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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Fondstipp: DWS Biotech - Lieber chronisch als tödlich

Wenn eine Branche an der Börse sehr gut gelaufen ist, wächst die Skepsis, ob das so weitergeht – so auch bei Biotechnologie. Seit 2010 hat sich das durchschnittliche Kurs-Buchwert-Verhältnis der im Nasdaq Biotech gelisteten Unternehmen auf immerhin 8,2 verdoppelt. „Anders als bei früheren Boomphasen ist derzeit jedoch mehr Realität und weniger Fantasie im Spiel, weil es bei der Entwicklung von Medikamenten tatsächlich den einen oder anderen Durchbruch gibt“, sagt Fondsmanagerin Noushin Turner. Als Beispiel nennt sie Medikamente gegen Hepatitis C, die die Heilungschancen von 70 auf nahezu 100 Prozent verbessert hätten. Hauptprofiteur sei Gilead Sciences. Der US-Konzern machte elf Milliarden Dollar locker, um Pharmasset, den Entwickler des Hepatitis-Medikaments Solvaldi, zu kaufen. Ob Gilead tatsächlich das große Geschäft macht, bleibt abzuwarten. Vielen Krankenversicherungen ist die Therapie mit Solvaldi für mehrere Zehntausend Euro pro Patient zu teuer. Sie hoffen auf günstigere Alternativen von Gileads Wettbewerbern.

Fondstipp: DWS Biotech

Auch in der Krebsbehandlung gehe es voran, so Turner. Mithilfe von Immuntherapien könnte es künftig möglich sein, bisher tödlichen Krebs zu einer chronischen Erkrankung zu machen oder zu heilen. Weit vorn bei dieser Therapie seien die Biotech-Unternehmen Kite Pharma und Juno Therapeutics.

Bei erblich bedingten Krankheiten würden Therapien, bei denen mithilfe von Viren Genmaterial in den Körper von Patienten geschleust wird, großes Potenzial versprechen. Auf diesem Gebiet seien etwa die niederländische UniQure sowie die US-Unternehmen Blue Bird Bio und Applied Genetic Technologies aktiv.

Geldanlage



Nicht so gut schaue es dagegen bei Therapien gegen Demenzerkrankungen aus. „Bisher war Alzheimer ein Friedhof für Medikamente“, sagt Fondsmanagerin Turner. Viel Geld sei geflossen, ohne dass bisher wirksame neue Medikamente entwickelt wurden. Lediglich der US-Konzern Biogen habe positive klinische Daten aus einem frühen Forschungsstadium geliefert. Ob am Ende ein Medikament stehen werde, das den Patienten einen spürbaren Fortschritt bringe, sei jedoch noch nicht abzusehen.

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