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Riedls Dax-Radar
Die Hightech-Ikonen Apple, Microsoft, Amazon oder Intel stützen den weltweiten Börsentrend. Quelle: imago

Aktien zwischen Hoffnungslauf und neuen Risiken

Die Hightech-Ikonen Apple, Microsoft, Amazon oder Intel stützen den weltweiten Börsentrend. Kurze Erholungen sind im Dax gut möglich. Die großen Turbulenzen aber sind noch nicht überstanden.

Wenn der Dax nach einem festen Tag danach sofort wieder in die Knie geht, nur weil ein Wirtschaftsberater im Weißen Haus hinschmeißt, ist das kein Zeichen von Marktstärke. Sicherlich hatten sich viele Anleger nach dem schnellen Anstieg von 11.750 Punkten auf 12.250 Punkte letztlich doch mehr erwartet. Bisher bleiben die substanziellen Anschlusskäufe aus.

Dafür müsste sich auch das wirtschaftliche und politische Umfeld aufhellen. Doch der drohende Handelskrieg mit den USA ist ein neues Risiko für die Märkte. Er würde nicht nur Stahl- oder Metallhersteller treffen, sondern darüber hinaus negative Auswirkungen auf viele Branchen haben. Vor allem würde er die USA selbst treffen. Das wissen amerikanische Politiker sehr wohl, der Unmut in den eigenen Reihen wächst. Dass Trump deshalb plötzlich konziliant wird, ist aber wenig wahrscheinlich.

Besonders sensibel reagieren die Währungsmärkte. Der Dollar geht aus Angst vor einer schwächeren US-Wirtschaft und möglichweise weniger zahlreichen Zinserhöhungen wieder zurück. Gleichzeitig legt der Euro zu – und zwar nicht nur gegenüber dem Greenback. Auch gegenüber dem Franken, dem Pfund Sterling und (im Februar vor allem) gegenüber dem Yen. Diese umfassende Stärke des Euro deutet darauf hin, dass sein Aufwärtstrend so schnell nicht vorbei sein dürfte.

Diese Tech-Aktien behaupten sich im Abwärtssog

Die jüngste Stärke des Euro ist bemerkenswert, weil sie sich trotz der wackligen Lage in Italien durchsetzt. Grund dafür sind neben der insgesamt robusten Wirtschaft in Europa vor allem Spekulationen, dass die EZB früher als angenommen die Zinswende einleiten könnte. Am Kapitalmarkt vollziehen die Renditen schon einen klassischen Aufwärtstrend. Nach dem Zinstief Anfang Dezember bei 0,30 Prozent ging es mit den Renditen für zehnjährige Bundesanleihen dynamisch nach oben bis auf 0,75 Prozent. Seit Mitte Februar läuft eine kurze Korrektur, in der sich die Anleihekurse bei geringem Volumen zaghaft erholten. Die Rendite ging leicht auf 0,67 Prozent zurück. Die übergeordnete Dynamik der Zinssätze indessen zeigt weiterhin nach oben. Ginge es nach klassischem Muster weiter, könnte die Rendite der Bundesanleihen noch in diesem Frühjahr die Marke von einem Prozent erreichen, wie schon im Frühjahr 2015.

Zu den wenigen Aktien, von denen die Weltbörsen derzeit gestützt werden, gehören die großen Hightech-Werte. Microsoft hat zwar im vierten Quartal 2017 wegen der US-Steuerreform eine riesige Abschreibung vornehmen müssen. Langfristig, dürfte es sich jedoch auszahlen, dass das Unternehmen stark bei IT-Diensten und Speicherplatz im Internet ist. Bei Amazon wurde lange Zeit auf das wachstumsstarke, aber wenig ertragreiche Online-Handelsgeschäft hingewiesen. Dabei ist im Hintergrund ein Daten-Riese entstanden, der zum führenden Cloud-Unternehmen weltweit herangewachsen ist.

Der Technologie-Boom geht weiter

Bei Apple schüren Pessimisten immer wieder die Angst vor dem Ende des Smartphone-Booms. Doch defacto gibt es derzeit kein Unternehmen weltweit, das unterm Strich so viel Geld verdient. Diese Ausnahmestellung, die Top-Position im Markt in Verbindung mit enormen Renditen, ist der Hauptgrund dafür, warum Star-Investor Warren Buffett sich bei jeder Kursschwäche ein paar Millionen Apple-Aktien holt. 165 Millionen Stück hat er schon – und das dürfte noch nicht das Ende seiner Zukäufe sein.

Auffallend stark sind seit einigen Monaten Intel und Cisco. Beiden Tech-Klassiker ist es gelungen, ihr Stammgeschäft auf den neuen Bedarf an Speicherkapazitäten und Datenübertragung auszurichten. Die jüngsten Gewinnzahlen bestätigen die neue Strategie und geben den Aktienkursen ein Fundament. Es verwundert nicht, dass die Nasdaq-Indizes derzeit die stärksten Börsenkurven weltweit sind. Gäbe es nur den Nasdaq-Markt, wären die Kursrückschläge vom Februar lediglich eine Episode im globalen Aufwärtstrend.

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