"Dark Pools": Wie alternative Plattformen den Aktienhandel bedrohen
In der Unterwelt der Finanzmärkte herrscht ewige Dunkelheit. „Dark Pools“ heißen die Plattformen, auf denen Banker, Fondsmanager und Spekulanten außerhalb der regulären Börsen mit Wertpapieren handeln. Jede größere Investmentbank hat so eine Plattform, Citigroup und Deutsche Bank betreiben zwei, die Schweizer UBS sogar deren drei. An der Börse bekommt es jeder mit, wenn zum Beispiel ein großer Investor aus einer Aktie aussteigt – spätestens dann, wenn der Kurs einbricht. Informationen darüber, was in dem Dark Pool passiert, haben nur die beiden Handelspartner und die Bank. Ob diese die Informationen dann später an der regulären Börse nutzen, ist kaum kontrollierbar. Dark Pools scheuen das Scheinwerferlicht. Journalisten sind nicht erwünscht. Es gibt auch keine Börsenpolizei, die darauf achtet, dass an den privaten, unregulierten Handelsplätzen alles mit rechten Dingen zugeht.
Christoph Mast und seine rund 20 Kollegen gehen regelmäßig in dieser finsteren Welt auf die Jagd. Der Leiter des Aktienhandels bei der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) will für Aktienpakete die besten Preise und für den Handel die niedrigsten Gebühren – egal, von wem.
Um sich im Börsen-Untergrund zurechtzufinden, nutzen Mast und sein Team ein ausgeklügeltes Computersystem, das wie ein Echolot Signale in die Dunkelheit sendet. „Dieser Smart Order Router findet für uns die richtigen Marktplätze – auch Dark Pools“, sagt Mast.
Dank der digitalen Navigation können die Händler Schattenwesen ausweichen, mit denen sie lieber nichts zu tun haben: Hochfrequenzhändler, die einen Deal oft nur vortäuschen, die Gegenseite dann aber ins Leere laufen lassen. Und Handelsplätze, deren Betreiber vor allem das eigene Wohl im Auge haben, die Interessenten dann eben doch nicht immer den besten verfügbaren Preis anbieten. „Ein wenig paranoid muss man als Händler in Dark Pools schon sein“, sagt Mast.
Fondsgesellschaften wie AGI sind mitverantwortlich dafür, dass der Aktienhandel immer stärker in Dark Pools und auf andere alternative Plattformen abwandert. Bei manchen Dax-Werten wird nur noch jede dritte Aktie an den offiziellen Börsen gehandelt. Je reger eine Aktie aber gehandelt wird, um so kleiner wird die Spanne zwischen den Kursen, zu denen sie angeboten und nachgefragt wird. Die Zersplitterung der Liquidität macht den Aktienhandel teurer und lässt die Kurse heftiger schwanken. Weil auf dem offiziellen Xetra-System der Deutschen Börse immer weniger Handel stattfindet, befürchten manche börsennotierte Unternehmen schon, dass sie aus dem Dax oder dem MDax fliegen könnten. Denn neben dem Börsenwert bestimmt vor allem der Handelsumsatz auf Xetra, ob eine Aktie einen der begehrten Index-Plätze bekommt.
Ermöglicht hat den Siegeszug der alternativen Plattformen und Dark Pools die EU-Kommission. Jetzt will sie die Geister, die sie einst gerufen, am liebsten wieder einfangen – sprich: die Liberalisierung des Aktienhandels wieder zurückdrehen.
Eigenständigkeit erwünscht: 86 Prozent der Deutschen wollen ihr Geld möglichst ohne fremde Hilfe anlegen. Nur 14 Prozent wünschen sich eine persönliche Beratung durch eine Bank. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Finanzportals Financescout24 unter 1500 Nutzern hervor.
Foto: dpaHohes Maß an Selbstständigkeit: Bereits jetzt treffen 57 Prozent ihre Finanzentscheidungen größtenteils allein. Nur jeweils zwölf Prozent der Befragten suchen das Gespräch mit ihrer Bank oder einem unabhängigen Anlageberater. Nur gut ein Fünftel der Befragten hält überhaupt einen persönlichen Ansprechpartner für notwendig.
Foto: dpaBessere Vergleichbarkeit von Finanzprodukten: Die Anleger wünschen sich bessere Informationen für ihre Entscheidungen. An erster Stelle nennen sie mit 76 Prozent übersichtliche Vergleiche von Anlageformen, gefolgt von verständlichen Inhalten (66 Prozent) sowie individuellen, auf das persönliche Profil zugeschnittene Informationen (40 Prozent).
Foto: dpaMehr Durchblick: Um die besten Informations- und Beratungsquellen zu finden, legen Anleger Wert auf unabhängige, kompetente Beratung (65 Prozent). An zweiter Stelle kommt das Vertrauen in die Quelle (62 Prozent) sowie leicht verständliche Informationen (56 Prozent).
Foto: dpaGeldanlage ist Vertrauenssache: Um ihr Geld eigenständig anzulegen, benötigen die Befragten vor allem Sicherheit, dass ihr Geld gut aufgehoben ist (72 Prozent). Auch hilfreiche Tools und Services (46 Prozent) stehen in der Gunst der Anleger ganz oben.
Foto: WirtschaftsWocheOnline ist in: Das Internet ist das Medium der Wahl für Informationen zur Geldanlage. So nutzen 70 Prozent der Befragten Internetportale wie Handelsblatt Online, bevor sie Anlageentscheidungen treffen. Auf Platz 2 folgen Fachzeitschriften (43 Prozent). Platz 3 teilen sich die Verbraucherzeitschriften und Banken mit je 35 Prozent.
Der Traum vom entspannten Lebensabend: Als wichtigstes Motiv für die Geldanlage nennen zwei Drittel der Befragten die Altersvorsorge. Dabei schwindet das Vertrauen in die Lebensversicherung. Zwar haben rund 67 Prozent Erfahrungen mit solchen Policen, aber nur für 13 Prozent kommt diese auch künftig als Geldanlage in Frage.
Aktien und Fonds gefragt: Von den 1500 Befragten haben 54 Prozent Erfahrungen mit Aktien und 57 Prozent mit Investmentfonds. Zusammen mit Tagesgeld (77 Prozent) bilden diese beiden Anlageformen auch die Top 3 der zukünftig interessanten Anlageklassen. Das Vertrauen insgesamt scheint aber etwas gedämpft. So wollen 45 Prozent in Zukunft auf Aktien setzen und nur 38 Prozent auf Investmentfonds.
Foto: dpaKeine große Anziehungskraft: Obwohl Gold- und andere Edelmetalle immer stärker in den Fokus der Medien rücken, spielen sie in den Portfolios der Anleger keine allzu große Rolle. Mit Investments in Edelmetalle haben bislang nur zwölf Prozent der Teilnehmer Erfahrungen gesammelt.
Vor sechs Jahren trat in der EU die Finanzmarktrichtlinie Mifid in Kraft, die mehr Wettbewerb an den Finanzmärkten schaffen sollte. Aufgrund ihrer Monopolstellung hatten die amtlichen Börsen bis dahin schamlos bei den Gebühren zugelangt. Seit 2007 gibt es in der EU neben den Börsen drei Gruppen von konkurrierenden Handelsplätzen:
- Systematische Internalisierer (SI), auf denen Banken Aktienaufträge ihrer Kunden gegeneinander ausführen;
- Over-the-Counter-Plattformen (OTC), auf denen früher nur Banken miteinander handelten. Wenn hier jetzt auch Dritte mitmischen dürfen, werden diese Plattformen ebenfalls zu den Dark Pools gerechnet;
- Multilateral Trading Facilities (MTF), privatrechtlich organisierte elektronische Börsen wie Bats Chi-X und Turquoise.
SI- und OTC-Systeme werden zusammen als Dark Pools bezeichnet. Die verschiedenen Plattformen unterscheiden sich stark im Grad der Transparenz und Regulierung.
Von AGI über die Dekabank bis zu Union Investment sind nahezu alle großen Fondsgesellschaften Stammkunden der Schattenbörsen. „Dark Pools verlangen im Allgemeinen geringere Gebühren als die regulierten Börsen“, sagt AGI-Chefhändler Mast. Zudem bieten Schattenbörsen die Möglichkeit, diskret Block Trades abzuwickeln, also große Aktienpakete zu kaufen oder zu verkaufen. Genau dies geschieht oft bei großen Investmentfonds: Deren Händler verkaufen dann auf einen Schlag so viele Aktien eines Unternehmens, wie sonst an einem ganzen Tag an der Börse gehandelt werden. „Würde eine solche Order an den transparenten offiziellen Börsen ausgeführt, wären unvermeidlich Marktverwerfungen die Folge“, sagt Mast – der Fonds würde sich selbst seine Verkaufskurse drücken.
Platz 30: Commerzbank
Vorstandsvorsitzender: Martin Blessing
Dividendenrendite 2014: Keine Ausschüttung
Dividende je Aktie: 0 Euro (2014)
0 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 7 kaufen
16 halten
11 verkaufen
Nettoergebnis: 20 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 0 Euro
Hauptversammlung: 8. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 29: Thyssen Krupp
Vorstandsvorsitzender: Heinrich Hiesinger
Dividendenrendite 2014: Keine Ausschüttung
Dividende je Aktie: 0 Euro (2014)
0 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 12 kaufen
15 halten
8 verkaufen
Nettoergebnis: -934 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 0 Euro
Hauptversammlung: 17. Januar 2014
Foto: dpaPlatz 28: Lanxess
Vorstandsvorsitzender: Axel C. Heitmann
Dividendenrendite 2014: 0,9 Prozent
Dividende je Aktie: 0,5 Euro (2014)
1 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 16 kaufen
14 halten
7 verkaufen
Nettoergebnis: 81 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 42 Millionen Euro
Hauptversammlung: 22. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 27: Beiersdorf
Vorstandsvorsitzender: Stefan F. Heidenreich
Dividendenrendite 2014: 1,1 Prozent
Dividende je Aktie: 0,85 Euro (2014)
0,7 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 13 kaufen
12 halten
14 verkaufen
Nettoergebnis: 525 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 214 Millionen Euro
Hauptversammlung: 17. April 2014
Foto: dpaPlatz 26: Fresenius
Vorstandsvorsitzender: Ulf M. Schneider
Dividendenrendite 2014: 1,2 Prozent
Dividende je Aktie: 1,2 Euro (2014)
1,1 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 21 kaufen
8 halten
1 verkaufen
Nettoergebnis: 1014 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 159 Millionen Euro
Hauptversammlung: 16. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 25: Henkel
Vorstandsvorsitzender: Kasper Rorsted
Dividendenrendite 2014: 1,3 Prozent
Dividende je Aktie: 1,03 Euro (2014)
0,95 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 19 kaufen
13 halten
5 verkaufen
Nettoergebnis: 1642 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 446 Millionen Euro
Hauptversammlung: 4. April 2014
Foto: dapdPlatz 24: SAP
Vorstandsvorsitzender: Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe
Dividendenrendite 2014: 1,5 Prozent
Dividende je Aktie: 0,9 Euro (2014)
0,85 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 30 kaufen
13 halten
3 verkaufen
Nettoergebnis: 3301 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 1083 Millionen Euro
Hauptversammlung: 21. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 23: Fresenius Medical Care
Vorstandsvorsitzender: Rice Powell
Dividendenrendite 2014: 1,6 Prozent
Dividende je Aktie: 0,75 Euro (2014)
0,75 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 14 kaufen
17 halten
4 verkaufen
Nettoergebnis: 824 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 231 Millionen Euro
Hauptversammlung: 15. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 22: Merck
Vorstandsvorsitzender: Karl-Ludwig Kley
Dividendenrendite 2014: 1,6 Prozent
Dividende je Aktie: 2 Euro (2014)
1,7 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 6 kaufen
15 halten
11 verkaufen
Nettoergebnis: 1197 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 129 Millionen Euro
Hauptversammlung: 9. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 21: Infineon
Vorstandsvorsitzender: Reinhard Ploss
Dividendenrendite 2014: 1,7 Prozent
Dividende je Aktie: 0,12 Euro (2014)
0,12 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 19 kaufen
14 halten
2 verkaufen
Nettoergebnis: 255 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 130 Millionen Euro
Hauptversammlung: 13. Februar 2014
Foto: dpaPlatz 20: Adidas
Vorstandsvorsitzender: Herbert Hainer
Dividendenrendite 2014: 1,7 Prozent
Dividende je Aktie: 1,5 Euro (2014)
1,35 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 30 kaufen
11 halten
2 verkaufen
Nettoergebnis: 843 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 314 Millionen Euro
Hauptversammlung: 8. Mai 2014
Foto: rtrPlatz 19: Continental
Vorstandsvorsitzender: Elmar Degenhart
Dividendenrendite 2014: 1,7 Prozent
Dividende je Aktie: 2,5 Euro (2014)
2,25 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 15 kaufen
13 halten
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Nettoergebnis: 1987 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 500 Millionen Euro
Hauptversammlung: 15. April 2014
Foto: dpaPlatz 18: Heidelberg Cement
Vorstandsvorsitzender: Bernd Scheifele
Dividendenrendite 2014: 1,7 Prozent
Dividende je Aktie: 1 Euro (2014)
0,47 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 19 kaufen
11 halten
9 verkaufen
Nettoergebnis: 685 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 188 Millionen Euro
Hauptversammlung: 7. Mai 2014
Foto: dapdPlatz 17: Linde Group
Vorstandsvorsitzender: Wolfgang Reitzle
Dividendenrendite 2014: 2,0 Prozent
Dividende je Aktie: 2,9 Euro (2014)
2,7 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 25 kaufen
14 halten
3 verkaufen
Nettoergebnis: 1391 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 538 Millionen Euro
Hauptversammlung: 20. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 16: Lufthansa
Vorstandsvorsitzender: Christoph Franz
Dividendenrendite 2014: 2,1 Prozent
Dividende je Aktie: 0,3 Euro (2014)
0 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 20 kaufen
15 halten
2 verkaufen
Nettoergebnis: 394 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 138 Millionen Euro
Hauptversammlung: 29. April 2014
Foto: dpaPlatz 15: Bayer
Vorstandsvorsitzender: Marijn Dekkers
Dividendenrendite 2014: 2,1 Prozent
Dividende je Aktie: 2 Euro (2014)
1,9 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 22 kaufen
12 halten
3 verkaufen
Nettoergebnis: 3553 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 1654 Millionen Euro
Hauptversammlung: 29. April 2014
Foto: dpaPlatz 14: Deutsche Bank
Vorstandsvorsitzender: Anshu Jain und Jürgen Fitschen
Dividendenrendite 2014: 2,1 Prozent
Dividende je Aktie: 0,75 Euro (2014)
0,75 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 24 kaufen
13 halten
6 verkaufen
Nettoergebnis: 2643 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 765 Millionen Euro
Hauptversammlung: 22. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 13: Volkswagen
Vorstandsvorsitzender: Martin Winterkorn
Dividendenrendite 2014: 2,2 Prozent
Dividende je Aktie: 4,25 Euro (2014)
3,56 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 27 kaufen
7 halten
3 verkaufen
Nettoergebnis: 9671 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 1961 Millionen Euro
Hauptversammlung: 13. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 12: Deutsche Post
Vorstandsvorsitzender: Frank Appel
Dividendenrendite 2014: 3,0 Prozent
Dividende je Aktie: 0,75 Euro (2014)
0,7 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 21 kaufen
10 halten
4 verkaufen
Nettoergebnis: 1889 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 919 Millionen Euro
Hauptversammlung: 27. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 11: Siemens
Vorstandsvorsitzender: Joe Kaeser
Dividendenrendite 2014: 3,1 Prozent
Dividende je Aktie: 3 Euro (2014)
3 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 21 kaufen
17 halten
2 verkaufen
Nettoergebnis: 4409 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 2531 Millionen Euro
Hauptversammlung: 28. Januar 2014
Foto: dpaPlatz 10: BASF
Vorstandsvorsitzender: Kurt Bock
Dividendenrendite 2014: 3,5 Prozent
Dividende je Aktie: 2,7 Euro (2014)
2,6 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 15 kaufen
16 halten
8 verkaufen
Nettoergebnis: 4495 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 2480 Millionen Euro
Hauptversammlung: 2. Mai 2014
Foto: CLARK/obsPlatz 9: BMW
Vorstandsvorsitzender: Norbert Reithofer
Dividendenrendite 2014: 3,6 Prozent
Dividende je Aktie: 3 Euro (2014)
2,5 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 20 kaufen
21 halten
3 verkaufen
Nettoergebnis: 5207 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 1968 Millionen Euro
Hauptversammlung: 15. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 8: Daimler
Vorstandsvorsitzender: Dieter Zetsche
Dividendenrendite 2014: 3,6 Prozent
Dividende je Aktie: 2,2 Euro (2014)
2,2 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 22 kaufen
11 halten
6 verkaufen
Nettoergebnis: 6284 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 2353 Millionen Euro
Hauptversammlung: 9. April 2014
Foto: dpaPlatz 7: RWE
Vorstandsvorsitzender: Peter Terium
Dividendenrendite 2014: 3,7 Prozent
Dividende je Aktie: 1 Euro (2014)
2 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 6 kaufen
12 halten
18 verkaufen
Nettoergebnis: 2150 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 574 Millionen Euro
Hauptversammlung: 16. April 2014
Foto: dpaPlatz 6: Deutsche Börse
Vorstandsvorsitzender: Reto Francioni
Dividendenrendite 2014: 3,8 Prozent
Dividende je Aktie: 2,1 Euro (2014)
2,1 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 8 kaufen
14 halten
7 verkaufen
Nettoergebnis: 535 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 405 Millionen Euro
Hauptversammlung: 15. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 5: Allianz
Vorstandsvorsitzender: Michael Diekmann
Dividendenrendite 2014: 4,0 Prozent
Dividende je Aktie: 5 Euro (2014)
4,5 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 26 kaufen
13 halten
1 verkaufen
Nettoergebnis: 5820 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 2283 Millionen Euro
Hauptversammlung: 7. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 4: Deutsche Telekom
Vorstandsvorsitzender: René Obermann
Dividendenrendite 2014: 4,4 Prozent
Dividende je Aktie: 0,5 Euro (2014)
0,7 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 17 kaufen
14 halten
11 verkaufen
Nettoergebnis: 2334 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 2212 Millionen Euro
Hauptversammlung: 15. Mai 2014
Foto: dpaPlatz 3: Eon
Vorstandsvorsitzender: Johannes Teyssen
Dividendenrendite 2014: 4,4 Prozent
Dividende je Aktie: 0,6 Euro (2014)
1,1 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 9 kaufen
14 halten
13 verkaufen
Nettoergebnis: 2692 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 1200 Millionen Euro
Hauptversammlung: 30. April 2014
Foto: dpaPlatz 2: Munich Re
Vorstandsvorsitzender: Nikolaus von Blomhard
Dividendenrendite 2014: 4,6 Prozent
Dividende je Aktie: 7 Euro (2014)
7 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 17 kaufen
15 halten
5 verkaufen
Nettoergebnis: 3007 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 1255 Millionen Euro
Hauptversammlung: 30. April 2014
Foto: dpaPlatz 1: K+S
Vorstandsvorsitzender: Norbert Steiner
Dividendenrendite 2014: 4,9 Prozent
Dividende je Aktie: 1 Euro (2014)
1,4 Euro (2013)
Analystenempfehlungen: 7 kaufen
11 halten
20 verkaufen
Nettoergebnis: 438 Millionen Euro
Dividendenausschüttung: 191 Millionen Euro
Hauptversammlung: 14. Mai 2014
Foto: dpaBei den Dax-Unternehmen wird heute im Schnitt nur noch jede zweite Aktie auf Xetra gehandelt. Rund 25 Prozent des Börsenumsatzes sind an Multilateral Trading Facilities abgeflossen, wie die Deutsche Börse ermittelt hat. Ein weiteres Viertel entfällt auf Dark Pools, also Systematische Internalisierer und OTC-Handel.
Bei vielen Börsengesellschaften spielt Xetra nur noch die zweite Geige. Beispielhaft zeigt dies der Autozulieferer Continental, wo pro Tag im Schnitt 1,6 Millionen Aktien den Besitzer wechseln. Hiervon entfallen nur noch 40 Prozent auf Xetra und andere amtliche Börsen. Noch ärger betroffen ist die Deutsche Post. „Der Handel mit unseren Aktien findet schätzungsweise nur noch zu einem Drittel auf Xetra statt“, sagt Martin Ziegenbalg, Leiter der Investor Relations (IR) des Logistikkonzerns.
Der Kaliproduzent K+S aus Kassel, die Marktforschungsfirma GfK aus Nürnberg und der Autozulieferer Norma aus dem hessischen Maintal – sie alle berichten, dass nur noch rund die Hälfte ihrer Aktien im amtlichen Handel umgeschlagen wird. Beim Duftstoffhersteller Symrise, in Holzminden an der Weser ansässig, ist die Xetra-Quote sogar auf rund ein Drittel gesunken. Rund ein Viertel des Handels wird über MTF abgewickelt. Den größten Anteil aber haben Dark Pools mit 40 Prozent.
Akira Amari, Wirtschaftsminister von Japan Amari, 64, bildet das Zentrum von Shinzo Abes radikalem Plan, die Wirtschaft anzutreiben. Er soll die Expansion fördern, eine Finanzierungslücke im Sozialversicherungssystem schließen und ein transpazifisches Handelsabkommen aushandeln.
Preet Bharara, Staatsanwalt der USA Bharara, 44, hat sich bei seinen Insiderhandel-Untersuchungen, die immer höhere Kreise in der Hedgefonds-Welt erreichten, nicht zurückgehalten. Er verklagte die Firma von Steven Cohen und nannte sie einen “Magneten für Markt-Betrüger”.
Mark Carney, Chef der britischen Zentralbank Carney ist der erste Ausländer an der Spitze der britischen Zentralbank seit ihrer Gründung 1694. Der 48-Jährige ließ sich von Kanadas Notenbank weglocken – mit besserer Bezahlung und Schmeicheleien. Er will die Finanzierungskosten drücken.
Foto: dpaMario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (66), hat - wie versprochen - alles Notwendige zum Schutz des Euro unternommen. Die Euro-Zone ist im zweiten Quartal zum Wachstum zurückgekehrt. Und die Staatsanleihen angeschlagener Länder vollzogen eine Rally.
Foto: rtrJacob J. Lew, Finanzminister der USA Lew ist Nachfolger von Timothy F. Geithner. Der 58-Jährige hat die Republikaner gewarnt, dass die USA sich ihren Wohlstand nicht zusammensparen können. Der anstehende Streit in Washington zum Haushalt wird zeigen, wie gut er verhandeln kann.
Foto: APNgozi Okonjo-Iweala, Finanzministerin von Nigeria Okonjo-Iweala ist ehemalige Vize-Präsidentin der Weltbank. 2012 galt die 59-Jährige als Kandidatin für den Chef-Posten. Der Job ging an Jim Yong Kim. Ihren Worten zufolge braucht Nigeria ein 13-Prozent-Wachstum, um Arbeitslosigkeit und Armut anzugehen
Foto: rtrRaghuram Rajan, Chef der indischen Zentralbank Rajan, und einst Volkswirt an der Universität von Chicago, warnte schon 2005 davor, dass Innovationen die Finanzmärkte einem größeren Risiko aussetzen. Ein Jahr lang beriet der 50-Jährige das Finanzministerium, seit kurzem ist er Notenbank-Chef.
Foto: APMary Jo White, Chefin der US-Börsenaufsicht SEC White, 65, hat als ein Zeichen der Entschlossenheit ihrer Behörde im Juli Maßnahmen gegen Hedgefonds-Manager Cohen eingeleitet und einen vorgeschlagenen Vergleich mit seinem Kollegen Philip Falcone zurückgewiesen.
Xiao Gang (in der Mitte), Chef der China Securities Regulatory Commission Xiao, war im März als oberster Aufseher in seinem Land eingesetzt worden. Er scheint gewillt zu sein, systemische Risiken in der Finanzbranche anzugehen. Einige Bank-Produkte seien “im Grunde genommen ein Schneeball-System”, hatte er im vergangenen Jahr geschrieben.
Foto: REUTERSJanet Yellen, Vize-Chefin der US-Notenbank Yellen, könnte nächstes Jahr an die Spitze ihres Hauses treten, sollte sie vom US-Präsidenten für das Amt ausgewählt werden, oder aber ganz aus der Notenbank ausscheiden. Wie auch immer: Für die Transparenz bei der Kommunikation, die die 67-Jährige vorangetrieben hat, wird sie in Erinnerung bleiben.
Foto: AP
Im vergangenen Quartal kaufte Warren Buffet im großen Stil Aktien. Die Strategie des Milliardärs, lieber Aktien und Unternehmen statt Anleihen zu kaufen, schob den Wert der Beteiligungen seiner Holding Berkshire Hathaway zuletzt über die Marke von hundert Milliarden Dollar. Die größte Posten in seinem Portfolio bilden nach wie vor die großen US-Konzernen. Die Top Ten seiner US-Beteiligungen.
Foto: rtrAktien des Rohölverarbeiters und Tankstellenbetreibers im Wert von 1,6 Milliarden Dollar liegen bei Warren Buffett im Bestand. Damit gehört dieses Investment noch eher zu den kleineren der Börsengurus.
Foto: rtrZu den vergleichsweise kleineren Investments in Warren Buffetts Portfolio gehört auch das 1,8 Milliarden Dollar schwere Wertpapierpaket von Davita. Der Aktienkurs des Dialysespezialisten wuchs 2012 mehr als 45 Prozent. Der Marktwert des Konzerns liegt bei 11,9 Milliarden Dollar.
Foto: dpaEin zumindest hierzulande etwas weniger bekannter Posten in Buffetts Depot ist DirectTV. Der US-Fernsehsatellitenbetreiber und Programmanbieter bietet seinen Kunden digitale TV-Dienste in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika an. Die Marktkapitalisierung des weltweit führenden Pay-TV-Anbieters wird auf 32 Milliarden Euro taxiert. Buffett besitzt Aktien des Unternehmens im Gesamtwert von 2,3 Milliarden Euro.
Foto: rtrDie Bank mit ihren 3000 Filialen, mehr als elf Millionen Kunden und einem Marktwert von 67 Milliarden Dollar ist auch weiterhin eine gute Geldanlage. Das scheint sich zumindest Warren Buffett zu denken. Der Großinvestor hält einen Anteil von 2,8 Milliarden Dollar.
Foto: APEine zurückhaltende Kundschaft macht dem weltgrößten Einzelhandelskonzern derzeit das Leben schwer. Als Grund nannte der 241 Milliarden Dollar schwere Konzern eine höhere Einkommenssteuer auf dem wichtigen Heimatmarkt. Als Konsequenz kürzte Wal Mart die Prognose für das Gesamtjahr. Buffett scheint indes auf bessere Zeiten zu spekulieren. Sein Anteilspaket an dem Einzelhandelsriesen in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar lässt er unangetastet.
Foto: APSchon seit einiger Zeit läuft es bei dem Konsumgüterhersteller nicht mehr richtig rund. Im Mai musste Bob MacDonald deshalb den Chefposten räumen. Seitdem versucht Alan George Lafley verloren gegangene Marktanteile wieder zurückzuerobern und den aktuellen Marktwert von 218 Milliarden Dollar zu steigern. Warren Buffett setzt trotz der schlechten Zeiten weiterhin auf P&G und hält Aktien im Wert von vier Milliarden Dollar.
Foto: dapdAuch in den US-Kreditkartenanbieter ist Warren Buffett im großen Stil investiert. Der Großinvestor aus Oklahoma besitzt American-Express-Aktien im Wert von elf Milliarden Dollar. Zuletzt bestätigte sich sein finanzielles Engagement: American Express profitierte von höheren Gebühren und konnte den Gewinn steigern. Der Marktwert des Finanzkonzerns wird auf 80 Milliarden Dollar taxiert.
Foto: dapdDer IT-Konzern arbeitet am Ausbau seines Geschäft mit Sicherheitssoftware. Mit dem Kauf des israelischen Software-Anbieters Trusteer will sich IBM in diesem Bereich verstärken. Kreisen zufolge will der US-Konzern für das Unternehmen knapp eine Milliarde Dollar auf den Tisch legen. Der Marktkapitalisierung von IBM lag zuletzt bei 201,8 Milliarden Dollar, Warren Buffett hält Aktien im Wert von 13 Milliarden Dollar an dem Chiphersteller.
Foto: rtrDer Getränkekonzern steht bei Warren Buffett ebenfalls hoch im Kurs: Nach wie vor besitzt der Börsenguru Coca-Cola-Aktien im Wert von 16 Milliarden Dollar. Coca Colas Marktwert beträgt 171,9 Milliarden Dollar.
Foto: APBei der US-Bank gab es zuletzt Grund zur Freude: Mit einem Marktwert von 225 Milliarden Dollar ist Wells Fargo seit Juli größte Bank der Welt, vor der chinesischen Industrie- und Handelsbank (ICBC). Warren Buffett hält an dem Geldhaus aus San Francisco Anteile im Wert von 19 Milliarden Dollar.
Foto: rtrFinanzchefs fürchten Kontrollverlust. „Wir verspüren angesichts der Ausbreitung von Dark Pools ein starkes Unwohlsein“, sagt Bernhard Wolf, der die Investoren von GfK betreut. „Natürlich würden wir gern wissen, wer mit unseren Aktien handelt“, ergänzt Post-Manager Ziegenbalg. Bei den regulierten Börsen kann der IR-Chef Preise und Handelsvolumina ohne Zeitverzögerungen beobachten. So lässt sich etwa abschätzen, ob Großinvestoren bei der Post-Aktie ein- oder aussteigen wollen. „Bei den Dark Pools tappen wir da im Dunkeln“, sagt Ziegenbalg. Die Schattenbörsen veröffentlichen weder Kurse noch Handelsdaten.
„Eher intransparent ist für uns auch die Preisbildung an den Dark Pools“, bekennt Ziegenbalg. Offenbar orientieren sich viele Plattformen an den Kursnotierungen auf Xetra: Aktienaufträge werden oft zu den Mittelwerten der amtlichen Geld- und Briefkurse ausgeführt. „Genau wissen wir aber nicht, wie die Kurse an den Dark Pools zustande kommen“, sagt Ziegenbalg.
Sicher ist jedoch, dass die Qualität der Preisbildung leidet, je stärker sich die alternativen Handelsplätze ausbreiten. Die Aktie eines Dax-Unternehmens wird heute weltweit an Hunderten von Plattformen gehandelt. Käufer und Verkäufer müssen länger suchen, bis sie zueinander finden.
„Die Zersplitterung der Liquidität verteuert den Aktienhandel“, sagt Christoph Kaserer, Professor für Kapitalmärkte an der TU München. „Je geringer die Liquidität ist, desto größer sind die Spreads zwischen Geld- und Briefkursen.“
Platz 10 - BMW - Umsatzanteil im Ausland: 84,1 Prozent
Deutschlands erfolgreichster Premiumautobauer ist lange über den Heimatmarkt hinaus gewachsen. Auf den wachsenden Märkten in China und den USA sehen die Münchener größere Potentiale. Nicht umsonst wurde das neue Elektroauto i3 parallel in London, New York und Shanghai präsentiert.
Foto: rtrPlatz 9 - K+S - Umsatzanteil im Ausland: 85,2 Prozent
Der Salz- und Kaliproduzent bekam zuletzt die Folgen seiner internationalen Absatzmärkte zu spüren. Weil ein Kalikartell in Russland platzte, sackte der Kalipreis in den Keller - und mit ihm der Kurs der K+S-Aktie. Nun hat das Unternehmen sich einen Sparkurs auferlegt.
Foto: dpaPlatz 8- SAP - Umsatzanteil im Ausland: 85,3 Prozent
Im Wettbewerb mit Oracle setzt der Softwarekonzern vor allem auf die Expansion in China. Bis 2015 will SAP darum zwei Milliarden Dollar in Übernahmen investieren. Der Anteil der Auslandsumsätze dürfte damit in den nächsten Jahren weiter steigen.
Foto: dpaPlatz 7- Siemens - Umsatzanteil im Ausland: 85,9 Prozent
Neuer Chef, alte Probleme: Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser will das weit diversifizierte Portfolio des Industrieriesen wieder auf Rendite trimmen. Dafür wird auch der Vorstand kräftig umgebaut.
Foto: dpaPlatz 6- Merck - Umsatzanteil im Ausland: 86,8 Prozent
Der Pharma- und Spezialchemiekonzern profitiert derzeit vor allem vom Boom der Tablets und Flachbildschirme. Die Nachfrage nach Flüssigkristallen hat deutlich zugelegt. Auch das Medikament Rebif gegen multiple Sklerose gehört international zu den Umsatztreibern.
Foto: dapdPlatz 5 - Bayer - Umsatzanteil im Ausland: 88,3 Prozent
Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern bekommt derzeit den harten Wettbewerb auf dem internationalen Kunststoffmarkt zu spüren. In den nächsten vier Jahren will der Konzern darum bis zu 700 Arbeitsplätze in seiner Kunststoff-Sparte Material Science abbauen.
Foto: dpaPlatz 4 - Linde - Umsatzanteil im Ausland: 91,5 Prozent
Das Geschäft des Industriegase-Herstellers ist international: Zuletzt zog Linde hat einen Millionenauftrag zur CO2-Aufarbeitung aus Saudi Arabien an Land. Auch der Ausbau des Medizingase-Geschäfts hat sich für die Münchener ausgezahlt und treibt den Umsatz im Ausland an.
Foto: dpaPlatz 3 - Heidelberg Cement - Umsatzanteil im Ausland: 92,1 Prozent
Im schwierigen Baugeschäft konnten sich die Heidelberger gut behaupten. Zur Überraschung von Marktbeobachtern konnten sie zuletzt sogar Preiserhöhungen in wichtigen Märkten durchsetzen. Auf Deutschland entfällt nur ein Bruchteil des Geschäfts.
Foto: dpaPlatz 2 - Adidas - Umsatzanteil im Ausland: 95 Prozent
Aus Herzogenaurach in die Welt: im globalen Wettbewerb mit dem US-Riesen Nike musste Adidas zuletzt einige Rückschläge verbuchen. Wegen Vertriebsproblemen in Russland und der anhaltenden Schwäche auf dem Golfmarkt musste der Sportartikelhersteller seine Jahresziele nach unten korrigieren.
Foto: dpaPlatz 1 - Fresenius Medical Care - Umsatzanteil im Ausland: 96,9 Prozent
Kein Dax-Konzern verdient soviel Geld im Ausland wie FMC. Darum hinterlassen die Kürzungen im amerikanischen Gesundheitssystem auch deutliche Spuren in der Bilanz des weltgrößten Dialyse-Anbieters.
Foto: APBetroffen von breiten Spannen zwischen An- und Verkaufskursen sind vor allem kleinere Firmen im SDax und TecDax. Hält die Abwanderung aus Xetra an, leiden aber demnächst alle unter der Verteuerung des Aktienhandels. „Auch bei den Dax-Unternehmen könnte sich die Zersplitterung des Handels langfristig bemerkbar machen“, warnt Ziegenbalg.
Obendrein unterliegen Kurse stärkeren Schwankungen, wenn an den einzelnen Handelsplätzen jeweils nur noch eine begrenzte Anzahl von Aktien gehandelt wird. „Ab einem gewissen Punkt kann die Volatilität steigen“, sagt Kapitalmarktexperte Gerrit Fey vom Deutschen Aktieninstitut.
Die Börsenindizes, die die Deutsche Börse berechnet, verlieren mit der Zersplitterung des Handels an Aussagekraft. Wer in den Dax aufsteigen darf oder im MDax bleiben muss, hängt entscheidend davon ab, wie hoch der Handelsumsatz der Aktie ist. Bisher erfasst die Deutsche Börse nur die Käufe und Verkäufe auf Xetra – und ignoriert dabei die Tatsache, dass bei vielen Börsenunternehmen längst mehr Aktien an den inoffiziellen Handelsplätzen umgeschlagen werden als an den offiziellen. Anleger kann das bares Geld kosten, denn die Mitgliedschaft im Dax oder MDax „hat natürlich einen Einfluss auf den Börsenkurs“, sagt Ziegenbalg.
Ben Bernanke (Fed-Präsident)
Der Präsident ist qua Amt die wichtigste Stimme im Chor der Notenbanker. Er hat in der Finanzkrise die Geldschleusen sperrangelweit geöffnet, fährt aber eine pragmatische Linie und weiß geschickt zwischen den Lagern von Falken und Tauben zu vermitteln.
Vor dem Kongress hat er am 22. Mai angekündigt, dass das Staatsanleihen-Kaufprogramm „auf einer der nächsten Sitzungen“ heruntergefahren werden könne, falls sich die Beschäftigungslage nachhaltig aufhelle. Danach sieht es derzeit aber nicht aus, zuletzt war die Arbeitslosenquote sogar gestiegen.
Bernanke gilt als amtsmüde - ein Indiz ist seine Absage für die an den Märkten mit Spannung erwartete Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole Ende August. Womöglich wird US-Präsident Barack Obama bereits in den nächsten Monaten einen Nachfolger bestimmen. Beste Chancen hat Bernankes Stellvertreterin...
Foto: APJanet Yellen (Fed-Vizepräsidentin)
Yellen gilt als ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin und zugleich als Taube. Sie hat zwar ebenfalls ein Auslaufen der Konjunkturhilfen bei einer Besserung der Wirtschaftslage in Aussicht gestellt, macht aber aus ihrer Prioritätensetzung keinen Hehl: Für den FOMC müsse der Abbau der Arbeitslosigkeit im Zentrum stehen, auch wenn die Inflationsrate „zeitweise leicht über zwei Prozent“ liegen sollte. Yellen wird Bernanke in Jackson Hole vertreten. Womöglich wird sie die Bühne nutzen, um den weiteren geldpolitischen Weg der Fed abzustecken.
Foto: REUTERSWilliam Dudley (links im Bild, New York, FOMC-Vizevorsitzender)
Der enge Vertraute Bernankes plädiert dafür, nichts zu überstürzen. Die Fed solle noch „drei bis vier Monate“ warten, bis sie über ein Zurückfahren der Bond-Käufe entscheide. Bis dahin werde sich ein klareres Bild ergeben, wie weit die Konjunkturerholung gediehen sei. Zugleich betont Dudley, das Programm bleibe flexibel. Bei einer Eintrübung der Konjunktur könne das Tempo der Käufe auch wieder steigen.
Foto: dapdCharles Evans (Chicago Fed)
Er gilt als Taube und ist für eine extrem lockere Geldpolitik im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Ein Ende der Bond-Käufe kommt für ihn erst in Frage, wenn der Jobmarkt über den Berg ist. Dazu legt er die Latte hoch: Über mehrere Monate müssten mindestens jeweils mehr als 200.000 neue Stellen geschaffen werden. Im Mai waren es lediglich 175.000.
Foto: REUTERSEric Rosengren (Boston Fed)
Auch er steht eher im Ruf, eine Taube zu sein. Rosengren schlägt vor, in einigen Monaten eine „moderate Verringerung“ der Bond-Käufe zu prüfen, falls sich der Arbeitsmarkt weiter erholt. Zunächst hatte er dafür einen Schwellenwert von 7,25 Prozent bei der Arbeitslosenquote genannt, der aus seiner Sicht Ende des Jahres erreicht werden könnte. Zuletzt stieg die Quote aber leicht auf 7,6 Prozent.
Foto: REUTERSEsther George (Kansas City Fed)
Sie hält die Geldpolitik für zu locker und plädiert für ein Zurückfahren der Konjunkturhilfen. Sie warnt, ein zu starkes Stimulieren der Wirtschaft werde die Inflation anheizen.
Foto: REUTERSJames Bullard (St. Luis Fed)
Der Notenbanker sorgt sich um die Preisstabilität, allerdings nicht wegen möglicher inflationärer Auswirkungen der Geldschwemme, sondern wegen des derzeit zu niedrigen Preisauftriebs. Er möchte die Anleihe-Käufe solange fortsetzen, bis die Inflationsrate wieder auf den Zielwert der Fed von zwei Prozent gestiegen ist. Andernfalls drohe das Inflationsziel an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Im April ging die von der Fed beobachtete Teuerungsrate (PCE) in den USA auf 0,7 Prozent zurück.
Foto: REUTERSDaniel Tarullo (Board)
Die Äußerungen des Notenbankers bei öffentlichen Auftritten kreisen zumeist um Themen aus dem Finanzsektor - etwa die Bankenregulierung. Zum Anleihe-Programm hielt er sich zuletzt bedeckt.
Foto: REUTERSElizabeth Duke (Mitglied im Fed-Board)
Die Notenbankerin hat sich zuletzt nicht mit pointierten Kommentaren zum Anleihe-Programm zu Wort gemeldet. Allerdings sieht sie den Häusermarkt, an dem die Finanzkrise nach dem Platzen einer Blase ihren Ausgang nahm, auf dem Weg der Besserung. Zugleich warnte sie davor, ein Ende der Nullzinspolitik in einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld einzuleiten.
Foto: PRJerome Powell (Board)
Der Zentralbanker ist für eine Güterabwägung. Wer vorübergehende Nachteile betone, müsse auch bedenken, dass die Geldspritzen das Wirtschaftswachstum förderten und sich für den Staat positiv in höheren Steuereinnahmen bemerkbar machten.
Foto: PRSarah Bloom Raskin (Board)
Die Geldpolitikerin betont, dass der US-Arbeitsmarkt trotz aller Fortschritte noch weit von einer durchgreifenden Erholung entfernt ist. Zudem macht ihr Sorge, dass die Statistik „das Ausmaß des Problems unterzeichnet“.
Foto: PRJeremy Stein (Board)
Der Harvard-Ökonom hat zuletzt nicht eindeutig öffentlich Stellung zu dem Programm bezogen. Doch hat er die Sorge geäußert, dass die anhaltende Niedrigzinsphase eine Kredit-Blase erzeugen könnte.
Foto: PR
Leon Black, Mitbegründer von Apollo Global Management, 62, ist wieder ganz oben: Ein Buchgewinn von 9,6 Milliarden Dollar mit den Anleihen des Chemieunternehmens Lyondell Basell Industries ist der größte, der jemals in der Private-Equity-Branche erreicht wurde.
Um Kandidaten für die Rangliste ausfindig zu machen, griff Bloomberg auf das Wissen seiner Reporter in 146 Büros in der ganzen Welt zurück. Hilfe boten die Rankings zu einzelnen Themen, die das Jahr über von Bloomberg Markets aufgestellt und veröffentlicht worden sind.
Foto: rtrCarl Icahn, Chairman bei Icahn Enterprises, 77, hat Dell aufgewühlt, Herbalife verteidigt und groß mit Netflix gewonnen. Über seine Macht lässt sich kaum streiten. Jetzt übt er Druck auf Apple aus, das Unternehmen möge seine Aktionäre belohnen.
Mary Erdoes, CEO bei JP Morgan, 46, sammelt Milliarden an Neugeldzuflüssen aus Asien und Europa ein. Sie führt die 2,2 Billionen Dollar schwere Asset-Management-Sparte der US-Großbank und hat diese zu einer führenden Kraft bei Investment- und Pensionsfonds gemacht.
Foto: www.commons.wikimedia.orgDaniel Loeb, Gründer von Third Point, 51, hat Yahoo-Chefin Marissa Mayer unterstützt und mit dem Unternehmen einen Gewinn von mindestens 655 Millionen Dollar eingefahren. Nun kann er sich rühmen, einer der erfolgreichsten Investoren zu sein. Sein nächstes Ziel ist die Film-Sparte von Sony - auch wenn Schauspieler George Clooney sagt, er „hat keine Ahnung von unserer Branche“.
Foto: dapdStephen Schwarzman, Mitbegründer der Blackstone Group, 66, gehört zu den Vorreitern in der Private-Equity- Branche, die ihren Kunden alles aus einer Hand anbieten wollen. Die Firma verwaltet über 200 Milliarden Dollar - und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die Geschäfte abschwächen.
Foto: rtrHelena Morrissey, CEO bei Newton Investment Management, 47, betreut über 50 Milliarden Pfund bei dem britischen Vermögensverwalter, einer Sparte der Bank New York Mellon. Sie setzt sich für geschlechtliche Gleichberechtigung ein. Ihr 30-Prozent-Klub will mehr weibliche Aufsichtsräte bei Unternehmen.
Foto: rtrLarry Fink (dritter von rechts), Mitbegründer und CEO von Black Rock, 60, führt den größten Vermögensverwalter mit einem Anlagevolumen von 3,9 Billionen Dollar. Seine Gesellschaft hält Anteile an vielen Unternehmen, bei denen gerade etwas geschieht.
Foto: www.commons.wikimedia.orgDaniel Ivascyn, Managing Director bei Pacific Investment, 43, führt den Pimco Income Fund. Andere Manager von Pimco sind vielleicht bekannter, doch kaum einer schlägt seine Performance.
Foto: www.pimco.comHamed bin Zayed Al Nahyan, Managing Director bei Abu Dhabi Investment zieht Investment-Talente aus der ganzen Welt an. Wie viel Geld sein Unternehmen verwaltet, verrät er nicht. Laut Schätzungen sind es mehr als 500 Milliarden Dollar. Damit wäre es einer der größten Staatsfonds der Welt.
Dominique Senequier, CEO bei Axa Private Equity, 60, hat in einer Welt, in der Beteiligungsfonds etablierte Private-Equity-Investments von anderen kaufen, einen Giganten innerhalb des französischen Versicherers Axa aufgebaut. Das verwaltete Vermögen ist auf 32 Milliarden Dollar angestiegen.
Foto: rtrEine Gesellschaft, deren Aktien hauptsächlich auf Xetra gehandelt werden, kommt bei der Index-Berechnung natürlich besser weg als eine andere, wo der Aktienhandel größtenteils über alternative Plattformen läuft. „Dies reduziert unsere Chance auf einen Aufstieg in den MDax“, sagt Wolf von der GfK, die derzeit im SDax ist. Auch Finanzchefs, die nicht betroffen sind, fordern die Deutsche Börse auf, die Index-Berechnung zu überprüfen. „Bisher gibt es hierauf noch keine Antwort“, sagt Post-Manager Ziegenbalg.
Ganz unabhängig von der Index-Zugehörigkeit schreckt ein schrumpfender Xetra-Handel Investoren ab. Aktienfonds, Pensionskassen und Vermögensverwalter dürfen oft nur dann in Aktien investieren, wenn die Umsätze auf Xetra bestimmte Schwellenwerte erreichen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Kundengelder in liquide Werte investiert werden, der Fondsmanager im Notfall also auch große Pakete schnell verkaufen kann.
Die Betreiber der Dark Pools, Banken wie Credit Suisse, Goldman Sachs und die Deutsche Bank, wollen jedoch nichts davon wissen, dass die Zersplitterung der Liquidität massive Probleme schafft. Sie verweisen darauf, dass die Handelsplätze dank Computertechnik weltweit vernetzt sind. In der Tat sind Hochfrequenzhändler gleichzeitig an zahlreichen Plattformen aktiv; mangelnde Liquidität kann dadurch ausgeglichen werden.
Die Deutschen sind fleißige Sparer. Nur verhalten sie sich bei der Geldanlage oftmals irrational. "Deutsche Haushalte wetten bei ihrer Geldanlage auf Deflation"– sagte Tobias Graf von Bernstorff, Leiter der Düsseldorfer Niederlassung des Bankhauses B. Metzler seel. Sohn & Co. Viele Deutsche legten ihr Vermögen überwiegend in Bargeld, Sichteinlagen und Anleihen an. In Aktien legen nur gut fünf Prozent der Deutschen an (direkt) beziehungsweise zehn Prozent, wenn man indirekte Investments über Fonds und Versicherungen miteinbezieht.
Foto: REUTERSDabei ist eine der größten Ängste der Deutschen die Preissteigung. Nur ihrer Anlagestrategie merkt man das nicht an. 75 Prozent haben ihr Geld schlicht auf der Bank liegen oder investieren in Anleihen. Kommt eine Inflation, wäre der Wert des Geldes futsch.
Foto: dpaAuf den ersten Blick sei Inflation ein Krisenaspekt, von dem die Deutschen bisher weitgehend verschont geblieben seien. Die harmonisierte deutsche Inflationsrate sank seit Herbst 2011 von 2,9 Prozent auf 1,6 Prozent im September 2013. Die Ängste vor einer "Geldschwemme" scheinen somit weitgehend unbegründet. "Wir zweifeln jedoch daran, dass die niedrigen Raten der Vergangenheit auch für die Zukunft angenommen werden können", so von Bernstorff vom Bankhaus Metzler.
Foto: dpaDas Wachstum des Kapitalstocks habe sich in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren infolge der geringen Investitionen verlangsamt, die Arbeitskräfte würden knapp, und die Löhne stiegen. Der Preisdruck zeichne sich bereits in der sogenannten Kerninflationsrate ab. Deshalb sollten Anleger ihr Geld aus dem Sparstrumpf holen und es lieber inflationssicher anlegen.
Foto: dpaSo ließe sich angesichts des erwarteten Weltwirtschaftswachstums besondere mit deutschen Aktien profitieren. "Die Bewertung deutscher Aktien ist nicht so hoch, wie der Indexstand glauben machen will. Denn beim DAX fließen die Dividendenzahlungen in die Indexberechnung mit ein, sodass er schneller steigt als ein ausschließlich auf Aktienkursentwicklung beruhender Index", erläutert Frank Naab, Leiter Portfoliomanagement Metzler Private Banking. "Auf reiner Kursbasis gerechnet liegt der DAX noch ca zehn Prozent unter seinem alten Höchststand von 2007 – und das bei vergleichbaren Nettoergebnissen der Unternehmen."
Foto: dpaDaneben eigneten sich US-Aktien als defensives Basisinvestment. US-Titel seien mit einer Dividendenrendite von zwei Prozent und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,5 gegenüber ihren europäischen Pendants zwar ambitionierter bewertet, hierin drücke sich aber auch eine generelle Vorliebe der Anleger für US-Titel aus.
Foto: dpaRentenanleger stünden im Hinblick auf das aktuelle makroökonomische Umfeld dagegen vor einem Dilemma: Angesichts der historisch niedrigen Zinsen sei es kaum möglich, einen positiven Realzins zu erwirtschaften. Durch den Kauf langlaufender Anleihen ließe sich diesem Problem der Realzinsfalle zwar mit höheren Laufzeitenprämien und so mit einer insgesamt höheren Rendite begegnen, jedoch seien gerade Anleihen mit langer Laufzeit im Falle steigender Zinsen besonders von Kursverlusten bedroht.
Foto: dpa„Doch die Liquidität, die der Hochfrequenzhandel schafft, ist äußerst flüchtig“, sagt Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft an der Universität Hohenheim. Exakt aus diesem Grund sind Hochfrequenzhändler bei institutionellen Investoren unbeliebt. „Wenn wir die Wahl haben, an einem Dark Pool zu handeln, an dem keine Hochfrequenzhändler zugelassen sind, entscheiden wir uns im Regelfall für einen solchen Dark Pool“, sagt Chefhändler Mast von Allianz Global Investors.
Im Allgemeinen arbeiten Dark Pools und Hochfrequenzhändler aber Hand in Hand. Je mehr Schattenbörsen es gibt, desto lukrativer ist der Arbitrage-Handel, das Geschäftsmodell der Hochfrequenzhändler. Arbitrageure machen sich Kursdifferenzen etwa zwischen zwei verschiedenen Handelsplätzen zunutze. An einem wird billig gekauft, am anderen teurer verkauft, fast ohne Risiko. Um noch an den kleinsten Differenzen zu verdienen, setzen die mit automatischen Programmen arbeitenden Hochfrequenzhändler irrsinnige Volumina um. Eine kleine Computerpanne löst dann unter Umständen einen Flash Crash aus, wie am 6. Mai 2010 an der Wall Street.
An den amtlichen Börsen sind hierzulande längst Vola-Stopper installiert. Sie unterbrechen den Handel automatisch, wenn die Volatilität bestimmte Grenzen überschreitet. Damit ist die Gefahr eines Blitz-Crashs nahezu gebannt. Welche Sicherheitsvorkehrungen Dark Pools betreiben, ist unklar. „Wir haben hierzu keine Erkenntnisse“, sagt IR-Chef Ziegenbalg. „Ich weiß aber, dass diese Handelsplätze extrem komplex und technisch anspruchsvoll sind. Je komplexer aber etwas ist, desto leichter kann etwas schiefgehen.“
Kritiker stellen nicht nur die Technik, sondern auch die Moral an vielen Dark Pools infrage. Der Argwohn richtet sich insbesondere gegen die Systematischen Internalisierer (SI), also jene Plattformen, auf denen Banken Aktienaufträge verschiedener Kunden gegeneinander ausführen. Dieses „Matching“ verläuft aber offenbar nicht immer ganz reinlich, vermutet Christoph Boschan, Mitglied des Vorstands der Börse Stuttgart.
„Die Betreiber von SI führen Aktienorders oft gegen die eigenen Handelsbestände aus. Damit sind natürlich vehemente Interessenkonflikte verbunden“, sagt der Börsen-Manager. Eine Bank, die Aktien aus dem eigenen Bestand verkauft, wird dem Kunden wohl nicht immer die besten Konditionen bieten. Boschan ist freilich, wie er freimütig einräumt, Partei: Die Börse Stuttgart steht in Konkurrenz zu den Dark Pools, die angeblich Eigennutz mit Kundenwohl verwechseln. Doch auch unabhängige Experten und IR-Chefs von Großunternehmen hegen einen ähnlichen Verdacht wie Boschan – sie möchten sich damit allerdings nicht zitieren lassen.
Für Zündstoff sorgt ebenfalls, dass an manchem Dark Pool Informationen über geplante Block Trades zum Eigenhandel der Bank durchsickern, die diese Plattform betreibt. Wissen die Händler, dass ein Investor ein bestimmtes Aktienpaket erwerben will, können sie das Papier vorab mit Aussicht auf risikolose Kursgewinne kaufen. „Frontrunning“ heißt die verbotene Praxis.
In den USA musste sich bereits ein Dark Pool vor Gericht verantworten, weil dort Handelsdaten missbräuchlich im Eigenhandel verwendet worden sein sollen. Auch hierzulande sind die Fondsmanager auf der Hut. „Da wir auf der Anonymität unserer Orders bestehen, ziehen wir uns, wenn wir so etwas bemerken, sofort aus diesem Dark Pool zurück“, sagt Mast von AGI. Wie aber stellt er fest, dass Handelsdaten durchgesickert sind? „Ein Indiz sind verdächtige Marktbewegungen an den offiziellen Börsen, die kurz nach den Aktienorders zu beobachten sind“, sagt Mast.
Wo schon die Profis hinter jeder Ecke Dunkelmänner vermuten, sollten Privatanleger erst recht Vorsicht walten lassen. Privatanleger können kaum überprüfen, ob sie bei interner Verrechnung von Aufträgen im Dark Pool einer Bank nicht doch einen ungünstigeren Kurs bekommen haben als an der Börse. Die komplette Intransparenz an den Schattenbörsen lässt die ärgsten Verdächtigungen entstehen.
An den amtlichen Börsen gibt es Aufseher, die bei Störungen eingreifen sollen. „An den privaten Plattformen gibt es hingegen keine Handelsüberwachung, an die sich ein Investor wenden kann, wenn seine Order fehlerhaft ausgeführt wurde“, sagt Börsen-Vorstand Boschan.
„Privatanleger sollten sich an die regulierten Börsen halten“, empfiehlt daher Fey vom Aktieninstitut. Dies ist leichter gesagt als getan. Viele Banken und Online-Broker verfolgen eine „Best Execution Policy“: Sie führen Kundenaufträge, wenn der Kunde nichts anderes fordert, an jenem Handelsplatz aus, an dem ihrer Ansicht nach die besten Konditionen geboten werden. Den Privatanlegern ist oft gar nicht bewusst, dass ihre Order womöglich in einem Dark Pool landet. Wer dies verhindern will, müsste der Bank gegenüber ausdrücklich erklären, dass sein Auftrag nur auf Xetra oder einem anderen Handelsplatz seiner Wahl ausgeführt werden soll.
Sechs Jahre nach Inkrafttreten der Finanzmarktrichtlinie Mifid keimt bei vielen Experten der Verdacht, dass die Liberalisierung der Finanzmärkte entschieden zu weit ging. „Eigentlich müsste der gesamte Aktienhandel zurück an die regulierten Börsen“, fordert Bank-Professor Burghof von der Universität Hohenheim. Ausnahmen seien explizit zu begründen. „Hierzu könnte die diskrete Abwicklung von Großaufträgen gehören, um Marktverwerfungen zu vermeiden“, sagt Burghof. Dark Pools sollten sich also wieder auf jene Aufgabe beschränken, für die sie ursprünglich geschaffen wurden: die kursschonende Abwicklung von Block Trades.
In Australien und Kanada haben die Gesetzgeber den Schattenhandel bereits stark eingedämmt – mit der Folge, dass der Handel an Dark Pools drastisch zurückging. Ähnlich plant die EU im Rahmen von Mifid II eine schärfere Regulierung der privaten Handelsplätze. Auch die USA wollen mehr Transparenz an den Dark Pools schaffen. „Die Gesetzesinitiative in den USA geht in die gleiche Richtung wie der Vorschlag der EU-Kommission“, sagt Professor Kaserer von der TU München.
Dies ist ein gutes Zeichen: Angesichts der Vernetzung der Kapitalmärkte lassen sich die Dark Pools nur bändigen, wenn alle großen Industrienationen am gleichen Strang ziehen. „Wir begrüßen den Vorstoß im Rahmen von Mifid II, die Transparenz im Dark-Pool-Handel zu erhöhen“, sagt Magdalena Moll, Leiterin der Investor Relations beim Chemiekonzern BASF.
Kern der EU-Reform ist die Schaffung einer neuen Kategorie von Handelsplätzen, den „Organized Trading Facilities“ (OTF). Hierin sollen die bisherigen Dark Pools weitgehend aufgehen. „Die OTF sollen so konzipiert sein, dass sie möglichst vielen Marktteilnehmern offenstehen“, sagt Professor Kaserer.
Noch aber ist nicht klar, wie transparent die OTF wirklich sein werden. Sie sollen ja die Block Trades übernehmen, die ein Minimum an Verschwiegenheit verlangen. Zudem machen Großbanken, die Dark Pools betreiben, massiv Front gegen die Reform: Im EU-Parlament wurden bereits zwei alternative Vorschläge eingebracht, die Insidern zufolge von der Banken-Lobby beeinflusst wurden. Es bleibt also noch abzuwarten, ob das Regelwerk Mifid II, das frühestens 2015 in Kraft tritt, tatsächlich Licht in die finstere Unterwelt der Finanzmärkte bringt.