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Bitcoin-ReserveUSA als „Bitcoin-Supermacht“? Trump verspricht historische Maßnahmen

Der US-Präsident treibt seine Krypto-Agenda voran. Im Weißen Haus empfängt er Branchenvertreter, um über die Zukunft zu sprechen. Die Szene jubelt – doch Experten sehen auch Risiken. 09.03.2025 - 11:25 Uhr

US-Präsident Trump.

Foto: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat den Krypto-freundlichen Kurs seiner Regierung untermauert. „Vergangenes Jahr habe ich versprochen, Amerika zur Bitcoin-Supermacht der Welt und zur Krypto-Hauptstadt des Planeten zu machen“, sagte Trump bei einem Digitalwährungs-Gipfel im Weißen Haus. „Wir ergreifen historische Maßnahmen, um dieses Versprechen einzulösen.“

Anwesend waren neben dem US-Digitalwährungs-Beauftragten David Sacks, Handelsminister Howard Lutnick, Finanzminister Scott Bessent und anderen auch mehrere Branchenvertreter.

Die Teilnehmer lobten Trumps Initiative ausführlich. Sacks witzelte, ein Teilnehmer habe ihm vor Beginn des Gipfels gesagt, er habe es vor einem Jahr noch „für wahrscheinlicher gehalten, im Gefängnis zu landen, als im Weißen Haus“.

Krypto-ABC: Die wichtigsten Begriffe verständlich erklärt
Der Fokus am Kryptomarkt liegt klar auf dem Bitcoin. Unter Altcoins versteht man Kryptowährungen, die nach der ältesten Digitalwährung erfunden wurden und eine Alternative zum Bitcoin darstellen. Beispiele dafür sind Ethereum, Cardano oder Solana.
Der Bitcoin ist nicht nur die dem Volumen nach größte, sondern auch die älteste Kryptowährung der Welt. Schon im Oktober 2008 skizzierte Satoshi Nakamoto, das Pseudonym des Bitcoin-Erfinders, in einem Whitepaper mit dem Titel „A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, wie so eine virtuelle Währung aussehen könnte. Kurz darauf, im Januar 2009, wurden die ersten Bitcoin geschürft. Weil Nakamoto unter einem Pseudonym agierte, ist bis heute unklar, wer genau den Bitcoin ins Leben gerufen hat.
Transaktionen von Kryptowährungen werden auf der Blockchain dokumentiert. Die Blockchain ist eine öffentliche, dezentrale Datenbank. Die Informationen werden nicht auf einem einzelnen Server, sondern auf vielen tausenden Rechnern gespeichert. „Chain“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Kette“.Jede Transaktion wird in einem Block gespeichert und an eine Kette der bereits vorhandenen Datensätze angehängt. Deshalb wird die Blockchain auch digitales Kassenbuch genannt. Die gespeicherten Daten können im Nachgang nicht mehr oder nur mit Zustimmung des Netzwerkes geändert werden. So soll ein fälschungssicheres Protokoll entstehen.
Ether ist hinter dem Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung und basiert auf der Ethereum-Blockchain. Im Vergleich zur Bitcoin-Blockchain gilt diese als moderner und leistungsfähiger und soll in Kürze auf das energiesparendere Proof-of-Stake-Verfahren umgestellt werden. Auch Smart Contracts können über Ethereum gehandelt werden. Beliebt ist die Kryptowährung auch, weil NFTs (non fungible Token) oft auf Ethereum basieren und deshalb mit Ether bezahlt werden.
Mining ist das Erzeugen (Schürfen) neuer Coins. Bei diesem Prozess stellen Miner im Fall des Bitcoin die Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung, um komplexe mathematische Aufgaben zu lösen. So werden Transaktionen verifiziert und auf der Blockchain gespeichert. Die Miner werden fürs Bereitstellen der Rechenleistung mit neu generierten Bitcoin belohnt.Bei einigen anderen Kryptowährungen basiert das Mining dagegen nicht auf Rechenleistung, sondern auf den Anteilen der Netzwerk-Teilnehmer an der jeweiligen Kryptowährung (siehe Proof of Stake). In diesem Fall wird das Mining deshalb auch oft als Staking bezeichnet. Auch dafür bekommen Teilnehmer eine Prämie, also quasi eine Art Verzinsung für ihren Anteil.
Minten bezeichnet das Erstellen eines NFTs (non fungible Token). Mit dem „Prägen“ des Bildes ist in diesem Fall das Hochladen in die Blockchain gemeint.
Die Abkürzung NFT steht für non-fungible Token, also nicht austauschbare Wertmarken. NFTs sind virtuelle Güter, die über die Blockchain gehandelt werden. Oft sind es etwa digitale Bilder oder Sammelkarten. Jeder NFT ist einzigartig. Wer einen kauft, wird in der Blockchain als Eigentümer registriert und kann so beispielsweise ein Echtheitszertifikat für ein virtuelles Bild oder ein digitales Kunstwerk vorweisen.
Mit dem Proof-of-Work-Verfahren werden neue Münzen einiger Kryptowährungen wie dem Bitcoin geschaffen. Dafür stellen die Miner die Rechenleistung des Systems zur Verfügung, um komplexe Aufgaben zu lösen. Wer es zuerst schafft, die Aufgabe zu lösen, darf den Block an die Blockchain anhängen und erhält eine Belohnung in Form digitaler Münzen. Der Proof-of-Work-Ansatz gilt als besonders energieintensiv.
Einige Blockchains basieren auf dem Proof of Stake-Verfahren. Anders als bei Proof of Work werden dabei fürs Mining keine umfangreiche Hardware und große Mengen an Rechenleistung benötigt. Proof of Stake gilt daher als wesentlich energieschonender.Statt dessen dürfen diejenigen Transaktionen und neue Coins freigeben, die einen besonders hohen Anteil an einer Kryptowährung halten. Sie werden dann Validatoren genannt. Der Prozess beruht auf einem Konsensmechanismus. Je höher der Preis, desto höher die Anzahl der Coins, um am Prozess teilzunehmen.
Smart Contracts sind virtuelle Verträge, die über die Blockchain getauscht werden. Diese treten unter bestimmten zuvor festgelegten Bedingungen selbstständig in Kraft. Insbesondere Banken und andere Finanzinstitute sehen in Smart Contracts einen großen Nutzen. Sie könnten zum Beispiel beim Börsenhandel Intermediäre – also zwischengeschaltete Stellen wie Wertpapierbroker– überflüssig machen.
Die Wallet ist eine Art digitale Geldbörse für Kryptowährungen. Sie ermöglicht es Nutzern, Kryptoguthaben zu kaufen und zu verschicken. Es gibt mehrere Arten von Wallets. Die Hardware-Wallet ist quasi ein USB-Stick, auf dem das Kryptovermögen und die Zugänge eines Nutzers gespeichert sind. Eine Paper-Wallet wird auf Papier ausgedruckt.Dafür wird ein QR-Code generiert, den man einscannen muss, um Transaktionen zu tätigen. Eine Software-Wallet kommt ohne externe Geräte oder Papierausdrucke aus. Hier werden die Daten in einem Computerprogramm gespeichert. Nutzer dürfen ihre Zugangsdaten nicht vergessen: Sonst bliebe ihnen der Zugriff auf ihr Kryptovermögen verwehrt.
Dieses Krypto-ABC entstammt dem großen Krypto-1x1 der WirtschaftsWoche: Das vollständige Dossier finden Sie hier zum Download

Problematischer Schulterschluss?

Der Scherz verdeutlicht, wie stark sich das politische Klima für die Branche unter Trump gewandelt hat. Sein demokratischer Amtsvorgänger Joe Biden setzte auf eine restriktive Regulierung von Digitalwährungen und warnte vor Geldwäsche sowie potenziellen Risiken für die Finanzmärkte. Trump hingegen zeigte sich bereits im Wahlkampf aufgeschlossen gegenüber Digitalwährungen – und erhielt beträchtliche Unterstützung aus der Branche. Nach seinem Wahlsieg war unter anderem der Bitcoin-Kurs stark gestiegen.

Kritiker sehen allerdings einen potenziell problematischen Schulterschluss zwischen dem Präsidentenamt und den wirtschaftlichen Interessen der Trump-Familie. So ließ der Republikaner kurz vor seinem Amtsantritt einen sogenannten „Meme Coin“ mit seinem Konterfei namens „$TRUMP“ auflegen – eine digitale Gedenkmünze, die gehandelt werden kann. Im Zusammenhang damit sorgen die Branchen-Verbindungen der Trump Organization, die von den Söhnen des Präsidenten geführt wird, für Diskussionen.

Kryptowährungen

Soll die EZB jetzt Bitcoin kaufen?

Die USA denken darüber nach, eine strategische Bitcoin-Reserve anzulegen. Sollte die EZB Zentralbank dem folgen? Fondsmanager Hendrik Leber und Top-Ökonom Volker Wieland im Streitgespräch.

von Henrike Adamsen und Philipp Frohn

Trump ordnete Reserve an

Bereits am Tag vor dem Gipfel hatte Trump eines seiner Wahlkampfversprechen umgesetzt und die Bildung einer nationalen US-Reserve für Digitalwährungen angeordnet. In dieser strategischen Reserve sollen Einheiten der bekanntesten Kryptowährung Bitcoin gelagert werden, die sich bereits im Besitz der US-Regierung befinden – etwa durch Beschlagnahmungen im Rahmen von Strafverfolgungen.

Sacks zufolge dürfen Handels- und Finanzministerium künftig weitere Bitcoin für die Reserve erwerben – allerdings ohne finanzielle Belastung für die Steuerzahler. Weiterhin sollen auch andere Währungen wie Ethereum und Solana in einem separaten Bestand verwahrt werden. Die Regierung werde jedoch keine aktiven Maßnahmen ergreifen, um diese Bestände systematisch auszubauen.

Durch staatliche Maßnahmen gegen kriminelle Netzwerke verfügt die US-Regierung bereits über Zehntausende Bitcoin. Sacks bezifferte den aktuellen Bestand auf rund 200.000 Einheiten.

Bei einem Bitcoin-Kurs von etwa 88.000 Dollar entspricht dies einem Gesamtwert von über 17 Milliarden Dollar.

Lesen Sie auch: Bitcoin-Reserve: Warum Kryptowährungen trotz Trumps Initiative schwächeln

dpa
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