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  4. Investition in Everdrop, Hellofresh, Flaschenpost, Thermondo & Co.: Thermomix-Erfinder Vorwerk hält Beteiligung an Putzmittel-Start-up und weiteren Unternehmen

Thermomix-Erfinder investiertVorwerk beteiligt sich an Putzmittel-Start-up Everdrop

Das Münchner Start-up Everdrop bietet nachhaltige und plastikfreie Putz- und Waschmittel an. Nun erhält das Jungunternehmen finanzielle Unterstützung von der alten Garde: Der Thermomix-Erfinder Vorwerk beteiligt sich.Stephan Knieps 14.02.2021 - 10:00 Uhr

Mit diesen in Wasser auflösbaren Putzmittel-Tabs will das Start-up Everdrop Einwegplastikflaschen einsparen.

Foto: Presse

Der Kobold-Staubsauger für die Teppich- und Fliesenreinigung, der Thermomix fürs Kochen – und zukünftig wasserlösliche Tabletten zum Putzen? Das Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk arbeitet an seiner Portfolio-Erweiterung: Über seine Investitionsgesellschaft Vorwerk Ventures beteiligt sich der Traditionskonzern am Münchner Start-up Everdrop.

Das Jungunternehmen wurde im Oktober 2019 gegründet und verspricht besonders ökologische Reinigungs- und Putzmittel zu liefern: Everdrop verkauft Haushaltsreiniger in Form kleiner Tabs, die der Kunde in einer Sprühflasche in Wasser auflöst. Ist die Flasche leer, füllt man sie erneut mit Wasser und löst das nächste Tab darin auf. Auf diese Weise wollen die Gründer Einwegplastikflaschen einsparen.

Vorwerk ist nun einer von drei Investoren in einer Finanzierungsrunde in Höhe eines niedrigen achtstelligen Betrags, wie die WirtschaftsWoche erfahren hat. Hauptinvestoren sind HV Capital von Holtzbrinck Ventures sowie der Wagniskapitalgeber Felix Capital aus London. Die Briten sind bekannt für ihre Investitionen in der Konsumgüterbranche. So investierte Felix Capital etwa in den Online-Essenslieferdienst Deliveroo, das Amsterdamer E-Bike-Unternehmen Vanmoof, das schwedische Hafermilch-Unternehmen Oatly und in Peloton, das aufstrebende New Yorker Spinningrad-Start-up.

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Die Investition in Everdrop stellt für Vorwerk nur ein vergleichsweise geringes finanzielles Wagnis dar, Vorwerk Ventures probierte und probiert so manches aus. Beim Wuppertaler Mutterkonzern mit seinen 136 Jahren ist nicht ganz so viel Abwechslung vorhanden: Von den knapp 2,9 Milliarden Euro Umsatz entfallen rund 43 Prozent auf den Thermomix. Zu Beginn der Pandemie erweiterte Vorwerk das typische Direkt-Vertriebsmodell um Telefon-Meetings. Der Umsatz wuchs zweistellig. Denn die Wuppertaler Wunder-Küchenmaschine – mit dem wundersamen Preis von 1.325 Euro für das Spitzenmodell – verfügt über zahlreiche, teils begeisterte Anhänger – im Gegensatz zum neu eingeführten Tee-Vollautomaten namens „Temial“, dessen Markteinführung bislang wenig überzeugte.

Der ehemals zweite, große Umsatzbringer neben dem Thermomix, der Kobold-Staubsauger, findet zunehmend weniger Anklang. Und so finden sich auch unter den bisherigen Vorwerk'schen Beteiligungen vorzeigbare Investments, wie etwa der Kochbox-Versender Hellofresh, der von Dr. Oetker übernommene Getränkelieferservice Flaschenpost oder das Heizungsbauer-Start-up Thermondo; aber eben auch solche, die, vorsichtig formuliert, noch nicht in diese Bekanntheits- und Umsatzliga aufsteigen konnten.

Everdrop soll da natürlich in die erste Kategorie fallen. Norbert Muschong von Vorwerk Ventures jedenfalls formuliert die Hoffnung, die Gründer hätten bereits bewiesen, „dass sie einen an sich gesättigten Markt komplett aus den Fugen heben können“. Und David Stefan Fischer von HV Capital befindet, Everdrop entzaubere den Mythos, dass nachhaltige Haushaltsprodukte nicht auch „erschwingbar für den Massenmarkt“ sein könnten – was aber natürlich eine Definitionssache ist: Denn für ein Set bestehend aus drei wiederverwendbaren Sprühflaschen und drei Tabs verlangt Everdrop stolze 30 Euro. Mit der neuen Millionen-Finanzspritze wollen die Gründer auch die weitere Expansion ins Ausland finanzieren. Erst im Januar starteten die drei Gründer Christian Becker, Daniel Schmitt-Haverkamp und David Löwe und ihre rund 50 Mitarbeiter ihre Auslandsexpansion mit den Märkten Schweden, Holland, Großbritannien, Frankreich und Italien.

Neben den Putzmittel-Tabs bieten die Münchner auch nachhaltiges Waschmittel an, das an den Wasserhärtegrad des Nutzers angepasst wird, womit das Start-up umweltschädliche Tenside vermeiden will. Zudem produziert Everdrop plastikfreie Spülmaschinentabs, die, wie die anderen Produkte auch, in Altpapier eingepackt werden. Für diese ökologischen Ideen erhielt das Jungunternehmen im November den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Und im laufenden Jahr plant Everdrop, ein gutes Dutzend neuer Produkte einzuführen. In diesem Fall dürften die nun eingesammelten Millionen nicht lange reichen.

Mehr zum Thema: Woran Deutschlands spannendste Start-ups arbeiten – und was Investoren davon halten.

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