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Börsengang von Alibaba Chinas Megakonzern greift an

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Altaktionäre füllen sich die Taschen


Mit den zusätzlichen Börsen-Milliarden sind weitere und vor allem größere Investitionen möglich, die die Alibaba-Gruppe von einem Handels-Giganten zum alles-umfassenden Online-Riesen machen würden.

Für Anleger dürfte an diesem Punkt die erste Ernüchterung bevorstehen. Denn ein großer Teil des Geldes wird Alibaba nutzen, um alte Anteilseigner für die Abgabe von Aktien zu bezahlen. Mehr als 60 Prozent der angebotenen Aktien stammen von bisherigen Aktionären. Nur knapp 40 Prozent des angebotenen Papiere spülen frisches Geld in die Alibaba-Kasse, voraussichtlich gut acht Milliarden Dollar.

Den größten Batzen unter den Alteigentümern erhält ausgerechnet eine Internet-Ikone vergangener Tage: Yahoo. 2005 hatte sich die amerikanische Suchmaschine für eine Milliarde Dollar mit 40 Prozent an Alibaba beteiligt, später seinen Anteil reduziert. Seinen verbliebenen 22,5-Prozent-Anteil will Yahoo beim Börsengang auf 16 Prozent reduzieren. Dadurch könnte die kränkelnde Internet-Ikone bestenfalls mehr als acht Milliarden Dollar einnehmen.

Gründer Jack Ma will seinen Anteil auf 7,8 Prozent reduzieren. Er könnte so 840 Millionen Dollar einnehmen. Sein Vize-Chairman Joe Tsai will nur 3,2 Prozent der Aktien behalten und sich durch den Verkauf bis zu 280 Millionen Dollar ins Portmonnee stecken. Alibabas Börsengang dient somit primär dem Reichtum der Altaktionäre. Nur der größte Eigentümer, die Investmentbank Softbank, behält mit 32 von 34 Prozent den weitaus größten Teil ihrer Aktien fürs erste.

In wen Alibaba investiert

Überhaupt dürften die neuen Aktionäre kaum oberste Priorität bei Alibaba genießen. Schon in der Vergangenheit gab er bekannt, dass an erster Stelle die Kunden, an zweiter Stelle die Mitarbeiter und erst an dritter Stelle die Investoren stehen. Durch Aktien in Form von ADS (American Deposit Shares) muss Ma auch nicht den Einfluss der stimmrechtslosen Aktionäre fürchten. Er selbst sowie ein 27-köpfiges Gremium von Vertrauten bestimmen allein über die Zukunft des Unternehmens.

Wenig überraschend ist daher das verhaltene Interesse der Anleger an Alibaba. Die Risiken dürften den Profi-Investoren durchaus bewusst sein, ihre Stimme dürfte keinen großen Einfluss auf die Geschäftspolitik haben. Und anders als bei Facebook, bei denen das Investoren-Interesse sehr groß war, ist Alibaba in den USA noch immer weitgehend unbekannt.

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Andererseits bestehen kaum Zweifel, dass Alibaba der Sprung an die Börse gelingen wird. Das Geschäft ist hochprofitabel und wächst auf dem Heimatmarkt immer noch rasant. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Geschäftsjahresende immer im März) hat sich der Nettogewinn auf zwei Milliarden Dollar nahezu verdreifacht. Ein Milliarde Dollar davon kam durch eine Höherbewertung von zwei Tochtergesellschaften zustande.

Anleger, die genauer wissen wollen, ob sich ein Investment in Alibaba lohnt, sollten sich mit dem Börsenprospekt beschäftigen, der inzwischen auf den Seiten der US-Börsenaufsicht SEC zugänglich ist.

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