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Riedls Dax-RadarDax-Rekord! Warum der Aktienmarkt besser als sein Ruf ist

Im Tagesverlauf hat der Dax ein neues Allzeithoch erreicht. Und nach kurzen Kurskorrekturen einzelner Aktien spricht die Stärke des Gesamtmarkts für einen weiteren Dax-Anstieg. Anleger sollten aber die Risiken kennen.Anton Riedl 02.06.2017 - 12:22 Uhr

Von Währungsängsten ist am deutschen Aktienmarkt noch nichts zu spüren.

Foto: dpa

Spekulationen auf ein schnelleres Wachstum der Weltwirtschaft und überraschend starken US-Konjunkturdaten haben nicht nur die Wall Street, sondern auch den Dax am Freitag beflügelt. Der deutsche Leitindex stieg um 1,4 Prozent und notierte mit 12.846 Punkten so hoch wie noch nie. Damit könnte der Leitindex seine seit Mitte Mai nahezu zementierte Handelsspanne zwischen 12.500 und 12.700 Punkten hinter sich gelassen haben. Auch der MSCI-Weltindex hatte am Morgen bereits seine bisherige Bestmarke übersprungen.

Je höher der Aktienmarkt klettert, umso stärker richten Anleger den Blick auf die Risiken. Die Angst vor der Zinswende war und ist das zentrale Argument, das die große Hausse an den Aktienmärkten ins Wanken bringen kann. Auch wenn man nicht zu denjenigen gehört, die den Aufschwung zuallererst als Blase der Notenbanken abtun, wäre ein deutlicher Zinsanstieg für Aktien ein Nachteil.

Doch nach einem großen Zinsanstieg sieht es derzeit überhaupt nicht aus. Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa und Deutschland ist die Inflation – die ohnehin nur mühsam in Gang gebracht wurde –wieder auf dem Rückzug. Zinserhöhungen durch die Notenbanken werden damit wieder unwahrscheinlicher. Und wenn sie doch kommen sollten, dürften sie nur marginal ausfallen – und womöglich versehen mit dem salomonischen Hinweis, dass es damit erst einmal genug sei.  

Der Rückgang der Inflationsdaten überrascht nicht. Seit Monaten ist absehbar, dass die Energiepreise nicht durchstarten. Zwar hält sich der Ölpreis um 50 Dollar, doch im Szenario einer Öl-Hausse hätte er schon lange bei 60 bis 70 Dollar sein müssen. Bei den Inflationsdaten, die ohne Energie gerechnet werden, hatte sich schon bisher kaum etwas bewegt.

An den Kapitalmärkten setzt sich diese Tendenz immer deutlicher durch. Die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen liegen mit gut 2,2 Prozent am unteren Rand ihrer mittelfristigen Schwankungen. Eine solche Konstellation spricht nicht für einen schnellen und starken Zinsanstieg. Im Gegenteil: Wenn man an die derzeit nur flaue Entwicklung der US-Wirtschaft denkt, wäre sogar ein Rückgang in den Bereich um zwei Prozent nicht ausgeschlossen. Als Prognose für den weiteren Jahresverlauf könnte sich bei den US-Bonds eine Spannweite zwischen 2,0 und 2,5 Prozent ergeben.

Bemerkenswert ist, dass die Renditen in Deutschland und Europa derzeit stabiler aussehen als in Amerika. Die Bund-Rendite und die Umlaufrendite liegen nicht am unteren Rand ihrer mittelfristigen Schwankungen (wie in den USA), sie halten sich gut in der oberen Mitte. Insgesamt sieht es so aus, als ob sich der Renditeabstand zwischen USA und Europa weiter verkleinert.

Steht der Euro vor dem großen Comeback?

Die wichtigste Folge dieser Entwicklung ist, ganz klassisch, die Erholung des Euro. Gegenüber dem Dollar hat der Euro nicht nur den Ausrutscher zu Beginn des Jahres ausgebügelt. Es sieht ganz danach aus, dass die Europa-Währung in den nächsten Wochen bis auf 1,15/1,16 Dollar hochmarschiert.

Mehr noch: Wenn man die Wertentwicklung des Euro gegenüber allen wichtigen Währungen Revue passieren lässt, gibt es reihenweise Stärkesignale für den Euro. Eine solche Ballung hat es seit mehreren Jahren nicht mehr gegeben.

,Fehler Nr. 1: Nebenkosten unterschätzen

Wer Gold nicht als Fonds oder Zertifikat erwirbt, sondern als Barren oder Münze, muss mit Kosten für die sichere Unterbringung rechnen. Geeignet sind etwa ein (guter) Tresor - oder gleich ein Bankschließfach. Die durch den Safe-Kauf oder die Miete des Schließfachs entstehenden Kosten mindern den Verkaufserlös bzw. die Rendite. Während börsengehandelte Goldfonds meist nur geringe Nebenkosten haben und keine sichere Lagerung erfordern, kommt bei Barren oder Münzen noch das sogenannte Aufgeld hinzu. Die ist quasi die Provision des Händlers und kann auch mal bei kleinen Einheiten - etwa einer Münze mit einer Feinunze Gold - 20 Prozent und mehr der Ausgabe ausmachen.

Quelle: Finum Private Finance, eigene Recherchen

Foto: REUTERS

Fehler Nr. 2: Gold, Gold, Gold

Gold ist gut, um ein Depot gegen starke Verluste zu schützen. Aber man kann auch zu viel Gold im Depot haben, es also übergewichten. Dann schlägt ein für längere Zeit fallender Goldpreis auf das ganze Depot durch. Angemessen ist eher ein Depotanteil von zehn bis 20 Prozent. Durch die Streuung auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Immobilien oder Anleihen steigt die Chance, dass Verluste bei der einen Anlage mit Gewinnen in der anderen einhergehen und so Verluste ausgleichen. Denn fliehen Anleger etwa mit Verlustängsten von der Börse, suchen sie alternative Anlageformen. Dann ist Gold als sicherer Hafen gefragt.

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Fehler Nr. 3: Falsche Form

Wer in einen Goldbarren investiert, muss sich ständig überlegen: Halten oder Verkaufen? Denn er hat sein Vermögen nun mal in ein physisches Objekt getätigt, von dem er keine einzelnen Anteile verkaufen kann. Praktischer sind daher Investments in Fonds und Zertifikate, die mit physischem Gold hinterlegt sind. Sie sind leicht und in kleinen Einheiten handelbar. Muss es tatsächlich physisches Gold sein, empfehlen sich Münzen. Die lassen sich auch einzeln verkaufen oder auch im Sparplan erwerben. So können Anleger einen Goldbestand in kleinen Schritten anlegen und müssen nicht so sehr auf den Goldpreis achten, da er sich im Durchschnitt nivelliert. So bleiben Anleger flexibel.

Foto: WirtschaftsWoche

Fehler Nr. 4: Der Goldpreis-Rally hinterherlaufen

Der Goldpreis steigt, wenn viele Anleger Gold nachfragen. Dann mitzumachen, birgt für Privatanleger Risiken; denn kommt die Nachfrage zum Erliegen, fällt der Preis ebenso schnell oder schneller, als er gestiegen ist. Auch dieses Argument spricht dafür, nicht auf einmal eine Riesenmenge Gold zu kaufen, weil das gerade alle tun. Besser ist der regelmäßige Kauf kleinerer Mengen.

Foto: dpa

Fehler Nr. 5: Der Werbung erliegen

Auch wenn es verlockend erscheint: Der Goldkauf im Teleshopping oder im Internet ist oft teuer, obwohl er besonders günstig erscheint. Fragen Sie lieber Ihren Bankberater oder erkundigen Sie sich bei einem bekannten, seriösen Händler nach Barren oder Münzen. Schließlich ist der Goldkauf auch Vertrauenssache, da der Laie den Goldgehalt nicht prüfen kann.

Foto: dpa

Fehler Nr. 6: Rendite erwarten

Gold gilt vor allem als sichere Anlage in Krisenzeiten, zum Beispiel bei Währungs- und Finanzkrisen. Gold ist also eine ultimative Versicherung gegen kompletten Vermögensverlust, denn Gold ist knapp, ewig haltbar und vollständig wiederverwendbar - es kann also nie wertlos werden. Gold bringt aber keine Zinsen oder Dividenden, eine Unze bleibt immer eine Unze. Es ist kein Naturgesetz, dass der Goldpreis langfristig immer weiter steigt. Ohnehin gehört der Goldpreis zu den stark schwankenden Rohstoffpreisen, die vielfältigen Einflüssen unterliegen. Deshalb ist ein gewisser Depotanteil als Versicherung sinnvoll. Wetten auf den Goldpreis sind hingegen riskant.

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Fehler Nr. 7: Kurzfristige Spekulation mit Gold

Aus den gleichen Gründen sollte Gold auch nicht kurzfrist ge- und verkauft werden. Wer in Gold investiert, sollte dies langfristig tun. Experten halten eine Mindestanlagedauer von fünf bis sieben Jahren für sinnvoll.

Foto: WirtschaftsWoche

Fehler Nr. 8: Steuerregeln ignorieren

Für Münzen und Barren gilt eine Spekulationsfrist von zwölf Monaten. Wer erst danach verkauft und Kursgewinne erzielt, muss diese nicht versteuern. Anders bei den meisten Goldfonds: Bis auf wenige Ausnahmen werden Verkaufsgewinne mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer belegt. Um beim Verkauf kein böses Erwachen zu erleben, sollten sich Goldkäufer über die steuerliche Behandlung erkundigen.

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Fehler Nr. 9: Sammler- statt Anlagemünzen

Grundsätzlich müssen Sammlermünzen von Anlagemünzen unterschieden werden. Bei Sammlermünzen beeinflussen neben dem Goldgehalt auch Motiv, Zustand und Seltenheit eine wesentliche Rolle für den Preis. Auch sind Verkaufserlöse unabhängig von der Haltedauer (keine Spekulationsfrist) zu versteuern. Anlagemünzen sind hingegen Massenware, deren Preis allein vom Goldgehalt bestimmt wird und steuerlich bevorzugt werden. Typische und fast überall erhältliche Anlagemünzen sind etwa Krügerrand, Wiener Philharmoniker oder American Eagle. Im Bild: Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf", die auf der Rückseite ein Ahornblatt zeigt.

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Fehler Nr. 10: Auf Goldschmuck vertrauen

Goldschmuck ist keine wirklich brauchbare Alternative für Anlagemünzen oder Barren. Der Goldgehalt ist meist vergleichsweise gering, zudem muss man beim Kauf auf für Design und Handwerk bezahlen. Trifft der Schmuck aber nicht den Geschmack der Käufer, gibt es dafür nicht einmal den vollen Materialwert. Schließlich kostet Schmelzen und Gießen auch etwas.

Foto: dpa

Diese Euro-Stärke passt sowohl zum Verhältnis der Zinsen am langen Ende als auch zur Konjunktur. Und sie korreliert mit der Tatsache, dass die USA sich unter Trump schrittweise von der Weltbühne verabschieden – und genau deshalb Europa stärker werden muss. Europa bedeutet wirtschaftlich vor allem Deutschland – was sich übrigens in der führenden Bedeutung des Bund-Futures manifestiert.

Spannend wird es dann, wenn der Euro 1,16 Dollar erreicht. Sollte er hier weiterkommen, wäre das ein Signal für das Ende der großen Abwärtsbewegung, die immerhin 2008 begonnen hat. Damals hatte der Euro in der Spitze fast 1,60 Dollar erreicht.

Wohlstandsillusion

Wird Deutschland wieder zum kranken Mann Europas?

von Malte Fischer

Von Währungsängsten ist am deutschen Aktienmarkt noch nichts zu spüren. Eher macht sich eine latente Zinsentspannung breit, die in Verbindung mit den guten Zahlen und Prognosen im Umfeld der HV-Saison den Markt stabilisieren.

Korrekturen belasten Gesamtmarkt nicht

In den vergangenen Wochen gab es zwar immer wieder Korrekturbewegungen bei einzelnen Aktien, die aber nicht auf den Gesamtmarkt durchschlugen, weil andere Papiere dafür stärker wurden. Ein Beispiel dafür, wie diese Korrektur quer durch eine Branche gehen kann, ist die Entwicklung von BASF und Bayer. Während die Ludwigshafener seit einigen Wochen enttäuschen, läuft bei Bayer die Aufholjagd nach der Monsanto-Diskussion. Weiter gedrückt sind die Autowerte, bei den Banken verfliegt die Hoffnung auf eine schnelle Zinswende.

Kommt das dicke Ende dann erst noch? – Durchaus, aber womöglich sogar für die Baissiers. Denn die aktuelle Stärke des Dax ist frappierend: Bei 26 der 30 Dax-Aktien verlaufen die Kurse deutlich über der nach oben zeigenden 200-Tage-Linie. Das ist eine Quote von 87 Prozent, stabile Hausse. BASF und ProSieben pendeln knapp um diesen Durchschnitt, Daimler und HeidelbergCement liegen darunter. Doch auch diese vier Fußkranken sind fundamental keine Krisenunternehmen. Hier verarbeiten die Kurse derzeit die zu hohen Erwartungen (Heidelberg, BASF und ProSieben) – und Daimler dient als Opfer in der Diesel-Diskussion.

Fazit: Trotz verbreiteter Unsicherheit und allgegenwärtiger Warnungen vor der Börsenblase ist der Dax in einer sehr stabilen Verfassung. Dank niedriger Zinsen, moderater Wirtschaft und guter Unternehmensgewinne macht diese Mischung einen weiteren Anstieg in den nächsten Wochen möglich.  

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