Von Padmaschine zum Vollautomaten: So finden Sie die perfekte Kaffeemaschine
Auch Tschibo startete in der Vorweihnachtszeit eine Werbeoffensive für seine Cafissimo PICCO.
Foto: ScreenshotAlle Jahre wieder beginnt sie, die Kaffeewerbeoffensive. Glaubt man Plakatwerbung oder Fernsehspots, liegt statt Parfum, Krawatten und Unterhaltungselektronik mindestens unter jedem zweiten Christbaum eine Kaffeemaschine. Als Vollautomat, Pad-Maschine, in der Luxusausführung oder rustikal für Espresso- und Mokkaliebhaber, die ihre Bohnen am liebsten über offenem Feuer rösten würden.
Gerade hat Tchibo eine vorweihnachtliche Werbeoffensive für die 49 Euro teure Kapsel-Maschine Cafissimo Picco gestartet, die das Unternehmen dem geneigten Kaffeetrinker wärmstens an Herz legen möchte. Und natürlich unter den Baum. Die Deutschen, ein Volk der Kaffeemaschinenschenker?
"Wer so etwas schenkt, läuft in der Regel wenig Gefahr, dass er die zweite oder dritte Kaffeemaschine anbringt", sagt Holger Geißler vom Kölner Markt- und Meinungsforschungsinstitut Yougov. In den meisten Haushalten gebe es nämlich gar keine Hochglanzautomaten, sondern "nach wie vor Filterkaffee." Da lohne es sich für die Hersteller, zur Vorweihnachtszeit Werbekampagnen zu starten, wie Geißler sagt. "Mit Kaffeemaschinen lässt sich also noch Geld verdienen, der Markt ist nicht gesättigt."
Für 63,6 Prozent der Deutschen gehört die Tasse Kaffee morgens dazu, ohne geht nichts. Laut dem Deutschen Kaffeeverband verbrauchten die Deutschen vergangenes Jahr 6,4 Kilogramm Rohkaffee - im internationalen Vergleich liegen sie damit auf Platz sieben. Was liegt da näher, als den Kaffeegenuss auch mit der entsprechenden Maschine zu veredeln? Preislich liegen die Geräte zwischen 50 Euro für kleine, einfache Pad-Maschinen und mehreren tausend Euro für große, edle Vollautomaten, die so gut wie jede Kaffeespezialität beherrschen. "Richtig tolle Automaten wie die von Jura sind etwas für Spezialisten, die sich auch nicht jeder leisten kann", schränkt auch Geißler die Auswahl ein.
Und während Kaffeemarken aus der Werbung wie Dallmayer, Tchibo, Jacobs oder Eduscho quasi jeder kennt, sieht es bei den Herstellern der Kaffeeautomaten etwas anders aus, wie Geißler erzählt. "Besonders beliebt sind DeLonghi, Senseo, Lavazza, Segafredo und Nespresso", sagt der Marktforscher. Aber das sind eben noch längst nicht alle Geräte, die zu haben sind.
Die Stiftung Warentest hat gut 50 verschiedene Kaffeemaschinen getestet. Sie rät dazu, das Geschenk - egal ob für sich selbst oder einen Freund - nicht nach dem Aussehen oder der Attraktivität der Werbespots auszuwählen. Für die Wahl der passenden Kaffeemaschine sei entscheidend, welcher Kaffeetyp man selber sei. Der Single, der jeden morgen nur eine Tasse Kaffee trinkt, braucht ein anderes Gerät, als die vierköpfige Familie, in der unter drei Tassen niemand das Haus verlässt. Außerdem komme es darauf an, wie viel Zeit für den Kaffeegenuss übrig sei. Wer zwischen aufstehen und Haus verlassen nur 15 Minuten Zeit hat, braucht keinen Espressokocher für den Herd.
Ohne kommen die Deutschen nicht aus dem Bett: Eine Tasse Kaffee gehört für fast zwei Drittel der Bundesbürger (63,6 Prozent) zum Start in den Tag. Laut des Deutschen Kaffeeverbands verbrauchten die Deutschen vergangenes Jahr 6,4 Kilogramm Rohkaffee - im internationalen Vergleich liegen sie damit auf Platz sieben. Die Finnen haben es mit 12,01 Kilogramm Kaffee auf Platz eins geschafft.
Grund genug für die Redaktion von brandeins Wissen, das Magazin "Kaffee in Zahlen" herauszugeben. Demnach gibt es verschiedene Kaffeetypen, wie beispielsweise den...
Foto: dpaPuristen
Der Purist legt wenig wert auf die Kaffeemaschine an sich - oft hat er nicht einmal ein elektrisches Gerät sondern brüht per Hand. Er ist etwas älter und trinkt seinen Kaffee gern schwarz. Einmal am Tag Kaffee genügt dem Puristen. Er trinkt ihn meist morgens oder im Lauf des Vormittags. 16 Prozent der Deutschen gehören zu dieser Kategorie.
Foto: dpaDer Pragmatiker
17 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland gehören zu den Pragmatikern: Ihnen hilft Kaffee vor allem dabei, morgens schnell wach zu werden. Abends trinken sie daher kaum Kaffee. Die Pragmatiker werden als mittelalt und eher weniger zufrieden mit ihrer Lebenssituation beschrieben.
Foto: gms33 Prozent der Pragmatiker trinken ihren Kaffee am liebsten mit Zucker und Milch, nur 27 Prozent bestehen auf schwarzem Kaffee. Bei 24 Prozent kommt der aus dem Espresso-Vollautomaten. Wer so ein modernes Gerät hat, nutzt es zwar entsprechend häufig, spät abends greifen nur noch 28 Prozent der Pragmatiker zur Kaffeetasse.
Foto: dapdDie Anspruchsvollen
Für 19 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland ist Kaffee ein Genussmittel und dementsprechend viel erwarten sie von der Qualität. Die Anspruchsvollen greifen zu jeder Uhrzeit zum schwarzen Wachmacher, etwas mehr als ein Drittel trinkt ihn gern weiß und süß. Spätabends greifen immer noch 50 Prozent der Anspruchsvollen zu Kaffee und 14 Prozent haben zuhause vier oder mehr verschiedene Versionen.
Foto: dpaDie Anspruchsvollen sind auch die Gruppe, in der die meisten Menschen einen Kaffee-Vollautomaten besitzen. 24 Prozent haben ein solches Gerät statt herkömmlicher Kaffee- oder Padmaschinen. 86 Prozent gaben an, ihren Kaffeewunderautomaten regelmäßig zu benutzen.
Foto: CLARK/obsSchlemmer
17 Prozent der Kaffeetrinker mögen es weiß und süß, sie bevorzugen die Milchschaumvarianten wie Latte macchiato und Cappuccino gegenüber klassischem Filterkaffee. Diese sogenannten Schlemmer sind in der Regel junge Frauen. Viele von ihnen haben zuhause eine Pad- oder Kapselkaffeemaschine. 46 Prozent von ihnen schlürfen auch spät abends noch gern einen Milchkaffee.
Foto: REUTERSKaffeevariationen mögen übrigens alle Gruppen gerne: Sowohl Cappuccino und Latte macchiato als auch Eiskaffees und süße Milchkaffees sind überall beliebt. Außer bei der Gruppe der Puristen und der Klassiker trinkt mehr als ein Drittel der unterschiedlichen Kaffeetypen gerne süß und mit Milch.
Foto: CLARK/obsKlassiker
19 Prozent der Konsumenten gehören zu den Klassikern. Das heißt, sie wollen gute, qualitativ hochwertige Kaffeemaschinen und Kaffees. Variationen mit Macadamia-Aroma und Sojamilchschaum sind dagegen nichts für sie. Zu dieser Gruppe gehören viele ältere Menschen, die eher in kleineren Ortschaften als in den Metropolen leben. Kaffee trinken sie zu jeder Tageszeit, bevorzugt Filterkaffee.
Foto: REUTERSDie Genügsamen
Rund 12 Prozent der Kaffeetrinker zählen zur Gruppe der Genügsamen. Sie achten mehr auf den Preis als auf die Qualität, sie trinken aber auch deutlich weniger als die anderen Gruppen. Außer Haus trinken sie eher selten Kaffee. Zu den Genügsamen gehören überwiegend junge Männer.
Foto: APEin ganz besonders luxuriöser und teurer Kaffee kommt übrigens aus Thailand. Der „Kopi Luwak“ zeichnet sich durch eine besonders blumige und schokoladige Note aus und wird von Kaffeeliebhabern in aller Welt geschätzt. Das Besondere: Der Kaffee wird aus Bohnen hergestellt, die von Elefanten ausgeschieden wurden. 25 Elefanten in Chiang Saen fressen die Kaffeefrüchte und scheiden die Bohnen unverdaut wieder aus. Ihre Magen-Enzyme zerkleinern die Proteine der Bohnen und schaffen so das besondere Aroma. Diese Art der Kaffeeherstellung ist an sich nicht neu: In Indonesien und Vietnam wird Kaffee aus dem Dung von Schleichkatzen produziert.
Umgerechnet 34 Euro kostet eine Portion Kaffee der Sorte „Kopi Luwak“.
Foto: dpa
Kaffeevollautomaten wie der Jura Giga 5 gehören inzwischen schon zur Standardausstattung in vielen Haushalten und Büros.
Foto: PresseSo rät die Stiftung Warentest Familien und Vieltrinkern zu Kaffeevollautomaten, die mit ganzen Kaffeebohnen befüllt werden. Die Maschinen, die auch in vielen Büroküchen stehen, machen vom normalen schwarzen Kaffee über den Espresso bis zum Cappuccino mit Milchschaum alles auf Knopfdruck. Diesen Luxus wollen viele gern in der Küche haben: "Zuhause trinken wir Filterkaffee, aber im Restaurant bestellen wir Cappuccino oder Latte Macchiato. Mit solchen Automaten wollen wir uns den Genuss aus dem Restaurant nach Hause holen", erklärt Geißler.
Der Siegeszug der Kaffeekapselsysteme ist ungebrochen. Vor allem der Marktführer Nespresso konnte mit der Palette an bunten Kapseln die Verbraucher überzeugen. Wurden 2005 in Deutschland etwa 400 Tonnen Kaffee in Kapseln verkauft, waren es 2010 bereits 5100. Alle führenden Produzenten bieten inzwischen Systeme an, zuletzt kam in Deutschland die italienische Marke Illy mit ihrem Iperespresso hinzu.
Foto: dapdDer Vorzug der Kapselmaschinen gegenüber klassischen Siebträgern ist die spielend leichte Bedienung, der geringere Stromverbrauch und die geringere Größe der Maschinen; zudem kann das Kaffeemehl nicht oxidieren. Die Nachteile: ein deutlich höherer Kilopreis des Kaffees von mindestens 37 Euro, die geringere Vielfalt an Bohnen und die nicht kompatiblen Systeme. Die Kunden müssen sich für eine Marke entscheiden, die Kapseln der Anbieter passen nicht in die Maschinen anderer Anbieter.
4 Kaffeesysteme im Vergleich:
Foto: dpaIlly
Preis der Maschinen: 155 bis 500 Euro je nach Ausstattung
Preis pro Kapsel: 42 bis 45 Cent
Vielfalt der Sorten: Vier Espressoröstungen, davon eine entkoffeinierte
Besonderheiten: Die Kunststoffkapseln werden über die gelbe Tonne entsorgt
Foto: PresseCafissimo
Preis der Maschinen: 49 bis 89 Euro je nach Ausstattung
Preis pro Kapsel: 25 bis 40 Cent
Vielfalt der Sorten: Neun Röstungen für Espresso bis Caffè Crema für große Tassen
Besonderheiten: Neben den Standartröstungen regelmäßig Editionen für kurze Zeit
Foto: PresseTassimo
Preis der Maschinen: 110 bis 200 Euro
Preis pro Kapsel: 30 bis 33 Cent (für die Kaffeevarianten)
Vielfalt der Sorten: 26 Kaffees von Jacobs Krönung bis Café Hag. Dazu Tees, Schokoladen und Milchkaffee
Besonderheiten: Sehr große Auswahl an Heißgetränken bis hin zum Milchschaum
Foto: PresseNespresso
Preis der Maschinen: 100 bis 500 Euro je nach Ausstattung
Preis pro Kapsel: 35 bis 42 Cent
Vielfalt der Sorten: 16 Röstungen, zusätzlich regelmäßig Sondereditionen
Besonderheiten: Große Geräteauswahl verschiedener Hersteller
Foto: Presse
Beim Milchschaum lässt sich übrigens sparen: Die Automaten mit separatem Milchaufschäumer sind nämlich in der Regel günstiger, als die Variante mit eingebautem Milchquirl. "Genießer wählen einen Vollautomaten mit vielen Einstellmöglichkeiten. Experimentieren Sie mit Kaffeesorte, Mahlgrad, Wassermenge und Temperatur", empfehlen die Warentester. Das Einzige, was der Besitzer eines Vollautomaten noch selber machen muss, ist regelmäßig Kaffee, Wasser und Milch beziehungsweise Milchpulver nachzufüllen. Und natürlich den Automaten zu reinigen. Das ist neben den hohen Anschaffungskosten einer der großen Nachteile. Werden die Maschinen nicht regelmäßig gewartet und gereinigt, kann sich innen Schimmel ansetzen. Außerdem sind viele Automaten beim Mahlen der Bohnen sehr laut. Verlässt der erste Kaffeetrinker das Haus früher als der Rest der Familie, sind mitunter auch gleich alle anderen wach.
Und billig ist der Spaß eben nicht. Unter 200 Euro gibt es kaum Maschinen, nach oben gibt es selbstverständlich keine Grenzen. Dass wir bereit sind, so viel Geld für eine Kaffeemaschine auszugeben, liegt daran, dass Kaffee ein Lifestyle-Produkt und nicht bloß ein Getränk ist. "Kein Mensch fragt Sie, ‚welchen Staubsaugerbeutel benutzt Du‘, aber sehr wohl ‚welchen Kaffee trinkst Du?‘, ‚was für eine Maschine benutzt Du?‘. Kaffeevollautomaten sind unglaublich emotionale Produkte", erklärt Martin Fassnacht, Experte für Preismanagement und Direktor des Zentrums für Marktorientierte Unternehmensführung.
Teure Reparaturen
Kleiner Wermutstropfen: Laut einem älteren Bericht der Stiftung Warentest gibt es häufig Probleme mit dem Reparaturservice, falls das gute Stück trotz richtiger Pflege einmal streikt. So funktionierte beispielsweise der Dienst von Jura, dem Hersteller der Jura Impressa F70 nicht wie gewünscht. Nur eine von drei Maschinen sei nach der Reparatur wieder vollfunktionstüchtig gewesen. "Die Techniker von Jura arbeiteten im Test schlampig und teuer", so das Urteil der Warentester. Der Preis für die ergebnislose Reparatur habe 149 Euro betragen.
Allgemein seien die Reparaturen von Vollautomaten nicht gerade günstig: "Die Stiftung Warentest zahlte 76 bis 158 Euro für die Reparatur von recht kleinen Fehlern", heißt es in dem Bericht. Ärgerlich wird es, wenn die Hersteller einen Pauschalpreis verlangen, wie es bei AEG, Siemens und Jura der Fall sei. Ist bloß eine Dichtung kaputt, wird die Instandsetzung für den Kunden zum teuren Vergnügen. Ganz davon abgesehen, dass er für einen bestimmten Zeitraum seinen Kaffee irgendwo anders trinken muss, weil die Maschine weg ist.
In diesem Punkt sei Jura sehr kundenfreundlich: Die Testkunden hatten nach vier bis zehn Tagen ihren Kaffeeautomaten zurück und die Rechnung habe detailliert aufgeschlüsselt, welche Arbeiten der Kundendienst durchgeführt hat. In diesem Punkt sei der Service bei Gaggia, Saecco und Siemens ähnlich schnell und transparent. Bei AEG, DeLonghi und Krups hätten Testkunden dagegen bis zu vier Wochen auf ihre Maschinen warten müssen. Als besten Kundendienst zeichneten die Prüfer den von Gaggia aus und vergaben insgesamt die Note 2,2 für guten und schnellen Service.
Mindestens genauso in wie Vollautomaten sind Pad- und Kapselmaschinen. Bei den Geräten von Nespresso und Senseo, die laut Holger Geißler auch die meisten Deutschen kennen, ist der Kaffee schon fertig portioniert. Nachteil: Die Maschinen spucken auch nur maximal zwei Tassen aus. Für Vieltrinker und Familien eignen sich die Maschinen also kaum. Ein weiterer Nachteil ist, dass die einzelne Tasse Kaffee oder Cappuccino - die Hersteller bieten zahlreiche verschiedene Kaffeespezialitäten im Tütchen an - vergleichsweise teuer ist. Eine einzelne Tasse Espresso aus der Kapsel- oder Pad-Maschine kostet bis zu 45 Cent - je nach Hersteller.
Trotz der hohen Preise erzielt das Geschäft mit portioniertem Kaffee in Westeuropa Wachstumsraten von nahezu 20 Prozent. Das Modell passt in die hektische Zeit: Der Kaffee kommt binnen Sekunden auf Knopfdruck aus der Maschine, so viel Zeit ist sogar zwischen zwei Meetings.
Jeder Zehnte in Deutschland trinkt einer Umfrage zufolge mehr als fünf Tassen Kaffee am Tag. Das geht aus einer Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. Nur eine Tasse am Tag genehmigen sich demnach zwölf Prozent. 20 Prozent der Befragten verzichten ganz auf das schwarze Heißgetränk.
Doch ist das gesund? Oder eher schädlich? Und hilft Kaffee gegen Kopfschmerzen? Diese und weiter Mythen klären wir im Folgenden auf!
Foto: dpaKaffee senkt das Darmkrebs-Risiko
Laut einer Studie von amerikanischen und israelischen Forschern erkranken Kaffeetrinker seltener an Darmkrebs – egal ob das Getränke Koffein beinhaltet. Demnach senken bis zu zwei Tassen täglich die Gefahr, zu erkranken, um mehr als ein Viertel. Bei mehr als 2,5 Tassen sank die Wahrscheinlichkeit laut Forschern um 50 Prozent. Die Wissenschaftler konnten jedoch nicht eindeutig beweisen, dass der Kaffeekonsum der Grund dafür ist, dass die Probanden seltener an Darmkrebs erkrankten.
Die Wissenschaftler hatten mehr als 5000 Darmkrebspatienten zum Kaffeekonsum im Jahr vor ihrer Diagnose befragt sowie 4000 weitere gesunde Testpersonen. Die Forscher rechneten Faktoren, die Darmkrebs begünstigen, aus ihren Ergebnissen heraus.
Foto: dpaGerücht: Kaffeetrinker leben länger
Forscher aus dem amerikanischen Harvard wollen herausgefunden haben, dass Kaffeetrinker länger leben als diejenigen Verbraucher, die komplett darauf verzichten. Wer bis zu fünf Tassen täglich trinke, habe eine geringeres Risiko frühzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Die Wissenschaftler müssen laut Stiftung Warentest aber noch erforschen, welche Inhaltsstoffe für ein längeres Leben verantwortlich sind. Eines sei klar: Koffein sei nicht der Grund. Denn auch diejenigen Probanden, die koffeinfreien Kaffee tranken, lebten laut Studie länger.
Foto: dpaGerücht: Durch den Klimawandel stirbt der Kaffee aus
Forscher haben herausgefunden, dass die Erderwärmung der Arabica-Bohne - der wichtigsten Kaffeesorte der Welt - besonders zusetzt. Das zu trockene und zu warme Klima könnte dafür sorgen, dass sich der Kaffeemarkt in den nächsten 30 Jahren stark verändern wird, schreiben sie in einer Studie. Zwar wird der Kaffee wohl nicht aussterben, könnte durch die sinkende Verfügbarkeit aber deutlich teurer werden.
Foto: dpaGerücht: Kaffee schadet dem Herzen
Dieses Gerücht scheint falsch zu sein, denn viele Studien ergaben sogar das Gegenteil: So fanden Forscher der Universität Utrecht heraus, dass täglich zwei bis vier Tassen Kaffee das Risiko eines Herzinfarkts um bis zu 20 Prozent senken können. Südkoreanische Wissenschaftler erklärten zudem, dass wenige Tassen am Tag verstopfte Arterien verhindern können. Auch ihre Forschungsergebnisse zeigten, dass Testpersonen, die drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag tranken, deutlich seltener unter Vorzeichen von Herzkrankheiten litten.
Foto: dpa
Gerücht: Kaffee schützt vor Diabetes
Zumindest senkt Kaffeekonsum das Diabetes-Risiko. Dies hat eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung ergeben. Bei täglich über vier Tassen Kaffee lässt sich das Diabetes-Risiko um ein Viertel senken.
Foto: dpaGerücht: Kaffee ist das beliebteste Getränk beim ersten Date
Tatsächlich geht mit 73,3 Prozent die Mehrheit der Deutschen beim ersten Date einen Kaffee trinken. Dies hat eine Umfrage der Online-Partnervermittlung ElitePartner ergeben. Essen gehen liegt mit 72,1 Prozent knapp dahinter. Nur 5,4 Prozent treffen sich beim ersten Date direkt zu Hause.
Foto: FotoliaGerücht: Kaffee macht impotent
Sollte dieses Gerücht stimmen, dann wäre Kaffee wohl das falsche Getränk beim ersten Date. Brasilianische Forscher können jedoch alle männlichen Kaffeekonsumenten beruhigen: Ihren Untersuchungen zufolge haben Kaffeetrinker sogar beweglicherer Spermien, als Männer, die auf Kaffee verzichten. Wissenschaftler der Universität Michigan haben außerdem herausgefunden, dass Kaffeetrinker häufiger Sex haben als Nicht-Trinker.
Foto: dpaGerücht: Kaffee macht munter
Mehrere Studien zeigen, dass Kaffee konzentrierter macht. Eine Untersuchung prüfte etwa die Wirkung von Kaffeekonsum bei Autofahrern, die nachts unterwegs sind. 125 Milliliter machten die Probanden dabei genauso fit, wie ein kurzes Nickerchen.
Foto: dpaGerücht: Kaffee fördert die Ausdauer
Kaffee macht tatsächlich nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit. Geradebei Ausdauersport, wie Laufen, Radfahren und Schwimmen steigert er die körperliche Leistung.
Foto: dpaGerücht: Kaffee bringt Menschen um den Schlaf
Wenn Kaffeekonsum fit und munter macht, liegt es nahe, dass er Menschen beim Einschlafen hindert. Dies belegen Studien zwar, allerdings schwankt die Wirkung je nach dem, wie häufig Menschen zum Kaffee greifen. Bei Vieltrinkern hat sich der Körper an das Koffein gewöhnt, wodurch die Wirkung bei ihnen weniger stark ist. Sie haben auch nach einer späten Tasse Kaffee weniger Probleme mit dem Einschlafen.
Foto: CLARK/obsGerücht: Kaffee macht nervös
Es gibt den Verdacht, dass Kaffee gerade bei gestressten Menschen die Ängstlichkeit fördert. Dies gilt laut wissenschaftlichen Untersuchungen zumindest nicht langfristig. Eine Studie von 2011 mag beispielsweise einen positiven Zusammenhang von Koffein und Angsterscheinungen zeigen. Ein Versuch ein Jahr später mit Ratten, die ständig unvorhersehbarem Stress ausgesetzt wurden, zeigte jedoch, dass ihre Ängstlichkeit und ihr depressives Verhalten nach einem langfristigen Koffeinkonsum sank.
Foto: dpaGerücht: Kaffee schadet in der Schwangerschaft
Dies gilt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nur dann, wenn Schwangere zu viel Kaffee trinken. Bis zu drei Tassen täglich sind jedoch unbedenklich für Schwangere und stillende Mütter, sowie für deren Kinder.
Foto: dpaGerücht: Kaffee entzieht dem Körper Wasser
Das stimmt, aber laut Deutschem Grünen Kreuz handelt es sich nur um kleine Mengen an Wasser, die Kaffee dem Körper entzieht. Kaffeetrinker scheiden täglich nur drei Prozent mehr Wasser aus als Nicht-trinker.
Foto: dpa2016 könnten Pads und Kapseln deshalb ein Drittel des Kaffee-Marktes ausmachen, wie Roland Weening, Marketingchef für Kaffee bei Mondelez sagt. Mondelez ist der US-Konkurrent von Nestlé, dem Hersteller der Nespresso-Kaffeeautomaten, für die George Clooney wirbt. Nestlé beziehungsweise Nespresso ist quasi der Erfinder des Kapselkaffee und hat mit seinem System den Markt revolutioniert. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr 3,6 Milliarden Euro Umsatz.
Demnächst will das Unternehmen unter dem Namen "Tpresso" auch mit Teekapseln den Umsatz steigern. "Unsere Lösung bietet weit mehr als die bloße Verkapselung", betont Eric Favre, der Erfinder und Entwickler des Nespresso-Systems. Tpresso solle eine neue Generation für den Genuss von Tee und Grüntee gewinnen, "da das Konzept – genau wie Nespresso im Fall des Kaffees – die unverfälschte Entfaltung der Aromen erlaubt." Idee und Konzept habe man aus Altersgründen allerdings an einen Investor verkauft.
Das Problem an dieser Vormachtstellung von Nestlé auf dem Kapselmarkt ist, dass Nestlé lange Zeit die Preise für Kaffeekapseln bestimmen konnte. Gegen Unternehmen wie Ethical Coffee und den Schweizer Einzelhändler Denner, die billigere Konkurrenz-Kapseln für das Nespresso-System auf den Markt brachten, ging der in Vevey am Genfersee ansässige Konzern gerichtlich vor - bisher allerdings ohne Erfolg. Seit dem im Juni diesen Jahres auch noch die Patente abgelaufen sind, kämpft Netlé mit Nachahmern. Gerade Tchibo schwingt sich auf, dem Konkurrenten die Kaffeekrone zu entreißen. Für die Kunden "ist es schon hilfreich, dass bei Nespresso die Patente ausgelaufen sind und billige Maschinen jetzt den Markt aufräumen", ist Geißler überzeugt.
In der Schweiz bietet Aldi Nespresso-kompatible Kapseln an, in Deutschland steht Douwe Egberts mit einer Kapselversion von Senseo in den Regalen und auch Mondelez will in Deutschland, der Schweiz und Österreich Kaffeekapseln für das Nespresso-System lancieren. "Wir erwarten ein sehr starkes Wachstum durch diese spezielle Markteinführung", sagte Weening von Mondelez.
Die „Expressi-Kapseln“ von Aldi kosten derzeit gut drei Euro für 16 Stück. Der Preis pro Tasse liegt damit nur noch bei knapp 19 anstatt wie bei Nespresso bei 40 oder 45 Cent. "Aldi muss keinen George Clooney als Werbegesicht bezahlen und kann deshalb günstige Kapseln anbieten", so Geißler. Ob der dem Nespressoliebhaber genauso gut schmeckt, ist eine andere Frage, das Image der Marke entscheidet nämlich mit. "Der Kaffee schmeckt wegen George Clooney tatsächlich besser: Im Blindvergleich würden wir unseren Lieblingskaffee wahrscheinlich gar nicht erkennen, die Werbung macht den Unterschied aus", weiß der Experte. "Für eine Marke, mit der positive Emotionen und ein Image verbunden werden, sind die Leute auch eher bereit, mehr zu zahlen."
Allein darauf will sich Nespresso aber offenbar nicht verlassen und setzt sich gegen die Konkurrenz zur Wehr: veränderte Kaffeeautomaten zerquetschen die billigen Kapseln einfach. Die Nadel, die die Kaffeekapseln aufpiekt, öffnet fast nur noch Original Nespresso-Kapseln.
Kapseln, die mit den Nespresso-Maschinen kompatibel sind, sind beispielsweise die der Zuiano Coffee GmbH in Bremen. "Nicht alle Alternativen zu Nespresso-Kapseln haben Probleme mit den neuen Maschinen", bestätigt Geschäftsführer Till Robert. Auch bei den Kapseln von Senseo, einem Produkt von D.E Masterblenders 1753, tauchen die Probleme nicht auf. "Senseo Capsules sind von den Problemen nicht betroffen, da sie aufgrund der Aroma-Poren an Ober- und Unterseite der Kapseln ohne das Anstechen funktionieren", sagt Thorsten Bross, Marketing Director bei Douwe Egberts.
Vielen anderen Kapseln droht allerdings der Tod durch Zerquetschen, statt Kaffee oder Latte Macchiato kommt nur noch eine wässrige Brühe aus dem teuren Automaten. Wer also eine Kapselmaschine verschenken möchte, sollte bedenken, dass nicht alle Kapseln mit den Automaten kompatibel sind.
Rückkehr der Puristen
"Auf der anderen Seite gibt es derzeit wieder einen Kaffeetrend hin zum Purismus, also am liebsten handgemahlener Kaffee, der von Hand gebrüht wird", sagt Geißler. Und auch für die Freunde des traditionellen Kaffeegenusses gibt es passende Kaffeemaschinen. Vorteile: wenig Abfall durch Einzelverpackungen, dafür viel Aroma. Nachteil: Handarbeit.
Für Puristen eignen sich Siebträgermaschinen oder Espressokocher. Wer derartiges Kaffee-Equipment verschenkt, sollte allerdings ganz sicher sein, dass der Empfänger Zeit und Muße für handgebrühten Kaffee hat - und kein begeisterter Cappuccino-Trinker ist. Bei den Siebträgermaschinen wird gemahlener Kaffee verwendet - am besten von Hand gemahlen - der dosiert, angedrückt und überbrüht wird. Für den perfekten Espresso braucht der Kaffee-Fan allerdings ein bisschen Übung oder eine teure Maschine, die individuell einstellbar ist. Auch die typisch italienischen Espressokocher bedürfen einiger Übung, damit der Kaffee nicht verbrennt oder zu bitter wird. Dafür sind die Kännchen, die auf den Herd gestellt werden, sehr preisgünstig und haben einen gewissen Retrostil-Faktor, an den teure Hochglanzautomaten einfach nicht ran reichen.
Und auch wenn sie als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum sicher denkbar unsexy ist, viele schwören (wieder) auf ganz normale Kaffeemaschinen. Sie sind zwar nicht schön, können keinen Cappuccino, keinen Moccachino, keinen Sojalatte mit Milchschaum, und sie reinigen sich auch nicht selbst. Dafür sind sie günstig, machen bis zu zwei Liter Kaffee auf einmal, und der Kaffee aus Omas Kaffeemaschine liefert rund doppelt so viel Koffein wie ein Espresso, nämlich 80 bis 100 Milligramm pro Tasse. Und ob der gute BlueMountain-Kaffee oder doch lieber die Billigvariante vom Discounter darin gebrüht werden, sind sowohl der Maschine, als auch dem Filter egal.