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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Das Telekommunikationsunternehmen BT gewinnt durch Zukauf von EE viele neue Kunden. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Shop und Logo von EE Quelle: dpa

Aktientipp: BT Group - Neuer Anschluss unter dieser Nummer

Für 12,5 Milliarden Pfund Sterling übernimmt BT Group, die ehemalige British Telecom, den Mobilfunkspezialisten EE (Everything Everywhere), ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und der französischen Orange. BT bekommt damit auf einen Schlag 27 Millionen neue Kunden. Nun kann BT Festnetztelefonie, Mobilfunk, Bezahlfernsehen und Internet aus einer Hand anbieten – und ist damit der führende Kommunikationskonzern auf der Insel.

Viel Bargeld in die Hand nehmen müssen die Briten dabei nicht. Denn im Gegenzug bekommen die Verkäufer vor allem Anteile an BT: Die Deutsche Telekom zwölf Prozent, Orange vier Prozent.

Ein starker Partner ist dabei die Deutsche Telekom. Sie selbst profitiert über den BT-Anteil vom Wachstum des britischen Telekommarkts, der angesichts der robusten britischen Wirtschaft vielversprechend ist. Gleichzeitig ist eine Zusammenarbeit beider Ex-Monopolisten geplant, bei IT- und Kommunikationsdiensten sowie im Einkauf.

BT Group Chart

Wahrscheinlich wird BT auch als fünftes Mitglied der europaweiten Mobilfunkallianz Freemove beitreten, in der grenzüberschreitende Mobilfunkdienste koordiniert werden. Bis 2016, wenn die Zustimmung der Kartellbehörden eintrifft, dürfte die Transaktion über die Bühne gehen.

Auch im Geschäft mit Bezahlfernsehen kommt BT gut voran. Für 960 Millionen Pfund haben die Briten die Rechte an den Samstagsspielen der viel beachteten Premier League erworben. Schon 2013 hatte BT dem Konkurrenten Sky die Live-Übertragungsrechte für die Champions League und die Europa League weggeschnappt. BT erschließt sich damit ein neues Kundenreservoir, vor allem für sein wichtiges Breitbandgeschäft.

Operativ ist BT auf gutem Weg. Nach dem stabilen Verlauf der ersten neun Monate (Vorsteuergewinn plus 15 Prozent) sollten im demnächst beendeten Geschäftsjahr aus 18 Milliarden Pfund Umsatz netto 2,3 Milliarden Gewinn möglich sein. Das wäre für die Briten nicht nur ein Rekordgewinn, sondern mit 13 Prozent Nettomarge ein Spitzenplatz unter den europäischen Telekomkonzernen.

Aktientipp: Drägerwerk - Die Lübecker lieben den weichen Euro

Mit wahrscheinlich nicht viel mehr als 90 Millionen Euro Nettogewinn hat TecDax-Wert Drägerwerk 2014 so wenig verdient wie seit vier Jahren nicht mehr. Für 2015 aber zeichnet sich die Wende ab. Der Anschub kommt vom schwachen Euro. Mit seinen beiden Geschäftsschwerpunkten Medizintechnik (Beatmungsgeräte, Narkosegeräte) und Sicherheitstechnik (Feuerwehrausrüstungen, Gasmessgeräte, Atemmasken) macht Dräger fast die Hälftes seines Umsatz außerhalb Europas. Das drückte die Zahlen im ersten Halbjahr 2014, als der Euro stark war, führt aber seit dem Sommer mit dem Euro-Abschwung zu einer Belebung: Im dritten Quartal kamen 4,5 Prozent mehr neue Aufträge herein, und bei 6,6 Prozent mehr Umsatz blieben operativ 35 Prozent mehr Gewinn.

Drägerwerk Chart

Kein Wunder, dass Konzern-Chef Stefan Dräger bei einer Fortsetzung der Euro-Schwäche von besseren Aussichten spricht.

Zugutekommt Dräger auch die steigende Nachfrage. Aus China kommen mehr Bestellungen für Sicherheitstechnik, in der Medizintechnik könnte nach der Kaufzurückhaltung des vergangenen Jahres vor allem der US-Markt wieder zulegen. Auf dem wichtigen Heimatmarkt Deutschland sollte die anziehende Konjunktur zu mehr Bestellungen führen; plus acht Prozent im dritten Quartal 2014 sind ein gutes Vorzeichen. Durch die Zusammenlegung der Produktion am Standort Lübeck dürften die jährlichen Kosten um acht Millionen Euro sinken. Unterm Strich kann Dräger 2015 aus 2,5 Milliarden Euro Umsatz wieder mehr als 100 Millionen Euro Nettogewinn holen.

Anleihetipp: ThyssenKrupp - Handfester Zinsvorteil

Die Anzeichen, dass der Industriekonzern ThyssenKrupp nach sechs Jahren schwerer Krise die Wende schafft, werden immer handfester. Die weltweite Stahlnachfrage erholt sich zwar nur langsam, doch günstige Preise für Koks und Eisenerz verbilligen die Stahlherstellung. Die größten Kunden von Thyssen, die Autokonzerne, produzieren auf Rekordniveau. Die für Thyssen wichtigen Branchen Bau und Maschinenbau legen leicht zu und könnten – nach positiven Konjunkturprognosen – 2015 mehr als zwei Prozent Wachstum schaffen.

ThyssenKrupp in Zahlen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis September 2014) hatte ThyssenKrupp vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) 2,3 Milliarden Euro verdient, plus 88 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr verspricht Konzernchef Heinrich Hiesinger einen weiteren Gewinnzuwachs. Nach dem guten ersten Quartal (Umsatz plus elf Prozent) sollten 2015/16 mindesten 2,5 Milliarden Euro Ebitda möglich sein. Gemessen an den Nettoschulden von 4,2 Milliarden Euro, wäre das nur noch das 1,7-Fache. Das ist ein Zeichen für die finanzielle Entspannung bei Thyssen und hat dazu beigetragen, dass die Ratingagentur Standard & Poor’s ihren Ausblick für Thyssen im Dezember von negativ auf stabil angehoben hat.

Kurs (%) 99,52/99,51
Kupon (%) 1,75/2,50
Rendite (%) 1,84/2,56
Laufzeit bis 25.11.2020/25.2.2025
Währung Euro
ISIN DE000A14J5(79/87)

Dennoch, mit einem Rating von BB ist ThyssenKrupp noch immer ein spekulatives Investment. Der strategische Umbau hin zu mehr rentablem Industriegeschäft (Aufzüge, Anlagen) und weniger Stahl kommt zwar voran. Thyssen leidet aber weiter unter Kapitalknappheit. Das zeigt vor allem die mit acht Prozent sehr magere Eigenkapitalquote.

Umso wichtiger sind neben Kostensenkungen im operativen Geschäft auch Einsparungen bei der Finanzierung. Hier kommen Thyssen die niedrigen Zinsen zugute. Für zwei neue Anleihen im Nennwert von 1,35 Milliarden Euro muss Thyssen im Schnitt nur noch 2,1 Prozent Zinsen bezahlen. Bisher lag der Durchschnittszins aller Thyssen-Anleihen (fünf Papiere mit insgesamt 5,85 Milliarden Euro Nennwert) bei 4,7 Prozent.

Für Anleger sind die neuen Thyssen-Anleihen als spekulative Ergänzung geeignet. Immerhin bieten sie etwa zwei Prozentpunkte mehr als vergleichbare Bundesanleihen. Wer mit einer langen Niedrigzinsphase rechnet, für den kommen die Papiere mit zehnjähriger Laufzeit infrage; sie bringen 2,6 Prozent Jahresrendite. Wer mittelfristig mit einem Anstieg des Zinsniveaus rechnet, für den eignen sich eher die Papiere mit Fälligkeit 2020.

Fondstipp: DB x-trackers MSCI GCC Select ETF - Wette auf eine Erholung nach dem Ölpreis-Crash

Bisher konnten Privatanleger nicht in Aktien aus der arabischen Golfregion investieren. Zum Glück, könnte man sagen, denn die Börsen der Region litten erheblich unter dem Preisverfall auf den globalen Ölmärkten. Die Volkswirtschaften am Golf hängen vom Ölexport ab. Das entsprechende Aktienbarometer des Indexanbieters MSCI, der GCC Countries (GCC steht für Gulf Cooperation Council), umfasst neben der Börse Saudi-Arabiens: Bahrain, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman, allesamt Ölexporteure.

Grafik

Der Index verlor allein seit Dezember mehr als 13 Prozent (siehe Chart ). Er notiert nun wieder auf dem Stand von Anfang 2005 – für Anleger ein verlorenes Jahrzehnt.

Doch der Golf-Crash scheint sich auszupendeln; seit Kurzem steigt der Index wieder. Für Anleger, die auf eine Erholung am Golf wetten wollen, bietet die Deutsche Bank nun über einen passiven Indexfonds (ETF) auf die Region einen Zugang von Europa aus an. Der Fonds (ISIN IE00BQXKVQ19) bildet den GCC-Index ab, kostet pro Jahr 0,65 Prozent Gebühren und thesauriert: Dividenden der im Index enthaltenen Unter- nehmen werden nicht ausgeschüttet, sondern entsprechend der Index-Gewichtung in die Papiere reinvestiert. 65 Prozent des Fondsvolumens machen allein saudische Aktien aus; es folgen Katar (rund zwölf Prozent) und die Emirate mit knapp neun.

In Arbeit
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Wer mit dem ETF via Golfregion auf eine Erholung des Ölpreises wetten will, geht allerdings einen weiten Umweg: Die Golfstaaten würden zwar zweifellos von steigenden Rohölpreisen profitieren und über mehr Investitionen und regeren Konsum in der Region dann auch mittelbar die im Index enthaltenen Unternehmen. Weil aber die strategisch wichtigen Ölkonzerne meist in Staatshand sind, dominieren den Index andere Branchen: Größte Einzelposition ist Sabic, ein saudischer Produzent von Chemie, Halbzeugen und Metallen. Mehr als die Hälfte der Aktien entstammt dem Finanzsektor, es folgen Telekommunikation und Konsum. Ein hohes Risiko. Der Internationale Währungsfonds schätzt die Banken der Region allerdings als solide genug ein, um auch eine längere Öl-Baisse zu überstehen.

Podcast: Money Master

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