Städteranking: Die Autostädte Ingolstadt und Wolfsburg wachsen am schnellsten
Platz 10: Mainz
Die Universitätsstadt und Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz punktet mit einem lebendigen Immobilienmarkt. Die Wohnungsmiete bei Bestands-Immobilien beträgt 8,71 Euro pro Quadratmeter (Rang 9). Schlecht für die Mieter, gut für Vermieter und die Stadt – spiegelt eine hohe Miete doch auch eine hohe Nachfrage und das Vorhandensein des nötigen Kleingelds der Bürger wider. Wer eine Wohnung sucht, muss schnell sein. Nach neun Tagen verschwinden Anzeigen in der Regel wieder von den Portalen, da die Anzeige hinfällig ist (Rang 13). Und dass, obwohl die Stadt nicht gerade reich an Grünflächen ist. Nur 13,2 Prozent der Stadtfläche taugen als Erholungsgebiete (Rang 70 von 71). Negativ ins Gewicht fällt auch die geringe Anzahl an Kindern, die die Mainzerinnen bekommen. Auf eine Frau kommen durchschnittlich nur 1,2 Kinder (Platz 66). Aber – Stichwort Studentenstadt – ein Großteil der Frauen ist ja noch jung.
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen der Stadt Mainz finden Sie in unserer Infografik.
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Platz 9: Heidelberg
Wer in Heidelberg krank wird, der muss sich um mangelnde ärztliche Versorgung keine Sorgen machen. Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Krankenhausbetten pro 100.000 Einwohner (202, Rang 1), in keiner anderen Stadt gibt es mehr Ärzte pro 100.000 Einwohner (393, Rang 1). Wer Erholung sucht, findet im Stadtgebiet ausreichend Gelegenheit: 45,2 Prozent der Fläche gelten als Erholungsgebiet (Platz 7). Vor allem Hochqualifizierte zieht es nach Heidelberg. 22,9 Prozent aller Beschäftigten haben einen Hochschulabschluss (Rang 7). Negativ fällt auf: Die Beschäftigungsquote der Frauen ist im Deutschlandvergleich dramatisch niedrig. Nur 38 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter hatten 2012 einen sozialversicherungspflichten Job (Platz 70).
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Heidelbergs finden Sie in unserer Infografik.
Foto: APPlatz 8: Darmstadt
In kaum einer anderen Stadt gibt es so viele Wald- und Erholungsflächen wie in Darmstadt. 45 Prozent des Stadtgebiets sind grün (Rang 3). Dennoch scheinen die Schüler nicht übermäßig den Unterricht zu schwänzen. Sehr viele Jugendliche kommen sehr erfolgreich durchs Schulleben. 54,9 Prozent aller Schulabgänger erreichen das Abitur oder die Fachholschulreife (Rang 5). Nur 3,5 Prozent aller Schüler erreichen keinen Abschluss (Rang 7). Bei den Straftaten (8358 je 1000.Einwohner) liegt Darmstadt gut im Rennen (Rang 17), mit einer Aufklärungsquote von 61,8 Prozent liegt die örtliche Polizei auf einem noch besseren elften Rang.
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Darmstadt finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpa Picture-AlliancePlatz 7: Regensburg
Produktive Bayern: Die Regensburger erwirtschaften im Jahresdurchschnitt ein BIP von 75.434 Euro, das ergibt Platz 5 im Ranking. Hohe Produktivität und ein relatives hohes Einkommen sind auch nötig, sind doch die Immobilienpreise in Regensburg sehr hoch. Für eine Eigentumswohnung werden 2766 Euro pro Quadratmeter aufgerufen (Platz 3). Wer sich eine Wohnung in der Umgebung sucht, kommt dennoch schnell in die Stadt bzw. aus Regensburg wieder heraus. Die durchschnittliche Fahrzeit zur nächsten Autobahn-Anschlussstelle beträgt nur drei Minuten (Rang 6). Auch Auszubildende finden gute Bedingungen vor: Je 100 Nachfragen werden 105,1 betriebliche Ausbildungsplätze angeboten (Rang 4).
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Foto: dpaPlatz 6: Frankfurt am Main
Bankenmetropole, Immobilienmekka – und die Stadt mit den meisten Straftaten je 100.000 Einwohner. 16.310 Straftaten (je 100.000 Einwohner) wurden 2012 laut dem Bundeskriminalamt verübt. Das ist – vor Düsseldorf und Köln – einsame Spitze. 59,9 Prozent aller Straftaten werden aufgeklärt (Rang 18). Positiv: Junge Leute haben eine gute Perspektive. Auf 100 Nachfrager kommen 105,6 Ausbildungsplätze (Platz 2). Die Erwerbstätigen sind sehr produktiv und erwirtschaften ein BIP von 80.223 Euro pro Einwohner (Platz 3). Eigentum ist trotzdem nicht einfach zu erwerben, sind doch die Preise recht hoch. In unserem Ranking spricht das für die Attraktivität der Stadt. Mit einem Preis von 2620 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung (Bestandsimmobilie) kommt Frankfurt auf Rang 6.
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Foto: dpaPlatz 5: Stuttgart
Kreative Schwaben: Stuttgart meldet mit weitem Abstand die meisten Patente an. 1376 Patentanmeldungen je 100.000 Erwerbstätige wurden zuletzt im Jahr eingereicht (Rang 1). Zum Vergleich: Ingolstadt folgt mit einem Wert von 679 auf Rang 2. Das schlägt sich auch in der Produktivität wider. Die Stuttgarter erwirtschaften im Schnitt ein BIP von rund 62.000 Euro im Jahr – Rang 8. Außerdem positiv: Wer in Stuttgart geboren wird, kann auf ein langes Leben hoffen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 82,3 Jahren (Rang 2). Ärzte hingegen sind nicht gerade stark in Stuttgart vertreten. Auf 100.000 Einwohner kommen nur 212 Mediziner (Rang 50).
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Stuttgarts finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpa Picture-AlliancePlatz 4: Wolfsburg
Wenig überraschend leben in der VW-Stadt überdurchschnittlich viele Ingenieure. Zehn Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben ein Ingenieursstudium in der Tasche, mit weitem Abstand Rang 1. Auch beim Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an den Erwerbsfähigen liegt Wolfsburg ganz vorne (68,4 Prozent). Die Wolfsburger erwirtschaften ein BIP von 108.165 Euro im Jahresdurchschnitt (Rang 1). Verletzen sollten sich die VW-Angestellten besser nicht: Bei der Ärztedichte hat die Stadt Nachholbedarf. Auf 100.000 Einwohner kommen nur 196 Mediziner (Rang 58).
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Foto: CLARK/obsPlatz 3: Erlangen
Sowohl im Dynamik-, als auch im Niveauranking belegt das bayerische Erlangen Rang 3. Die Stadt nahe Nürnberg punktet mit der niedrigsten ALG-II-Quote aller Großstädte (2,8 Prozent, Rang 1). Die Beschäftigten sind sehr gut ausbildet. Fast ein Drittel von ihnen (29,3 Prozent) besitzen einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss (Rang 1). Das dürfte auch künftig der Fall sein. 62,6 Prozent der Schulabgänger verließen 2011 die Schule in Erlangen mit einer Hochschulzugangsberechtigung – ebenfalls Rang 1. In den Vergleichsstädten lag der Wert bei 40,7 Prozent. Auch bei der Entwicklung der Kinderbetreuungsquote der unter 3-Jährigen tut sich fast. Die Quote stieg in den vergangenen Jahren um 18,4 Prozentpunkte, im Durchschnitt der untersuchten Städte stieg der Wert nur um 11,8 Prozentpunkte. Einer der wenige Wermutstropfen: Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen verbesserte sich in Erlangen zwischen 2008 und 2012 nur um 0,3 Prozentpunkte und damit unterdurchschnittlich (Rang 47).
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Platz 2: Ingolstadt
Die Audi-Stadt punktet mit einer sehr hohen Beschäftigungsquote. Nur 3,1 von 100 Einwohnern benötigen Arbeitslosengeld II, das ist deutschlandweit der zweitbeste Wert. Ebenfalls auf dem zweiten Platz landet Ingolstadt beim Anteil der Ingenieure (6,4 Prozent). Ob Ingenieur oder nicht: Die Bewohner der Audi-Stadt können mit ihrem Geld gut umgehen. Nur 7,3 Prozent der Über-18-Jährigen sind verschuldet (Rang 5). Sicher fühlen können sie sich außerdem. Pro 100.000 Einwohner werden 7087 Straftaten verübt (Rang 5). Negativ sind die hohen Arbeitskosten für die Unternehmen. Das Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer beträgt 50237 Euro (Rang 70).
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Der attraktivste Immobilienmarkt, der zweitbeste Arbeitsmarkt der Republik, die drittbeste Wirtschaftsstruktur und Platz 4 in Sachen Lebensqualität: Die bayerische Landeshauptstadt liegt in allen Teilbereichen vorne und ist damit die attraktivste Stadt Deutschlands. Mehr als jede zweite Frau ist berufstätig (54,9 Prozent, Rang 5), das Angebot der Ausbildungsplätze übersteigt die Zahl der Nachfrager (107 zu 100, Platz 1). Nur 8,1 Prozent aller Münchner über 18 Jahre sind verschuldet (Rang 8) und lediglich 3,8 Prozent der Bürger beziehen Arbeitslosengeld-II (Rang 6). Auch in der Kategorie „Lebenserwartung Neugeborener“ erreicht München einen Spitzenplatz (81,9 Jahre, Rang 4). Die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen natürlich auch die Immobilienpreise. Wie bekannt, ist München ein teures Pflaster. Eine Eigentumswohnung gibt es für 4155 Euro je Quadratmeter (Rang 1). In Freiburg, Rang zwei in dieser Kategorie, gibt es die Eigentumswohnung im Schnitt für 2974 Euro je Quadratmeter.
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Man tritt den 124.000 Wolfsburgern wohl nicht zu nahe, wenn man sagt: Ihre Stadt ist nicht besonders schön. Wer zum ersten Mal nach Wolfsburg kommt, sollte am Bahnhof gleich den Hinterausgang nehmen. Dann steht er am Mittellandkanal und blickt unvermittelt auf das Wahrzeichen und Herz der Stadt. Er sieht keine Kirche, keine Altstadt, kein historisches Gemäuer – sondern ein riesiges Logo der Volkswagen AG und die vier unter Denkmalschutz stehenden Schlote des alten VW-Kraftwerks. Gleich daneben erstreckt sich auf 6,5 Quadratkilometern, einer Fläche so groß wie Gibraltar, das Werk des größten Autobauers Europas.
In keiner anderen deutschen Stadt ist die Symbiose von Kommune und größtem Arbeitgeber so vollkommen. „Es gibt in Wolfsburg eine gefühlte Schicksalsgemeinschaft zwischen Bevölkerung, Politik und VW. Hier hat fast jede Familie irgendwas mit VW zu tun“, sagt Oberbürgermeister Klaus Mohrs, 61. Im Werk arbeiten rund 57.000 Menschen, hinzu kommen Tausende Jobs bei Zulieferern. Eine typische Arbeiterstadt ist Wolfsburg aber schon lange nicht mehr. Die Zahl der Akademiker ist in den vergangenen zehn Jahre um 150 Prozent gestiegen. Und was noch wichtiger ist: Unter dem Strich verlief in keiner anderen deutschen Stadt die ökonomische Entwicklung in den vergangenen Jahren - dank der formidablen Geschäfte von VW - so dynamisch wie in der ehemaligen Zonenrandmetropole Wolfsburg.
Zu diesem Ergebnis kommt der große Städtetest von WirtschaftWoche, Immobilienscout24 und IW Consult. Anhand von 89 Einzelindikatoren wurden dabei alle 71 kreisfreien Städte ab 100.000 Einwohner einem Leistungscheck unterzogen. Der Städtetest gliedert sich in zwei Teile. Erstens das Niveauranking, das den Ist-Zustand beschreibt. Hier siegt wie in den Vorjahren München, gefolgt von Ingolstadt und Erlangen. Ganz unten im Ranking: Herne und Gelsenkirchen. Das Dynamikranking untersucht hingegen die Veränderung ausgewählter Indikatoren seit 2007. Hier liegt Wolfsburg vorn, gefolgt von Ingolstadt, Erlangen und Regensburg. Die rote Laterne geht in diesem Bereich an Oberhausen und Remscheid.
Die Ergebnisse zeigen, dass Mittelstädte im Wettbewerb mit den Ballungszentren in vieler Hinsicht mithalten können. Vor allem aber demonstrieren sie die überragende Bedeutung der Automobilindustrie für den Standort Deutschland. Niveausieger München ist Heimat von BMW. Unter den Top Five des Dynamikrankings befinden sich mit Wolfsburg (VW), Ingolstadt (Audi), Regensburg (BMW) und Leipzig (Porsche, BMW) gleich vier Autostädte.
Wolfsburg = VW
„In den 90er Jahren gab es Befürchtungen, Wolfsburg könne ein zweites Detroit werden“, sagt Julius von Ingelheim, Geschäftsführer der Wolfsburg AG, einer Tochterfirma von Stadt und Konzern. „Damals arbeiteten zwei Drittel der VW-Beschäftigten in der Produktion, ein Drittel in Forschung, Entwicklung oder dem Finanzbereich. Heute ist es genau umgekehrt.“ Das Unternehmen floriert und will bis 2018 rund 4,6 Milliarden Euro am Standort Wolfsburg investieren. OB Mohrs drückt es so aus: „Wir sind Boomtown.“
Platz 10: Oldenburg
Im Dynamikranking zeigt sich, welche Städte sich in den vergangenen fünf Jahren am besten entwickelt haben. Die niedersächsische Stadt Oldenburg gehört dazu. Die Aufklärungsquote der Straftaten veränderte sich um 6,3 Prozentpunkte, Rang 6. Auch bei der Kinderbetreuung hat sich in Oldenburg viel getan. Die Betreuungsquote der U3-Jährigen stieg im Untersuchungszeitraum um 21 Prozentpunkte. Keine andere Stadt kommt auf einen ähnlich guten Wert. Im Durchschnitt konnten die Städte die Quote „nur“ um 11,8 Prozentpunkte steigern. Und: Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Oldenburg veränderte sich zwischen den Jahren 2007 und 2012 um 15,5 Prozent (Bundesdurchcshnitt: 9,8 Prozent). Oldenburg erreicht damit Platz 6. Verschlechtert hat sich hingegen die Produktivität (BIP je Erwerbstätigen). Diese Kennziffer veränderte sich von 2007 bis 2011 um -1,3 Prozent (Rang 56). Insgesamt kommt Oldenburg im Niveauranking (jene Tabelle, die den Ist-Zustand bewertet) auf Rang 33.
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Oldenburgs finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpa Picture-AlliancePlatz 9: Kassel
Die documenta-Stadt setzt ihren Aufwärtstrend weiter fort. Nachdem Kassel bereits Platz 1 im Dynamikranking 2011 und Platz 3 im Dynamikranking 2012 belegte, erreicht die Stadt auch in diesem Jahr wieder eine Platzierung in den Top 10. In diesem Jahr fiel positiv auf, dass die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen den Jahren 2007 und 2012 um 16,6 Prozent gesteigert werden konnte (Platz zwei). Im Mittel verzeichneten die Städte „nur“ einen Beschäftigungszuwachs von 9,8 Prozent. Gleichzeitig ging in Kassel der Anteil der ALG-II-Empfänger an der Bevölkerung zurück (3,2 Prozentpunkte, Rang zwei) – und auch die Zahl der Straftaten ging spürbar zurück (-17,6 Prozent, Rang 3). Die guten Nachrichten haben sich deutschlandweit offenbar noch nicht rumgesprochen: Die Zahl der Gästeübernachtungen ging gegen den Trend zurück (-0,3 Prozent, Rang 69).
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Kassels finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpa/dpawebPlatz 8: Berlin
Die Hauptstadt holt auf. Während es im Niveauranking weiterhin nur für einen durchschnittlichen 45. Rang reicht, stimmt wenigstens der Trend. Im Dynamikranking belegt Berlin in diesem Jahr den achten Rang. Durch die positive konjunkturelle Entwicklung in Deutschland war auch die Zahl der überschuldeten Erwachsenen in den deutschen Großstädten im Mittel rückläufig. In Berlin aber veränderte sich der Anteil überdurchschnittlich gut. Um 2,1 Prozentpunkte ging der Anteil der Schuldner zurück, Platz 10. Auch besser als der Durchschnitt entwickelte sich der Anteil der Beschäftigten mit einem Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Er stieg zwischen 2007 und 2013 in allen Vergleichsstädten um durchschnittlich 3,1 Prozentpunkte. Berlin erreicht einen Wert von 4,7, was Rang 7 bedeutet. Negativ fällt ins Gewicht: Die Aufklärungsquote der Straftaten veränderte sich um -5,7 Prozentpunkte. Im Vergleich der Großstädte bedeutet das Rang 66.
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Berlins finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpaPlatz 7: Braunschweig
Die Kinderbetreuungsquote der unter 3-Jährigen stieg in Braunschweig im Untersuchungszeitraum um 16,4 Prozentpunkte, das reicht für Rang 7. Die untersuchten Städte verbesserten sich bei der Betreuungsquote insgesamt um 11,8 Prozentpunkte. Auch gut: Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Braunschweig veränderte sich zwischen den Jahren 2007 und 2012 um 16,5 Prozent. Im Mittel verzeichneten die Städte einen Beschäftigungszuwachs von 9,8 Prozent. Braunschweig erreicht damit Platz 3. Dadurch stieg auch die Steuerkraft (Grundsteuer, Gewerbesteuer und die Anteile der Gemeinde an der Einkommen- und Umsatzsteuer) um 122 Euro je Einwohner, was Rang 5 im Deutschland-Vergleich bedeutet.
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Braunschweigs finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpaPlatz 6: Würzburg
Die bayerische Stadt konnte sich auf gutem Niveau weiter verbessern. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Würzburg veränderte sich zwischen den Jahren 2007 und 2012 um 15,2 Prozent. Im Mittel verzeichneten die Städte einen Beschäftigungszuwachs von 9,8 Prozent. Würzburg erreicht damit Platz 9. Auch immer mehr Frauen gehen einer Tätigkeit nach. Die Frauenbeschäftigungsquote stieg zwischen 2007 und 2012 um 6,0 Prozentpunkte (Rang 6). Und: Die Arbeitsplatzversorgung stieg zwischen 2007 und 2012 in allen Vergleichsstädten im Mittel um 4,1 Prozentpunkte. Würzburg erreicht einen Wert von 7,1, was Rang 2 bedeutet. Allerdings: Während die deutschen Städte im Vergleichszeitraum um durchschnittlich 0,9 Prozent wuchsen, sank die Einwohnerzahl von Würzburg um 1,0 Prozent (Rang 55 im Dynamikranking).
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Würzburgs finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpaPlatz 5: Leipzig
Zwei Mal Flop, drei Mal Top und oft überdurchschnittlich: Leipzig liegt im Dynamikranking 2013 auf Rang fünf – und dass, obwohl die Anzahl der Straftaten gegen den Deutschlandtrend (-3,2 Prozent) um 1,4 Prozent stiegen. Auch die Zahl der Schulabgänger, die ohne Hauptschulabschluss die Schule verlassen, stieg weiter und zwar um 2,7 Prozent (Rang 69). Im Mittel aller Großstädte konnte die Quote um 1,7 Prozent gesenkt werden.
Dennoch überwiegen die positiven Meldungen: Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Leipzig veränderte sich zwischen den Jahren 2007 und 2012 um 20,0 Prozent. Keine Stadt in Deutschland hat einen höheren Beschäftigungszuwachs. Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen sank zwischen 2008 und 2012 um 4,7 Prozentpunkte (Rang 2) und bei der Arbeitsplatzversorgung legte Leipzig um 5,3 Prozent zu (Rang 2). Dennoch bleibt viel zu tun. Im Niveauranking liegt die Ostmetropole nur auf Rang 50.
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Leipzigs finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpaPlatz 4: Regensburg
Siebter im Niveauranking, Vierter im Dynamikranking: Regensburg überzeugt in allen Belangen. So stieg die Steuerkraft der Stadt (Grundsteuer, Gewerbesteuer und die Anteile der Gemeinde an der Einkommen- und Umsatzsteuer) um 97 Euro je Einwohner (Rang 7). Auch die Jobsituation verbesserte sich. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Regensburg veränderte sich zwischen den Jahren 2007 und 2012 um 16,4 Prozent. Im Mittel verzeichneten die Städte einen Beschäftigungszuwachs von 9,8 Prozent. Regensburg erreicht damit Platz 4. Die Arbeitsplatzversorgung stieg im gleichen Zeitraum um 6,3 Prozentpunkte, was Rang 3 bedeutet. Trotz der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gibt es in Regensburg – gegen den Trend – einen Anstieg der überschuldeten Erwachsenen (0,6 Prozentpunkte, Platz 67).
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Regensburgs finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpa/dpawebPlatz 3: Erlangen
Die fränkische Stadt hat im Dienstleistungssektor und in der Produktivität einen Sprung nach oben gemacht. Der Anteil der Beschäftigten in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen veränderte sich zwischen 2008 und 2012 in Erlangen um 11,2 Prozentpunkte. Rang 1 im Vergleich der Großstädte. Die Wirtschaftsleistung (BIP) je Einwohner veränderte sich von 2007 bis 2011 um 19,9 Prozent; Rang 3. Und auch für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde überdurchschnittlich viel getan. Die Kinderbetreuungsquote der unter 3-Jährigen stieg im Untersuchungszeitraum um 18,4 Prozentpunkte, im Durchschnitt der untersuchten Städte stieg der Wert „nur“ um 11,8 Prozentpunkte; Erlangen kommt somit auf Rang 3 im Vergleich der Großstädte. Nicht ganz so rosig hat sich die Jugendarbeitslosigkeit entwickelt. Die Arbeitslosenquote der Jung-Erwachsenen stieg in Erlangen zwischen 2008 und 2012 um 0,3 Prozentpunkte (Rang 47).
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Erlangens finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpa Picture-AlliancePlatz 2: Ingolstadt
Man muss lange suchen, um Schwächen der Stadt im Dynamikranking zu finden. So ist die Zahl der Gästeübernachtungen in den vergangenen fünf Jahren minimal (0,1 Prozent) zurückgegangen, während die anderen deutschen Städte durchschnittlich zulegten. Ingolstadt kommt in dieser Kategorie nur auf Rang 65. Und auch das Gewerbesaldo – also die Differenz von Gewerbeanmeldungen zu –abmeldungen – fällt unterdurchschnittlich aus (-1,3 Prozent, Rang 48). Demgegenüber steht eine lange Liste von positiven Meldungen. Die Produktivität (BIP je Erwerbstätigen) veränderte sich von 2007 bis 2011 um 19,2 Prozent; Rang 1 im Vergleich. Die stieg im Durchschnitt um über 36 Euro je Einwohner. In Ingolstadt waren es 425 Euro, was Rang 2 bedeutet. Und: Der Anteil der Beschäftigten mit einem Hochschul- oder Fachhochschulabschluss stieg zwischen 2007 und 2013 in allen Vergleichsstädten um durchschnittlich 3,1 Prozentpunkte. Ingolstadt erreicht einen Wert von 5,1, was Rang 3 bedeutet.
Eine detaillierte Auflistung der Stärken und Schwächen Ingolstadts finden Sie in unserer Infografik.
Foto: dpa Picture-AlliancePlatz 1: Wolfsburg
Die niedersächsische Autostadt liegt im Dynamikranking ganz vorne. Das liegt vor allem an den Spitzenplätzen in den Kategorien Steuerkraft, Produktivität und Frauenbeschäftigung. In keiner anderen Stadt konnte der Anteil der Frauen an den Beschäftigten mehr gesteigert werden, als in Wolfsburg. Die Quote legte um 4,4 Prozentpunkte zu. Die Wirtschaftsleistung je Einwohner (Produktivität) schoss förmlich durch die Decke. Zwischen 2007 und 2011 stieg sie um 32.2 Prozent (Rang 1). Davon profitiert auch die kommunale Hand. Während die Steuerkraft deutschlandweit im Durchschnitt um über 36 Euro je Einwohner stieg, vervielfachte sich die Summe in Wolfsburg. Hier beträgt das Plus 1.121 Euro (je Einwohner) – mit Abstand der Bestwert.
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Das zeigt sich auch bei den Steuereinnahmen. Derzeit wissen die Stadtoberen nicht wohin mit all dem Geld, das auf sie niederregnet. 2012 kassierte die Stadt über 442 Millionen Euro an Gewerbesteuer – ein Zuwachs von 273 Prozent gegenüber 2008. Wolfsburg ist seit 2012 schuldenfrei und kann in den kommenden Jahren mal eben 200 Millionen Euro in die Modernisierung seiner Schulen investieren, speziell in die naturwissenschaftliche Ausstattung.
Das Spiegelbild zu Wolfsburg liegt 526 Kilometer südlich. Im bayrischen Ingolstadt arbeiten rund um das zentrale Werk von Audi gut 50.000 Menschen, das Werksgelände ist doppelt so groß wie die historische Altstadt. Jobs gibt es hier en masse. In Ingolstadt liegt die Arbeitslosenquote bei 2,1 Prozent, das ist die niedrigste Quote aller deutschen Großstädte. Das Problem ist eher, überhaupt noch Fachkräfte zu finden. An dem kleinen Außenposten, den die Bundesagentur für Arbeit noch in Ingolstadt unterhält, baumelt ein Werbeplakat mit der Frage: „Sie suchen qualifizierte Arbeitskräfte?“ Ob es Arbeitsplätze gibt, muss hier keiner fragen. Im Dynamikranking liegt Ingolstadt hinter Wolfsburg auf Rang 2, im Niveauranking hinter Platzhirsch München ebenfalls auf Rang 2.
In Ingolstadt zeigt sich im Guten, welche Folgen eine übermächtige Branche haben kann. An der Ausfallstraße Richtung Manching, zwischen Saunaclub und Matratzen-Outlet, hat der Familienbetrieb Büchl seinen Sitz. Auf den ersten Blick ein mittelständiger Entsorgungsbetrieb, wie es ihn in den Industriegebieten dieses Landes hundertfach gibt. Doch Büchl ist anders. 400 Mitarbeiter, Standorte in Ungarn und Mexiko. Die Erklärung für die Expansion ist einfach: Überall wo Audi hingeht, geht Büchl mit. Denn vom gewöhnlichen Müllentsorger ist das Unternehmen nach und nach zum Spezialdienstleister für Autofabriken geworden. Alles begann mit einem kleinen Auftrag aus dem Ingolstädter Audi-Werk, als der Konzern 1993 eine neue Fertigung in Ungarn eröffnete, übernahm Büchl gleich die komplette Werksentsorgung. Heute arbeiten fast 200 Mitarbeiter für Büchl in Györ.
Regionale Unterschiede
Der Städtetest zeigt zudem, wie groß auch im allgemeinen Aufschwung die regionalen Unterschiede ausfallen. Auffällig gut schneidet etwa die Rhein-Main-Region ab. Berlin erfreut sich einer regen Gründerszene, hat aber bezogen auf die Einwohnerzahl nach Bremerhaven und Gelsenkirchen die meisten Hartz-IV-Empfänger. In Köln gibt es mehr Jobs und mehr Einwohner, aber eine miserable Aufklärungsquote bei Straftaten. Stuttgart darf sich über Platz 5 im Niveauranking, die höchsten Patentzahlen und den fünfthöchsten Anteil Hochqualifizierter freuen.
Viele Strukturdaten haben sich aber verschlechtert, sodass es im Dynamikranking nur zu Platz 42 reicht. In Ostdeutschland zeichnet sich derweil eine Art Marktbereinigung unter den Städten ab. Während die Bevölkerung insgesamt schrumpft, profitieren einige Städte von internen Wanderungen. Rostock ist eine der Wachstumsgeschichten im Osten und punktet mit einem dynamischen Arbeitsmarkt (Platz 15) und hoher Lebensqualität. Ähnlich stark: Leipzig und Dresden. Nirgendwo stieg die Zahl der Beschäftigten schneller als in Leipzig (plus 20 Prozent seit 2007), nirgends sank die Jugendarbeitslosigkeit schneller als in Dresden (minus 5,7 Prozentpunkte). Wegen ihrer hübschen Altstädte müssen sich die Oststädte zudem um eines keine Sorgen machen: das Besucher lieber den Hinterausgang nehmen.