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Ölfonds und Beteiligungsmodelle Neue Ölkrise für private Ölinvestoren

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Woher kommen die Ausschüttungen?

Beim Fonds „Nordic Oil USA 1“ sieht die Bilanz besonders düster aus. Laut Geschäftsbericht waren Ende 2009 noch neun Millionen Euro Eigenkapital verbucht. Knapp drei Jahre später weist die Fondsbilanz nur noch etwa fünf Millionen Euro aus. Nordic führt die Differenz auf Abschreibungen, Aufwendungen und Ausschüttungen zurück. Der Fonds habe bis zu 40 Prozent des angelegten Geldes an Anleger ausgeschüttet, Überschüsse „aus gefördertem und verkauftem Erdöl sowie aus dem Verkauf von Konzessionen“.

Malte Hartwieg (rechts), Eigentümer des Finanzvertriebs Dima24.

Ausschüttungen wirken sich in der Bilanz eines geschlossenen Fonds aber nur dann negativ auf das Eigenkapital aus, wenn der Fonds an die Anleger ausschüttet, ohne Gewinne zu machen. Abschreibungen gehen ebenfalls zulasten des Eigenkapitals. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds Überschüsse erwirtschaftet hat, ist demnach gering.

Auch beim Fonds-Initiator Texxol aus Buchholz nahe Hamburg sind die Zahlen alarmierend. Laut Geschäftsbericht von Ende 2013 ist Texxol überschuldet, das Eigenkapital negativ. Texxol-Inhaber Sönke Harrsen sagt, das Unternehmen könne weitergeführt werden, es habe stille Reserven: Öl- und Gasvorkommen, die noch im Boden sind und die das US-Beratungsunternehmen Cawley Gillespie & Associates auf 5,1 Millionen Euro taxiert.

Hartwiegs Erben

Was bei Öl- und Gasbeteiligungen im schlimmsten Fall schiefgehen kann, zeigt die Pleite des Emissionshauses NCI New Capital Invest. Es wurde von Malte Hartwieg, Eigentümer des Finanzvertriebs Dima24, gelenkt. Viele NCI-Fonds, die in Öl und Gas investiert haben, sind pleite. Hartwieg bekam im Sommer 2014 Besuch von der Staatsanwaltschaft, die sein verzweigtes Firmenreich mit einer groß angelegten Razzia auseinandernahm und wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug ermittelt. Hartwieg hat die Vorwürfe stets bestritten.

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Seine Nachfolger beim Finanzvertrieb Dima24 trommeln derzeit für Namensschuldverschreibungen von ECI. Zwar weist Dima24 auf den „Sturzflug“ des Ölpreises hin, wirbt aber mit neun Prozent Ausschüttung pro Jahr, abgesichert durch 5,1 Milliarden Euro Unternehmenswert. Wie Dima24 auf die fünf Milliarden kommt, bleibt zweifelhaft.

Noch weiter gingen ECI-Vertriebler in einer Werbemail, die der WirtschaftsWoche vorliegt. „Das Family Office der Familie Hopp“, heißt es da, habe „eine Investmentzusage von 300 Millionen Dollar unterschrieben“. Stimmt alles nicht, lassen die Anwälte von Dietmar und Daniel Hopp mitteilen, die Angabe sei schlicht falsch. Wie so manches bei ECI und Konsorten.

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