Kryptowährungen: Trumps Comeback treibt den Bitcoin auf über 84.000 Dollar
Der Bitcoin erreicht neue Höhen.
Foto: REUTERSDer Bitcoin ist in der Finanzwelt so etwas wie ein Seismograf für aktuelle Entwicklungen. Nach dem Wahlsieg Donald Trumps im US-Präsidentschaftsrennen hat die Kryptowährung am Montagnachmittag bei gut 84.000 Dollar ein neues Rekordhoch erreicht. Allein seit Mitte der Woche hat der Bitcoin, im Wahlkampf bereits als „Trump-Trade“ ausgemacht, gut 23 Prozent Wert zugelegt. Ether, die zweitgrößte Kryptowährung, ist seitdem sogar um etwa ein Drittel gestiegen.
Für die neuen Höchststände hat der Bitcoin einige Monate Anlauf nehmen müssen. Nachdem die Cyberdevise im März bei knapp 74.000 Dollar einen neuen Rekord erreicht hatte, sackte der Kurs deutlich ab. In der Spitze verlor er gut ein Fünftel an Wert.
Schon seit längerem spekulieren Bitcoin-Anleger auf ein neues Rekordhoch. Während einige Marktauguren seit Jahren Kursstände teils im Millionenbereich fantasieren, haben sich Anleger am Terminmarkt in den vergangenen Monaten mit gemäßigtem Optimismus positioniert. Viele Investoren schlossen Call-Positionen oberhalb des früheren Rekordhochs aus März ab und wetteten so auf ein neues Allzeithoch.
Im Wahlkampf hat sich Trump mehrfach positiv über Kryptowährungen geäußert, will einen Kurswechsel und die harte Regulierungspolitik unter Amtsinhaber Joe Biden beenden. Trump inszenierte sich als „Krypto-Präsident“. Bei den Anlegern kommt das an. „Mit Donald Trump als Staatsoberhaupt hoffen Anleger auf eine in Zukunft kryptofreundliche Regierung und damit auf weitere Kursanstiege“, so Timo Emden vom gleichmaigen Analysehaus Emden Research.
Kurzfristig sollten sich Anleger auf erhöhte Volatilität und Gewinnmitnahmen einstellen. Einige Anleger könnten den neuen Höchststand nutzen, um ihre Kursgewinne zu versilbern. Das würde den Bitcoin-Kurs zunächst nach unten ziehen.
Eine wichtige Unterstützung nach unten ist die 200-Tage-Linie, die den gleitenden Durchschnittswert innerhalb dieses Zeitraums abbildet. Demnach befindet sich der Bitcoin in einem konstanten Aufwärtstrend. Die 200-Tage-Linie verläuft bei etwa 63.000 Dollar. Hier verläuft also eine wichtige Unterstützungslinie für den Bitcoin.
Wie geht es beim Bitcoin weiter?
Mittel- und langfristig aber steht und fällt die Kursentwicklung damit, ob der Bitcoin das neue Hoch verteidigen kann. Auf dem Weg dahin hat er mehrere Widerstände gerissen, der Weg für weitere Kurssteigerungen steht damit erstmal frei. Dass die Optimisten recht behalten und der Bitcoin irgendwann mal die Marke von 100.000 Dollar knackt, ist gar nicht mal ausgeschlossen.
Außerdem stützen einige andere Faktoren den Bitcoin. Da sind zum einen die sinkenden Zinsen. Mit Beginn der Zinswende wurden spekulative Assets wie Kryptowährungen unattraktiv, weil es für sichere Anlageprodukte wie Anleihen wieder solide Zinsen gab. Der Bitcoin hingegen wirft keine laufenden Erträge ab. Nun, wo die Wende von der Zinswende beginnt, dreht sich dieses Verhältnis zugunsten des Bitcoins wieder.
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Hinzu kommen die im Januar zugelassenen Bitcoin-ETFs, die Kryptowährungen erstmals einer breiteren Anlegermasse zugänglich gemacht haben. Mit ihnen können nicht nur Privatanleger einfach in Digitalwährungen investieren, sondern erstmals auch professionelle Investoren wie Family Offices und Pensionsfonds. Das Interesse ist groß: Allein BlackRock – größer Anbieter von Bitcoin-ETFs – hält über 400.000 Bitcoins bei einem Gesamtwert von etwa 27,7 Milliarden Dollar. Vor allem die Euphorie rund um die Indexfonds hat den Kurs der Kryptowährung seit vergangenem Jahr beflügelt.
Und dann war da im April noch das sogenannte Halving. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Menge an Bitcoins, die täglich neu auf den Markt gebracht wird, halbiert. Ein Mechanismus, der etwa alle vier Jahre stattfindet. Krypto-Anleger erhoffen sich davon Kurssteigerungen: Wenn die Nachfrage nach Bitcoins nun gleich bleibt oder wächst, muss der Kurs steigen. Denn Knappheit treibt den Preis.
Dies war bei den vergangenen Halvings der Fall – allerdings mit zeitlichem Verzug. Laut dem Investmenthaus ETC Group war in der Vergangenheit ein positiver Einfluss des Halvings auf den Bitcoin-Kurs erst etwa 100 Tage danach festzustellen.
Hinweis: Dieser Text erschien zuerst am 6. November 2024. Wir haben ihn am 11. November aktualisiert und zeigen ihn erneut.
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