Ranking: Das sind die besten Aktien der Welt
Die Top-Ten-Unternehmen der wichtigsten Branchen und zwölf Papiere, die jetzt kaufenswert sind.
Foto: PresseWenn jemand die ganz große Show beherrscht, dann Las Vegas: Zum vierten Jahrestag der Eröffnung des Sands Hotels strömen die Gäste in Frack oder Smoking in den Ballsaal, die Damen in weißen Roben, überreichlich mit Brillanten dekoriert. Die 100 Leuchter im Saal drohen von der Last der Kristalle zu Boden gerissen zu werden. Das Programm liest sich wie das Who-is-Who des Showbiz’: Frank Sinatra spielt mit Big Band, Jerry Lewis lockert das Bankett mit Witzen auf, unter den Gästen Jayne Mansfield und Marlene Dietrich.
Das war 1956. Schnell wurde das „Sands“ zur Legende und in den USA zum Inbegriff für Glücksspiel, Glamour, Größe. In den 1970ern geriet es zunehmend in Schieflage, ging 1988, fast pleite, an den Firmenjäger und Multimilliardär Kirk Kerkorian und musste 1996 schließen. Doch sein Name lebt weiter – in einem der weltweit erfolgreichsten Konzerne überhaupt: Las Vegas Sands betreibt noch immer Luxushotels und Casinos, inzwischen außer in den USA auch in boomenden asiatischen Spieler-Hochburgen wie Singapur und Macau, setzte 2013 13,8 Milliarden Dollar um, sechs Mal so viel wie noch 2006.
Gewinner
Borussia Dortmund: 22 Prozent
Der einzige börsennotierte Fußballklub Deutschlands ist nicht nur sportlich erfolgreich, sondern auch wirtschaftlich. Im Juni ist die Aktie in den SDax aufgerückt, nicht zuletzt, weil sich der Börsenwert in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt hat.
Foto: dpaRWE: 23 Prozent
Die Aktie des deutschen Energieversorgers ist wieder im kommen, von dem starken Abwärtstrend um 60 Prozent zwischen Anfang 2010 und September 2013 ist fast nichts mehr zu spüren. Warum? Das Investment ist durch eine günstige Bewertung und eine gute Dividendenrendite wieder attraktiv. Allerdings ist es unklar, ob das auf Dauer so bleiben wird.
Foto: dpaFielmann: 25 Prozent
Das Unternehmen ist der Marktführer im Bereich "Augenoptik": 578 Niederlassungen gab es 2012 in Deutschland und einen Absatzmarktanteil von 51 Prozent. Auch in Zukunft sieht es nicht schlecht für den Brillenhersteller aus - es werden nämlich immer mehr Brillen und Kontaktlinsen gebraucht. Das Geschäftsmodell ist sicher, die Dividendenrendite stark - alles gute Zeichen für Fielmann. Lediglich die Online-Versandhändler könnte die gute Bilanz vermiesen.
Foto: dpaXing: 27 Prozent
Das Unternehmen ist seit 2006 an der Börse und seit September 2011 im TecDax notiert - es gibt nicht viele soziale Medien, die am deutschen Aktienmarkt gehandelt werden. Das Netzwerk für berufliche Kontakte hat eine relativ gute Bewertung.
Foto: dpaHornbach: 28 Prozent
Es wird vermutet, dass die Baumarktkette ihren Geschäftsblick für das laufende Jahr noch anheben wird. Denn das Unternehmen ist gut unterwegs: Alleine im ersten Quartal 2014 konnte der Umsatz um 16 Prozent auf eine Milliarde Euro gesteigert werden.
Foto: dpaSixt: 32 Prozent
Mieten ist attraktiver als kaufen - davon profitiert das Unternehmen. Außerdem gibt es zwei weitere Punkte, warum Sixt so erfolgreich ist: Das internationale Geschäft wird wichtiger und der Limousinenservice "my Driver" soll das Wachstum antreiben.
Foto: dpaKuka: 33 Prozent
Industrietaugliche Roboter bescheren dem Unternehmen einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerber. Die hohe Bewertung wird auch durch Gerüchte um den Einstieg eines anderen Unternehmens angeheizt.
Foto: dpaVilleroy & Boch: 38 Prozent
Die Keramikwaren des saarländischen Unternehmens sind beliebt wie eh und je. Das freut das Unternehmen und die Geldgeber.
Foto: dpaDrillisch: 48 Prozent
Vor allem wegen des soliden und berechenbaren Geschäftsmodells mögen die Investoren das Unternehmen, entsprechend hoch sind auch die Dividenden.
Foto: dpaNordex: 69 Prozent
Richtig viel gut gemacht haben die Aktien des Hamburger Windturbinenherstellers. Schon 2013 verteuerten sich die Aktien um mehr als 91 Prozent. Nun sind es immerhin noch 69 Prozent.
Foto: dpaVerlierer
Sky Deutschland: 17 Prozent
Rote Zahlen gibt es für den Bezahlsender. Grund dafür ist nicht zuletzt die Bündelung der PayTV-Sender bei Rupert Murdoch - und fehlende Investitionen in den Sender. Bislang hält Murdoch mehr als die Hälfte der Aktien.
Foto: dpaOsram Licht: 18 Prozent
Abwärts ging es auch für den Hersteller von elektrischen und elektronischen Leuchtmitteln. Den Höhenflug nach dem Börsengang stoppte nun der jüngste Quartalsbericht - und es könnte noch düsterer weitergehen, vor allem der Trend zu LED macht es dem Unternehmen schwer.
Foto: dpaLPKF Laser: 18 Prozent
Die schlechten Quartalszahlen sind auch der Grund für die schlechten Aussichten des mittelständisches Technologie-Unternehmen aus dem niedersächsischen Garbsen. Bislang ist auch unklar, ob die Aussichten wieder besser werden.
Foto: dpaVossloh: 19 Prozent
Bislang sah es gar nicht so schlecht aus für das Unternehmen, nun gab es aber Ende Juni eine Gewinnwarnung - die Anleger sind verunsichert. Es wird nun mit einem Verlust von bis zu 180 Millionen Euro gerechnet. Glück im Unglück hatte die Unternehmerfamilie: Sie hatte Ende 2013 knapp drei Millionen Aktien teurer verkauft.
Foto: dpaAdidas: 19 Prozent
Mit der Aktie des deutschen Sportartikelherstellers läuft es nicht rund: Kursverluste in den vergangenen zwei Quartalen - und es könnte noch weiter nach unten gehen. Vielleicht aber treibt die Fußball-WM den Umsatz auch noch weiter nach oben.
Foto: REUTERSDeutsche Bank: 19 Prozent
Altlasten aus der Finanzkrise sorgen für Probleme bei der Deutschen Bank, denn Analysten glauben, dass die Kosten aus den noch laufenden Rechtsstreitigkeiten noch höher ausfallen könnten als bislang - dann wäre das neue Kapital ganz schnell wieder alle.
Foto: dpaQSC: 22 Prozent
Der Gewinn und Umsatz soll sich 2014 etwa auf Vorjahresniveau befinden. Deshalb wurde die Aktie schon im ersten Quartal abgestraft. Nicht zuletzt auch, weil viele Anleger nicht bereit sind auf den Umbau, der mit erneuten Kosten verbunden ist, zu warten.
Foto: PRSüdzucker: 25 Prozent
Fast ein Viertel ihres Wertes hat die Aktie verloren; deshalb hat das Unternehmen schon mehrfach seinen Ausblick abgesenkt. Es könnte sein, dass sich die Situation weiter verschärft, auch wegen Marktschwankungen.
Foto: dapd
„Die Bank gewinnt immer“ – das weiß jeder Spieler, und mit den Spielbanken in den Casinos von Las Vegas Sands verdienen kräftig deren Aktionäre: 71,4 Prozent an Kursgewinnen und Dividenden allein in den vergangenen fünf Jahren – pro Jahr. Kaum ein Roulettespieler dürfte eine ähnliche Strähne vorweisen.
Exklusives Ranking
Damit schaffte es das solide Glücksspiel-Papier in die Spitzengruppe der besten Aktien weltweit. 35.000 Unternehmen umfasst der Index MSCI All Country World Investable. Seit 16 Jahren ermittelt ein internationales Team der Boston Consulting Group (BCG) daraus die jeweils 10 besten Unternehmen der Welt in jeder Branche – gemessen am Ertrag für Aktionäre.
Das Ergebnis des in dieser Woche weltweit veröffentlichten Reports stellt die WirtschaftsWoche vorab auf den folgenden Seiten vor. Wir erklären, wie die Ranglisten zustande kommen, welche Informationen Anleger, die auf fundamental solide Aktien Wert legen, aus ihnen ziehen können, und was die Daten über die aktuelle Lage an der Börse aussagen. Auf Basis der BCG-Analysen stellen wir zwölf besonders interessante Papiere vor.
Die BCG-Analysten interessiert nicht nur, welche Papiere Anlegern am meisten einbrachten; um Rückschlüsse auf das weitere Potenzial der Aktien ziehen zu können, wollen sie vor allem wissen, welche Faktoren für den Börsenerfolg von Aktiengesellschaften verantwortlich sind.
„Es gibt Erfolgsfaktoren an der Börse, die für alle Branchen, Regionen und Geschäftsmodelle gelten“, sagt Frank Plaschke, BCG-Partner in München und einer der Autoren der Studie. Um sie herauszufiltern, zerlegen die Berater den Börsenerfolg der Besten in Einzelteile. Sechs Werttreiber kristallisieren sich dabei heraus:
• Umsatzwachstum
• Ausweitung der Gewinnmarge (Anteil des Gewinns am Umsatz)
• Schuldenabbau
• Veränderung der Aktienanzahl
• Veränderung der Börsenbewertung
• Dividende.
Dahinter steht eine fundamentale Aktienphilosophie, so wie sie Star-Investor Warren Buffett beherzigt: Verdoppelt sich – bei sonst gleichen Bedingungen – der Umsatz eines Unternehmens, müsste es an der Börse auch doppelt so viel kosten; dasselbe gilt bei einer Verdoppelung der Gewinnmarge. In der Praxis aber hinken Aktien zeitweise ihrem fundamentalen Wert hinterher – oder sie enteilen ihm.
Die Daten des BCG-Ranking lassen erkennen, wie nachhaltig der Börsenerfolg einer Aktie ist, und wie wahrscheinlich daher die Fortsetzung ihres Höhenflugs. Nicht alle Wertreiber sind gleich stabil. Als nachhaltigster Treiber für die Aktienkurse hat sich Umsatzwachstum erwiesen: es zeugt bei Unternehmen, die Gewinn machen, zuallererst von einem funktionierenden Geschäftsmodell. Umsatzwachstum ist theoretisch endlos fortsetzbar, es lässt sich oft in Gewinn, Cash-Flow oder Dividenden transformieren; das gilt umgekehrt nicht für die anderen Wertreiber wie Schuldenabbau, Verringerung der Aktienzahl oder Steigern der Gewinnmarge, die per Definition endlich sind. Viel Wertsteigerung aus der Gewinnmarge kann darauf hindeuten, dass dieser Faktor schon ausgereizt ist, weil das Unternehmen Zulieferpreise und Löhne drückt oder mit Investitionen geizt.
Ein unsicherer Kantonist ist der Faktor „Ausweitung der Börsenbewertung“: Steigt er über Jahre schneller an als die anderen Werttreiber, so bedeutet das, dass die Aktie in eine Bewertungsblase hineinzuwachsen droht. „Anleger bezahlen bei diesen Unternehmen für den gleichen Gewinn und Umsatz an der Börse nun mehr, in der Hoffnung auf eine glänzende Zukunft“, erklärt Partner Plaschke. Mit anderen Worten: Sie akzeptierten ein immer höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV).
Langfristig, das zeigen die BCG-Studien, gibt es dann nur zwei Möglichkeiten: Entweder, das Unternehmen wächst in die hohe Erwartungshaltung der Anleger hinein, liefert also mehr Umsatz und Gewinn, oder es kommt zu Kursrückschlägen.
Ein Beispiel aus dem Dax verdeutlicht den Unterschied. Infineon bringt eine jährliche Rendite von 59 Prozent. Davon stammen sechs Prozentpunkte aus einer besseren Gewinnmarge, sieben aus Dividenden, 23 Punkte aus Schuldenabbau. Sieben Punkte machte die Ausgabe neuer Aktien im Gegenzug zunichte; zwei Punkte per anno kosteten die schwindenden Umsätze. Den Löwenanteil brachte die höhere Bewertung an der Börse: im Schnitt zahlten Anleger jedes Jahr 32 Prozentpunkte mehr für Infineons Umsatz und Gewinn. Macht in Summe 32 + 7 + 6+ 23 -2 -7 = 59 – durch Rundung können in Tabellen einzelne Abweichungen entstehen.
Bei BMW (34 Prozent Gesamtertrag pro Jahr) stammt nur ein Prozentpunkt aus der höheren Bewertung, 19 Punkte trug die bessere Gewinnmarge bei und acht das Umsatzwachstum. Laut BCG-Methodik sind bei BMW die Kursgewinne also gut durch fundamentale Treiber wie Gewinnwachstum unterfüttert, während Anleger bei Infineon bereits von einer steigenden Bewertung an der Börse profitierten.
Zwölf von 15 mit Gewinn
Auch die BCG-Analysen können keine Aktien mit Renditegarantie zutage fördern; aber das Risiko von Enttäuschungen wird minimiert. So konnten von den in WirtschaftsWoche 38/2012 auf Basis der BCG-Analysen empfohlenen 15 Papiere zwölf zulegen; einige haben sich verdoppelt, etwa Shire Pharma oder der US-Schuhhersteller Deckers Outdoor, nur drei enttäuschten. Ähnlich gut die Bilanz der vor drei Jahren empfohlenen Werte wie Apple (inklusive Dividenden 26 Prozent im Plus), Anheuser-Busch AmBev (19), Great Wall China (34) oder Novo Nordisk (27 Prozent seit Empfehlung).
Was bei einzelnen Aktien funktioniert, gilt erst recht für die Börse als Ganzes. So bekamen Anleger aus den BCG-Reports oft früh Hinweise auf Wendepunkte an den Börse. 2013 warnte BCG: „Gefahr droht aus den Schwellenländern (...). Inzwischen sind viele Schwellenländeraktien deutlich höher bewertet als ihre Branchen-Pendants aus westlichen Industrienationen“.
Die Börsenbewertung der 500 größten US-Konzerne seit 1925. (zum Vergrößern bitte anklicken)
Foto: WirtschaftsWocheDie Schwellenländerbörsen haben danach stark korrigiert. In der Frühphase des New-Economy-Crashs 2000 warnten die BCG-Analysten vor einer „durch die Bank (zu) hohen Erwartungshaltung weltweit“. 2004 hingegen konstatierten sie zu Recht, viele Aktien seien attraktiv bewertete. In den letzten zwei Jahren sind die Bewertungen wieder über ihren langjährigen Mittelwert gestiegen, wenn auch noch weit von ihren Hochs entfernt (siehe Grafik unten).
Haupttreiber der Hausse ist das billige Geld der Notenbanken ab Herbst 2008. „Dieses Geld ist vor allem in den USA bereitgestellt worden, von dort aber auch an die Börsen der Schwellenländer und zuletzt vermehrt nach Europa geflossen“, sagt BCG-Partner Hady Farag. Sehr viele Aktien haben deshalb gefährlich hohe Bewertungen erreicht. Bei Autozulieferern oder in der Medizintechnik findet sich keine Aktie mehr in den Bestenlisten, deren Wert dank Umsatz- und Gewinnwachstum stärker stieg als durch ein höheres KGV.
Doch es gibt sie noch: Aktien von Unternehmen mit überlegenem Geschäftsmodell , die vor allem dank Gewinn- und Umsatzwachstum gestiegen sind, denen Anleger aber noch keine aufgeblasene Bewertung zubilligen. Und Papiere, die der Börse in den vergangenen Jahren hinterherhinkten und nun zur Aufholjagd ansetzen; oft sind es Papiere aus eher schwierigen Branchen wie Medien oder Rohstoffe, die sich nur für risikobewusste Anleger eignen.
Die WirtschaftsWoche hat auf Basis der BCG-Analysen die zwölf attraktivsten Aktien ausgewählt.
Baidu - Internet/ China
Wie Google als Suchmaschine groß geworden (Baidu hat in China 71 Prozent Marktanteil bei der Websuche, baut sich Baidu ein ganzes Ökosystem an Produkten und Diensten um die Web-Suche herum: Kunden haben Zugang zu Sozialen Netzwerken, Routenplanern, Musik, Videos, Spielen und dezentralen Speicherdiensten (Cloud). Baidu will so sicherstellen, dass seine Seite erster Anlaufpunkt für chinesische Internetnutzer bleibt – im Rest der Welt liefern sich Google und Facebook ein Rennen um dieses Privileg. Dazu bedarf es interessanter Inhalte und einer auf das mobile Internet übertragbaren Technik. Beides hat Baidu. Ende 2013 stammten 20 Prozent der Umsätze aus den neuen Diensten, ihr Umsatzanteil wächst schnell.
Dabei hilft der Trend zum rein Internet-basierten Vertrieb von Musik und Film (via Stream). Marktforscher rechnen mit immensem Wachstum sowohl für Musik- als auch für Bild-Streaming in China; 2017 soll der Markt rund sieben bis acht Milliarden Dollar groß sein, doppelt so groß wie Ende 2014. Baidu könnte sich hier den Löwenanteil sichern.
Weiteres Plus ist die starke Position im mobile Web: auf fast jedem chinesischen Smartphone ist die Baidu-App installiert. Stationäre PC werden langfristig kaum noch eine Rolle spielen, das Internet überwiegend mit mobilen Geräten wie Smartphone und Tablet genutzt werden. Eine künftige mobile Einnahmequelle könnten Bezahl-Dienste sein, in die Baidu stark investiert. Von 2006 bis 2013 legte der Umsatz von umgerechnet 84 Millionen Euro auf 3,91 Milliarden zu, für 2014 rechnen Analysten mit 4,33 Milliarden. Der Gewinn pro Aktie stieg seit 2006 von 0,09 Euro auf 3,67 Euro. Börsenstar George Soros und Hedgefonds sind investiert.
Las Vegas Sands - Touristik/ USA
Die Gruppe baut und betreibt Luxushotels und Spielcasinos. Neben den USA ist Las Vegas Sands in Singapur und in der südchinesischen Spieler-Hochburg Macau präsent. Das Geschäft zeichnet sich besonders durch stabile Cash-Flows und Gewinnmargen aus. Von 2009 bis 2013 stieg der Umsatz um 381 Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie sogar noch schneller: von 0,07 auf fast drei Dollar.
Dividendenrendite sinkt
Fast 9800 Punkte Mitte Januar: Über die vergangenen zwölf Monate ist der Dax zu neuer Höchstform aufgelaufen. Doch kaum eines der großen deutschen Unternehmen wird die Dividende je Aktie im gleichen Maß anheben, wie die Kurse angezogen sind. Nach Berechnungen der Commerzbank (Stichtag 20.1.2014) ist die Dividendenrendite, das Verhältnis von der Ausschüttung je Aktie zum Kurs, im Dax flächendeckend gesunken. Und mit K+S, Eon oder RWE liegen gerade solche Unternehmen vorn, deren Kurse sich weniger berauschend entwickelt haben. Die Dividende dagegen schwankt nicht so stark, sie kann gleich bleiben oder nur leicht zurückgehen.
Foto: dpaPlatz 1: Munich Re
Aktionäre des größten weltweiten Rückversicherers können sich freuen: Voraussichtlich wird kein anderer Dax-Konzern 2014 relativ zum Aktienkurs mehr ausschütten. Zum 20.1. errechnet die Commerzbank eine Dividendenrendite von 4,59 Prozent. Damit kommen Anteilseigner jedoch schlechter weg als noch vor einem Jahr. Damals betrug das Verhältnis von Dividende zu Kurs mehr als fünf Prozent. Grund: Munich Re könnte laut Studie mit 7,25 Euro nur 25 Cent mehr ausschütten als noch 2013. Das wäre ein geringer Anstieg angesichts satter Kursgewinne (+12 Prozent) im vergangenen Jahr.
Foto: dpaPlatz 2: Eon
Dividendenrenditen von mehr als sieben Prozent wie im vergangenen Jahr kann auch der Energieversorger Eon seinen Aktionären nicht mehr liefern. Atomausstieg und Erneuerbares Energiegesetz (EEG) hat dem Versorger zugesetzt. Nach einem Gewinneinbruch von mehr als 50 Prozent, schaffte der Aktienkurs auf Jahressicht lediglich ein Plus von 1,76 Prozent. Laut Commerzbank könnte Eon daher die Dividende von 1,10 Euro auf 60 Cent kürzen. Dennoch bietet das Unternehmen Aktionären im Dax-Vergleich mit 4,39 Prozent Rendite noch den zweitgrößten Ertrag im Verhältnis zum Aktienkurs.
Foto: dpaPlatz 3: K+S
Wegen politischer Querelen zwischen Russland und Weißrussland hat der Aktienkurs des Düngemittel-Herstellers im vergangenen Jahr eine rasante Talfahrt durchgemacht. Als die beiden Großkonzerne Uralkali (Russland) und Belaruskali (Weißrussland) ihr Kartell beendeten und damit einen Preisverfall auf dem Markt für Düngemittel auslösten, riss es auch die K+S-Aktie nach unten. In den vergangenen zwölf Monaten büßten K+S-Papiere rund 33 Prozent ein. Die Dividende allerdings könnte weniger stark nachgeben: die Commerzbank rechnet mit Kürzungen von 40 Cent je Aktie – oder 28 Prozent. Dann würde die Dividendenrendite insgesamt nicht fallen, sondern im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht anziehen, von vier auf 4,07 Prozent.
Foto: dpaPlatz 4: Deutsche Telekom
Aktionäre der Deutschen Telekom können über 3,98 Prozent Dividendenrendite freuen, schätzt die Commerzbank. Das wäre das viertbeste Verhältnis zwischen Ausschüttung je Aktie und Kurs. Die meisten dürfte das dennoch enttäuschen: im Vorjahr konnten Anteilseigner noch 8,14 Prozent Dividendenrendite einstreichen. Grund für den starken Rückgang: Während die Telekom ihre Dividende je Aktie laut Commerzbank für 2014 von 70 auf 50 Cent sogar senken könnte, war der Aktienkurs binnen eines Jahres um 42,6 Prozent gestiegen.
Foto: dpaPlatz 5: Allianz
Auch die Allianz hat mit geschätzten 3,95 Prozent eine niedrigere Dividendenrendite vorzuweisen als im vergangenen Jahr (4,29 Prozent). Trifft die Einschätzung zu, würde das Verhältnis zwischen Dividende und Aktienkurs etwa auf dem Stand von 2007 liegen. Der Aktienkurs des Versicherers ist um rund 19,5 Prozent gestiegen. Bei der absoluten Dividende erwarten die Analysten der Commerzbank einen Anstieg von 4,5 Euro auf 5,25 Euro je Aktie.
Foto: dpaPlatz 6: RWE
Mit RWE findet sich ein weiterer Versorger unter den Dax-Konzernen mit der höchsten Dividendenrendite. Sie soll für das Jahr 2013 bei 3,71 Prozent liegen und ist damit rund 2,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Wie Eon und EnBW hatte auch RWE mit der Energiewende und den daraus entstehenden Verlusten zu kämpfen. Die Commerzbank erwartet, dass der Versorger seinen Anlegern einen Euro pro Aktie statt zwei Euro wie im vergangenen Jahr zahlt. Der Kurs der RWE-Aktie hat im vergangenen Jahr rund 4,1 Prozent verloren.
Foto: dpaPlatz 7: Deutsche Börse
Vorsitzender der Deutsche Börse AG Reto Fracioni wird seinen Anlegern wenig Neues in Bezug auf ihre Dividende zu berichten haben: Die Gesellschaft belässt sie bei 2,10 Euro pro Anteilsschein. Weil der Aktienkurs im vergangenen Jahr satte 16,4 Prozent gewonnen hat, sinkt die Dividendenrendite im Vergleich zum Vorjahr von 4,54 auf geschätzte 3,5 Prozent.
Foto: dpaPlatz 8: BMW
Für den Autobauer war 2013 ein gutes Jahr. 1,96 Millionen Fahrzeuge der Marke BMW, Mini und Rolls Roys verkauften die Bayerischen Motoren Werke. Das sind rund 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 3,48 Prozent soll die Dividendenrendite ungefähr auf dem Vorjahres-Niveau bleiben (3,43 Prozent). Absolut soll die Dividende aber steigen von 2,50 Euro auf drei Euro. Die Aktie stieg im vergangenen Jahr um 9,84 Prozent.
Foto: dpaPlatz 9: BASF
Mit 3,38 Prozent Ausschüttungsrendite könnte der Chemiekonzerns BASF seine Anlegern locken, schätzen die Analysten der Commerzbank. Das sind 0,27 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Insgesamt hat sich die Aktie des Chemiekonzerns wenig bewegt. Im letzten Jahr stieg sie um 5,45 Prozent. Auch die absolute Dividende soll kaum steigen, von 2,6 auf 2,7 Euro pro Aktie.
Foto: dapdPlatz 10: Daimler
Aktionäre des Autobauers Daimler können sich über eine Dividendenrendite von 3,3 Prozent freuen. Das sind rund zwei Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Grund für den Rückgang: Während die Daimler-Aktie auf Jahressicht 45 Prozent gutmachen konnte, schätzt die Commerzbank, dass der Autobauer die absolute Dividende bei 2,20 Euro pro Aktie belässt.
Foto: dpaPlatz 11: Siemens
Die Dividendenrendite des Technologiekonzerns soll 2013 bei 2,99 Prozent liegen. Im Vergleich zum Vorjahr (3,37 Prozent) ist sie gesunken. Absolut wird der Konzern die Dividende wie auch im Vorjahr bei drei Euro pro Aktie belassen, glauben die Analysten der Commerzbank. Der Kurs der Aktie ist auf Jahressicht um mehr als ein Viertel gestiegen.
Foto: dpaPlatz 12: Deutsche Post
Die Post ist einer der 18 Dax-Konzerne, die für 2013 ihre Dividende erhöhen werden von 70 auf 75 Cent pro Anteilsschein, schätzt die Commerzbank. Mit einem Plus von rund 44,5 Prozent hat der Kurs der Post-Aktie 2013 jedoch deutlich stärker zugelegt. Die Folge: die Dividendenrendite sinkt von 4,22 auf 2,82 Prozent.
Foto: dapdPlatz 13: Heidelberg Cement
Seit 2009 verbucht der Baustoff-Hersteller jedes Jahr Umsatzsteigerungen. Auch die Aktie hat profitiert: Im vergangenen Jahr gewann sie fast 24 Prozent. Weil die Dividende aber noch mehr steigen soll, um 57 Prozent auf 1,30 Euro, macht auch die erwartete Dividendenrendite einen Sprung: mit 2,26 Prozent könnte sie mehr als doppelt so hoch sein wie im Vorjahr.
Foto: dpaPlatz 14: Volkswagen
Mit plus 5,69 Prozent haben Volkswagen-Aktien im vergangenen Jahr nur mäßig an Wert gewonnen. Weil der Autobauer seine Dividende dennoch ordentlich erhöht, von 3,56 auf geschätzt 4,55 Euro, ist der Titel für Anteilseigner dennoch attraktiv: Die Dividendenrendite würde dann von 2,04 auf geschätzt 2,24 Prozent steigen.
Foto: dpaPlatz 15: Bayer
Absolut betrachtet könnte der Leverkusener Chemie-Konzern seinen Anteilseigner in diesem Jahr eine höhere Ausschüttung zu Teil werden lassen als noch vergangenes Jahr, Die Commerzbank geht von einer Dividende von 2,10 Euro statt 1,90 Euro aus. Weil der Kurs aber stärker gestiegen ist als die Ausschüttung es vermutlich tun wird, liegt Bayer mit einer Dividendenrendite von 2,06 Prozent (Vorjahr: 2,64 Prozent) nur im Mittelfeld der Dax-Unternehmen.
Foto: dpaPlatz 16: Deutsche Bank
Hohe Strafen von Aufsichtsbehörden und die damit verbundenen Rückstellungen machten 2013 der Deutschen Bank das Leben schwer. Trotzdem wird das Geldhaus seine Dividende bei 75 Cent pro Aktie belassen, glaubt die Commerzbank. Bei einem Kurs von rund 37 Euro pro Aktie macht das eine Dividendenrendite von 2,02 Prozent, rund 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.
Foto: dapdPlatz 17: Linde
Auch für die Anleger in die Aktien von Linde tut sich wenig bei der Dividendenrendite. Lag sie im vergangenen Jahr bei 2,05 Prozent, sollen es in diesem Jahr 1,94 Prozent werden. Der Hersteller von Industriegasen erhöht die absolute Dividende um 20 Cent von 2,70 auf 2,90 Euro. Die Aktie stieg im vergangenen Jahr um 8,9 Prozent.
Foto: dpaPlatz 18: Lufthansa
2013 war kein leichtes Jahr für den Luftfahrtkonzern. Wie kaum ein anderes Unternehmen ist Lufthansa den Forderungen von Branchengewerkschaften ausgeliefert. Hinzukam die schwierige Suche der Nachfolge für den Vorstandsvorsitzenden Christoph Franz. Für die Aktionäre verheißt das Jahr dennoch eine Besserung. Während sie sich im Vorjahr mit einer Nullrunde begnügen mussten, gibt es nun immerhin 30 Cent Dividende pro Aktie. Mit einer Kurssteigerung von 15,26 Prozent ergibt das eine Dividendenrendite von 1,65 Prozent.
Foto: dpaPlatz 19: Adidas
1,65 Prozent Dividendenrendite stehen bei dem Sportkleidungshersteller für 2013 voraussichtlich auf dem Programm – ein Rückgang um 0,39 Prozentpunkte. Die Adidas-Aktie verzeichnete einen Kursanstieg von rund 23 Prozent binnen eines Jahres. Damit hält die Dividende nicht Schritt. Sie stieg von 1,35 Euro auf 1,50 Euro pro Aktie.
Foto: dpaPlatz 20: Infineon
12 Cent Dividende pro Aktie sollen Infineon-Anleger in diesem Jahr bekommen, glauben die Analysten der Commerzbank. Das sind zwei Cent mehr als im Vorjahr. Teilt man die Dividende durch den Aktienkurs (7,7 Euro zum Stichtag), so ergibt das eine Dividendenrendite von 1,56 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr (1,62 Prozent) ist sie leicht gesunken.
Foto: dpaPlatz 21: Continental
Der Reifenhersteller gehört zu denjenigen Konzernen, die ihre Dividende voraussichtlich erhöhen um 25 Cent pro Aktie auf 2,50 Euro. Jedoch fällt diese Erhöhung angesichts des steigenden Aktienkurses mager aus. So legte die Conti-Aktie im vergangenen Jahr 89,9 Prozent zu. Die starke Performance ist auch für den Rückgang der Dividendenrendite von 2,57 Prozent auf 1,52 Prozent verantwortlich.
Foto: dpaPlatz 22: SAP
Der IT-Riese SAP wird seinen Anlegern für 2013 voraussichtlich 90 Cent Dividende pro Anteilsschein zahlen, fünf Cent mehr als im Vorjahr. Weil der Aktienkurs im vergangenen Jahr gesungen ist (Minus 3,6 Prozent), würde so die Dividendenrendite klettern von 1,40 Prozent auf 1,48 Prozent.
Foto: dpaPlatz 23: Fresenius Medical Care
Die Aktionäre des Herstellers für Dialyse-Produkte müssen sich für 2013 wohl mit einer Dividendenrendite von 1,44 Prozent begnügen (Vorjahr: 1,87 Prozent), so die Commerzbank. Während der Kurs 2013 um moderate 3,54 Prozent anstieg, könnte die Dividende etwas mehr steigen.
Foto: dpaPlatz 24: Merck
Die Dividende des Tablettenherstellers Merck soll von 1,70 Euro auf 1,90 Euro pro Aktie steigen. Wie bei vielen der Konzerne schlägt sich das aber nicht auf die Dividendenrendite nieder, ein Kursplus von 30,85 Prozent drückt die nach unten auf 1,44 Prozent (Vorjahr: 1,70 Prozent).
Foto: APPlatz 25: Henkel
Innerhalb eines Jahres hat die Henkel-Aktie rund 29,5 Prozent gewonnen. Die starke Performance drückte die Dividendenrendite um 0,3 Prozentpunkte auf 1,23 Prozent.
Foto: dpaPlatz 26: Beiersdorf
Am unteren Ende des Dividendenrendite-Rankings findet sich der Kosmetikhersteller Beiersdorf. Der Analyse der Commerzbank zufolge werden sich seine Anleger mit 1,12 Prozent begnügen müssen. Die Dividendenrendite bleibt damit fast auf dem Vorjahresniveau (1,13 Prozent). Absolut soll die Dividende von 70 auf 85 Cent pro Aktie steigen.
Foto: dpaPlatz 27: Lanxess
1,04 Prozent Dividendenrendite wird Lanxess für seine Investoren für das Jahr 2013 voraussichtlich abwerfen (Vorjahr: 1,51 Prozent). Der Spezialchemie-Konzern litt unter den Folgen der Absatzkrise und musste seinen Investoren schon zur Jahresmitte eine Gewinnwarnung erteilen. Die Dividende wird sich der Commerzbank zufolge mit 50 Cent pro Aktie im Vergleich zum Vorjahr halbieren – und sinkt damit mehr als der Kurs (Minus 30,65 Prozent in 2013).
Foto: dpaPlatz 28: Fresenius
Fresenius dagegen plant wie die Mehrheit der Dax-Konzerne eine leichte Dividendenerhöhung. 1,20 Euro statt 1,10 Euro sollen die Anleger pro Aktie 2013 bekommen. Die Dividendenrendite würde 1,02 Prozent betragen. Im vergangenen Jahr waren es noch 1,26 Prozent. Der Gesundheitskonzern verbuchte eine Kurssteigerung von 31 Prozent.
Foto: dpaPlatz 29: Commerzbank
Den Investoren der Commerzbank blüht in diesem Jahr eine Nullrunde. Das ist nichts Neues für sie. Seit 2008 zahlt die Bank keine Dividende. Mit einem Plus von 5,45 Prozent ist auch die Kurs-Performance den meisten wohl ein schwacher Trost.
Foto: dpaPlatz 30: Thyssen Krupp
Auch die Investoren des Duisburger Stahlkonzerns gehen in diesem Jahr leer aus. Nach Skandalen der vergangenen Jahre kam das Unternehmen auch 2013 einfach nicht zur Ruhe und erlitt einen Milliardenverlust - zum dritten Mal in Folge. Immerhin: Die Aktie des Stahlriesen ist mit einem Plus von 3,95 Prozent binnen eines Jahres noch nicht ganz unten.
Foto: dpa
Wer hat, der kann geben: Binnen zwei Jahren hat Las Vegas Sands mehr als 5,5 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe und Dividenden an die Anleger ausbezahlt. Ein neues Rückkaufprogramm über zwei Milliarden ist abgesegnet, und die Dividende (Rendite: knapp drei Prozent) dürfte eher üppiger fließen. Einen Schub könnte Japan bringen, wo die Regierung die die Legalisierung von Casinos prüft – klar: In Casinos gewinnen einige wenige Spieler viel Geld, die Bank gewinnt immer und der Staat gewinnt über Steuern mit.
Hannover Rück - Versicherungen/ Deutschland
An der Börse hagelt es für Rückversicherer nach Naturkatastrophen regelmäßig Kursverluste, weil Anleger glauben, auf diese kämen dadurch immense Kosten zu. Das stimmt zwar – kurzfristig. Aber langfristig können die Rückversicherer, etwa wegen der Häufung von Naturkatastrophen, höhere Prämien durchsetzen – die Erstversicherer wissen, dass sie wegen dichterer Besiedlung und Klimawandel mit immer mehr Schäden rechnen müssen.
Für die Rückversicherer ist das ein lukratives Geschäft, denn Prämien fließen auch, wenn es nicht kracht. In den letzten fünf Jahren stiegen die gebuchten Prämien um 11,4 Prozent. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer (50,2 Prozent gehören Erstversicherer Talanx) schrieb 2013 einen Netto-Rekordgewinn von 895 Millionen Euro, 37 Millionen Euro mehr als 2012, trotz des Jahrhunderthochwassers in Bayern. Als verlässlicher Dividendenzahler (Rendite: 5,0 Prozent) landet das Papier oft bei Versicherungen und Pensionsfonds.
Sollten diese weiter aus Anleihen in Aktien umschichten, kann auch das die Aktie weiter treiben. Langfristig Schub bringen die Schwellenländer: Mit wachsendem Wohlstand haben die Menschen dort höhere Werte (Häuser, Auto), die sie schützen wollen, und oft auch erstmals das nötige Geld, um Versicherungen abzuschließen.
Ryman Healthcare - Pflege/ Neuseeland
Exklusive Seniorenheime und betreutes Wohnen sind lukrativ. Ryman baut Heime als komplette Dörfer – mit Kiosk, Kino, Pool, Geschäften und Arztpraxen wirken sie mehr wie Ferienanlagen denn wie Altenheime und sind bei betuchten Senioren beliebt. Eine weitblickende Geschäftsidee, die die Gründer bereits vor 30 Jahren hatten. Die Zahl der über 75-jährigen in Neuseeland wird in den kommenden 25 Jahren vier Mal so schnell wachsen wie bisher.
15. Platz: Axel Springer
Branche: Medien
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 7
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 15,7 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 3,8 Prozent
Ausschüttungsquote (im Median der letzten fünf Jahre): 60,3 Prozent
Quelle: FactSet, DZ BANK, Reuters
Foto: dpa414. Platz: Generali Deutschland
Branche: Versicherung
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 7
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 11,5 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 4,6 Prozent
Ausschüttungsquote (im Median der letzten fünf Jahre): 58,2 Prozent
13. Platz: Grenkeleasing
Branche: Leasing
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 8,1 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,3 Prozent
Ausschüttungsquote (im Median der letzten fünf Jahre): 26,5 Prozent
12. Platz: Henkel
Branche: Konsumgüter
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 10,0 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,6 Prozent
Ausschüttungsquote (im Median der letzten fünf Jahre): 25,9 Prozent
11. Platz: SAP
Branche: Software
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,8 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 30,3 Prozent
10. Platz: Software AG
Branche: Software
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 6,1 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,9 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 22,4 Prozent
9. Platz: OHB System
Branche: Raumfahrt
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,9 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 2,9 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 38,0 Prozent
8. Platz: Munich Re
Branche: Versicherungen
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr:13,7 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 4,9 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 46,4 Prozent
7. Platz: Stratec Biomedical
Branche: Medizintechnik
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 27,2 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,9 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 41,7 Prozent
6. Platz: Linde
Branche: Industriegase
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 9,2 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 2,2 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 34,8 Prozent
5. Platz: Bayer
Branche: Pharma
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 14,2 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 2,3 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 35,7 Prozent
4. Platz: Fielmann
Branche: Optiker
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,6 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 3,6 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzen fünf Jahre): 85,1 Prozent
3. Platz: Fresenius SE
Branche: Medizintechnik und Gesundheit
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 10,6 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 1,2 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 21,2 Prozent
2. Platz: BayWa
Branche: Handel
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 11,5 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 2,1 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 29,2 Prozent
1. Platz: Fuchs Petrolub
Branche: Schmierstoffe
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 24,1 Prozent
Dividendenrendite 2014 (geschätzt): 2,7 Prozent
Ausschüttungsquote (Median der letzten fünf Jahre): 37,6 Prozent
Ryman betreibt 26 Senioren-Dörfer in Neuseeland mit insgesamt knapp 7.000 Plätzen; sechs weitere Grundstücke sind gekauft und werden erschlossen. Australien soll zusätzlich Schub bringen: Ryman betreibt ein erstes Dorf im Staat Victoria, wo der Anteil der relativ wohlhabenden älteren Bevölkerung höher ist als andernorts im Land. Ryman ist solide finanziert und zahlt jedes neue Dorf voll ab, statt die Hypotheken, wie viele Wettbewerber, ständig zu verlängern. Der Gewinn wächst seit 2001 ununterbrochen jedes Jahr um fünf Prozent oder mehr. Dies gelang in zehn Jahren nur fünf der 2.350 größten AGs weltweit. Aktionäre profitieren, die Dividende stieg seit 2002 von einem auf zwölf Cent.
Seadrill - Öl/ GB, Bermudas
Im Auftrag von Ölmultis bohrt Seadrill auf See nach Öl, unter anderem vor den Küsten Norwegens, Angolas, Brasiliens und Indonesiens. Das Unternehmen wurde 2005 vom norwegischen Reederei-Tycoon John Fredriksen gegründet und noch im selben Jahr an die Börse gebracht. Geführt wird Seadrill inzwischen von London aus; der Firmensitz ist auf den Bermudas. Seadrill zahlt – wie viele norwegische Ölbohrer – einen großen Teil der freien Cash-Flows an seine Aktionäre aus. Die Dividende pro Quartal stieg seit 2010 von 68 Cent auf einen Dollar je Aktie, sie trug laut BCG-Analyse üppige zehn Prozentpunkte zum jährlichen Gesamtertrag der Aktie (50 Prozent) bei. Nachdem der Ölpreis wegen der neuen Schiefergasförderung in den USA kaum noch stieg, könnte er wieder anziehen, getrieben durch politische Krisen und wieder erstarkender Nachfrage Chinas. Das wäre gut für Seadrill, die dann stärker ausgelastet wären und höhere Preise durchsetzen können. Risiko: Tiefseebohren ist technisches Neuland; Unfälle wie im Golf von Mexiko 2010 könnten der Aktie schaden.
Teck - Rohstoffe/ Kanada
Rohstoffwerte haben an der Börse nach dem jahrelangem Boom zuletzt schwer gelitten. Fallende Preise für so gut wie alle Rohstoffe haben selbst Schwergewichte wie Xstrata oder BHP Billiton in Mitleidenschaft gezogen. Die kanadische Teck bildete keine Ausnahme. Vor allem der Preisverfall von metallurgischer Kohle (zur Stahlerzeugung), die bei Teck 40 Prozent des Umsatzes ausmacht, hat sich negativ ausgewirkt. Die Aktie hat sich seit 2011 halbiert. Dabei konnte Teck die Umsätze relativ stabil halten (minus zehn Prozent) und schrieb in keinem Jahr rote Zahlen. Teck ist zudem kein reiner Kohleförderer wie Console oder Peabody, sondern auch ein großer Produzent von Zink und Kupfer.
MAN
Die MAN-Aktie sei in der Vergangenheit gut gelaufen, jetzt sei ein guter Zeitpunkt zum Verkauf, rät unter anderem Frank Schwope von der Nord LB. Vor allem die Geschäftszahlen der MAN hätten den Analysten wenig überzeugt.
Der Experte erwartet, dass die weitere Entwicklung des Konzerns vom Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag und dem Abfindungsangebot des Volkswagen-Konzerns dominiert werden wird. Der Aktienanalyst der Nord LB geht von einer engeren Zusammenarbeit zwischen MAN und Scania aus. VW hält zusammen mit MAN gut 60 Prozent des Kapitals und knapp 90 Prozent der Stimmrechte von Scania.
Barclays Capital betonte in seiner Analyse, dass bei der MAN-Aktie die Fundamentaldaten oder die Geschäftsperspektiven kaum noch eine Rolle spielten – angesichts der Übernahme durch Volkswagen.
Kurs: 92,3 Euro
Durchschnittliche Analystenbewertung: 2
Kursentwicklung (1 Jahr): + 9,2 Prozent
ISIN: DE0005937007
Die folgende Auflistung zeigt die zehn niedrigsten durchschnittlichen Anlageempfehlungen für Aktien im Stoxx Europe 600 dar. Eine 5 ist die höchste Empfehlung, eine 1 bedeutet die niedrigste Empfehlung.
Quelle: Bloomberg
Foto: dpaOcado
Ein Marktführer, der hierzulande kaum bekannt ist. Ocado ist ein Online Supermarkt und der größte online Lebensmittelhändler der Welt. Das relativ junge Unternehmen ist erst seit 2010 an der Londoner Börse notiert. Nach einer erstaunlichen Rally im vergangenen Jahr gehen Analysten davon aus, dass die Aktie ihren Zenit bereits überschritten hat und raten zum Verkauf.
Kurs: 366,52 Pence
Durchschnittliche Analystenbewertung: 2
Kursentwicklung (1 Jahr): + 144 Prozent
ISIN: GB00B3MBS747
Foto: dapdElisa Oyj
Der finnische Telekommunikationskonzern Elisa Oyj kooperiert mit Vodafone und ist hierzulande kaum bekannt. Das Deutschlandgeschäft lief unter dem Namen Radiolinja, wurde aber vom Finanzinvestor Apax aufgekauft. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist die Aktie rund 95 Prozent gestiegen.
Kurs: 19,05 Euro
Durchschnittliche Analystenbewertung: 2
Kursentwicklung (1 Jahr): + 31 Prozent
ISIN: FI0009007884
Foto: dpaBankinter
Ein Trader der Bankinter analysiert Zahlen bei einer Anleiheauktion spanischer Aktien. Die spanische Bankinter ist eine Universalbank mit Sitz in Madrid. Die Mehrheit der von Bloomberg ausgewerteten Analysten raten zum Verkauf und bewerten die Aktie durchschnittlich mit einer 2. Eine 1 wäre die niedrigste Empfehlung.
Kurs: 5,63 Euro
Durchschnittliche Analystenbewertung: 2
Kursentwicklung (1 Jahr): + 133 Prozent
ISIN: ES0113679I37
Foto: REUTERSRWE
RWE-Chef Peter Terium wird bei der Hauptversammlung des Energieriesen an Mittwoch (16.4.2014) den Aktionären die ersten Milliardenverluste seit dem Krieg erklären müssen. Analysten sehen eher eine finstere Zukunft für den Versorger.
„RWE zählt zu meinen am wenigsten bevorzugten Werten“, schrieb Analyst Ingo Becker von Kepler Equities in seiner Branchenstudie.
Der Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea sei kein großer Befreiungsschlag für das Unternehmen, stellte Analysehaus Independent Research in seiner Studie fest. Zudem sei das Branchenumfeld von RWE weiter sehr herausfordernd.
Kurs: 28,64 Euro
Durchschnittliche Analystenbewertung: 2
Kursentwicklung (1 Jahr): - 6,05 Prozent
ISIN: DE0007037129
Foto: dpaSüdzucker
19 Prozent an einem Tag. So viel verlor die Südzucker-Aktie, nachdem das Unternehmen seine Bilanz Anfang April vorgelegt hatte. Das operative Ergebnis sei im Geschäftsjahr 2013/14 um fast ein Drittel gefallen. Im laufenden Geschäftsjahr, das am 1. März begonnen hat, werde der operative Konzerngewinn um mehr als zwei Drittel schrumpfen.
Ungeachtet der jüngsten Kurseinbußen sieht unter anderem Jeff Stent von der BNP Paribas erhebliche Gefahren für die Aktie. Er senkte sein Kursziel drastisch von 12 auf 7 Euro.
Kurs: 15,46 Euro
Durchschnittliche Analystenbewertung: 2
Kursentwicklung (1 Jahr): - 52,8 Prozent
ISIN: DE0007297004
Foto: dapdPolyus Gold International
Russlands größtes Bergbauunternehmen Polyus Gold ist an der Londoner Börse als Limited gelistet. Nun erwägt der Minenriese allerdings einen Rückzug aus England, wie die Zeitung Kommersant berichtete. Das Unternehmen möchte sein Vermögen „nach Hause“ bringen und es vor den Sanktionen des Westens retten. Eine offizielle Stellungnahme von Seiten Polyus Gold gab es noch nicht.
Der russische Minister Igor Shuvalov hatte russischen Unternehmen empfohlen sich an der Moskauer Börse listen zu lassen und ausländische Börsen zu verlassen, um möglichen Sanktionen wegen der Krim-Krise zu entgehen. Mehr als zehn der führenden russischen Unternehmen sind im Ausland notiert.
Polyus Gold musste 2013 einen herben Rückschlag hinnehmen: Der Gewinn ging von 965 Millionen Dollar auf 143 Millionen Dollar zurück. Schuld waren vor allem Abschreibungen in Höhe von 472 Millionen Dollar und dem Rückgang des Goldpreises.
Kurs: 193,25 Pence
Durchschnittliche Analystenbewertung: 2
Kursentwicklung (1 Jahr): - 7,43 Prozent
ISIN: JE00B5WLXH36
Foto: REUTERSBanco de Sabadell
Die viertgrößte Bankengruppe Spaniens gehört zu den unbeliebtesten Aktien unter Analysten. Während der Finanzkrise musste die Aktie kräftig Federn lassen. 2006 kostete die Aktie noch mehr als sechs Euro, heute nur noch knapp zwei – ein Minus von rund 70 Prozent. Zwar konnte die Bank 2013 einen Gewinn vorlegen, doch die Bank hat in diesem Jahr noch einen Stresstest vor sich und die Zahl der notleidenden Darlehen hat noch mehr zugenommen. Das niedrige Zinsumfeld erschwert es zudem die Gewinnmargen zu halten.
Kurs: 2,19 Euro
Durchschnittliche Analystenbewertung: 2
Kursentwicklung (1 Jahr): + 50 Prozent
ISIN: ES0113860A34
Foto: REUTERSColruyt
Die Colruyt Group ist ein belgischer Supermarktkonzern und gehört zu den größten Einzelhändlern in Belgien. Seit 2003 gehört auch die Kette „Spar“ zum Konzern.
Kurs: 39,03 Euro
Durchschnittliche Analystenbewertung: 2
Kursentwicklung (1 Jahr): + 3,6 Prozent
ISIN: BE0974256852
Foto: dpaZardoya Otis
Während man auf seine Etage wartet, liest man im Aufzug oft einen Namen neben dem Bedienfeld: Otis. Otis ist nämlich der größte Produzent für Aufzuganlagen weltweit mit rund 60.000 Mitarbeitern, davon 53.000 außerhalb der USA. Zardoya Otis ist sein spanischer Ableger und hat seinen Hauptsitz in Madrid, Spanien.
Die Zardoya Otis Aktie ist die unbeliebteste aller europäischen Aktien. Sie bekam als einzige Aktien eine durchschnittliche Analystenempfehlung von 1 - also die niedrigste Empfehlung, die möglich war.
Kurs: 12 Euro
Durchschnittliche Analystenbewertung: 1
Kursentwicklung (1 Jahr): + 10,5 Prozent
ISIN: ES0184933812
Foto: dapd
Teck hat im Vergleich zur Konkurrenz günstige Produktionskosten, vor allem bei Zink. Sollten die Rohstoffpreise anziehen, stiege der Gewinn schneller als bei Wettbewerbern, die Aktie bietet einen Hebel auf steigende Metallpreise. Je länger die Niedrigpreisphase anhält, desto mehr Minen werden schwächere Konkurrenten außerdem stilllegen müssen; Teck könnte dadurch Marktanteile gewinnen.
Dass die Metallpreise unten bleiben, ist unwahrscheinlich. Schließlich dürfte nach Überwinden der aktuellen Schwäche der Schwellenländer, die vor allem vom Abfluss westlichen Kapitals initiiert ist, der Trend zur Urbanisierung und damit der Bauboom weitergehen. Die Investmentbank Macquarie schätzt, dass es 12 bis 18 Monate dauern wird, bis Überkapazitäten abgebaut sind. So lange sollten interessierte Anleger aber nicht warten; Turn-Around-Aktien wie Teck drehen in der Regel vorher.
Hengan - Hygieneartikel/ China
Das chinesische Unternehmen produziert Windeln, Taschentücher, Damenbinden und Haushaltspapier. 1985 gegründet, traf Hengan auf einen fast unbearbeiteten Markt in dem Riesenreich, das sich gerade auf dem Sprung in eine neue Entwicklungsstufe befand. Diesen Vorsprung nutzte Hengan und installierte sich als Marktführer für eine neue Nachfrage-Kategorie.
Größter Trumpf der Chinesen ist ihre für die Branche rekordhohe Gewinnmarge von 44 Cent Bruttogewinn pro Dollar Umsatz. Hengan verlagert konsequent Teile der Produktion in den Westen, wo die Löhne deutlich niedriger sind als an der Küste. Das Warenportfolio steht ständig auf dem Prüfstand; Produkte, deren Gewinnchancen sich nachhaltig eintrüben, werden gestrichen. Der Umsatz stieg in acht Jahren von umgerechnet 422 Millionen Euro auf 2,06 Milliarden (2013). Ein Fünftel des Börsenwerts von umgerechnet 9,6 Milliarden Euro ist durch Cash abgedeckt.
Risiko: Steigende Löhne und Rohstoffpreise könnten die Rekord-Margen gefährden. Die Aktie lief, wie fast alle in China, zuletzt schlecht. Für geduldige Investoren schafft das eine Einstiegsgelegenheit: Mit wachsender Mittelschicht und zunehmender Verstädterung wird Chinas Bevölkerung mehr Hygieneartikel nachfragen.
Catamaran - Gesundheit/ USA
Das Geschäftsmodell ist erklärungsbedürftig: Catamaran ist ein Pharmacy Benefit Manager (PBM). Diese Gesundheitsdienstleister fungieren in den USA, wo es noch immer keine Krankenkasse für alle gibt, als Bindeglied zwischen Patienten, Ärzten, Apotheken und Pharmaindustrie. Für Unternehmen bündeln sie die Nachfrage nach verschreibungspflichtigen Medikamenten durch deren Mitarbeiter und handeln Preisvorteile aus. Mehr als 210 Millionen Amerikaner sind PBM-Kunden.
Catamaran kümmert sich auch um die Abrechnung von Rezepten und um Logistik für Medikamente und hat dafür Software kreiert; die IT-Plattform der Chicagoer gilt als die technisch beste im Markt. Laut US-Magazin Forbes ist Catamaran eines der am schnellsten wachsenden US-Unternehmen und mit 15 Milliarden Dollar Umsatz der viertgrößte PBM der USA.
Die Aktie geriet zuletzt ins Hintertreffen. Grund waren Bedenken, Catamaran könne das Wachstumstempo der letzten Jahre nicht halten, weil die Republikaner Präsident Obamas Gesundheitsreform torpedieren, von der Catamaran profitiert. Die Nachfrage nach Medikamenten aber steigt in einer alternden Gesellschaft auch unabhängig von der Gesundheitspolitik. Catamaran kann zudem seit Jahren Marktanteile gewinnen. In den vergangenen fünf Jahren stieg der Umsatz um 154 Prozent. Für 2014 hat das Management stolze 20 bis 21 Milliarden Umsatz und bis zu 2,19 Dollar Gewinn je Aktie (2013: 2,00 Dollar) versprochen. Das Unternehmen ist solide finanziert (Eigenkapitalquote: 64 Prozent).
Gannett - Medien/ USA
Auch schwierige Branchen können erfolgreiche Aktien hervorbringen. Verlage ächzen unter dem digitalen Wandel. Vor allem Anzeigenerlöse mit Papierprodukten gehen zurück; aber auch Radio und TV sind mittelfristig durch Web-Streaming in Gefahr, in die Google oder Netflix drängen. Gannett sah seine Umsätze zwischen 2000 und 2008 um 36 Prozent schwinden. Auch die Gannett-Manager wurden getrieben vom Internet, das nach schneller (und meist kostenloser) Veröffentlichung der Artikel verlangte, aber selbst noch nicht genügend Werbe-Umsatz beisteuerte, um wenigstens die Kosten zu decken.
2012 riss das Management das Ruder herum: Alle Gannett-Zeitungen zogen eine Paywall auf ihren Internet-Präsenzen ein; heißt: umsonst liest im Netz niemand mehr. Das kostete Reichweite, stabilisierte aber die Print-Umsätze. Zudem kaufte Gannett originär digitale Formate, etwa Amerikas größte Internet-Jobbörse, und 23 weitere Regional-TV-Sender zu den eigenen 23 hinzu. Das Lizenzgeschäft mit Kabel-, Internet- und Satelliten-TV-Sendern dürfte 2014 zusammen mit TV-Werbung die Hälfte des operativen Gewinns (von 1,5 Milliarden Dollar) bringen.
Mit einem geschätzten KGV von 11,8 für die Gewinne der nächsten zwölf Monate ist Gannett eine der billigsten US-Aktien. Der US-Wahlkampf sollte in den kommenden zwei Jahren üppige Werbeerlöse bringen. Gannett steigerte seine liquiden Mittel seit 2006 um 400 Prozent, zahlt 150 Prozent mehr Dividende. Die aktionärsfreundliche Politik will das Management fortsetzen.
TATA Motors - Auto/ Indien
Zum Konzern (Umsatz 2013: 27 Milliarden Euro) gehören die britischen Marken Jaguar und Landrover – weltweite Verkaufsschlager. 2013 konnten die Briten ihren Gewinn gegenüber 2012 verdoppeln. In wichtigen Luxus-Märkten wie China gewinnen sie Marktanteile hinzu. Seit Tata die beiden Marken Ford abkaufte, wuchs deren Umsatz um 40 Prozent pro Jahr, ihr Anteil an Tatas gesamtem Modellabsatz stieg auf ein Drittel, 85 Prozent des Umsatzes und (zuletzt) 100 Prozent des Gewinns.
Weniger gut laufen die Nutzfahrzeuge und Billig-Pkw, die Tata für den heimischen Markt produziert. Indiens Wirtschaft lahmt. Dazu bremst die im Vergleich zu China oder Brasilien noch immer mangelhafte Infrastruktur auf dem Subkontinent den Autoabsatz. Besserung ist in Sicht; laut neusten Daten könnte Indiens Wirtschaft 2014 um 5,4 bis 5,9 Prozent wachsen. Nach zweistelligen Raten 2002 bis 2009 war die Rate zuletzt unter fünf Prozent gefallen.
Die Aktie ist dank der Anlegerflucht aus den Schwellenländern günstig. Der Umsatz hat sich seit 2006 verfünffacht, an der Börse wurde Tata zuletzt aber immer geringer geschätzt: Laut BCG verloren Aktionäre wegen der schwindenden Bewertung in den letzten fünf Jahren jährlich 70 Prozentpunkte der Gesamtrendite. Unter dem Strich stand aber immer noch eine Rendite von 66 Prozent pro Jahr– Umsatzwachstum, Gewinnmarge und Schuldenabbau konnten den Bewertungsrückgang überkompensieren. Tata dürfte weiter wachsen. Es plant einen günstigen „Mini-Jaguar“ für den Massen-Premium-Markt, der von Audi, BMW und Daimler dominiert wird, und ab 2016 ein neues Werk in China, das die Produktions- und Lieferkosten für den wichtigen Markt senken wird.
Anheuser Busch-InBev - Getränke/ Brasilien, USA
Neben Öl befördert Williams in seinem Pipelinenetz in den USA und Kanada zunehmend Erdgas, das dank des Schiefergasbooms in großen Mengen gefördert wird. Als Master Limit Partnership (MLP) profitiert Williams Partners vom US-Steuerrecht, es muss auf Unternehmensebene keine Steuern zahlen. Damit will der US-Gesetzgeber Investitionen in das kapitalintensive Geschäft erleichtern. Um sich als MLP zu qualifizieren, muss ein Unternehmen 90 Prozent seiner Einnahmen aus dem für förderungswürdig erachteten Geschäft erzielen. Die Muttergesellschaft von Williams Partners, Williams, gliederte 2005 ihr Pipelinenetz als MLP aus. Aktionäre profitieren so von einer üppigen Dividende (Rendite aktuell: 6,8 Prozent); in den vergangenen Jahren hat Williams immer einen Großteil seiner freien Cash Flows ausgeschüttet. Wenn der neue Schiefergas- und Ölboom in Nordamerika anhält, wird auch weiterhin viel Energie durch William’s Pipelines und damit Cash-Flow fließen, der in Dividenden umgemünzt wird.
400 Millionen Hektoliter Bierabsatz pro Jahr, 200 Marken, 43 Milliarden Dollar Umsatz und ein globaler Marktanteil von 20 Prozent machen AB-InBev zum zweitgrößten Getränkekonzern nach Coca-Cola. Bei der Fußball-WM durfte nur AB InBev in Stadien Bier ausschenken – der Konzern ist in Brasilien mit der Marke Brahma Marktführer. Zum Portfolio gehören 200 Marken, etwa Budweiser (USA), Corona, Becks, Franziskaner und Löwenbräu. Hauptmarkt sind nach wie vor die USA, doch in den Schwellenländern wächst AB-InBev stark, in China etwa stieg der Umsatz zuletzt um rund zehn und der Rohgewinn (Ebitda) um 20 bis 30 Prozent pro Jahr.
In der Branche ist AB-InBev für Marketinggeschick bekannt. „Think globally, act locally“ ist mehr als eine Phrase: kaum ein global agierender Konzern beherrscht das Bedienen lokaler Vorlieben von Russland über China bis Kolumbien besser .
Bei Mitarbeitern gefürchtet ist die Kostendisziplin: Seit 2009 hat der Konzern den freien Cash Flow von 10,3 auf 13,9 Milliarden Dollar pro Jahr gesteigert. Nach einer zwischenzeitlichen Kürzung 2008 (um Schulden schneller zu tilgen) stieg die Dividende pro Aktie seit 2009 von 0,38 Euro auf 2,05 Euro, die Ausschüttungsquote (Dividende vom Nettogewinn) von 21 auf 58 Prozent, die Rendite liegt bei 4,4 Prozent.