Börsen in Asien: Gemischte Tendenz an Asien-Börsen
Die asiatischen Märkte können sich am Mittwoch nicht auf eine gemeinsame Richtung einigen. Angetrieben vom Kopf-an-Kopf-Rennen der Technologiewerte Microsoft und Nvidia um die Krone des wertvollsten Börsenwerts der Welt legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,6 Prozent auf 38 707,21 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix notierte 0,7 Prozent höher bei 2735,19 Punkten.
Der US-Chipriese Nvidia löste Microsoft mit einer Marktkapitalisierung von 3,22 Billionen Dollar zum US-Börsenschluss als weltweit wertvollstes börsennotiertes Unternehmen ab. „Seit Anfang der Woche haben sich die Aktienkurse in den USA und Europa stabilisiert und Nvidia hat sich gut entwickelt“, sagte Masahiro Ichikawa vom Finanzdienstleister Sumitomo Mitsui DS Asset Management. Die Kombination habe die Stimmung verbessert. Das Handelsvolumen war am Mittwoch jedoch gering, so dass größere Kursbewegungen ausblieben.
Bei den Einzelwerten legte der auf künstliche Intelligenz spezialisierte Start-up-Investor SoftBank Group um 2,9 Prozent zu, während der Hersteller von Chip-Testgeräten Advantest, der Nvidia zu seinen Kunden zählt, um 3,5 Prozent stieg. Der Hersteller von elektronischen Bauteilen TDK gewann drei Prozent. Mitsubishi Motors stieg um 9,2 Prozent und war damit der größte Gewinner im Nikkei. Der Präsident des Automobilherstellers deutete an, dass das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 erstmals seit 18 Jahren Aktien zurückkaufen und die Rendite für die Aktionäre erhöhen könnte.
In China drückten die jüngsten Kommentare des Gouverneurs der chinesischen Zentralbank (PBOC), Pan Gongsheng, auf die Kauflaune der Anleger. Die Börse in Shanghai verlor 0,2 Prozent auf 3.023,72 Punkte. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,3 Prozent auf 3535,25 Punkte. China werde an seiner unterstützenden Geldpolitik festhalten, während die Bedingungen für die Zentralbank, auf dem Sekundärmarkt für Anleihen zu handeln, allmählich reiften, sagte der Chef der Zentralbank auf einer Finanzkonferenz in Shanghai. Die Volksrepublik werde zudem mit aller Entschlossenheit verhindern, dass der Wechselkurs über das Ziel hinausschieße.
Japanische Exporte legen dank schwachem Yen kräftig zu
Japanische Exporte sind im Mai dank der Schwäche des Yen kräftig gestiegen. Günstige Ausfuhrpreise haben die Nachfrage nach Autos in den USA und nach Maschinen zur Chipherstellung in China angekurbelt. Nach Angaben des Finanzministeriums (MOF) vom Mittwoch stiegen die Exporte im Jahresvergleich um 13,5 Prozent und damit stärker als von Analysten mit 13,0 Prozent erwartet. Im April hatte das Plus noch bei 8,3 Prozent gelegen.
Aufgeschlüsselt nach Bestimmungsländern stiegen die Exporte nach China im Mai um 17,8 Prozent, getrieben von der Nachfrage nach Chipfertigungsmaschinen. Die Ausfuhren in die USA legten aufgrund der Automobilexporte um 23,9 Prozent zu. Dagegen gingen die Lieferungen in die Europäische Union um 10,1 Prozent zurück.
Die Importe stiegen nach einem Plus von 8,3 Prozent im Vormonat um 9,5 Prozent und damit weniger stark als mit 10,4 Prozent erwartet. Daraus ergab sich ein Handelsbilanzdefizit von 1,22 Billionen Yen, das leicht unter der Expertenschätzung von 1,31 Billionen Yen lag.
Mengenmäßig hatten die Exporte jedoch mit der nachlassenden globalen Nachfrage zu kämpfen. Das Exportvolumen sank im Mai im Jahresvergleich um 0,9 Prozent. Die schwächere Nachfrage könnte die Hoffnungen der Entscheidungsträger in Tokio dämpfen, dass die Exporte den schwachen Binnenkonsum ausgleichen können.
Die Handelsdaten folgten auf die jüngste Reuters Tankan-Umfrage, die einen Rückgang des Vertrauens der großen Industrieunternehmen im Juni zeigte. Die Zahlen unterstreichen die ungleichmäßige Erholung der japanischen Wirtschaft.