1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Geldanlage
  4. Bitcoin Rekordhoch: Trumps Comeback treibt den Bitcoin auf über 81.000 Dollar

KryptowährungenTrumps Comeback treibt den Bitcoin auf über 84.000 Dollar

Die Bullen sind los: Der Bitcoin hat nach Trumps Wahlsieg bei über 84.000 Dollar ein neues Allzeithoch markiert. Worauf es jetzt für die Kryptowährung ankommt.Philipp Frohn 11.11.2024 - 06:45 Uhr

Der Bitcoin erreicht neue Höhen.

Foto: REUTERS

Der Bitcoin ist in der Finanzwelt so etwas wie ein Seismograf für aktuelle Entwicklungen. Nach dem Wahlsieg Donald Trumps im US-Präsidentschaftsrennen hat die Kryptowährung am Montagnachmittag bei gut 84.000 Dollar ein neues Rekordhoch erreicht. Allein seit Mitte der Woche hat der Bitcoin, im Wahlkampf bereits als „Trump-Trade“ ausgemacht, gut 23 Prozent Wert zugelegt. Ether, die zweitgrößte Kryptowährung, ist seitdem sogar um etwa ein Drittel gestiegen.

Für die neuen Höchststände hat der Bitcoin einige Monate Anlauf nehmen müssen. Nachdem die Cyberdevise im März bei knapp 74.000 Dollar einen neuen Rekord erreicht hatte, sackte der Kurs deutlich ab. In der Spitze verlor er gut ein Fünftel an Wert.

Schon seit längerem spekulieren Bitcoin-Anleger auf ein neues Rekordhoch. Während einige Marktauguren seit Jahren Kursstände teils im Millionenbereich fantasieren, haben sich Anleger am Terminmarkt in den vergangenen Monaten mit gemäßigtem Optimismus positioniert. Viele Investoren schlossen Call-Positionen oberhalb des früheren Rekordhochs aus März ab und wetteten so auf ein neues Allzeithoch.

Im Wahlkampf hat sich Trump mehrfach positiv über Kryptowährungen geäußert, will einen Kurswechsel und die harte Regulierungspolitik unter Amtsinhaber Joe Biden beenden. Trump inszenierte sich als „Krypto-Präsident“. Bei den Anlegern kommt das an. „Mit Donald Trump als Staatsoberhaupt hoffen Anleger auf eine in Zukunft kryptofreundliche Regierung und damit auf weitere Kursanstiege“, so Timo Emden vom gleichmaigen Analysehaus Emden Research.

Kurzfristig sollten sich Anleger auf erhöhte Volatilität und Gewinnmitnahmen einstellen. Einige Anleger könnten den neuen Höchststand nutzen, um ihre Kursgewinne zu versilbern. Das würde den Bitcoin-Kurs zunächst nach unten ziehen.

Krypto-ABC: Die wichtigsten Begriffe verständlich erklärt
Der Fokus am Kryptomarkt liegt klar auf dem Bitcoin. Unter Altcoins versteht man Kryptowährungen, die nach der ältesten Digitalwährung erfunden wurden und eine Alternative zum Bitcoin darstellen. Beispiele dafür sind Ethereum, Cardano oder Solana.
Der Bitcoin ist nicht nur die dem Volumen nach größte, sondern auch die älteste Kryptowährung der Welt. Schon im Oktober 2008 skizzierte Satoshi Nakamoto, das Pseudonym des Bitcoin-Erfinders, in einem Whitepaper mit dem Titel „A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, wie so eine virtuelle Währung aussehen könnte. Kurz darauf, im Januar 2009, wurden die ersten Bitcoin geschürft. Weil Nakamoto unter einem Pseudonym agierte, ist bis heute unklar, wer genau den Bitcoin ins Leben gerufen hat.
Transaktionen von Kryptowährungen werden auf der Blockchain dokumentiert. Die Blockchain ist eine öffentliche, dezentrale Datenbank. Die Informationen werden nicht auf einem einzelnen Server, sondern auf vielen tausenden Rechnern gespeichert. „Chain“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Kette“.Jede Transaktion wird in einem Block gespeichert und an eine Kette der bereits vorhandenen Datensätze angehängt. Deshalb wird die Blockchain auch digitales Kassenbuch genannt. Die gespeicherten Daten können im Nachgang nicht mehr oder nur mit Zustimmung des Netzwerkes geändert werden. So soll ein fälschungssicheres Protokoll entstehen.
Ether ist hinter dem Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung und basiert auf der Ethereum-Blockchain. Im Vergleich zur Bitcoin-Blockchain gilt diese als moderner und leistungsfähiger und soll in Kürze auf das energiesparendere Proof-of-Stake-Verfahren umgestellt werden. Auch Smart Contracts können über Ethereum gehandelt werden. Beliebt ist die Kryptowährung auch, weil NFTs (non fungible Token) oft auf Ethereum basieren und deshalb mit Ether bezahlt werden.
Mining ist das Erzeugen (Schürfen) neuer Coins. Bei diesem Prozess stellen Miner im Fall des Bitcoin die Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung, um komplexe mathematische Aufgaben zu lösen. So werden Transaktionen verifiziert und auf der Blockchain gespeichert. Die Miner werden fürs Bereitstellen der Rechenleistung mit neu generierten Bitcoin belohnt.Bei einigen anderen Kryptowährungen basiert das Mining dagegen nicht auf Rechenleistung, sondern auf den Anteilen der Netzwerk-Teilnehmer an der jeweiligen Kryptowährung (siehe Proof of Stake). In diesem Fall wird das Mining deshalb auch oft als Staking bezeichnet. Auch dafür bekommen Teilnehmer eine Prämie, also quasi eine Art Verzinsung für ihren Anteil.
Minten bezeichnet das Erstellen eines NFTs (non fungible Token). Mit dem „Prägen“ des Bildes ist in diesem Fall das Hochladen in die Blockchain gemeint.
Die Abkürzung NFT steht für non-fungible Token, also nicht austauschbare Wertmarken. NFTs sind virtuelle Güter, die über die Blockchain gehandelt werden. Oft sind es etwa digitale Bilder oder Sammelkarten. Jeder NFT ist einzigartig. Wer einen kauft, wird in der Blockchain als Eigentümer registriert und kann so beispielsweise ein Echtheitszertifikat für ein virtuelles Bild oder ein digitales Kunstwerk vorweisen.
Mit dem Proof-of-Work-Verfahren werden neue Münzen einiger Kryptowährungen wie dem Bitcoin geschaffen. Dafür stellen die Miner die Rechenleistung des Systems zur Verfügung, um komplexe Aufgaben zu lösen. Wer es zuerst schafft, die Aufgabe zu lösen, darf den Block an die Blockchain anhängen und erhält eine Belohnung in Form digitaler Münzen. Der Proof-of-Work-Ansatz gilt als besonders energieintensiv.
Einige Blockchains basieren auf dem Proof of Stake-Verfahren. Anders als bei Proof of Work werden dabei fürs Mining keine umfangreiche Hardware und große Mengen an Rechenleistung benötigt. Proof of Stake gilt daher als wesentlich energieschonender.Statt dessen dürfen diejenigen Transaktionen und neue Coins freigeben, die einen besonders hohen Anteil an einer Kryptowährung halten. Sie werden dann Validatoren genannt. Der Prozess beruht auf einem Konsensmechanismus. Je höher der Preis, desto höher die Anzahl der Coins, um am Prozess teilzunehmen.
Smart Contracts sind virtuelle Verträge, die über die Blockchain getauscht werden. Diese treten unter bestimmten zuvor festgelegten Bedingungen selbstständig in Kraft. Insbesondere Banken und andere Finanzinstitute sehen in Smart Contracts einen großen Nutzen. Sie könnten zum Beispiel beim Börsenhandel Intermediäre – also zwischengeschaltete Stellen wie Wertpapierbroker– überflüssig machen.
Die Wallet ist eine Art digitale Geldbörse für Kryptowährungen. Sie ermöglicht es Nutzern, Kryptoguthaben zu kaufen und zu verschicken. Es gibt mehrere Arten von Wallets. Die Hardware-Wallet ist quasi ein USB-Stick, auf dem das Kryptovermögen und die Zugänge eines Nutzers gespeichert sind. Eine Paper-Wallet wird auf Papier ausgedruckt.Dafür wird ein QR-Code generiert, den man einscannen muss, um Transaktionen zu tätigen. Eine Software-Wallet kommt ohne externe Geräte oder Papierausdrucke aus. Hier werden die Daten in einem Computerprogramm gespeichert. Nutzer dürfen ihre Zugangsdaten nicht vergessen: Sonst bliebe ihnen der Zugriff auf ihr Kryptovermögen verwehrt.
Dieses Krypto-ABC entstammt dem großen Krypto-1x1 der WirtschaftsWoche: Das vollständige Dossier finden Sie hier zum Download

Eine wichtige Unterstützung nach unten ist die 200-Tage-Linie, die den gleitenden Durchschnittswert innerhalb dieses Zeitraums abbildet. Demnach befindet sich der Bitcoin in einem konstanten Aufwärtstrend. Die 200-Tage-Linie verläuft bei etwa 63.000 Dollar. Hier verläuft also eine wichtige Unterstützungslinie für den Bitcoin.

Wie geht es beim Bitcoin weiter?

Mittel- und langfristig aber steht und fällt die Kursentwicklung damit, ob der Bitcoin das neue Hoch verteidigen kann. Auf dem Weg dahin hat er mehrere Widerstände gerissen, der Weg für weitere Kurssteigerungen steht damit erstmal frei. Dass die Optimisten recht behalten und der Bitcoin irgendwann mal die Marke von 100.000 Dollar knackt, ist gar nicht mal ausgeschlossen.

Geldanlage

US-Aktien: Mit diesen Titeln sind Sie nach Trumps Wahlsieg gut aufgestellt

von Saskia Littmann

Außerdem stützen einige andere Faktoren den Bitcoin. Da sind zum einen die sinkenden Zinsen. Mit Beginn der Zinswende wurden spekulative Assets wie Kryptowährungen unattraktiv, weil es für sichere Anlageprodukte wie Anleihen wieder solide Zinsen gab. Der Bitcoin hingegen wirft keine laufenden Erträge ab. Nun, wo die Wende von der Zinswende beginnt, dreht sich dieses Verhältnis zugunsten des Bitcoins wieder.

Grundlegendes zum Thema Bitcoin (BTC):

Hinzu kommen die im Januar zugelassenen Bitcoin-ETFs, die Kryptowährungen erstmals einer breiteren Anlegermasse zugänglich gemacht haben. Mit ihnen können nicht nur Privatanleger einfach in Digitalwährungen investieren, sondern erstmals auch professionelle Investoren wie Family Offices und Pensionsfonds. Das Interesse ist groß: Allein BlackRock – größer Anbieter von Bitcoin-ETFs – hält über 400.000 Bitcoins bei einem Gesamtwert von etwa 27,7 Milliarden Dollar. Vor allem die Euphorie rund um die  Indexfonds hat den Kurs der Kryptowährung seit vergangenem Jahr beflügelt.

Und dann war da im April noch das sogenannte Halving. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Menge an Bitcoins, die täglich neu auf den Markt gebracht wird, halbiert. Ein Mechanismus, der etwa alle vier Jahre stattfindet. Krypto-Anleger erhoffen sich davon Kurssteigerungen: Wenn die Nachfrage nach Bitcoins nun gleich bleibt oder wächst, muss der Kurs steigen. Denn Knappheit treibt den Preis.

Dies war bei den vergangenen Halvings der Fall – allerdings mit zeitlichem Verzug. Laut dem Investmenthaus ETC Group war in der Vergangenheit ein positiver Einfluss des Halvings auf den Bitcoin-Kurs erst etwa 100 Tage danach festzustellen.

Hinweis: Dieser Text erschien zuerst am 6. November 2024. Wir haben ihn am 11. November aktualisiert und zeigen ihn erneut.

Lesen Sie auch: Mit diesen US-Aktien sind Sie für jeden Wahlausgang gerüstet

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick