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ZeitumstellungWann werden die Uhren von Sommerzeit auf Winterzeit umgestellt?

Seit über 40 Jahren werden in Deutschland die Uhren regelmäßig umgestellt – darüber wird heftig debattiert. Der Countdown zeigt, wann die nächste Zeitumstellung ansteht.Sören Imöhl 25.10.2025 - 09:13 Uhr

Countdown bis zur nächsten Zeitumstellung.

Foto: dpa

In Deutschland erfolgt zweimal im Jahr eine Zeitumstellung. Am letzten Sonntag im März wird die Uhr von Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt, und am letzten Sonntag im Oktober erfolgt die Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit.

Wie lange ist es noch bis zur nächsten Zeitumstellung? Der Countdown zeigt es.

Wann werden die Uhren 2025 auf Winterzeit umgestellt?

Die nächste Zeitumstellung findet am Sonntag, den 26. Oktober um 3:00 Uhr, statt. Dann wird die Zeit von der mitteleuropäischen Sommerzeit auf die mitteleuropäische Winterzeit – beziehungsweise die mitteleuropäische Normalzeit – umgestellt. Das bedeutet, dass die Menschen an diesem Tag eine Stunde gewinnen, da die Zeit in der Nacht von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt wird.

Warum wird die Zeit umgestellt?

Die Zeitumstellung wurde in Deutschland im Sommer 1980 eingeführt, um das Tageslicht effizienter zu nutzen und Energie einzusparen. Normalerweise finden die Zeitumstellungen in den letzten beiden Wochen der Monate März und Oktober statt.

Der zugrunde liegende Gedanke der Zeitumstellung lässt sich wie folgt erklären: Durch die Umstellung der Zeit kann der Mensch einen größeren Teil seiner wachen Stunden bei Tageslicht verbringen. Im Sommer geht die Sonne eine Stunde später auf – zu einer Zeit, zu der die meisten Menschen noch schlafen. Dafür geht sie abends eine Stunde später unter. Einen Vorteil in der Zeitumstellung sah man auch darin, dass dadurch Energie gespart wird. Dieser Effekt der Zeitumstellung ist umstritten.

Countdown zur Zeitumstellung auf Winterzeit 2025

Die Zeitumstellung auf Winterzeit ist erfolgt

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Bisherige Studien haben eher enttäuschende Ergebnisse geliefert. Eine Analyse mehrerer europäischer Studien im Jahr 2016 durch das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) ergab, dass die Zeitumstellung europaweit nur zu einem maximalen Rückgang des Stromverbrauchs um ein Prozent führt. 

Modellrechnungen des TAB ergaben für Deutschland sogar nur einen Rückgang von 0,2 Prozent des Gesamtstromverbrauchs. Die Ergebnisse der Forscher der Hochschule Ostwestfalen Lippe und der Universität Kassel waren nur geringfügig höher: Deutschlandweit ermögliche die Zeitumstellung knapp 0,8 Prozent Energieeinsparung.

Soll die Zeitumstellung abgeschafft werden?

Im Jahr 2019 wurde der Vorschlag der EU-Kommission, die Zeitumstellung ab 2021 abzuschaffen, vom EU-Parlament gebilligt. Allerdings ist seitdem nichts weiter geschehen, da man sich auf keine einheitliche Regelung einigen konnte. Nun ist geplant, die Zeitumstellung mindestens bis Ende 2026 beizubehalten. Fragt man die Menschen in Deutschland, zeigt sich ein klares Bild. Laut einer Umfrage der DAK aus März 2024 sind 74 Prozent der Befragten hierzulande der Meinung, dass die Zeitumstellung abgeschafft werden sollte.

Welche Auswirkungen hat die Zeitumstellung auf die Wirtschaft?

Die Zeitumstellung, insbesondere der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit, ist auch ein Einflussfaktor für die Wirtschaft. Ursprünglich sollte die Umstellung auf die Sommerzeit dabei helfen, Energie zu sparen, indem durch die längeren, hellen Abende weniger künstliches Licht gebraucht wird. Inzwischen zeigen jedoch Studien, dass diese Einsparungen kaum ins Gewicht fallen. Oft wird der geringere Stromverbrauch durch den erhöhten Bedarf an Heizenergie oder Klimatisierung egalisiert.

Zeitumstellung 2025

Spanien will Ende der Sommer- und Winterzeit in Europa

Auch auf die Arbeitswelt hat die Umstellung der Zeit oftmals negative Folgen: Der natürliche Biorhythmus vieler Menschen wird durcheinandergebracht, was besonders bei der Umstellung auf die Sommerzeit, wenn eine Stunde „verloren“ geht, deutlich spürbar ist. Schlafmangel und Konzentrationsprobleme sind häufige Folgen, die sich negativ auf die Produktivität in Unternehmen auswirken können.

Im Bereich Verkehr und Logistik ergeben sich infolge der Zeitumstellung ebenfalls einige Probleme. Fahrpläne von Zügen, Flugzeugen und anderen Verkehrsmitteln müssen angepasst werden. Besonders in der Nacht der Zeitumstellung führt dies oft zu Missverständnissen und verzögerten Abläufen.

Warum gibt es die Zeitumstellung?

Die von wenig Menschen geliebte Zeitumstellung haben wir dem Briten William Willet zu verdanken – er gilt als der Erfinder der Sommerzeit, der sogenannten „Daylight Saving Time“. Er schlug 1907 vor, die Uhren im Frühjahr um eine Stunde vorzustellen, damit man das Tageslicht am Abend besser nutzen könne.

Foto: dpa

Seit wann gibt es die Zeitumstellung in Deutschland?

In Deutschland wurden erstmals während des Ersten Weltkriegs, im Jahr 1916, die Uhren umgestellt. So sollten Energie und Geld eingespart werden. Nach Ende des Krieges wurde die Sommerzeit zunächst wieder abgeschafft. Während des Zweiten Weltkriegs und den ersten Nachkriegsjahren wurde erneut die Zeit umgestellt, bis die Regel 1950 wieder abgeschafft wurde. Erst seit dem Jahr 1980 werden wieder die Uhren umgestellt.

Foto: dpa

Bringt die Zeitumstellung wirklich ein Energieersparnis?

Es gibt keinerlei nachweisliche Energieeinsparungen durch die Sommerzeit. Das stellt etwa das Umweltbundesamt klar. Zwar würde dadurch im Sommer abends weniger Licht gebraucht, jedoch würde im Gegenzug im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt. Der Einspareffekt wird also wieder aufgehoben.

Foto: dpa

Gibt es die Sommerzeit auf der ganzen Welt?

Nein. In vielen Ländern gibt es nur die Winterzeit – dazu zählen zum Beispiel Argentinien und China. In Russland gilt seit 2014 dauerhaft die Winterzeit.

Foto: dpa

Vor oder zurück?

Alle halbe Jahre plagt die Deutschen dieselbe Frage: Wird die Uhr nun eine Stunde vor- oder zurückgestellt? Mit diesen Merksätzen fällt die Antwort vielleicht leichter:

„Immer zum Sommer hin“: Im Frühjahr kommen wir ihm eine Stunde näher, im Herbst entfernen wir uns eine Stunde von ihm.

„Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer“: Im Frühjahr plus und im Winter Minus.

„Früher aufstehen im Frühjahr“: Die Uhr wird vorgestellt und die Schlafzeit verringert sich um eine Stunde.

„Bei der Zeitumstellung ist es wie mit den Gartenmöbeln“: Im Frühjahr kommen sie vor die Tür, im Herbst zurück in den Schuppen.

Foto: dpa

Ist Autofahren nach der Zeitumstellung gefährlicher?

Als 2013 die Umstellung auf Normalzeit anstand, wies etwa die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin darauf hin, dass die veränderte Uhrzeit zu rund acht Prozent mehr Verkehrsunfällen führe. Der Deutsche Jagdverband warnt zudem vor einer erhöhten Gefahr von Wildunfällen. Biologe Torsten Reinwald erklärt das damit, dass viele Tiere in der Dämmerung aktiv sind. „Das ist Schutz vor Fressfeinden. Einprogrammiert ist bei den Tieren leider nicht der Berufsverkehr – und der fällt durch die Zeitumstellung von einem Tag auf den anderen in die Dämmerung. Und wo es gestern noch sicher war, die Straße zu überqueren, sind heute ganz, ganz viele Autos unterwegs und das führt zu mehr Kollisionen im Oktober und November.“

Foto: dapd

Was macht die Zeitumstellung mit unserem Schlaf?

Wissenschaftler warnen immer wieder vor den „Mini-Jetlags“ durch die Uhrenumstellung. Das Problem ist, dass die Menschen sich nicht so rasch an den anderen Hell-Dunkel-Rhythmus anpassen. Empfindsamere Menschen können unter Schlafstörungen und Appetitlosigkeit leiden.

Foto: dpa

Führt die Zeitumstellung zu Gesundheitsproblemen?

Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) veröffentlichte im September 2021 eine Studie, die zeigt, dass 29 Prozent der Deutschen gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung erleben, wobei Müdigkeit und Schlafprobleme am häufigsten auftreten.

Die Beschwerden haben laut Studie im Vergleich zu früheren Jahren zugenommen. Der Anstieg von acht Prozentpunkten seit 2013 könne auf eine wachsende Belastung durch die Zeitumstellung hindeuten.

Foto: CLARK/obs

Was kann man tun, um sich besser an die neue Zeit zu gewöhnen?

Mediziner empfehlen Menschen, die mit einem Mini-Jetlag auf die Uhrenumstellung reagieren, viel Bewegung an der frischen Luft. Man sollte versuchen, möglichst viel Tageslicht abzubekommen, um die innere Uhr wieder in Takt zu bringen. Morgens zur Arbeit zu Laufen ist eine Maßnahme. Laut Expertenmeinung sollten sich gesunde Menschen innerhalb von drei Tagen an die Umstellung gewöhnt haben.

Foto: dpa

Gibt es Hoffnung auf eine Abschaffung der Zeitumstellung?

Die EU-Kommission hatte im Sommer 2018 vorgeschlagen, die Zeitumstellung in der EU schon 2019 abzuschaffen. Anschließend könnte jedes Land selbst entscheiden, ob es dauerhaft Sommer- oder Winterzeit einführen will. Die Brüsseler Behörde reagierte damit auch auf den Druck vieler Bürger. Bei einer EU-weiten Umfrage hatten sich 84 Prozent der Teilnehmer für ein Ende ausgesprochen, die meisten von ihnen kamen aus Deutschland. Wenige Tage später stimmte das Europaparlament dafür, auf die Zeitumstellung zu verzichten. Das Parlament muss sich jedoch noch mit den EU-Staaten auf eine Linie einigen. Dafür braucht es zunächst eine Position, der auf EU-Ebene zuständigen Verkehrsminister.

Das Ende der halbjährlichen Zeitumstellung in der EU derzeit nicht absehbar. „Es scheint, dass die meisten Mitgliedstaaten mehr Zeit benötigen“, heißt es im Juni 2019 in einem öffentlichen Dokument aus der rumänischen EU-Ratspräsidentschaft. In dem Schreiben heißt es weiter: Die bisherigen Diskussionen hätten klar gemacht, dass „ein EU-weit harmonisierter und koordinierter Ansatz von entscheidender Bedeutung ist, um Zeitzonen-Flickenteppiche zu vermeiden und das reibungslose Funktionieren des EU-Binnenmarktes zu gewährleisten“. Trotz Aufforderung hätten bislang nur wenige Länder ihre nationale Position dargelegt. Die Staaten müssten noch Konsultationen in der Regierung, mit Interessengruppen, Bürgern und Nachbarstaaten abschließen, bevor sie sich positionierten. Aktuell gibt es keine konkreten Pläne zur Wiederaufnahme der Diskussion.

Foto: dpa

Auch der globale Handel kann durch die Zeitumstellung durchaus ins Stocken geraten, wenn Länder ihre Uhren nicht synchron umstellen. Dieser Faktor kann sich besonders an den Finanzmärkten bemerkbar machen. Durch die zeitlich versetzten Handelszeiten an den Börsen kann es hier kurzfristig zu Schwankungen kommen.

Wann wird die Zeit vorgestellt?

Die Uhren werden beim Wechsel von Winterzeit auf Sommerzeit am letzten Sonntag im März von 2:00 auf 3:00 Uhr vorgestellt. Das bedeutet, dass die Menschen dann eine Stunde verlieren.

Wann wird die Zeit zurückgestellt?

Die Uhren werden beim Wechsel von Sommerzeit auf Winterzeit am letzten Sonntag im Oktober von 3:00 auf 2:00 Uhr zurückgestellt. Das bedeutet, dass die Menschen dann eine Stunde zurückgewinnen.

In welchen Ländern wird die Zeit nicht umgestellt?

In Zentralafrika ist die Zeitumstellung kaum verbreitet. Länder wie Kamerun, die Zentralafrikanische Republik und der Kongo haben sie nie eingeführt. Ebenso gibt es in Saudi-Arabien und Indonesien keine Zeitumstellung. Darüber hinaus haben auch Staaten wie Russland, China und Brasilien auf diese Praxis verzichtet.

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