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EntscheidungsMacher Wie Vonovia-Chef Rolf Buch ein Immobilienimperium formte

Vonovia: Wie Rolf Buch die Immobilienfirma umkrempelte Quelle: dpa Picture-Alliance

Binnen weniger Jahre hat Rolf Buch den einstigen Mieterschreck Vonovia zu Deutschlands größtem Vermieter und Europas wertvollstem Wohnungsunternehmen umgebaut. Ein richtungsweisender Erfolg.

Rolf Buch ist für seinen rasanten Fahrstil berüchtigt. „Man muss auch ’ne Schwäche haben“, sagte der Vonovia-Chef mal dazu. Buch liebt Schnelligkeit. Nicht nur auf der Straße, sondern auch im Beruf.

Innerhalb von fünf Jahren hat der 53-Jährige den einstigen Mieterschreck zu Deutschlands größtem Vermieter und Europas wertvollstem Wohnungsunternehmen umgebaut. Mehr noch: Er hat die deutsche Wohnungsbewirtschaftung industrialisiert wie kein anderer. Buchs Erfolge sind richtungsweisend – deshalb nominiert die WirtschaftsWoche ihn für die Serie EntscheidungsMacher.

150 000 Wohnungen hatte die Vonovia im Jahr 2013 im Portfolio, damals hieß das Unternehmen noch Deutsche Annington. Heute sind es 400 000. Im gleichen Zeitraum hat Buch die Mitarbeiterzahl auf 10 000 mehr als verdreifacht. Auch die Geschäftszahlen des Dax-Unternehmens sind vorzeigbar. Im vergangenen Jahr ist der operative Gewinn um 21 Prozent auf knapp 921 Millionen Euro gestiegen, der Aktienkurs um 34 Prozent.

Über die Serie

Dass Buch die Vonovia-Aktionäre beglückt, liegt an einer Mischung aus klugen Entscheidungen und glücklichen Umständen. Zum einen stieß Buch Wohnungen in nicht gefragten Städten ab und konzentrierte sich auf jene Metropolen, in denen der Wohnraum knapp und die Mieten hoch sind. Zum anderen konnte er Konkurrenten wie die Gagfah dank niedriger Zinsen übernehmen.

Größe ist für Buch aber mehr als ein Selbstzweck. Nun kann der ehemalige Bertelsmann-Vorstand seinen Lieferanten für Aufträge entsprechende Mengenrabatte abverlangen, außerdem lässt er immer mehr Arbeiten von Handwerkern und Architekten aus den eigenen Tochterfirmen erledigen. So bleibt mehr Wertschöpfung in der Firma.

Mittlerweile vermietet Vonovia ihren Kunden Küchen und verkauft ihnen Versicherungen. Buch kann sich auch vorstellen, seinen Mietern künftig Autos zu vermieten.

An Herausforderungen fehlt es trotzdem nicht. Das Image der Branche ist immer noch mies. Buch wollte kürzlich eigentlich den gesamten Wohnungsbestand in Deutschland modernisieren lassen und anschließend die Mieten erhöhen. Nach heftigen Protesten reagierte er in der vergangenen Woche: „Wir werden unsere Investitionsstrategie dramatisch ändern.“ An seinem Plan, 2019 in Deutschland 2900 Wohnungen zu bauen, will er trotzdem festhalten.

Weiteres Geld soll in die Modernisierung von Häusern im Ausland fließen: Nach zwei österreichischen Gesellschaften hat Vonovia in diesem Jahr das schwedische Wohnungsunternehmen Victoria Park übernommen. Damit stehen auch Städte wie Amsterdam, Paris und Madrid auf seiner Beobachtungsliste.

Sein nächstes Ziel ist damit klar: Die Vonovia soll ein europäischer Wohnungsriese werden – vielleicht sogar ein globaler.

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