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Neu-Präsident polarisiertTrump bleibt Trump – zum Ärger der Elite

Plattitüden zu den Berlin-Anschlägen, umstrittene Personalentscheidungen und provokante Tweets: Donald Trump schockt das Establishment. Seine Wähler hingegen sind voller Vorfreude auf 2017.Tim Rahmann 21.12.2016 - 11:00 Uhr
Foto: Bloomberg

Drei Zeilen über den Mord an dem russischen Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow. Sechs Zeilen über den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Und acht Zeilen über sich und seine Wahl zum neuen US-Präsidenten durch das Wahlmännergremium: Donald Trump hat am Montagabend erneut deutlich gemacht, dass er sich selbst am wichtigsten ist.

Mit ein paar Plattitüden erledigt er seine Pflicht und spricht in einem schriftlichen Statement den Opfern in der deutschen Hauptstadt sein Beileid aus. Er sei in Gedanken bei ihnen, versichert Trump und kündigte an, dass er die Terror-Organisation Islamischer Staat gemeinsam mit allen „freiheitsliebenden Partnern“ ausradieren werde.

Nur sechs Minuten später schickt sein Team eine Pressemitteilung „über den Erdrutsch-Sieg“ von Donald Trump raus. Das Electoral College habe ihn mit überragender Mehrheit gewählt – anders als von den Medien antizipiert. Er werde sich daran machen, „Amerika wieder großartig zu machen“.

Frank-Walter Steinmeier

Deutschland hat laut Bundesaußenminister Steinmeier (SPD) „vielfältige Zeichen der Solidarität“ aus aller Welt bekommen. Deutschland könne sich darauf verlassen, nicht allein dazustehen, sagte er am Mittwoch bei einem Gedenken an die Opfer, zu der er mit seinem italienischen Amtskollegen Angelino Alfano (rechts im Bild) gekommen war. Er sei sich mit Alfano einig gewesen, das Leben in Freiheit nicht zerstören zu lassen, sagte Steinmeier. „Durch wen auch immer.“
Zugleich zeigte sich Steinmeier sicher, dass die Sicherheitsbehörden das Notwendige tun werden, den oder die Täter ausfindig zu machen. Er bedankte sich ganz besonders bei der Polizei und den Rettungskräften für ihren Einsatz. Alfano sagte, die Feinde der Freiheit wollten mit Angst unsere Art zu leben zerstören. „Der Kampf gegen den Terror ist auch Kampf für die Freiheit.“

Foto: REUTERS

Klaus Bouillon

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), kündigte schärfere Sicherheitsvorkehrungen an. In allen Bundesländern werde die Polizeipräsenz erhöht und der Schutz der Weihnachtsmärkte verstärkt. Es werde mehr Streifen geben und die Maschinenpistolen seien am Mann. "Mit querstehenden Fahrzeugen wollen wir die Zugänge zu den Märkten erschweren." Saarlands Innenminister Bouillon fügte hinzu, mit den bestehenden Gesetzen komme man bei der Terrorabwehr nicht weiter. Es sei ein noch besserer Austausch von Daten der Sicherheitsbehörden notwendig. Darüber hinaus sei es Zeit, die Hürden für die Telefonüberwachung von Verdächtigen zu senken. Auch würden Regeln benötigt, um Messenger Dienste wie WhatsApp zu überwachen.

Am Dienstag hatte Bouillon gesagt: „Wir müssen konstatieren: Wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten", Später wählte er distanzierende Worte: „Den Begriff Krieg werde ich zukünftig vermeiden. Es ist Terrorismus.“

Foto: dpa

Horst Seehofer

Der bayerische Ministerpräsident hatte nur 14 Stunden nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt gesagt: „Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere gesamte Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu justieren.“ An dieser Aussage gab es viel Kritik. Zu diesem Zeitpunkt gab es Zweifel, ob ein als Verdächtiger in Berlin festgenommene Flüchtling wirklich der Täter war. Wenige Stunden später kam der Mann frei, der tatsächliche Angreifer wurde bislang nicht gefasst.

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Andreas Scheuer

Der CSU-Generalsekretär hat Parteichef Seehofer wegen dessen umstrittener Forderung verteidigt. „Wir brauchen jetzt, und das erwartet das Staatsvolk, eine starke Staatsgewalt“, sagte er am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Es gehe jetzt darum, „dass wir alles auf den Prüfstand bringen, nachjustieren, verbessern“. Dabei komme es auch darauf an, „Sicherheit und Zuwanderung in Verbindung zu bringen“, betonte Scheuer. „Wir müssen die Kontrolle über die Sicherheitslage herstellen.“

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Julia Klöckner

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Klöckner hält die Forderung von CSU-Chef Seehofer nach einer Obergrenze für Flüchtlinge für hilflos. „Selbst eine Obergrenze gewährleistet doch nicht, dass nur Heilige unter den Flüchtlingen wären“, sagte Klöckner am Mittwoch. Klöckner kritisierte ferner scharf die rechtspopulistische Alternative für Deutschland. Deren nordrhein-westfälischer Landeschef Marcus Pretzell hatte die Kanzlerin für das Attentat in Berlin verantwortlich gemacht. „Wer Angela Merkel persönlich die Schuld für den Anschlag gibt, sie „ihre Toten“ nennt, ist geschmack- und respektlos. Ich habe den Eindruck, die AfD hat nur darauf gewartet, dass etwas in Deutschland passiert, um perfide Kapital daraus zu schlagen.“

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Thomas Strobl

Baden-Württembergs Innenminister Strobl (CDU) warnt vor voreiligen politischen Schlüssen. „Wir sollten zunächst immer die Ermittlungsbehörden ihre Arbeit machen lassen“, sagte er dem SWR am Mittwoch. „Wenn dann Ergebnisse vorliegen, die belastbar sind, dann kann man eine faktenbasierte Diskussion führen.“ Zu Seehofers Äußerung sagte er: „Das war gestern nicht sehr klug, über eine Person zu spekulieren, von der sich dann herausstellt, dass sie mit der Tat gar nichts zu tun hat.“ Bei den Forderungen der CSU sehe er generell aber viele Gemeinsamkeiten zu seinen eigenen Vorschlägen. Strobl hatte zuletzt wegen seiner Vorschläge zum Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern Diskussionen ausgelöst.

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Heiko Maas

Bundesjustizminister Maas hat zu Besonnenheit in der politischen Debatte über Konsequenzen gemahnt. „Wir müssen alles tun, um diesen abscheulichen Anschlag aufzuklären. Der oder die Täter müssen mit der ganzen Härte des Rechtsstaates zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch. Die beste Antwort auf den Hass von Terroristen sei der wehrhafte Rechtsstaat. „Niemand sollte versuchen, dieses abscheuliche Verbrechen für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Wer es dennoch tut, entlarvt sich selbst als verantwortungslos.“

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Michael Müller

Berlins Regierender Bürgermeister Müller (SPD) ist bemüht, die Bevölkerung zu beruhigen. „Man muss keine Angst haben. Das wäre ja jetzt fatal, wenn man sich zu Hause einschließt und nicht mehr rausgeht“, sagte er am Mittwochvormittag im ZDF-„Morgenmagazin“. Dafür geben es auch keinen Anlass. „Es ist richtig, dass wir auch darauf aufmerksam machen, dass wir eine angespannte Situation haben, dass man wachsam sein sollte.“ Die Polizeipräsenz sei an „entsprechenden Punkten“ deutlich erhöht worden. Außerdem seien Maßnahmen getroffen worden, um den Täter schnell zu finden. Man könne sich weiterhin gut bewegen in Berlin.

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John B. Emerson

"Wir empfehlen unseren Staatsbürgern nicht, sich von Europa, Deutschland, Berlin oder von Weihnachtsmärkten fernzuhalten“, sagte der amtierende US-Botschafter John B. Emerson im Gespräch mit Journalisten des Handelsblatts und der WirtschaftsWoche. „Diese schreckliche Tragödie sollte nicht dazu führen, dass sich die Menschen in ihren Häusern verriegeln und Weihnachten nicht so feiern, wie sie es feiern wollen“, so Emerson weiter. Er rate jedoch jedem, aufmerksam und wachsam zu sein. Deutschland stünde schon seit Jahren unter Terrorgefahr – und habe eher Glück gehabt. Immer wieder seien Anschläge vereitelt worden. Nur das „Ausmaß und der Erfolg“ seien jetzt neu. Je mehr Freiheiten sich eine Gesellschaft erlaube, umso höher sei eben das Risiko. „Das ist aber ein Risiko, dass es wert ist, dass wir es eingehen weil wir unsere Freiheiten wertschätzen“.

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US-Präsident Barack Obama

Der amerikanische Präsident Barack Obama sprach nach Angaben des Präsidialamts am Montagabend mit Merkel. Er habe ihr Unterstützung nach "dem fürchterlichen mutmaßlichen Terrorangriff" angeboten.

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Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin ist bestürzt über den Anschlag. „Dies ist ein sehr schwerer Tag. Ich bin wie Millionen von Menschen in Deutschland entsetzt, erschüttert und tief traurig über das, was gestern Abend am Berliner Breitscheidplatz geschehen ist.“ In einer kurzen Ansprache erklärte sie am Dienstagvormittag, es „wäre widerlich“ gegenüber den helfenden und Schutz bietenden Bundesbürgern, wenn es sich um einen Terrorschlag handelte. Gleichzeitig räumte die Kanzlerin ein, dass sie „eine einfache Antwort auch nicht“ habe. Vielmehr will Merkel auf europäischer und nationaler Ebene Maßnahmen gegen künftige Terroranschläge beraten.

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Martin Schulz

EU-Parlamentspräsident Schulz hat nach dem mutmaßlichen Terroranschlag von Berlin Geschlossenheit angemahnt. „Es ist unsere Pflicht, in Einigkeit und Solidarität zusammenzustehen: Mit den Opfern, ihren Familien und den Verletzten“, wird Schulz am Dienstag auf dem Twitter-Profil des Europäischen Parlaments zitiert. „Wir müssen stark hinter den Werten stehen, die unsere Nationen untermauern: Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das sind die Werte, die die Terroristen verachten und die sie versuchen zu zerstören. Wir dürfen und werden uns nicht beugen.“

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Norbert Lammert

Bundestagspräsident Norbert Lammert warnt vor voreiligen Schuldzuweisungen und den Ruf nach scheinbar einfachen Lösungen. "Wer solche öffentlichen Erklärungen abgibt, zum Teil nur kurze Zeit nach dem Anschlag, will keinen Beitrag zur Lösung eines Problems leisten, sondern den Anschlag für eigene Zwecke nutzen", erklärt Lammert.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt den "terroristischen Anschlag" in Berlin. Der Generalsekretär hoffe, dass jeder, der an dieser abscheulichen Tat beteiligt war, rasch zur Rechenschaft gezogen werde, teilen die UN mit.

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Papst Franziskus

Die Nachricht über die Gewalttat habe tiefe Betroffenheit ausgelöst, hieß es in einem Telegramm des Vatikans an den Berliner Erzbischof Heiner Koch am Dienstag. „Papst Franziskus verbindet sich mit allen Menschen guten Willens, die dafür arbeiten, dass der mörderische Wahnsinn des Terrorismus keinen Platz in unserer Welt hat“, hieß es darin. Das katholische Kirchenoberhaupt bete für die Verstorbenen und für die Genesung der Verletzten.

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Joachim Herrmann

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat eine Überprüfung der deutschen Flüchtlingspolitik gefordert. „Wenn sich bestätigen sollte, dass dieser Anschlag von jemandem verübt worden ist, der als Asylbewerber ins Land eingereist ist, dann muss das in Berlin schon noch mal zu einem grundsätzlichen Nachdenken darüber führen, wie diese ganze Flüchtlingsaufnahme gestaltet wird“, sagte Herrmann dem Hörfunksender Antenne Bayern. Es sei naheliegend, dass durch die große Zahl von Flüchtlingen viele Personen eingereist seien, deren Hintergründe nicht bekannt seien. „Meines Erachtens wird dann schon auch die Frage sein, ob wir das wirklich so weiterlaufen lassen können“, sagte der Innenminister. Dem Bayerischen Rundfunk sagte Herrmann, der Bevölkerung könne nicht zugemutet werden, „das jetzt einfach weiter so laufen zu lassen, dass wir ein erhöhtes Anschlagsrisiko von Personen haben, die aus einem radikalen Islamismus-Verständnis heraus solche Anschläge begehen“.

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Joachim Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich erschüttert. „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt“, sagt er. „Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe des schrecklichen Geschehens auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten. Und ich danke den Helfern und Sicherheitskräften für ihren Einsatz.“

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Reinhard Marx

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte: „Es wäre verheerend, wenn wir jetzt sagen: Aha, jetzt sehen wir es - die Flüchtlinge sind schuld. Wir dürfen diesen Terroristen nicht noch einen nachträglichen Erfolg verschaffen, indem wir gegeneinander lostreten, indem wir nicht zusammenhalten, indem wir unbesonnen und mit Hass im Herzen die Dinge angehen.“

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Michael Müller

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagt am Ort des Geschehens: „Es ist einfach furchtbar, das hier zu sehen.“ Es sei „sehr bedrückend, ein Schock, weil wir immer gehofft haben, dass wir diese Situation in Berlin nicht haben werden. Die Lage hier vor Ort ist unter Kontrolle.“ „Es ist mal wieder ein Anschlag auf unser aller Freiheit, unser Leben - und es hätte tatsächlich auch jeden treffen können. Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Farben angestrahlt werden.“

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Donald Trump

Der zukünftige US-Präsident Donald Trump spricht auf Twitter von „Terroranschlägen“ in Deutschland, der Türkei und der Schweiz. „Die zivilisierte Welt muss umdenken!“, erklärt er.

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Steffen Seibert

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert mit dem Innenminister und dem regierenden Bürgermeister in Kontakt. „Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann“, twittert Seibert.

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Jean-Claude Juncker

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat nach dem möglichen Anschlag in Berlin sein Mitgefühl ausgedrückt. „Meine Gedanken und die der gesamten Europäischen Kommission sind bei den Familien und Angehörigen all jener, die in Berlin getötet und verletzt wurden“, teilte Juncker mit. „Diese Nachricht erschüttert uns umso mehr, weil sie dort zusammengekommen waren, um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden. Wir sind mit den Opfern in tiefer Trauer verbunden.“

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Christian Kern

Mit Entsetzen haben Österreichs Spitzenpolitiker auf den möglichen Anschlag in Berlin reagiert. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) erklärte via Twitter, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen: „Nach genauer Analyse brauchen wir besonnene, konsequente Antworten.“

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Donald Tusk

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat Deutschland die Hilfe der Europäischen Union angeboten. „Tief ergriffen von den Neuigkeiten von Weihnachtsmarkt #Breitscheidplatz. Meine Gedanken sind mit den Opfern. Europa ist bereit zu helfen“, erklärte Tusk über Twitter

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Frank-Walter Steinmeier

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigt sich tief erschüttert über die „schrecklichen Nachrichten“ aus Berlin. „Viele Menschen, die heute Abend den Weihnachtsmarkt besucht haben, sind ums Leben gekommen, noch mehr wurden verletzt“, erklärt er. „Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden.“

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Federica Mogherini

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zeigt sich erschüttert. „Europa einmal mehr getroffen“, twittert sie. „Unsere Gedanken sind bei allen Opfern und ihren Familien“.

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Thomas de Maiziere

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere bietet dem Land Berlin jegliche Unterstützung durch die Bundespolizei an. „Ich wurde unmittelbar nach dem schrecklichen Vorfall auf dem Berliner Weihnachtsmarkt unterrichtet“, erklärt der Minister. „Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls.“

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Sigmar Gabriel

SPD-Chef Sigmar Gabriel twitterte: „Wir trauern. Unsere Gedanken sind bei den Opfern in Berlin und ihren Angehörigen.“

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Thomas Oppermann

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann twitterte: „Bin entsetzt und schockiert. Meine Gedanken sind bei den Toten und ihren Angehörigen. Das ist ein grauenhafter Anschlag.“

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Donald Trump ist sechs Wochen nach dem Urnengang noch immer im Wahlkampf-Modus. Er genießt seinen Ruhm und feiert sich selbst. Und sieht sich durch den Zuspruch seiner euphorisierten Fans bestätigt, kräftig auszuteilen, zu provozieren und zu poltern. So wie das gesamte Jahr über.

Das liberale Amerika, das gehofft hatte, dass sich Trump nach der Wahl moderater, verantwortungsvoller, kurzum: präsidialer, gibt, stellt ernüchtert fest: Trump denkt gar nicht daran, sich zu mäßigen. Weder auf Twitter noch in seinen öffentlichen Botschaften – und schon gar nicht bei seinen Live-Auftritten. Anstatt sich auf  seine Rolle im Amt vorzubereiten, reist er auf der von ihm ins Leben gerufenen „Thank-you-Tour“ und gibt seine Wahlkampfschlager zum Besten.

Darum hat Trump gewonnen
Clinton schnitt trotz Trumps frauenfeindlicher Äußerungen in der Wählergruppe deutlich schwächer ab als im Vorfeld erwartet. Zwar erhielt sie von Frauen zwischen 18 und 34 Jahren deutlich mehr Unterstützung als Trump, insgesamt aber betrug ihr Vorsprung bei Frauen mit 49 Prozent nur zwei Prozentpunkte. Zum Vergleich: Der scheidende Präsident Barack Obama schnitt 2012 bei Frauen sieben Prozentpunkte besser ab als sein damaliger Herausforderer.
Clinton kam Umfragen zufolge deutlich besser bei Amerikanern mit spanischen Wurzeln, Afroamerikanern, und Amerikanern mit asiatischen Wurzeln an. Allerdings erhielt sie nicht so viel Rückhalt wie Obama vor vier Jahren, der seine Wiederwahl besonders den Stimmen der Minderheiten verdankte.
Trump punktete besonders bei Wählern ohne College-Ausbildung. Insgesamt betrug sein Vorsprung auf Clinton in dieser Gruppe zwölf Prozentpunkte. Bei weißen Männern ohne höheren Bildungsabschluss schnitt er sogar um 31 Prozentpunkte besser ab, bei weißen Frauen ohne Abschluss waren es 27 Prozentpunkte.
Streng gläubige weiße Amerikaner haben Trump die Treue gehalten - trotz der sexuellen Missbrauchsvorwürfe, die gegen den Milliardär im Wahlkampf erhoben wurden. Etwa 76 Prozent der Evangelikalen gaben an, für Trump gestimmt zu haben.
Clinton tat sich in Ballungsräumen schwer, obwohl dort in der Regel viele Anhänger der Demokraten leben. Ihr Vorsprung auf Trump betrug dort gerade einmal sechs Prozentpunkte. In ländlichen Regionen schnitt Trump dagegen um 27 Prozentpunkte besser ab.

„Wir bauen die Mauer (nach Mexiko), macht euch keine Sorgen“, verspricht Trump seinen Wählern am vergangenen Donnerstag in Hershey, Pennsylvania. Die Zeit der Globalisierung sei vorbei, das Wohl Amerikas stehe von nun an wieder an erster Stelle. „Es gibt keine globale Hymne, keine globale Währung, keine globale Flagge“, führt der künftige Präsident aus. „Wir lieben unsere Flagge! Oder!?“ Das Publikum johlt und klatscht, während sich die Moderaten und Liberalen in den USA erschreckt abwenden.

Doch beim Wähler kommt Trumps Art an. Die Sport- und Stadthallen, in denen der Republikaner auftritt, sind nahezu vollbesetzt. In Hershey warteten Tausende Trump-Fans trotz Minustemperaturen über Stunden auf den Einlass. „Die Bürger fühlen sich wieder wertgeschätzt. Ich halte es für einen geschickten Schachzug, dass Trump die Menschen in Iowa, Wisconsin & Co. besucht“, sagt Martin Thunert, Politikwissenschaftler und Dozent am Center for American Studies der Universität Heidelberg. Trump mache genau das, was die Demokraten zuletzt verpasst hätten: Den Dialog mit den Wählern suchen, ihnen das Gefühl geben, die Politik höre ihnen zu und nehme ihre Sorgen ernst. „Die Menschen sind es leid, nur als Stimmvieh betrachtet zu werden.“

Im Gegenzug erhält Donald Trump von seinen Unterstützern einen enormen Vertrauensvorschuss. Bestes Beispiel ist die Reaktion auf dessen Personalauswahl für die neue Regierung. Fast alle Nominierungen von Trump sind umstritten. Für die Politikbeobachter vom „Rolling Stone“ ist das Trump-Team ein einziges „Horror-Kabinett“.

Öl-Förderung

Obama düpiert Trump mit Förder-Stopps in Arktis und Atlantik

Stephen Bannon wird Chefstratege im Weißen Haus – ein Mann, der sich als Chef der rechten Internetplattform „Breitbart News“ als Islam-Kritiker, Feminismus-Feind und Establishment-Hasser einen Namen gemacht hat. Der designierte Verteidigungsminister James Mattis trägt den Spitznamen „Mad Dog“. Er bekannte einst, es bringe „unglaublichen Spaß“, Taliban, die Frauen schlagen, zu töten.

Und dann sind da noch der neue Außenminister, Ex-Exxon-Chef Rex Tillerson, der neue Energieminister, Rick Perry, und der neue Leiter der Umweltbehörde EPA, Scott Priutt – die allesamt den Klimawandel mehr oder weniger offen bestreiten und Freunde oder gar Nutznießer der Erdölindustrie sind. „Die Ölkonzerne hätten sich kein besseres Kabinett vorstellen können“, sagt US-Experte Thunert.

Die Reaktion der Trump-Wähler auf Personalauswahl und der anschließenden öffentlichen Kritik? Achselzucken.

Blick auf den Central Park

Ein Umzug ins Weiße Haus brächte vermutlich doch einige Einschränkungen mit sich. Begleiter beschreiben allein den Lebenswandel der künftigen First Lady Melania Trump als sehr luxuriös. In New York lebt sie mit Blick über den Central Park an der 5th Avenue in einem 100-Millionen-Dollar-Penthouse. Es heißt, das traute Heim sei Schloss Versailles nachempfunden: Marmor, kostbarste Ausstattungen, Deckengemälde, Gold. Da kann 1600 Pennsylvania Avenue in Washington nicht mithalten. Dafür wird es mehr fotografiert.

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An diesem Schreibtisch wird bald Donald Trump sitzen

First Lady Melania wird ihre Büros im Ostflügel haben. Präsident Trump wird im West Wing arbeiten, dort liegt auch das 1909 eingerichtete Präsidentenbüro, das „Oval Office“.

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Blick in den "Yellow Oval Room" in den Privaträumen der Präsidentenfamilie

132 Räume, sechs Etagen, 35 Badezimmer, acht Treppenhäuser und drei Fahrstühle: Jeder Präsident setzt in dem riesigen Haus seine eigenen Akzente, so richtig umbauen kann er den offiziellen Teil aber nicht. In den Obergeschossen dagegen hat die Präsidentenfamilie ihre Privaträume. Die Obamas gewährten zuletzt über „Architectural Digest“ einen seltenen Einblick in diese Residenz. Diese werden sich nun auch die Trumps so persönlich einrichten, wie es geht.

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Das Trump International Hotel in Washington

Hartnäckig hält sich das Gerücht, als Präsident werde Trump in seinem neuen Hotel in der Hauptstadt residieren. Burgartig und mit schmuckem Turm liegt es in Laufweite zum Weißen Haus.

Das Kino und den Swimmingpool im Untergeschoss wird Trump sicher beibehalten. Aber ob er den Tennisplatz oder das Basketballfeld nutzen wird? Der junge Donald Trump war ein begeisterter Sportler, er spielte Squash, Tennis, Football und Golf. Eine bombige Gesundheit. Erst als er 1968 zum Militär eingezogen werden sollte, wurde rechtzeitig ein Leiden diagnostiziert. Fersensporn statt Vietnam.

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Der Gemüsegarten des Weißen Hauses

Kartoffeln, Salat und Grünzeug: Wird Trump den Gemüsegarten Michelle Obamas fortführen? Unwahrscheinlich, auch wenn er sich bisher noch nicht geäußert hat. 2009 hatte Obama das Gärtchen anlegen lassen, als Werbung für gesündere Ernährung. Vor kurzem legte sie nochmals nach, präsentierte im Oktober eine größere Version des Gartens inklusive Beton, Stein und Stahl. Ein Statement, das nicht nach „reiß mich ab“ aussah. Von Trump, einem eher schweren Mann, sind Aussagen zu gesunder Ernährung nicht hinterlegt.

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Barack und Michelle Obama

Ganze Welten liegen zwischen Auftreten, Art und Selbstverständnis der beiden Paare. Der Stil der beiden Frauen unterscheidet sich sehr, wenn auch Teile der US-Presse darauf hoffen, das ehemalige Model Melania werde zumindest etwas von dem Glanz und Glamour weiterführen, den Michelle Obama der Präsidentschaft ihres Gatten gebracht hat.

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Donald und Melania Trump

Barack Obama hatte eine Aura natürlicher, lässiger Eleganz. Donald Trump nicht. Seine Anzüge sind teuer, aber kastenartig, die Krawatten solide und einfarbig. Einen eigenen Zuständigen für die dann präsidiale Frisur zu finden, sollte im Weißen Haus nicht schwierig sein, auch wenn Trump beteuert, für das sichtbare Ergebnis kunstvollen Kämmens stets selber zu sorgen.

Washington beginnt die Obamas bereits jetzt zu vermissen, ihre Bälle, ihre Reden. Ein wenig bangt fragt man sich, welchen Stil denn wohl die Trumps der Hauptstadt beibringen werden.

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Barack Obama treibt gerne Sport, Trump eher nicht

Donald Trump im Fitnessstudio? Vielleicht nicht. Dass Trump Freizeit per se nicht sehr schätzt und jede freie Minute für die Pflege seines so engen wie eigenen Verhältnisses zu sozialen Medien nutzt, ist bekannt. Auch er golft ausgesprochen gern, wenn auch nicht so leidenschaftlich wie Obama. Bücher liest Trump angeblich nicht.

Barack Obama ist ein so begeisterter Golfer, dass er sich oft Hohn und Spott anhören musste. Auf Reisen wurden regelmäßige Stopps für Golfplätze eingebaut, Freitagnachmittag brauste er los, um mit Freunden die Schläger zu schwingen. Seine Bilder vom Basketball mit Mitarbeitern sind berühmt. Auch, dass der Präsident regelmäßig das Gym aufsuchte, um an Hanteln und Maschinen zu zerren, sollte jeder wissen.

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Donald Trump liebt Eiscreme

Der künftige Präsident isst gern Hamburger. Und er liebt Eiscreme: Reporter berichten, die Kühlschränke seiner Häuser seien voll mit großen Bechern einer bestimmten Marke (Häagen Dazs), Vanille oder Vanille Kirsch. Trump sagt, er trinke keinen Alkohol, keinen Kaffee und keinen Tee. Von einer Pizza verzehrt er angeblich nur den Belag, aber nie den Teig.

Zu Mittag, gab Trump einmal an, esse er meistens am Schreibtisch. Ob der bald 45. Präsident der USA das im Oval Office durchhalten wird, im berühmtesten Büro der Welt, wird man sehen

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Ein Großteil der 17 Mitglieder der neuen Trump-Regierung, die der künftige Präsident bisher ausgewählt hat, übernimmt zum ersten Mal politische Verantwortung. Die neuen Minister und Berater sind nahezu ausschließlich Vertreter des Anti-Establishment – und weitgehend stinkreich. Gemeinsam verfügen die Auserwählten über ein Vermögen von über 9,5 Milliarden US-Dollar. Und damit mehr als ein Drittel der ärmsten US-Amerikaner, sage und schreibe 43 Millionen Haushalte.

„Ich bin sehr gebildet. Ich kenne Wörter. Ich habe die besten Wörter.“

Zu diesen Wörtern gehörten im Wahlkampf wüste Beschimpfungen und abwertende Adjektive. Trumps Sprache wurde oft als rassistisch oder auch sexistisch beschrieben. So sagte er etwa über mexikanische Einwanderer: „Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger, und einige, nehme ich an, sind auch nette Leute.“ Sprach- und Kommunikationswissenschaftler aus Mainz, Siegen, Mannheim und dem amerikanischen Berkeley haben sich jeweils Interviews, Reden und Tweets von Trump vor und nach dem Wahlsieg des 70-Jährigen angeschaut. Eine Analyse.

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Lieblingswörter

Trump sprach vor der Wahl häufig von „wir“ und „sie“ – Zeichen eines Weltbilds mit scharfen Grenzen zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Nach der Wahl stellt er sich mit „ich“ massiv selber in den Vordergrund, wie eine Korpusanalyse von Ulrike Schneider, Anke Lensch und Matthias Eitelmann vom Fachbereich Englisch und Linguistik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zeigt.

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Lieblingsthema

Im Wahlkampf ging es Trump um Bedrohung durch Mexikaner und Muslime, um ein ausblutendes Land und eine im Sterben liegende Nation – das sagt die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling, die im kalifornischen Berkeley forscht. Doch schon in der Dankesrede sei es ihm darum gegangen, die Nation zu einen: „Jetzt ist es an der Zeit für Amerika, die Wunden der Trennung zu schließen; wir müssen zusammenfinden. Ich sage zu allen Republikanern und Demokraten und Unabhängigen überall im Land, es ist Zeit für uns, als vereintes Volk zusammenzukommen.“ (Dankesrede am 09.11.2016)

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Wertung

Seit der Wahl lobt Trump auch sehr gerne – oder straft krass ab. Dabei gebe er sich wie ein strenger Vater, meint Wehling. Diese Art der Bewertung und Einteilung sei raffiniert, weil Trump so vielen Menschen das Gefühl gebe, er biete Orientierung. Ein Beispiel? Trumps Twitter-Reaktion nachdem Darsteller des Musicals „Hamilton“ sich an Trump-Vize Mike Pence gewandt hatten: „Das Theater muss immer ein sicherer und spezieller Ort sein. Das Ensemble von „Hamilton“ war letzte Nacht sehr unhöflich zu einem sehr guten Mann, Mike Pence. Entschuldigt euch!“

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Politischer Gegner

Hillary Clinton wird von Trump vor der Wahl vergegenständlicht („Marionette“), entpersonifiziert („Katastrophe“) und bekommt das Adjektiv „korrupt“ zugeschrieben. Nach der Wahl ist sie „Secretary Clinton“ und „sehr, sehr stark und sehr intelligent“. Das zeigen die Linguistinnen Eva Gredel und Konstanze Marx von der Universität Mannheim auf. Zwei Beispiele:

„Das ist das Vermächtnis von Hillary Clinton: Tod, Zerstörung, Terrorismus und Schwäche.“ (Rede auf Parteiversammlung am 21.07.2016)

„Hillary hat sehr lange und sehr hart gearbeitet, über einen langen Zeitraum hinweg, und wir sind ihr großen Dank schuldig für ihren Dienst für unser Land.“ (Dankesrede am 09.11.2016)

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Satzlänge

Trump spricht in kurzen, oft sehr kurzen Sätzen, mit den wichtigsten Begriffen am Ende. Das hat sich auch nach dem Wahlsieg nicht geändert, wie die Korpusanalyse der Mainzer Sprachwissenschaftler zeigt. Der durchschnittliche Satz ist nur neun Wörter lang. Übrigens sind auch seine Wörter simpel: Im Schnitt umfasst ein Wort nur vier Buchstaben.

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Wiederholungen

Die Reden von Trump sind gespickt mit Wiederholungen. Mit diesen Wörtern oder Phrasen hangele sich Trump gerne an seinem Beitrag entlang, meint Antje Wilton, Professorin für Englische und Angewandte Sprachwissenschaft an der Universität Siegen. Sie kann bei diesem Mittel keinen Unterschied zwischen vor und nach dem Sieg feststellen. Ein Beispiel: „Menschen geben fantastische Karrieren auf, um sich euch Leuten auszusetzen und vielen anderen Leuten auszusetzen. Aber sie geben viel auf. Ich meine, einige geben fantastische Unternehmen auf, um für vier oder vielleicht acht oder wie lange der Zeitraum auch ist, zu sitzen. Aber ich denke, wir werden einiges an fantastischem Talent sehen, fantastisches Talent kommt.“ (Interview der „New York Times“ vom 23.11.2016)

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Phrasen

Viele Menschen fühlen sich von Trump direkt angesprochen, weil sie meinen, seine einfache Sprache zu verstehen – dabei benutze Trump wahnsinnig viele Elemente, welche die Sache unspezifisch machen, erklärt Wilton. Sie zählt auf: „Ich denke“, „ich meine“, „ihr wisst“, „also“, „seht“. Er wirke nur volksnah, direkt und klar, meint Wilton. Folgendes Beispiel führt sie exemplarisch an: „Ich meine, das ist ein Problem, für ihn. Aber sehen Sie, er wird das tun, was er tun muss, aber ich denke, ich werde in Ohio sehr gut sein.“ (Interview der „Washington Post“ am 02.09.2016)

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„Sie sind die Besten“, sagt Donald Trump. Seine künftigen Minister würden helfen, „Jobs, Jobs und Jobs in Amerika“ zu schaffen.

Erstaunlich ist, dass seine Wähler dem Reichen-Kabinett das zutrauen. 42 Prozent der US-Bürger glauben laut einer aktuellen Umfrage, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr anziehen wird. Das sind 17 Prozent mehr, als noch vor der Wahl – und satte 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die US-Amerikaner blicken damit so optimistisch in die Zukunft wie seit 2008 nicht mehr. 56 Prozent der Bürger gaben an, „bereit zu sein, Donald Trump zu unterstützen“ und mit ihm als Präsidenten „zufrieden zu sein“.

Wirtschaftlich fragwürdig

Den Eindruck verfestigt hat mutmaßlich auch Trumps Rettungsaktion beim US-Klimagerätehersteller Carrier. Das Unternehmen wollte ursprünglich große Teile der Produktion von Indianapolis nach Mexiko verlagern. Trump machte schon im Wahlkampf massiv Stimmung gegen diese Pläne – und einigte sich dann vor Kurzem auf einen „Deal“ mit dem Konzern. Trump versprach Subventionen und weniger Regulierungen und überzeugte Carrier, mindestens 1000 Jobs in Indianapolis halten.

Ordnungspolitiker stöhnen auf. Trump verzerre den Markt, die Regierung mache sich erpressbar. Und: Werden unrentable Jobs in den USA gehalten, gefährde das die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen. „Die Argumente sind schlüssig. Das Problem: Die Betroffenen halten dies für eine arrogante Diskussion der Intellektuellen“, sagt Martin Thunert. Trump hingegen packe an, helfe. Für die Arbeiter bei Carrier ist er – zumindest für den Moment – der Retter.

„Trump weiß, dass es wichtig ist, eine glaubhafte Geschichte erzählen zu können“, so Thunert. Die Rettung der Carrier-Jobs helfe enorm, seinen Ruf als Anti-Establishment-Kandidat, als Retter der Arbeiter, als Deal-Maker zu festigen. „So wirtschaftlich fragwürdig die Aktion war, so genial war sie aus Trumps Sicht für sich und seine Reputation.“

Neben seiner Symbolpolitik hilft Donald Trump die konjunkturelle Entwicklung in den USA. Die Wirtschaft wächst ordentlich: im kommenden Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt um 2,3 Prozent anziehen, glauben OECD und Deutsche Bank. Sollte Trump wie versprochen die Steuern senken und in die Infrastruktur investieren, könnte das Wachstum perspektivisch gar noch höher ausfallen.

Die Konjunkturexperten sind sich einig: Trump bietet Chancen. Gleichzeitig aber ist der Präsident auch ein Risiko. Nämlich dann, wenn er die Kontrolle über sich verliert. So attackierte auf Twitter die US-Großkonzerne Lockheed Martin und Boeing; der Flugzeugbauer stellt gerade zwei neue Air-Force-One-Maschinen her. „Die Kosten seien außer Kontrolle“, kommentierte Trump. „Auftrag stornieren.“ Der Aktienkurs von Boeing gab daraufhin nach.

„Trump muss aufpassen, dass er den Bogen nicht überspannt“, sagt Martin Thunert. Boeing wie Lockheed Martin seien große Arbeitgeber, die hoch bezahlte Jobs in den USA in der Produktion garantieren. „Das ist genau das, was Trump will. Mit denen sollte er es sich also nicht verscherzen.“

Trump spielt ein gefährliches Spiel. Im Versuch, seine Wähler zu begeistern, droht er außenpolitisch jahrzehntelange Verbündete zu verschrecken – und in der Wirtschaft die hervorragenden Geschäftsaussichten der heimischen Industrie zu konterkarieren. Trump wäre gut beraten, sich zu mäßigen – und sich zu ändern, sobald er ins Weiße Haus einzieht. Wahrscheinlich ist das allerdings nicht.

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