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Globale Vermögensstudie 2023 gibt es 400 Billionen Dollar Privatvermögen

Quelle: imago images

Die USA und China treiben das globale Vermögenswachstum. Doch auch in Europa legen die Privatvermögen zu. Dabei speist sich der Löwenanteil der Zuwächse aus Immobilien – vor allem in Deutschland.

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Der Herbst ist die Zeit der Vermögensstudien. Nach der Allianz und der Bundesbank hat nun auch die Schweizer Großbank Credit Suisse eine Studie zur Vermögensverteilung vorgelegt. In dem internationalen Vermögensvergleich sticht eine Zahl besonders heraus: In den nächsten fünf Jahren soll das global verteilte Privatvermögen um stolze 26 Prozent zulegen und ein Volumen von dann knapp 400 Billionen US-Dollar – also 400.000 Milliarden Dollar – erreichen. Damit verbunden soll die Zahl der Millionäre mit 55 Millionen Personen ein neues Allzeithoch erreichen.

Die größten Zuwächse im vergangenen Jahr – von Mitte 2017 bis Mitte 2018 – gab es in Nordamerika mit einem Plus von 6,5 Prozent. Vom weltweiten Privatvermögen von zuletzt 314 Billionen US-Dollar entfielen allein auf die USA 98 Billionen Dollar. Die Europäer konnten im gleichen Zeitraum ihre Privatvermögen um 5,5 Prozent steigern. Beide Kontinente liegen damit klar über dem Durchschnitt.

Weltweit betrachtet wuchs das Vermögen der Privathaushalte um 4,6 Prozent. Die gleiche Rate weist auch China beim Vermögenszuwachs auf, mittlerweile die fest etablierte Nummer zwei beim weltweiten privaten Wohlstand.

Verlierer des vergangenen Jahres war Lateinamerika mit einem Minus von 4,9 Prozent. Vor allem in Brasilien und Argentinien ging es abwärts. Zu Venezuela, wo es noch schlimmer aussehen dürfte, lagen der Credit Suisse leider keine belastbaren Daten vor.

Im Wesentlichen sind die Vermögenszuwächse auf Immobilien- und Finanzvermögen zurückzuführen. Während in den USA vor allem der Kapitalmarkt, also Wertpapiere, für das dicke Vermögensplus sorgte, waren in Europa, vor allem in Deutschland und Frankreich, die steigenden Immobilienpreise der Hauptfaktor für den Vermögenszuwachs. Das gilt, abgesehen von Nordamerika, im Grunde für alle Regionen der Erde.

Deutsche im Immobilienglück

In Deutschland – in der Studie als „der Motor Europas“ bezeichnet – entfallen fast 60 Prozent des Vermögens pro Haushalt auf Sachwerte, im Wesentlichen also Immobilienbesitz. Pro Erwachsenem standen einem Durchschnittsvermögen von rund 145.000 Dollar Schulden von knapp 31.000 Dollar gegenüber, was etwa dem weltweiten Durchschnitt entspricht. Beim Pro-Kopf-Vermögen liegen die Deutschen indes im weltweiten Vergleich mit 215.000 Dollar auf Platz 19. Angeführt wird die Statistik erneut von den Schweizern mit 530.000 Dollar, gefolgt von Australiern (411.000 Dollar) und den US-Amerikanern (404.000 Dollar).

Laut Credit Suisse ist dabei die Vermögensungleichheit hierzulande nur moderat. Das reichste Prozent der deutschen Bevölkerung verfügt den Schweizern zufolge über 30 Prozent des Gesamtvermögens. Andererseits ist der Anteil der Vermögen oberhalb von 100.000 Dollar in Deutschland viermal so hoch wie im globalen Durchschnitt. Antony Shorrocks, Ökonom und Studienautor, glaubt, dass die Faktoren, die im seit der Finanzkrise 2008 zu einer zunehmend ungleichen Vermögensverteilung geführt haben, allmählich abklingen – und damit die Kluft zwischen Arm und Reich in Zukunft wieder schrumpfen wird. Noch ist es aber nicht soweit. „Die globale Vermögensverteilung wird weiterhin stark von Nordamerika und Europa dominiert. Diese beiden Kontinente machen 60 Prozent des gesamten Vermögens der Privathaushalte aus, umfassen aber nur 17 Prozent der erwachsenen Bevölkerung weltweit“, sagt Shorrocks.

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