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Bitcoin steigt wieder Nach dem Krypto-Crash: Das sollten Anleger jetzt wissen

Quelle: imago images

Die Kurse von Bitcoin und anderen Kryptowährungen waren zuletzt massiv eingebrochen, nun scheint es wieder bergauf zu gehen. Warum sind die Preise überhaupt so gefallen – und warum ist Ether stabiler als der Bitcoin?

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Auf dem Kryptomarkt wurden am Wochenende mal eben so, innerhalb von 24 Stunden, eine halbe Billion Dollar verbrannt. Der Kursrutsch bei den größten Kryptowährungen am Markt, Bitcoin und Ethereum, war drastisch. Andere Coins wurden mitgerissen. Es scheint fast so, als wollte der Markt seinen Anlegern eine Lehrstunde erteilen – bis Kryptowährungen auch für sicherheitsbewusste Anleger ein „sicherer Hafen“ sind, ist es noch ein weiter Weg.

Bis auf 41.967 Dollar sackte der Preis für Bitcoin zwischenzeitlich ab, stieg zu Wochenbeginn aber wieder deutlich. Am Mittwochmorgen notierte er bei über 50.000 Dollar. Vor wenigen Tagen noch hat der Bitcoinkurs an der 60.000-Dollar-Marke gekratzt, Mitte November notierte er auf dem Rekordhoch von knapp 68.500 Dollar. Ähnlich sieht es bei Ether aus, der zweitwichtigsten Kryptowährung. Allein in den vergangenen 24 Stunden verlor der auf der Ethereum-Blockchain basierende Coin mehr als sechs Prozent seines Werts, insgesamt fiel der Einbruch der vergangenen Woche allerdings deutlich glimpflicher aus als beim Bitcoin.

Warum spielen die Preise am Kryptomarkt gerade verrückt? Und kommt Ether besser davon als andere Coins?

Ganz klar sind die Gründe für den Kurssturz nicht, es kursieren diverse Erklärungsversuche unter Analysten und Marktbeobachtern. Grundsätzlich bleibt auch der Kryptomarkt von der allgemeinen Verunsicherung an den Börsen nicht verschont. Sorge um die neue Coronavariante Omikron haben auch Bitcoiner und Kryptoenthusiasten verunsichert. Viele Analysten machen daher nach den Kurssteigerungen der vergangenen Monate schlicht Gewinnmitnahmen für den Einsturz verantwortlich. Gerade am Wochenende könnten die an den weniger liquiden Märkten für enorme Schwankungen sorgen. Nicht nur die Kryptomärkte bekommen die Unsicherheit zu spüren, auch Tech-Aktien wie Tesla oder Robinhood verloren stark an Wert.

Auch die Aussichten auf die kommenden Tage dürften Anlegern Sorgen bereitet haben. Am Mittwoch werden in den USA einige Kryptomanager vor dem Repräsentantenhaus befragt. Mit dabei sein soll unter anderem der Chef der Kryptobörse Coinbase. Anleger befürchten, die US-Regierung unter Präsident Biden könnte Kryptowährungen deutlich strenger regulieren und damit den Kursanstieg an den Märkten vorerst abwürgen.

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    Sorgen bereiten Kryptoanlegern auch die steigenden Inflationszahlen, ein Eingreifen der US-Notenbank Fed wird immer wahrscheinlicher. Damit würde für Kryptowährungen sozusagen eine neue Ära beginnen: Den Bitcoin gibt es seit 2009. Viele Notenbanken, darunter auch die Europäische Zentralbank (EZB), haben ihre Leitzinsen in dieser Zeit fast ausschließlich gesenkt. Auch die Fed hat ihre temporären Zinserhöhungen auf bis zu 2,5 Prozent längst wieder hinter sich gelassen und beließ den Leitzins in Folge der Pandemie bei 0,25 Prozent. Sprich, der Bitcoin und andere Kryptowährungen müssen erst unter Beweis stellen, wie sie sich in einem inflationären Umfeld bei steigenden Zinsen behaupten.



    Hinzu kommen kryptotypische Probleme: Der Hack der Kryptobörse Bitmart dürfte das Vertrauen in den Markt nicht gerade stärken. Laut Angaben der Börse haben Kriminelle Token im Wert von etwa 150 Millionen Dollar erbeutet, vermutlich liegt der tatsächliche Schaden sogar höher. Unter den erbeuteten Kryptowährungen sollen unter anderem der Binance Coin, Safemoon- und Shiba Inu Coins gewesen sein. Die Börse hat Auszahlungen zwischenzeitlich ausgesetzt.

    Ether leidet nicht so sehr wie Bitcoin

    Was auffällt: Ether leidet nicht so stark unter der großen Unsicherheit, wie es beim Bitcoin, der ältesten Kryptowährung, der Fall ist. Ein Grund dafür könnte sein, dass Ether weniger als vermeintlich sicherer Hafen oder Goldersatz in Inflationszeiten gehandelt wurde. Im Gegensatz zum Bitcoin, der aufgrund seiner natürlichen Begrenzung tatsächlich vielmehr als langfristiges Investment taugt – wenn man hohe Schwankungen aushält – steht bei einem Investment in Ether vielmehr die Technologie dahinter im Vordergrund.

    Immer mehr Geschäftsmodelle basieren auf der Ethereum-Blockchain, die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten steigt. Denn im Gegensatz zur Bitcoin-Blockchain ermöglicht Ethereum beispielsweise das Senden von sogenannten Smart Contracts, also virtuellen Verträgen, die über die Blockchain ausgetauscht werden. Diese dürften in der Zukunft in immer mehr Geschäftsbereichen, insbesondere im Finanzbereich, eine wichtige Rolle spielen.

    Entsprechend sind Ether schon jetzt vielseitig einsetzbar. So werden zum Beispiel die meisten NFTs, also digitale einzigartige Sammelstücke, über die Ethereum-Blockchain gehandelt und mit Ether bezahlt. Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten schwankt Ether oft weniger stark als der Bitcoin. Zudem gilt Letzterer natürlich weiterhin als das Zugpferd der Kryptocoins, der Bitcoin ist die etablierteste Kryptowährung, auch unter Kleinanlegern. Die investieren auch durch die erst seit Kurzem in den USA zugelassenen Bitcoin-ETFs zunehmend. Sprich: Je mehr unerfahrene Anleger sich im Markt tummeln, desto mehr Schwankungen sind in ohnehin turbulenten Zeiten zu erwarten.

    Grundsätzlich sind die Aussichten für den Bitcoin und andere Kryptowährungen aber dennoch positiv. Durch die eben erwähnten Indexfonds (ETFs) öffnet sich der Markt einer immer größeren Masse von Anlegern und ist damit breiter aufgestellt. Auch die gefürchtete Regulierung dürfte laut Experten nur kurzfristig negativ auf den Preis wirken. Langfristig dagegen würde mehr Sicherheit in Sachen Regulierung dagegen eher für mehr Vertrauen sorgen.

    Deshalb gilt für diese wie für frühere Bitcoin-Krisen: aussitzen und weitermachen!

    Mehr zum Thema: Der Kryptomarkt erlebte einen neuen Crash. Dabei priesen Kryptofans die Digitalwährung stets als Sicherheitsanker im Depot. Doch die Coronasorgen zeigen erneut, dass Kryptowährungen in Krisen keine Stabilität bringen.

    Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst am 06.12.2021. Wir haben ihn aktualisiert und neu veröffentlicht.

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