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Handelseinigung Deal zwischen den USA und Mexiko beflügelt die Märkte

Märkte feiern Deal zwischen Mexiko und USA Quelle: imago images

Donald Trump schimpfte lange über das Freihandelsabkommen Nafta. Nun hat er mit Nachbar Mexiko einen neuen Vertrag ausgehandelt. Für die internationalen Finanzmärkte eine gute Nachricht. Aber hält der Deal?

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Die grundsätzliche Einigung über einen neuen Handelsvertrag zwischen den USA und Mexiko hat die Finanzmärkte nach oben getrieben. Der deutsche Leitindex Dax legte leicht zu, am Vorabend hatten in den USA die Nasdaq-Indizes sowie der S&P 500 erneut Rekordwerte erreicht. An den Börsen in Asien hat die vorläufige Einigung ebenfalls für vorsichtigen Optimismus gesorgt. „Die Nachricht vom Deal zwischen den USA und Mexiko hat den Risikoappetit angeregt“, schrieben die Analysten der australischen Bank ANZ in einem Kurzkommentar. Allerdings sei es schwer, daraus etwas abzuleiten auf den Handelsstreit zwischen den USA und China, weshalb weiterhin Zurückhaltung angebracht sei. „Wir glauben, die Kursrally ist nur kurzfristig.“ An der Börse in Tokio schloss der Leitindex Nikkei 0,1 Prozent höher bei 22.813 Punkten.

Im Streit über das Freihandelsabkommen Nafta wollen die USA und Mexiko nun auch Kanada wieder ins Boot holen. Kanadas Außenministerin Chrystia Freeman will am (heutigen) Dienstag in Washington Gespräche dazu führen. „Wir werden sehen, ob Kanada Teil davon werden kann“, sagte US-Präsident Donald Trump. Sein Wirtschaftsberater Larry Kudlow riet der kanadischen Regierung, das mit Mexiko Erreichte genau zu beobachten. Es zeige, wie erfolgreich Verhandlungen laufen könnten. Kudlow erneuerte jedoch auch die zuvor erhobenen Drohung Donald Trumps, in Kanada produzierte Autos könnten mit hohen Einfuhrzöllen belegt werden, wenn es nicht zu einer Einigung komme.

Das Abkommen mit drei Partnern aufrechtzuerhalten, ist der erklärte Wunsch Mexikos. Auch die USA wollen den Fortbestand, allerdings zu ihren Bedingungen. Trump möchte zudem die Bezeichnung Nafta loswerden - sie sei negativ besetzt. Die Regierung Kanadas erklärte, die Annäherung zwischen den USA und Kanada sei eine notwendige Voraussetzung für die Fortsetzung der Gespräche. Die Ankündigung von Mexiko und den USA sei „ermutigend“. „Wir werden nur ein Abkommen unterzeichnen, das gut für Kanada und gut für die Mittelschicht ist“, sagte ein Sprecher. Kanadas Unterschrift sei notwendig für das Zustandekommen.

Das 1994 abgeschlossene nordamerikanische Handelsabkommen Nafta ist eines der größten Freihandelsabkommen der Welt. Es betrifft fast 500 Millionen Menschen und deckt ein Gebiet mit einer Gesamtwirtschaftsleistung von knapp 23 Billionen Dollar (19,79 Billionen Euro) ab. Das Handelsvolumen der USA mit den beiden Nachbarn hat sich seit 1994 auf 1,3 Billionen Dollar fast vervierfacht. Trump hatte das Abkommen nach seinem Amtsantritt infrage gestellt und Neuverhandlungen durchgesetzt. Diese waren wiederholt ins Stocken geraten. Zuletzt hatten US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren das Verhältnis zu den beiden Nachbarn Mexiko und Kanada schwer belastet. Eine Lösung dafür sieht im Falle Mexikos auch die neue Vereinbarung zunächst nicht vor.

Außenminister Heiko Maas kritisierte den Kurs der USA und auch Chinas in der Wirtschaftspolitik scharf und warnte vor einer Eskalation. „Der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist einer, der uns nicht nur beunruhigt, sondern auch trifft“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin beim Wirtschaftstag der Konferenz der Leiter der deutschen Auslandsvertretungen. China und die USA haben gegeneinander zusätzliche Zölle auf Waren im Wert von mehreren Milliarden Euro erhoben.

Der Außenminister sagte vor allem mit Blick auf die USA und China, die regelbasierte Weltwirtschaftsordnung werde immer stärker infrage gestellt. Als eine der offensten und am engsten vernetzten Volkswirtschaften der Welt treffe dies Deutschland ins Mark. „Wir glauben daran, dass man durch Öffnung mehr erreicht als durch Abschottung, nicht nur politisch auch ökonomisch.“

Maas kritisierte außerdem US-Sanktionen gegen den Iran, Russland und die Türkei. Diese treffen indirekt auch deutsche Unternehmen.

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