Wall Street: S&P 500 und Nasdaq geben deutlich nach – Anleihemarkt signalisiert nahenden Konjunkturabschwung
Anleger suchen ihr Heil in „sicheren Häfen“.
Foto: ReutersAus Furcht vor einer Rezession fliehen Anleger aus dem US-Aktienmarkt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones fiel zur Eröffnung am Montag um rund zwei Prozent. Der breit gefasste S&P 500 und der technologielastige Nasdaq rutschten um jeweils rund drei Prozent ab. Damit notierten sie so niedrig wie zuletzt vor etwa eineinhalb Jahren.
Nervös machte Investoren vor allem eine Entwicklung am Anleihemarkt, die einen nahenden Konjunkturabschwung signalisiert. Dort warfen zweijährige Staatsanleihen mit 3,25 Prozent so viel ab wie zuletzt vor vierzehneinhalb Jahren und mehr als ihre zehnjährigen Pendants. Diese rentierten bei 3,155 Prozent. Dieses Phänomen, inverse Zinskurve genannt, gilt als Vorbote einer Rezession.
„Die Verbraucherpreise haben ihren Höhepunkt noch nicht erreicht“, sagte Anlagestratege Kenneth Broux von der Bank Société Générale. Da die Geldpolitik sei in den meisten Industriestaaten noch zu locker sei, würden laufend die Erwartungen über das Tempo der Zinserhöhungen und das Zielniveau nach oben angepasst. Investoren befürchten, dass die US-Notenbank Fed mit drastischen Zinserhöhungen die Konjunktur abwürgt.
Einzelwerte im Fokus
Bank of America: Zinsabhängige wachstumsstarke Unternehmen zählten an der Wall Street zu den größten Verlierern. Die Papiere der Bank of America geben zeitweise um 1,8 Prozent nach.
JP Morgan: Die Titel von JP Morgan geben zwischenzeitlich um gut zwei Prozent nach. Damit fallen die Kursverluste in der Größenordnung der anderen Bankwerte aus.