Urlaubsimmobilien Die besten Regionen für den Ferienhauskauf

Ein Haus an der Küste oder in den Bergen verspricht Urlaubsfreude und Rendite. Was Käufer in Deutschland hinblättern müssen, wo die Chancen auf Wertsteigerung am größten sind.

Viele versuchen von Wertsteigerungen in den Ferienorten zu profitieren, aber die Preise sind schon hoch. Dennoch kann der Kauf von Ferienwohnungen noch lohnen Quelle: Arne Weychardt für WirtschaftsWoche

Die "Arche Noah" hüpft über die Nordseewellen. Immobilienmakler Thorsten Figge steuert das Motorboot Richtung Baltrum, der kleinsten der ostfriesischen Inseln. Figge gibt Gas, Gischt spritzt gegen die Fenster der Kabine: "Für die Strecke von Neßmersiel nach Baltrum brauche ich statt 30 Minuten wie die Fähre nur etwa zehn", sagt er. Vor drei Jahren habe er das Boot gekauft, um Zeit zu sparen.

Reetdach statt Rettungsschirm

Ohne eigenes Schiff samt Elektrofahrrad an Bord könnte er die vielen Termine nicht schaffen. Denn die Geschäfte gehen gut an der Küste. Die Rettungsaktionen für die Euro-Banken von Irland bis Zypern haben Vermögende verunsichert, sie fürchten um ihre Tagesgeldkonten. "Käufer haben Angst vor dem Euro und kaufen lieber eine Ferienimmobilie, als das Geld auf der Bank zu lassen", sagt Figge. Kunden kauften zunehmend bar und ohne Bankkredit.

Hinzu kommt: Urlaub an der See und in den Alpen ist gefragt. 37 Prozent der Deutschen verbringen ihren Haupturlaub im eigenen Land. 2005 lag der Anteil noch bei 32 Prozent. Auf einen Gast in Spanien, immerhin das beliebteste Auslandsreiseziel, kommen fünf Deutschlandurlauber.

Mietpreise für Ferienimmobilien im Inland

Mehr als ein Drittel der Inlandsurlauber wohnt in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus. "Viele wollen sich jetzt eine Ferienimmobilie kaufen", sagt Michael Kiefer, Chefanalyst bei Immobilienscout24, "aber das Angebot an den begehrten Standorten ist extrem knapp." Die Folge: Die Preise ziehen stark an. An der Nord- und Ostsee, aber auch in den Alpen und am Bodensee müssen Hauskäufer mittlerweile mehr als 300.000 Euro einplanen. An besonders beliebten Standorten stiegen die Preise zwischen 2009 und 2012 um sechs Prozent pro Jahr. Eigentümer durften sich über entsprechende Wertsteigerungen freuen.

Ostfriesland: Knapper Raum

Auf den kleineren ostfriesischen Inseln gehen den Maklern die Angebote aus. Nur zwei Objekte stünden auf Baltrum zum Verkauf, sagt Makler Figge. Etwas mehr Auswahl bieten größere Inseln. "Norderney macht etwa ein Viertel des Ferienimmobilienmarktes auf den sieben Inseln aus", sagt Andreas Pilz, Makler bei Engel & Völkers in Norderney. Derzeit seien dort etwa 40 Immobilien auf dem Markt. Norderney und Juist sind am teuersten: Wohnungen kosten zwischen 5400 und 6200 Euro pro Quadratmeter. Wer Meerblick will, muss 7000 Euro hinblättern, sagt Figge.

Warner B. J. Popkes, 54, Geschäftsführer des Wirtschaftsprüfungsunternehmens RSM Deutschland aus Leer, ist das zu viel. Er hat eine simple Rechnung aufgemacht: Auf Norderney seien Ferienimmobilien etwa 200 Tage im Jahr vermietbar, auf Borkum 150 bis 160 Tage. Da der Preis auf Borkum bei etwa der Hälfte liege, lohne der Kauf dort eher: "Entscheidend ist das Verhältnis von vermietbaren Tagen zum Kaufpreis." Popkes hat auf Borkum eine alte Kommandeurs-Villa gekauft. Dort entstehen sieben Ferienwohnungen.

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