Leben mit Aktien: Bei welcher Luxusaktie sich jetzt der Kauf lohnen könnte
Sind Luxusaktien einen Kauf wert?
Foto: Getty ImagesIst China wieder investierbar? – plus: LVMH, Moncler, BASF
Peking hat ein umfangreiches Konjunkturpaket für die chinesische Wirtschaft angekündigt. In der Folge legten nicht nur chinesische Aktien deutlich zu, sondern auch Anteilsscheine des französischen Luxuskonglomerats LVMH. Seit Ankündigung des Konjunkturprogramms ist die LVMH-Aktie rund 20 Prozent gestiegen. Die Franzosen machten vergangenes Jahr fast ein Drittel ihres Umsatzes in Asien, dominiert von China. Die Konsumschwäche dort belastete das Geschäft – nun gibt es Hoffnung auf Besserung. Das gilt auch für andere Luxusgüterhersteller, die stark auf die Konsumfreude der chinesischen Mittel- und Oberschicht setzen.
Nicht nur die besseren Aussichten für den chinesischen Markt ließen die Aktie von LVMH steigen, sondern auch der Einstieg des Konzerns beim italienischen Wettbewerber Moncler. LVMH übernimmt Anteile an Double R, einem Investmentvehikel, das von Moncler-Chef Remo Ruffini kontrolliert wird. Double R wiederum hält bisher 15,8 Prozent an Moncler. Mit dem Geld von LVMH-Chef Bernard Arnault will Double R seinen Anteil an Moncler um rund drei Prozent erhöhen.
Spinne im Netz
Mit der indirekten Beteiligung an Moncler wachse das „Spinnennetz in der Luxusindustrie“, in dessen Zentrum Arnault sitzt, sagt WirtschaftsWoche-Chefredakteur Horst von Buttlar im Podcast „Leben mit Aktien“. Mit Christian W. Röhl spricht er in der aktuellen Folge über die Bedeutung der Moncler-Beteiligung für LVMH, darüber, wie diese zur bisherigen Übernahmegeschichte von Arnaults Luxuskonglomerat passt, und über die Chancen, die Moncler selbst Anlegern bietet.
Moncler ist ein italienisches Unternehmen mit französischen Wurzeln, bekannt unter anderem für seine teuren Daunenjacken. Wie auch viele andere Luxusgüterhersteller ist die Aktie der Italiener kein Schnäppchen. Die Börse bewertet Moncler derzeit mit dem rund 23-fachen Jahresgewinn und damit ähnlich wie LVMH.
Die jüngsten Halbjahreszahlen von Moncler fielen gut aus. Trotz des schwächelnden China-Geschäfts konnte das Unternehmen seinen Umsatz und auch den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahr steigern. Entfaltet Pekings Konjunkturpaket die erhoffte Wirkung, dürfte dies das Geschäft weiter stützen. Vergangenes Jahr hatte Asien bei Moncler einen Anteil von 50 Prozent am Gesamtumsatz.
Plötzlich Promi
Bisher kann sich der Erholungseffekt des Konjunkturpakets auf Luxusgüteraktien sehen lassen. Hermès, Richemont, Kering: All diese Luxusriesen haben seit der Ankündigung aus Peking an der Börse deutlich zugelegt, im hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich. Auch Dior und Burberry profitierten. Wer darauf setzen will, dass es so weitergeht, für den könnte Moncler ein interessanter Anlagekandidat sein.
Moncler ist erst seit 2013 an der Börse. Bei Anlegern ist das Unternehmen daher weniger bekannt als LVMH oder Kering. Dabei muss sich Moncler nicht verstecken: Mit einer operativen Marge von rund 30 Prozent liegen die Italiener im oberen Branchenschnitt, den nur Hermès mit einer Marge von rund 42 Prozent deutlich übertrifft. Umsatz und Gewinn sind über die Jahre stetig gestiegen, ebenso die Dividende, mit Ausnahme des Krisenjahres 2020; die Verschuldung ist niedrig.
Der Einstieg von LVMH könnte nun weitere Investoren auf die Vorzüge von Moncler aufmerksam machen. Das triebe den Kurs, der trotz der guten Zahlen seit März deutlich nachgegeben hat. Noch haben Anleger die Chance, vergleichsweise günstig einzusteigen – und einmal so shoppen zu gehen wie Multimilliardär Arnault.
Mehr zu Luxusgüteraktien, zu den Plänen von BASF und zu der Frage, ob China jetzt wieder investierbar ist, hören Sie in der neuen Ausgabe unseres Podcasts „Leben mit Aktien“.