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Riedls Dax-Radar

Absturzgefahr gebannt, Aktienhausse reloaded

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Tendenz nach oben

In Amerika steckt Branchenprimus Intel seit vier Monaten in einer Korrekturbewegung. Bei Infineon sind es bisher drei Monate. Die Mehrfachspitze bei 25 Euro deutet auf noch einige zähe Monate hin.

Auf der anderen Seite hat Netzwerker Cisco in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt. Auch Microsoft notiert am All-Time-High. Apple und Amazon haben etwas nachgegeben, doch die großen Trends sind intakt.

Ähnlich ist die Situation bei SAP. Seit drei Monaten pendelt die Aktie zwischen 97 Euro und 105 Euro. Angesichts der stabilen operativen Entwicklung ist das eine typische Korrektur, der bald ein Ausbruch nach oben folgen dürfte. Und wenn SAP, die wichtigste Aktie im Dax, den Durchbruch bei 105 Euro schaffen sollte, wäre das für den Gesamtmarkt ein gutes Signal.

Dem Dax gelang in den vergangenen Tagen der Anstieg über die Marke bei 12.100 Punkten. Mit dieser Kletterpartie hat der Aktienmarkt ein gefährliches Verkaufssignal neutralisiert. Mehr noch: Bisher gingen viele Analysten davon aus, dass aus den Dax-Schwankungen der vergangenen zwei Jahre (zwischen 11.800 Punkten und 13.600 Punkten) eine große Abwärtswende werden könnte mit nachfolgender Baisse oder gar Crash. Durch den jüngsten Anstieg aber mehren sich die Anzeichen, dass aus den Schwankungen keine Wende, sondern nur eine Konsolidierung im langen Trend werden könnte. Immer mehr Einzelaktien sprechen für dieses positive Gesamtszenario:

Continental hat einen großen Teil seines Abwärtspotenzials ausgeschöpft. Gründe für den schwachen Verlauf sind die operative Enttäuschung der vergangenen Monate, die wenig überzeugende Struktur der Sparte Antriebe (die an die Börse gehen soll), sowie der große Einfluss des Großaktionärs Schaeffler. Dessen Conti-Paket hat allein seit Jahresanfang bis zu neun Milliarden Euro an Wert verloren. Angesichts dieser Belastungen könnte die Aktie noch bis auf das mittelfristige Tief bei 140 Euro sinken, spätestens dann sollte eine Gegenbewegung starten.

Bei der Deutschen Bank und dem Dax-Absteiger Commerzbank läuft die Bodenbildung. Angesichts der Bedeutung der Großbanken für die Wirtschaft hierzulande, darf der Turnaround kein Fehlschlag werden. In den Kursen sollte das weitgehend eingepreist sein, langfristig ist eine deutliche Höherstufung möglich.

Selbst die großen Autowerte kommen wieder. Bei Daimler vollzieht sich die Stabilisierung zwischen 50 und 60 Euro, bei BMW zwischen 77 und 80 Euro. Beide Aktien sind fundamental günstig, auch wenn die Gewinne für dieses Jahr angesichts des schwachen dritten Quartals geringer ausfallen könnten, als erwartet.

Fazit: Die akute Absturzgefahr ist gebannt, in den nächsten Wochen sollte der Dax aus eigener Kraft nach oben tendieren. Die stabile Entwicklung in Amerika schiebt zusätzlich. Das nächste Kaufsignal gäbe der Dax mit einem Anstieg über die Zone 12.500 bis 12.600 Punkte.

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