WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Bitcoins Chinesen lassen Kryptowährung auferstehen

Seite 3/4

Handel etabliert Bitcoin-Zahlungen

Weil das digitale Netzwerk von keiner staatlichen Stelle kontrolliert werden kann, warnen viele Zentralbanken vor Bitcoins als Anlageobjekt. So hatte Chinas Zentralbank offiziell untersagt, dass Banken Yuan in Bitcoins umtauschen. Privatpersonen können aber munter mit Bitcoins handeln, wenn sie ihre Währung auf Internetbörsen wie BTC China umtauschen.

Und die Dominanz der Chinesen auf die Bitcoin-Umsätze sind unübersehbar. Von den ausstehenden 15 Millionen Bitcoins weltweit wurden zuletzt mehr als drei Millionen in Yuan gehandelt.







Derweil wird der Bitcoin in Deutschland weiterhin eher als Zahlungsmittel gesehen, denn als Anlage- oder Spekulationsobjekt. Und den Kunden bieten sich immer mehr Möglichkeiten, die digitalen Münzen in echte Waren zu tauschen.

In Hannover hat der Start-up-Gründer Ric Ferrer Rivero vor rund einem Jahr ein Bitcoin-Projekt auf die Beine gestellt, bei dem sich mittlerweile mehr als 50 Händler zusammenschlossen, und Kunden Bitcoin-Zahlungen anbieten.

Über die App Pey, die Ferrer Rivero entwickelt hat, können Kunden mit ihrer Bitcoin-Wallet, die die digitalen Münzen für sie speichert, direkt an der Ladenkasse bezahlen. Händlern stellt er dazu ein eigens entwickeltes Zahlterminal bereit.

Zehn exotische Zahlungsmittel
BiberfellIn früheren Jahrhunderten galt Biberfell in Nordamerika als Zahlungsmittel. Es gab nicht nur Wechselkurse für Biberfelle - gegen zwei Felle gab es beispielsweise ein Pfund Tabak - sondern auch etwas später auch Bibermünzen als Zahlungsmittel. Quelle: dpa
KanugeldIm Königreich Luang Prabang in Laos zahlten die Menschen früher mit einem bronzenen Barren, der wie ein Boot geformt war. Deshalb wurde dieser dortige Vorläufer des Münzgeldes Kanu- oder Bootsgeld genannt. Quelle: AP
Bild Ersatzgeld Havelblüten
Tee Quelle: REUTERS
Eingeborener auf Papua-Neuguinea Quelle: dpa/dpaweb
Kakao Quelle: obs
Bananenblatt Quelle: dpa

Noch ist die Nachfrage aber gering. In Hannover hat sich auch ein Tui-Reisebüro bereit erklärt, Kunden die Bitcoin-Zahlungen anzubieten. Bislang hat dort noch nicht ein Kunde die Möglichkeit genutzt, eine Reise mit Bitcoins zu buchen, heißt es von Tui.

"Wir erklären uns das damit, dass die hohen Beträge die Kunden davon abzuhalten, mit Bitcoins zu zahlen", erklärt der Konzern. In Cafés in der Umgebung sei die Resonanz höher. Dort fallen aber nicht gleich so hohe Beträge an, wie bei einer Reisebuchung.

An der Zahl-Innovation will das Reisebüro in Hannover dennoch festhalten und bietet Kunden weiterhin die Möglichkeit mit Bitcoins zu zahlen, da kein Zusatzaufwand entstehe. Eigentlich war die Testphase des Projektes nur für drei Monate im Jahr 2015 geplant.

Und ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gibt Händlern in Deutschland Rückendeckung. Bislang mussten Händler, die Waren gegen Bitcoins verkauften, zusätzlich Umsatzsteuer abführen, wenn sie die Bitcoins anschließend in Euro tauschten. Denn in Deutschland galten die Bitcoins bislang als Ware, nicht als Zahlungsmittel.

Der EuGH urteilte im Oktober, dass ein Währungsumtausch mit Bitcoins nicht anders behandelt werden dürfe als der Umgang mit konventionellen Zahlungsmitteln.

„Durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshof gibt es jetzt Rechtssicherheit für Händler“, sagt Albrecht. Viele hätten bislang nicht in Bitcoin-Zahlungsmöglichkeiten für Onlineshops investieren wollen, weil das Risiko rechtlicher Beschränkungen der Zahlungen zu groß gewesen sei.

Gesetzliches Zahlungsmittel sind die Coins aber auch nach dieser Entscheidung nicht.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%