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„Liberation Day“ sorgt für fallende KurseZölle gegen Vietnam und Co. treffen Adidas, Nike und Puma hart

Die von den USA angekündigten Zölle gegen zahlreiche Länder sorgen vor allem bei Sportartikel-Herstellern für fallende Kurse.Reuters 03.04.2025 - 15:43 Uhr
Besonders Nike leidet aufgrund seiner globalen Lieferketten unter den US-Zöllen. Foto: Michael Kappeler/dpa

Sneaker und Hoodies dürften in den USA wegen der hohen Zölle gegen asiatische Länder wie Vietnam und Kambodscha deutlich teurer werden. Die weltgrößten Sportartikelfirmen Nike, Adidas und Puma lassen dort mehr als 90 Prozent ihrer Schuhe und Sportkleidung fertigen und können kurzfristig auch kaum ausweichen. Eine nennenswerte Produktion gibt es weder in den USA noch in Europa.

Die Zölle könnten die Margen in der ganzen Branche um mehr als zehn Prozentpunkte drücken, sagte Metzler-Analyst Felix Dennl am Donnerstag, einen Tag nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten drastischen Zollpaket. Die Verbraucher in den USA dürften zudem weniger für Textilien ausgeben. „Die Sportartikelhersteller werden wohl mit Preiserhöhungen in den USA reagieren“.

Nach Berechnungen der UBS müssten die Preise allein wegen der Zölle gegen Vietnam um zehn bis zwölf Prozent erhöht werden. Das drückte die Aktien der ganzen Branche massiv: Adidas brachen um zehn Prozent auf 198,95 Euro ein und lagen erstmals seit fast einem Jahr wieder unter der 200-Euro-Marke. Mit der gebeutelten Puma-Aktie ging es elf Prozent auf 20,28 Euro nach unten, den tiefsten Stand seit fast neun Jahren. Nike gaben in Frankfurt 12,7 Prozent nach und lagen mit 52 Euro so tief wie seit Ende 2017 nicht mehr.

Adidas und Puma wollten sich zunächst nicht zu den neuen Zöllen äußern. Beide erwirtschafteten in Nordamerika 2024 knapp ein Viertel ihres Umsatzes. Bei Adidas machte der Subkontinent elf Prozent des Betriebsergebnisses aus, bei Puma sogar 23 Prozent. Beide haben in den USA geringere Marktanteile als der Platzhirsch und Weltmarktführer Nike, der aber nicht nur mit der schwachen Konjunktur, sondern vor allem mit hausgemachten Problemen kämpft.

Bei Adidas hatte der Umsatz in Nordamerika im vierten Quartal 2024 um mehr als zehn Prozent angezogen, und auch für das laufende Jahr erwarteten die Herzogenauracher dort bisher zweistellige Wachstumsraten. Puma-Chef Arne Freundt hatte die USA als Wachstumsfeld sogar besonders ins Visier genommen, weil sich die weltweite Nummer drei dort für seinen Geschmack bisher zu sehr im Billigsegment tummelt.

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Die Sportartikelbranche war in den vergangenen Jahren wegen der Spannungen der USA mit China zunehmend auf andere Länder in Asien ausgewichen. Nike bezieht die Hälfte seiner Schuhe und 28 Prozent seiner Textilien aus Vietnam, bei Adidas sind es bei Schuhen 39 Prozent und bei Bekleidung 18 Prozent. Nur bei Puma dominiert noch China mit 28 Prozent vor Vietnam (26 Prozent). Umso härter treffen sie Zölle von 46 Prozent auf Waren aus Vietnam. Gegen Kambodscha verhängte US-Präsident Trump sogar einen Zollsatz von 49 Prozent, gegen China steigen die Abgaben um 34 Prozentpunkte auf 54 Prozent. Für Indonesien, wo Adidas inzwischen fast ein Drittel seiner Schuhe produzieren lässt, gilt ein Satz von 32 Prozent.

Dass das Problem nicht nur die Platzhirsche der Branche betrifft, zeigt das Beispiel Deckers Outdoor. Die Aktie des als Flip-Flop-Hersteller gestarteten Unternehmens aus dem US-Bundesstaat Kalifornien ist an der US-Technologiebörse Nasdaq aktuell um über 15 Prozent im Minus. Zwar legt Deckers nicht offen, wo seine Produkte hergestellt werden, doch Analysten von Evercore ISI tippen auch hier mehrheitlich auf Vietnam. Expertin Jesalyn Wong rechnet US-Medien zufolge mit einem Produktionsanteil von ungefähr 60 Prozent für Vietnam und 20 Prozent für China.

Textilien und Stoffe machten im vergangenen Jahr mit rund 15 Milliarden Dollar zehn Prozent der gesamten Exporte Vietnams in die USA aus. „Es scheint, als sollte mit den Zöllen gezielt die Bekleidungsindustrie getroffen werden“, schrieb Analyst Dylan Carden von William Blair in Chicago. Der durchschnittliche US-Zollsatz für Textilien steige damit auf 30,6 von 14,5 Prozent, hat Professor Sheng Lu von der University of Delaware ausgerechnet.

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