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Fotomontage Symbolbild zum Thema Kurssturz an den Börsen und Verfall des Aktienindexes DAX: Bronzeskulptur des Bulle n vor der Wertpapierbörse Frankfurt, der symbolhaft für steigende Kürse an der Börse steht, schaut auf ein Verkehrsschild Achtung Gefahr und Zusatz Rezession, Hessen, Deutschland *** Photomontage symbolic image on the theme of falling prices on the stock markets and the decline of the DAX stock index Bronze sculpture of the bull n in front of the Frankfurt Stock Exchange, symbolizing rising freestyle on the stock market, looking at a traffic sign Attention Danger and additional recession, Hesse, Germany

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BörsenWoche 393: EditorialSo gehen Sie im Depot richtig mit Unsicherheiten um

Kommt eine Rezession oder kommt sie nicht? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Das eigene Depot sollte mit beiden Szenarien zurechtkommen.Georg Buschmann 23.01.2023 - 07:03 Uhr

Wenn man sich dieser Tage den Anleihemarkt anschaut, dann sieht es düster aus: Die Zinskurve sowohl in den USA als auch in Deutschland hat sich kräftig invertiert, kurzlaufende Anleihen bieten also deutlich mehr Rendite als langlaufende. Das gilt in Finanzkreisen als sicherer Vorbote einer Rezession, gerade wenn – wie das im Moment der Fall ist – die Invertierung so lange anhält und besonders ausgeprägt ist.

In den USA zum Beispiel bieten zweijährige Treasuries schon seit gut einem halben Jahr mehr Rendite als zehnjährige. In Deutschland ist das bei Bunds immerhin seit gut zwei Monaten der Fall. Das sind also lange und somit aussagekräftige Invertierungen. Einerseits.

Wer am Kapitalmarkt aktiv ist, muss in Szenarien denken

Andererseits ist da der Aktienmarkt, an dem es heiter nach oben geht, in der Hoffnung, die Rezession falle aus oder werde jedenfalls nicht so schlimm wie befürchtet. Das schlimmste Szenario – eine Gasmangellage in Europa – ist ja bisher auch an uns vorbeigegangen. Das dürfte für die Rally an den Märkten nicht ganz unwesentlich gewesen sein. Und auch in Sachen Rezession mehrten sich zuletzt die Stimmen, die eher Entwarnung gaben denn Alarm schlugen.

Ist also doch alles gar nicht so arg, wie man beim Blick auf die Anleihemärkte glauben könnte? Die schlechte Nachricht ist: Das werden wir hier nicht abschließend beantworten können. Die gute: Das muss man auch nicht, wenn man am Kapitalmarkt aktiv ist. Geldanlage bedeutet, in Szenarien zu denken. Ich zum Beispiel halte den Anleihemarkt für einen sehr verlässlichen Indikator und denke, dass es noch immer gute Gründe dafür gibt, dass es tatsächlich zu einer Rezession kommen wird.

Mit so einem Basisszenario kann man arbeiten und sich überlegen, was das für die Kapitalmärkte bedeuten würde. Eine Rezession wäre schlecht für konjunktursensible Aktien, etwa aus der Industrie, aus der Chemie, auch aus dem Technologiebereich. Relativ gut durch eine Rezession sollten dagegen Aktien mit konjunkturunsensiblem Geschäft kommen, wie sie zahlreich im konservativen Depot zu finden sind.

So gehen Sie im Depot richtig mit Unsicherheiten um

Kommt wirklich eine Rezession, wären zudem langlaufende Anleihen solider Schuldner attraktiv. 100-jährige Bonds würden im dann wahrscheinlichen Fall rückläufiger Marktrenditen echte Kursraketen. Auszahlen sollte sich außerdem das Krisenmetall Gold (siehe Interview auf Seite 2 des PDF) und – man höre und staune – Cash. Es verliert ob der hohen Inflation derzeit noch an Wert. Doch die Inflationsraten fallen, und in einer Rezession lassen sich mit Cash heruntergeprügelte Risikoassets günstig kaufen.

Ein Portfolio sollte man aber nie auf ein einziges Szenario ausrichten. Es kann sein, dass ich falsch liege und am Ende des Jahres der Dax bei 20.000 Punkten steht. Auch diesen Fall sollte man mitdenken und hie und da etwas Offensive einstreuen, damit eine mögliche Rally nicht am Depot vorbeiläuft. Das haben wir getan und die Aktienquoten auf niedrigem Niveau erhöht.

Gleichzeitig bauen wir immer wieder Sicherheitsbausteine ein, wenn es sich anbietet. In dieser Woche etwa einen Put zur Absicherung im spekulativen Depot (mehr dazu im Depotticker auf Seite 3 der PDF-Version). So sollen bei möglichst vielen Szenarien am Ende ordentliche Ergebnisse herausspringen.

Ihr

Foto: WirtschaftsWoche

Georg Buschmann

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