Lkw-Angriff in Berlin Wie deutsche Weihnachtsmärkte auf den Anschlag reagieren

Der Schock nach dem Anschlag in Berlin ist groß. Auf den Weihnachtsmärkten in Deutschland sollen nun mehr Polizisten Streife gehen und den Menschen ein Gefühl von Sicherheit geben. In einigen Städten gibt es sogar noch weitere Veränderungen.

Besucher gehen am 20.12.2016 über den Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus in Hamburg. Quelle: dpa

Nach dem Anschlag von Berlin verstärkt die Polizei vielerorts in Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten. Ein Überblick:

In Berlin sollen mehr Polizisten unterwegs sein, zudem sollen Betonpoller an bestimmten großen Weihnachtsmärkten Zufahrten versperren, wie der Sprecher von Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Der Dresdner Striezelmarkt soll zusätzlich mit Betonklötzen und Fahrzeugsperren gesichert werden, wie es von der Polizei hieß. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte, er habe den sächsischen Innenminister beauftragt, die Sicherheitsvorkehrungen auf den Weihnachtsmärkten deutlich zu verschärfen.

Die Stadt Duisburg in Nordrhein-Westfalen wollte noch am Dienstag ebenfalls mobile Sperren an den Zufahrtswegen errichten lassen. Außerdem würden auf dem Marktgelände „zahlreiche technische Sicherungsmaßnahmen“ platziert. Aus einsatztaktischen Gründen sollten Details dazu nicht genannt werden. Beide Maßnahmen hätten zum Ziel, ein schnelles Durchfahren mit Lkw oder Auto zu verhindern.

Die Polizei werde in Doppelstreifen und schwerer bewaffnet auf den Weihnachtsmärkten unterwegs sein, kündigte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) an. In Düsseldorf und Dortmund waren Schweigeminuten auf den Weihnachtsmärkten geplant.

Auch in München erhöhte die Polizei ihre Sicherheitsvorkehrungen auf den Märkten. Aus Schleswig-Holstein hieß es von einem Sprecher des Innenministeriums: „Die Polizei erhöht die Präsenz an Weihnachtsmärkten und ähnlich gelagerten Veranstaltungen.“ Es gebe weiter eine abstrakte Gefährdungslage. „Wir haben keine Hinweise auf konkrete Gefährdungssituationen - insbesondere was Weihnachtsmärkte anbelangt.“

In Mecklenburg-Vorpommern werde die Polizei ihre Präsenz in den Innenstädten weiter ausbauen und an den Marktzugängen auch mit Maschinenpistolen patrouillieren, teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Schwerin mit. Geschlossen werden sollten in Mecklenburg-Vorpommern keine Weihnachtsmärkte.

In der Hamburger Innenstadt hatten die Weihnachtsmärkte am Dienstag wie geplant geöffnet. Um kurz vor 11.00 Uhr öffneten die Buden vor dem Rathaus und am Jungfernstieg. Die Polizei werde verstärkt Streife laufen, zudem werde der Verkehrsverlauf in der unmittelbaren Umgebung geändert, teilt der Hamburger Innensenat mit. "Wir dürfen Terroristen keine Macht darüber geben, wie wir leben", erklärt Innensenator Andy Grote. Eine Schließung der Weihnachtsmärkte lehnt er ab.

Auch in Baden-Württemberg öffneten die Buden auf den Weihnachtsmärkten wie geplant. Die Veranstalter des Weihnachtsmarktes in Stuttgart wollten sich eng mit der Polizei abstimmen und Aussagen des Innenministeriums abwarten, sagte ein Sprecher des Veranstalters. Völlige Sicherheit sei nicht zu erreichen. „Wir bewegen uns auf dem Weihnachtsmarkt viel mehr im öffentlichen Raum als zum Beispiel auf dem Volksfest“, sagte er.

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