudem dürfte es demnächst wieder zu vermehrten Goldimporten kommen. Der indische Zoll hat gerade größere Mengen Gold auf Flughäfen freigegeben, die dort aufgrund der Unsicherheit über neue Einfuhrbestimmungen lange Zeit lagerten. In Indien steht die Feiertags- und Hochzeitssaison unmittelbar bevor. Während dieser wird traditionell viel Gold verschenkt.

Der schockartige Goldpreiseinbruch vom 12. April, so viel steht heute fest, wurde bewusst herbeigeführt. Direkt zum Handelsstart an diesem schwarzen Freitag drückte eine Verkaufsorder einer US-Großbank über Lieferansprüche von gut 3,2 Millionen Unzen den Goldpreis an die charttechnische Unterstützung bei 1540 Dollar je Feinunze. An dieser Kursmarke lagen zahlreiche Verkaufsaufträge, die bei einem Unterschreiten automatisch ausgelöst würden. Das passierte gut zwei Stunden später, nachdem in einer zweiten Verkaufswelle Lieferansprüche über 9,6 Millionen Unzen auf den Markt kamen.

Um an der Comex diese Goldmenge virtuell bewegen zu können, genügen 750 Millionen Dollar, die als Sicherheit hinterlegt werden müssen. Für eine der großen Wall-Street-Adressen wäre dies ein Klacks, allen voran für JP Morgan oder Goldman Sachs. Goldman-Analysten hatten schon in den Monaten zuvor begonnen, das Ende der Goldhausse öffentlichkeitswirksam vorauszusagen. Sie rieten ihren Kunden, auf fallende Preise zu spekulieren. Mit Erfolg, wie sich zeigte. Insgesamt wechselten an dem besagten Freitag auf dem Papier fast 37 Millionen Unzen Gold den Besitzer – gut 40 Prozent der jährlichen Minenproduktion.

Für Verunsicherung war also gesorgt – angeheizt durch Titelzeilen à la „Goldrausch ade“. Entsprechend setzte sich der Abverkauf in den folgenden Tagen fort. Ungereimtheiten am virtuellen Goldmarkt ließen sich bereits Anfang Februar beobachten. Zunächst wurden ungewöhnlich viele Verkaufsoptionen auf Gold gehandelt, deren Käufer von fallenden Goldpreisen profitieren. Kurz darauf folgten in unregelmäßigen Abständen sehr hohe Verkäufe, just zur Eröffnung des Goldhandels in New York. Teils wurden eine Million Unzen Gold und mehr unlimitiert zum Verkauf angeboten. Verkaufsorders dieser Größenordnung ohne Limit in den Markt zu stellen ist ungewöhnlich – ein Verkäufer, der das tut, macht sich den Preis selbst kaputt. Der Verkäufer müsste also noch andere Interessen haben, als Gold gegen Preiseinbrüche abzusichern.

Auch der Preissturz vom vergangenen Mittwoch erstaunt. Mit Blick auf das vorläufige Scheitern der Haushaltsverhandlungen in den USA hätte eigentlich alles für einen steigenden Goldpreis gesprochen, zumal mit Blick auf die gleichzeitige Schwäche des Dollar-Index. Das ganze deutet auf gezielte Leerverkäufe hin. Die Erfolgsaussichten, den Goldpreis zu drücken, waren zudem recht gut, weil das Gegengewicht physischer Käufe aus China wegen der Feiertagswoche („Golden Week“) dort fehlten.

Wer Lieferansprüche auf Gold verkauft, wettet damit auf einen fallenden Goldpreis. Wenn der Kurs gefallen ist, streichen sie die Preisdifferenz als Gewinn ein. Bis zum 9. Juli stiegen die von der US-Terminmarktaufsicht CFTC erfassten Shortpositionen nicht gewerblicher Marktteilnehmer, vulgo: Spekulanten, auf 14,4 Millionen Unzen. So viel Gold wurde von Spekulanten noch nie zuvor leer verkauft.

Pech für die Shortseller: Der Goldpreis ist anschließend nicht weiter gefallen, sondern konnte zeitweise 20 Prozent gutmachen. Steigt der Preis aber, drohen den Shortsellern theoretisch unbegrenzte Verluste. Ihre Risikosysteme schlagen Alarm, sie verlieren die Nerven, kreditgebende Banken machen Druck. Sehr schnell schließen die Spekulanten dann Shortpositionen, um Verluste zu begrenzen.

Eine Kaufpanik (Short Squeeze), bei der Leerverkäufer durch steigende Kurse gezwungen werden, sich mit Gold einzudecken, ist jederzeit möglich. Wenn Gegenparteien mit tiefen Taschen auf die Auslieferung von physischer Ware pochen statt auf einen Ausgleich in Cash, dann wird es eng am Goldmarkt. Auch der Markt für Goldleihegeschäfte (siehe Grafik) signalisiert, dass Gold zeitweise dringend gesucht wurde. Es ist schon eine Eigenart des Goldmarktes, dass das physische Angebot bei fallenden Preisen knapp werden kann.

2001 gab diese Goldmarktanomalie den Startschuss für den Goldbullenmarkt, 2008 war sie das Signal für die Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends. Gleiches könnte jetzt erneut passieren.

Nach Bernankes Rückzieher geriet der Dollar unter Druck, die Renditen von US-Staatsanleihen fielen mit der Hoffnung auf anhaltend hohe Nachfrage durch die Fed. Schwacher Dollar, tiefe Zinsen – beides ist eigentlich gut für Gold. Doch der Preis ist nur kurz gestiegen, vor allem wegen Eindeckung von Shortpositionen. Dass sich der Goldpreis noch nicht weiter nach oben bewegt hat, begründen Analysten mit den steigenden Börsen. Investoren, die Trends folgen, schichteten Gold um in Aktien, weil Aktien eben besser laufen.

Trotzdem bleibt unklar, warum Aktien mit der Aussicht auf weitere Alimentierung der Märkte durch die Fed weiter zulegen sollten, aber ausgerechnet Gold nicht? Noch mehr als Aktien gilt Gold als Sachwert mit Inflationsschutz. Die Dow-Gold-Ratio, ein Quotient aus dem US-Aktienbarometer Dow Jones und dem Goldpreis, steigt seit August 2011 – Aktien laufen also besser als Gold. Über einen längeren Zeitraum gesehen, fällt die Rate aber und hat noch viel Luft nach unten (siehe Grafik). Denn lange Haussen, wie die von Gold seit 2000, enden normalerweise in Extremen, in einer Preisblase, die dann platzt. 1980 war dies so: Als der Goldpreis am 21. Januar sein damaliges Rekordhoch von 872 Dollar erreichte, hatte er sich zuvor in acht Wochen verdoppelt. Die Dow-Gold-Ratio erreichte den Extremwert von 1,03. Doch in der aktuellen Goldhausse verlief der Preisanstieg bis zum Rekordhoch bei 1921 Dollar am 6. September 2011 kontinuierlich, und der Einbruch erfolgte erst 19 Monate später, sagt Commerzbanker Weinberg. Ihn erinnert die aktuelle Preisschwäche eher an die Korrektur von 2008. Eine Goldblase habe es noch nicht gegeben.

Historisch wäre ein Extremum bei einer Dow-Gold-Ratio unter drei erreicht. Jetzt darf gerechnet werden: Bliebe der Dow konstant, entspräche eine Rate von drei einem Goldpreis von über 5000 Dollar. Bliebe der Goldpreis konstant, drohte dem Dow ein Absturz auf unter 4000 Punkte.

Aktuell steht die Dow-Gold-Rate bei knapp zwölf. Bis zum Extremum wird Gold besser laufen als Aktien – aber nicht als alle Aktien.

Deshalb sollte die Losung nicht lauten: Gold statt Aktien, sondern Gold und Aktien. Marc Faber schlägt einen Kompromiss vor: Goldminenaktien.

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