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  4. Weltraumwaffen: Wie die russischen Tests technologische Entwicklungen beeinflussen können

Waffenversuche im AllVerbietet den Test von Weltraumwummen!

Russlands Abschuss eines alten Satelliten dürfte andere Nationen dazu bringen, ebenfalls ihre Waffen im All zu testen. Das bedroht die beginnende Kommerzialisierung des niedrigen Erdorbits massiv. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Thomas Stölzel 16.11.2021 - 15:00 Uhr

Dieses computergenerierte Bild der Europäischen Weltraumagentur ESA zeigt Weltraummüll früherer Missionen. Waffentests im Orbit würden die schon jetzt kritische Zahl an Schrottteilen massiv ansteigen lassen

Foto: dpa

Offenbar als Demonstration militärischer Stärke hat Russland gerade einen alten Satelliten im Weltall abgeschossen. Es war ein Waffentest mit Folgen: Am Montag mussten die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS zeitweise in ihre Rettungskapseln flüchten, die sie bei einem Einschlag von Trümmern in der Station auf die Erde gebracht hätten. Darunter war auch der Deutsche Raumfahrer Matthias Maurer. Tausende Teile des zerborstenen Satelliten kreisen nun für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in einigen Hundert Kilometern Höhe um die Erde.

Vor allem die wirtschaftliche Tragweite des russischen Tests ist gewaltig. Macht er doch eines klar: Wenn Länder wie China, Russland und die USA jetzt damit starten, Weltraumwummen testweise abzufeuern, können die Trümmer schnell große Teile des niedrigen Erdorbits unbenutzbar machen. Eine Gefahr für die gerade beginnende Kommerzialisierung des Weltalls. So sorgt der sogenannte Kessler-Effekt dafür, dass die Teile miteinander kollidieren und dadurch weitere Trümmer erzeugen.

Erdbeobachtung, lückenloses superschnelles Internet aus dem All und vieles mehr sollen in den nächsten Jahren neue technologische Entwicklungen ermöglichen. Die meisten der Satelliten werden im niedrigen Erdorbit unterwegs sein. Und der ist eine endliche Ressource. Wir müssen ihn von Weltraumschrott und Trümmern freihalten. Wenn wir das verpassen, dürften die wirtschaftlichen Auswirkungen schnell noch sehr viel größer ausfallen als etwa die der Atomtests in der Südsee oder in anderen abgelegenen Weltregionen im vergangenen Jahrhundert.

Es ist deshalb Zeit, ein internationales Verbot von dieser Art Weltraumwaffentest anzustoßen – ähnlich, wie es schon für Kernwaffen existiert. Zumindest China und die USA haben große kommerzielle Ambitionen im All. Entsprechend könnten sie willens sein, einzulenken. Mit Supercomputern lässt sich heute solch ein Test schließlich auch simulieren. Und es gibt Möglichkeiten, feindliche Satelliten auch so zum Absturz zu bringen, ohne ihn in tausend Teile zu schießen.

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