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FerienTeurer als jedes Luxushotel: So machen die Superreichen Urlaub

Auf Mallorca demonstrieren Bewohner gegen Touristenmassen, Thailand sperrt die berühmte Maya Bay für Besucher. Kein Problem für all jene, die ohnehin genug Geld haben. Ein paar abwegige Reisetipps.Jannik Deters 04.08.2024 - 08:54 Uhr
Foto: imago images

Ganz uneigennützig war das Geschenk nicht, das Bill Kaulitz seiner Schwägerin machte. Der Sänger und Unternehmer schenkte Heidi Klum, der Frau seines Bruders Tom Kaulitz, eine Fahrt im Orient-Express zum Geburtstag – „und natürlich hab ich mich frecherweise einfach mit selbst eingeladen“, erzählt Bill im Podcast mit seinem Bruder.

Topmodel Heidi Klum und die Kaulitz-Brüder, alle drei mehrfache Millionäre, in einem Zug durch Europa, kaum vorstellbar und doch ein „Traum“ für die beiden Podcaster. Sie haben viel gesehen, können sich fast alles leisten. Da ist es nicht so einfach, „etwas zu finden, wo selbst wir noch das Gefühl haben, wow, ist das schick“, wie Bill Kaulitz sagt. Aber sie haben noch etwas gefunden, das sie begeistert. Privater Butler, feinstes Essen, alle Getränke inklusive, eigene Bäder aus Marmor und Muranoglas – so eine Fahrt im Orient-Express von Paris nach Venedig gibt es ab 4200 Euro pro Person. Die Grand Suite mit einem Wohnzimmer und „free-flowing“ Champagner kostet 13.300 Euro. Um den auszukosten, hat man gut 24 Stunden Zeit an Bord des Luxuszugs.

Aber es geht noch deutlich ausgefallener. Ein Antarktis-Luxustrip für 71.500 US-Dollar. Eine 150.000 Dollar teure Jahresmitgliedschaft in einer Superreichenagentur, die ausgefallene Reisen etwa mit Luxusyachten zu Privatvillen oder mit Privatjets in die Antarktis sowie ausgebuchte Restaurants vermittelt. Und zwar unbegrenzt. Ein privater Flug ins Weltall für 250.000 Dollar, auf Warteliste. Die Grenzen des Irdischen für den nächsten unverwechselbaren Kick sind längst aufgehoben.

Ausblick in der Antarktis: Auch an den entlegensten Orten bieten manche Firmen Luxus pur.

Foto: Courtesy of White Desert

Vom Massentourismus halten sich Superreiche wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg oder Amazon-Erfinder Jeff Bezos fern. Der führt immer wieder zu Überlastung wie gerade in Thailand. Die weltberühmte Maya Bay auf dem Traumarchipel Ko Phi Phi ist seit diesem Donnerstag für zwei Monate geschlossen. Die Bucht und ihr fragiles Ökosystem müssen sich von den Menschen erholen. Neben der aus dem Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio weltberühmten Maya Bay wurden noch zwei weitere Buchten geschlossen.

Zuckerberg und Bezos kennen solche Einschränkungen nicht. Sie besitzen riesige Anwesen auf entlegenen Inseln, auf denen sie mehr oder weniger spannende Dinge tun. Der britische Milliardär Richard Branson hat gleich eine ganze Insel in der Karibik, Necker Island.

Branson ist reich geworden mit Telekommunikation und einem Luftfahrtunternehmen. Mit seiner Firma Virgin Galactic bringt er heute andere Superreiche an ungewöhnliche Orte, das Weltall zum Beispiel. Einer, der auf Bransons Dienstleistung wartet, ist Lars Hinrichs, Gründer des Business-Netzwerks Xing, Start-up-Investor und Juror in der WirtschaftsWoche-Rubrik „Start-up der Woche“. Die Viertelmillion fürs All hat er übrig. Aber er muss noch viele Jahre warten, die Anzahl der Flüge und Plätze ist rar.

250.000 Dollar für ein Ticket in den Tod

Manche bezahlen ihre Reise in ungeahnte Höhen und Tiefen jedoch mit dem Tod. 2014 havarierte ein Branson-Raumschiff bei einem Test, der Co-Pilot kam dabei ums Leben. Und vor gut einem Jahr implodierte die Tauchkapsel „Titan“ auf einem kommerziellen Tauchgang zum Wrack der „Titanic“. Die fünf Insassen, darunter der Chef des Anbieters Ocean Gate, starben. Das Unternehmen, das für ein Ticket 250.000 Dollar nahm, hat den Betrieb eingestellt.

Doch zwei Unternehmer aus den USA wollen beweisen, dass der Trip in vier Kilometer Tiefe sicher ist – und planen neue Reisen.

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Auf die nächste Mutprobe, den nächsten Adrenalinkick, das nächste Erlebnis, das nicht im Reisekatalog steht, kommen die Reichen dieser Welt nicht unbedingt selbst. Sie haben meist wenig Zeit für solch eine Suche – mehr noch: Wenn sie etwas finden könnten, wäre es wohl nicht exklusiv genug. Auch für solche Dienste haben Menschen wie Zuckerberg, Branson oder Hinrichs ihre Leute.

Jaclyn Sienna India ist so eine Ermöglicherin. Sie hat Sienna Charles gegründet, eine Reiseagentur für Superreiche. „Wir haben Versailles für ein privates Candle-Light-Dinner geschlossen. Wir haben Monumente in der Türkei dichtgemacht. Wir haben wirklich coole Partys an den Pyramiden veranstaltet“, erzählte sie kürzlich in einem Interview mit dem US-Lifestylemagazin „The Cut“. Auch ein privates Frühstück auf dem Triumphbogen in Paris hat sie nach eigenen Angaben schon organisiert. Unbegrenztes Budget, unbegrenzte Möglichkeiten.

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Die Preise, die Sienna Charles veranschlagt, sind ebenfalls abenteuerlich. Die Jahresgebühr liegt bei bis zu 150.000 Dollar, für unbegrenzt viele Reisen und Dinner, aber auch lebensnahe Dienstleistungen für Reiche, etwa die Vermittlung von Hauspersonal oder Hilfe beim Einrichten eines Fitnessstudios daheim. Auf der Webseite richtet sich das Unternehmen explizit an Menschen mit einem Nettovermögen von 100 Millionen Dollar aufwärts.

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Urlaub von der Stange hat auch Beate Arnold nicht im Angebot. Als „Manufaktur“ bezeichnet sie Airtours Private Travel, eine Tochter des Tui-Konzerns, deren Chefin sie ist. Sie richtet sich an sehr wohlhabende Menschen, die meistens hohe fünfstellige Summen für ihre Reisen bezahlen, nicht selten auch sechsstellige. „Unseren Kunden ist bewusst, dass außergewöhnliche Reisen so viel kosten können wie Häuser oder Autos.“

Asien, sagt Arnold, sei nach wie vor günstiger als Nord- und Südamerika. Mit einer Ausnahme: Japan. „Etwas Teureres gibt es derzeit fast nicht.“ Ein deutsch- oder englischsprachiger Reiseführer sei unter 1000 Dollar am Tag nicht zu bekommen – in der Nebensaison.



Auch wenn Arnold fast jeden Wunsch erfüllen, fast jeden Traum wahr machen möchte, manches kann und manches will sie eben doch nicht ermöglichen. Sie und ihr Team machten den Kunden klar, dass sie Abstriche machen müssten, wenn sie etwa ein Erlebnis mit wilden Tieren haben wollten. „Sie müssen eben abwägen: Ist mir der Service, das fantastische Bett wichtiger als die Begegnung mit dem Eisbären?“

Nachhaltige, einmalige Erlebnisse

Ihren Anspruch, edel zu wohnen, müssten die Reichen an entlegenen Orten wie der Hudson Bay in Kanada, wo acht Monate Frost herrscht, zurückschrauben. Das Verständnis dafür habe aber zugenommen, sagt Arnold. Ihre Kunden interessierten sich für die Umgebungen, in die sie eindringen, und ihre Schwierigkeiten. Bei „Bootstouren, um privat mit Tieren zu schwimmen“, hört der Spaß auf, sagt die Reiseberaterin. „Solche Wünsche gibt es, das machen wir aber nicht.“

Dagegen wirkt eine Zugfahrt über den alten Kontinent fast schon bieder. Aber das Segment boomt. „Der Orient-Express ist das Nonplusultra“, sagt etwa Reiseexperte Moritz Lindner. Aber auch in Südostasien seien Schienentrips beliebt, und alles rund um die Ruinenstadt Machu Picchu in Peru. Once-in-a-lifetime-Erfahrungen nennt das Lindner. Wahrlich einmalig.

Die Preise dafür seien „Wahnsinn“. Unter 1000 Euro pro Nacht ist Holzklasse. „Dagegen sind selbst Spitzenhotels günstig“, sagt Lindner. Dass sich das nicht jeder leisten kann, weiß auch Bill Kaulitz. „Das ist natürlich nicht bei jedem im Budget, aber wenn man mal auf was hinsparen möchte, ich sag euch: Ihr werdet nicht enttäuscht sein.“

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