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Gute Gespräche - „zu sehr ernsten Themen“ China hofft bei G20-Gipfel auf Ende des Handelsstreits mit USA

Wird Chinas Staatspräsident Xi Jinping mit US-Präsident Donald Trump Fortschritte im Handelsstreit machen? Quelle: REUTERS

Das G20-Treffen steht unter konfliktträchtigen Vorzeichen. Könnte es trotzdem zu wichtigen Einigungen kommen?

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Handelsstreit zwischen den USA und China, Streit um Russlands Außenpolitik, Zoff wegen der Verwicklung Saudi-Arabiens in die Ermordung eines Journalisten: Überschattet von zahlreichen Konfliktherden sind die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) zu ihrem Gipfel in Argentinien eingetroffen. Bundeskanzlerin Angel Merkel fehlte zunächst, da sie wegen eines defekten Regierungsfliegers erst verspätet in der argentinischen Hauptstadt ankommen soll.

Die beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China bekundeten am Freitag ihre Bereitschaft zu einer Einigung in dem Konflikt, bei dem sich beide Seite gegenseitig mit Strafzöllen auf Waren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar überzogen haben. Es werde gute Gespräche „zu sehr ernsten Themen“ geben, sagte der Handelsbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Robert Lighthizer, am Freitag. Er wäre überrascht, sollte das für Samstag angesetzte Treffen zwischen Trump und dessen chinesischem Amtskollegen Xi Jinping kein Erfolg werden. Er äußerte sich überzeugt, dass beide Seiten mit einem „positiven Eindruck“ aus den Beratungen gehen dürften. Ob Trump und Xi aber letztlich eine Handelsvereinbarung erzielen werden, liege ganz allein an den beiden Präsidenten, ergänzte Lighthizer.

Auch die chinesische Seite zeigte ihre Bereitschaft zum Entgegenkommen. „Wir hoffen, dass die USA Aufrichtigkeit zeigen und China auf halbem Weg entgegenkommen, um einen Vorschlag zu fördern, den beide Länder akzeptieren können“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang.

Die Regierung in Peking wolle genauso wie die in Washington einen Deal, hieß es in einem Leitartikel in der staatlichen Zeitung „China Daily“. China sei zur Kooperation bereit, wenn es gerecht zuginge. „Sollte es andere Ambitionen geben, wie beispielsweise sich Vorteile zu verschaffen, um Chinas Wachstum abzuschnüren, dann wird es nicht zu einer Vereinbarung kommen.“

An den Börsen löste das noch keine große Hoffnung aus. Der Dow Jones.DJI begann 0,2 Prozent niedriger bei 25.286 Punkten, auch der S&P 500.SPX und der Nasdaq-Composite.IXIC kamen kaum vom Fleck. „Die Investoren hoffen natürlich, dass die Präsidenten Chinas und der USA bereit und in der Lage sind, Fortschritte im Zollkonflikt auszuhandeln und weitere Zölle vermieden werden“, sagte Analyst Craig Erlam vom Brokerhaus Oanda in London. Ein Handelskrieg zwischen den beiden Wirtschaftsmächten könnte die gesamte Weltkonjunktur abwürgen. Trump hat mehrfach erklärt, sein Land werde von der Volksrepublik ausgenutzt und droht deshalb mit weiteren Strafzöllen.

Mit Spannung erwartet wird auch, ob Trump am Rande des Gipfels mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin zusammentreffen wird. Trump hatte das Gespräch wegen des russischen Vorgehens auf der Krim abgeblasen. Putin will seinem Amt zufolge dagegen spontan mit Trump zusammentreffen, meldete die Nachrichtenagentur RIA. Russland hatte ukrainische Schiffe festgesetzt und Seeleute festgehalten. Die EU will deshalb ihre Sanktionen verlängern. „Europa ist geeint in seiner Unterstützung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine“, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Rande des Gipfels.

Mit Spannung erwartet wird auch der Auftritt des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Ihm wird vorgeworfen, Drahtzieher der Ermordung des Journalisten Jamal Kashoggi gewesen zu sein. Beim traditionellen „Familienfoto“ der Gipfelteilnehmer stand Mohammed am Rande. Zuvor war er mit Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto und Südkoreas Präsident Moon Jae-in zu Gesprächen zusammengetroffen.

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