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„Air Defender 23“Gewerkschaft: Bis zu 50.000 Minuten Flugverspätungen durch Luftwaffenübung

Nach Einschätzung der Bundeswehr soll die Luftwaffenübung „Air Defender 23“ Linienflugzeuge und Ferienflieger im Juni kaum beeinträchtigen – dem widerspricht die Gewerkschaft der Flugsicherung deutlich. 25.05.2023 - 14:33 Uhr Quelle: dpa

Die Übung „Air Defender 23“ wird schon seit 2018 geplant.

Foto: dpa

Stehen Flugausfälle und Verspätungen bevor? Damit rechnet die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF). Sie hat vor der Luftwaffenübung „Air Defender 23“ der Einschätzung der Bundeswehr widersprochen, wonach mit keinerlei Ausfällen zu rechnen sei.

Es sei unerklärlich, wie Luftwaffeninspekteur Ingo Gerhartz zu dieser Behauptung komme, erklärte die Gewerkschaft am Donnerstag. „Die Militär-Übung Air Defender wird natürlich massive Auswirkungen auf den Ablauf der zivilen Luftfahrt haben“, sagte GdF-Chef Matthias Maas.

Tatsächlich hätten Simulationen der Deutschen Flugsicherung (DFS) ergeben, dass für die Dauer der Großübung täglich mit Gesamtverspätungen im günstigsten Fall von bis zu 50.000 Minuten gerechnet werden müsse. Darüber hinaus werde erwartet, dass bis zu 100 zivile Flüge am Tag ihr Umlaufziel zur Nachtschließung der verschiedensten Flughäfen in Deutschland nicht erreichten. Somit stünden diese Maschinen sehr wahrscheinlich auch am Folgetag nicht rechtzeitig am geplanten Ort zur Verfügung.

Schneller schlau: Bundeswehr
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Stand: August 2023

Die Flugsicherung rechnet im zivilen Luftverkehr mit manöverbedingten Verspätungen. Die bundeseigene Gesellschaft stellte klar, dass die von der GdF zitierten Simulationen nicht von ihr, sondern vom europäischen Netzwerk-Manger bei der Organisation Eurocontrol stammten. In der jüngsten Simulation sei zudem die Zahl der am Abend fehlstationierten Flugzeuge auf Null gesunken, sagte ein Sprecher. Die möglichen Verspätungen von bis zu 50.000 Minuten würden einem Tag mit heftigen Gewittern entsprechen und „deutlich im roten Bereich“ liegen.

Die GdF, die eine Großzahl der Lotsen und Techniker bei der DFS vertritt, stellte klar, dass sie das Manöver angesichts der politischen Lage für notwendig halte und es für die Nato einen hohen Erkenntniswert bringe. Man wolle jedoch verhindern, dass die Mitarbeiter der Flugsicherung für negative Auswirkungen verantwortlich gemacht würden.

Die Übung vom 12. bis zum 23. Juni wurde seit 2018 geplant. Laut Luftwaffe sind 25 Nationen beteiligt. Es sind rund 240 Flugzeuge dabei, davon etwa 100 von US-Seite. Laut Bundeswehr handelt es sich um die größte militärische Verlegeübung seit Bestehen der Nato. Die Masse der rund 200 Flüge täglich soll über der Nord- und Ostsee stattfinden, hatte Gerhartz angekündigt.

Lesen Sie auch: Wolkenkuckucksflieger – Bereits für das Jahr 2035 verspricht Airbus ein serienfähiges Wasserstoffflugzeug.

dpa
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