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Der Tag nach dem Berlin-Attentat im ÜberblickTerror-Miliz IS beansprucht Anschlag für sich

In Berlin ist am Montagabend ein Lkw auf einen Weihnachtsmarkt gerast. 12 Menschen wurden getötet und rund 50 verletzt. Der zuvor festgenommene Tatverdächtige ist wieder auf freiem Fuß. Der IS reklamiert den Angriff für sich. Die Ereignisse im Überblick. 20.12.2016 - 22:05 Uhr aktualisiert

Polizisten sichern den Weihnachtsmarkt am Prenzlauer Berg in Berlin.

Foto: REUTERS
  • Gegen 20 Uhr am Montagabend fährt ein Lastwagen auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Der Fahrer legt eine Strecke von 50 bis 80 Metern zurück, überfährt dabei viele Menschen und zerstört mehrere Marktbuden.
  • Innenminister de Maizière spricht von einem Anschlag, Kanzlerin Merkel bewertet die Todesfahrt als Terroranschlag.
  • Ein Verdächtiger flüchtet und wird nahe der Siegessäule festgenommen. Auf dem Beifahrersitz wird ein toter Mann entdeckt; es handelt sich um den ursprünglichen Lkw-Fahrer.
  • Der vorübergehend festgenommene Verdächtige wird am Dienstagabend wieder freigelassen. Der Verdacht gegen ihn hatte sich nicht erhärtet. Kurz darauf reklamiert der IS die Tat für sich.

Wir haben unsere Live-Berichterstattung zu dem Anschlag in Berlin beendet. Die Ereignisse des Tages finden Sie hier noch einmal im Überblick:

++22.00 Uhr++
Der Schauplatz des Anschlags, der Breitscheidplatz, bleibt auch am Mittwoch weiträumig abgeriegelt. Die Polizei begründete diesen Schritt mit der andauernden Ermittlungsarbeit des Landeskriminalamtes. Zu der Bluttat seien inzwischen 508 Hinweise über das dafür bereitstehende Telefon eingegangen.

++21.04 Uhr++
Nach der Inanspruchnahme des Anschlags durch den IS dringt de Maizière auf Besonnenheit. „Diese angebliche Bekennung des sogenannten Islamischen Staates - das ist ja in Wahrheit eine Terrorbande - haben wir gerade erst bekommen“, sagte der CDU-Politiker. Es gebe Ermittlungsansätze, diese würden verfolgt. „Wir sollten die Sicherheitsbehörden ihre Arbeit machen lassen. Die arbeiten mit Hochdruck. Und niemand wird ruhen, bis nicht der Täter oder die Täter gefasst sind“.

++20.30 Uhr++
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Angriff für sich in Anspruch genommen. Der Täter sei ein „Soldat des Islamischen Staates“ gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak im Internet. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht verifizieren. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle verbreitet. Auch die Form der Erklärung entspricht früheren Bekenntnissen der Extremisten. Die Operation sei eine Reaktion auf Aufrufe, die Bürger der Staaten der internationalen Koalition anzugreifen.

++19.28 Uhr++
Frankreich und Deutschland gehen laut Élyséepalast gemeinsam gegen den Terrorismus vor. Präsident François Hollande und Kanzlerin Merkel hätten bei einem Telefongespräch die volle Mobilisierung der französischen und deutschen Sicherheitsdienste bestätigt, teilte der Präsidentenpalast mit. Ziel sei es, gegen das „Unwesen des Terrorismus“ zu kämpfen und die auf europäischer Ebene beschlossenen Maßnahmen in die Tat umzusetzen. „Sie (Hollande und Merkel) sind übereingekommen, dass dieser gnadenlose Kampf gegen den Terrorismus weder die Werte noch die Lebensweise angreifen darf, die die Demokratien gewählt haben.“

Berliner Weihnachtsmarkt

Was wir wissen und was nicht

++19.02 Uhr++
Nach dem Lastwagen-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ist der zunächst festgenommene Verdächtige wieder frei. Es sei kein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Bundesanwaltschaft am Dienstagabend in Karlsruhe mit. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse hätten keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten ergeben. Der Mann habe in seiner Vernehmung umfangreiche Angaben gemacht, eine Tatbeteiligung jedoch bestritten. Augenzeugen hätten den Lastwagenfahrer nach dem Anschlag nicht lückenlos verfolgt, die kriminaltechnischen Untersuchungen hätten außerdem bislang keinen Beleg erbracht, dass der Mann im Führerhaus des Lastwagens gewesen sei.

++18.41 Uhr++
Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, hat nach dem Terror-Anschlag in Berlin dazu aufgerufen, nicht mit weiterem Hass zu reagieren. „Wir geben dem Terror nicht dadurch Recht, dass wir uns entzweien lassen, nur weil wir in verschieden Kulturen leben“, sagte er am Dienstagabend beim Trauergottesdienst in der Gedächtniskirche. „Wir lassen uns nicht zu Unmenschlichkeit verführen.“

++18.31 Uhr++
Das Brandenburger Tor ist am Dienstag in Schwarz-Rot-Gold erstrahlt. Auch die rot-weiße Berliner Landesfahne mit dem Bär als Wappentier wurde zeitweise auf das Wahrzeichen projiziert. „Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Farben angestrahlt“, hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) tagsüber angekündigt. Das Tor waren in der Vergangenheit als Zeichen der Solidarität nach Terrorattacken in anderen Ländern in deren Nationalfarben angestrahlt worden.

Foto: dpa

++18.09 Uhr++
Bis Mitternacht wird definitiv über einen Haftbefehl gegen den festgenommenen Verdächtigen von Berlin entschieden. „Um 24.00 Uhr ist für uns die Zeit abgelaufen“, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. Grund ist Paragraf 128 der Strafprozessordnung „Vorführung bei vorläufiger Festnahme“. Darin heißt es, der Festgenommene sei, sofern er nicht wieder in Freiheit gesetzt werde, unverzüglich, spätestens am Tage nach der Festnahme, dem Richter bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk er festgenommen worden ist, vorzuführen. Hält der Richter die Festnahme nicht für gerechtfertigt oder ihre Gründe für beseitigt, so ordnet er demnach die Freilassung an.

++17.38 Uhr++
US-Präsident Barack Obama sprach nach Angaben des Präsidialamts am Montagabend mit Merkel. Er habe ihr Unterstützung nach "dem fürchterlichen mutmaßlichen Terrorangriff" angeboten.

++16:49 Uhr++
Nach dem Anschlag in Berlin konnten 24 Verletzte das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen, wie die Polizei twittert. "Das macht uns Hoffnung."

++15.55 Uhr++
Die Entscheidung über den weiteren Umgang mit dem Tatverdächtigen von Berlin fällt möglicherweise noch heute. „Es ist möglich, dass wir heute Abend entscheiden: Er ist es aus unsere Sicht nicht“, sagte Generalbundesanwalt Frank. BKA-Chef Münch sagte, es gelte die Ergebnisse der Spurensicherung abzuwarten. Berlins Polizeipräsident Kandt sagte, die Beschreibungen des geflüchteten Täters seien bislang zu unkonkret.

++15.43 Uhr++
Bei der Durchsuchung der Flüchtlingsunterkunft am früheren Berliner Flughafen Tempelhof wurde ein Mobiltelefon beschlagnahmt. „Wir haben ein Handy gefunden, das wir auswerten“, sagte Berlins Polizeipräsident Kandt. Weitere Angaben machte er nicht. Die Auswertung des Telefons sei noch nicht weit genug fortgeschritten.

++15.15 Uhr++
Die Polizei befinde sich rund um die Uhr in einem Sondereinsatz, der voraussichtlich auch bis Silvester andauern werde, sagte Polizeipräsident Kandt.

++15.07 Uhr++
Die Berliner Polizei hält eine Schweigeminute ab.

++15.00 Uhr++
BKA-Präsident Münch kann nicht ausschließen, dass noch immer ein bewaffneter Täter unterwegs ist. Man sei „hochalarmiert“, um eventuelle Tatbeteiligte zu identifizieren, sagte er.

++14.55 Uhr++
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière nehmen an einer Gedenkveranstaltung auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin teil.

Foto: REUTERS

++14.50 Uhr++
Münch warnt vor möglichen Folge-Anschlägen. In zeitlicher Nähe zu einem solchen Anschlag sei mit "erheblichen weiteren Attentats-Risiko" zu rechnen, erklärt er.

++14.43 Uhr++
"Es gibt so viele Möglichkeiten, Menschen mit einem Lkw zu töten", sagt Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt auf eine Frage nach Sicherheitsvorkehrungen. Weihnachtsmärkte seien nur ein Ziel von vielen. Auch Betonklötze könnten keine absolute Sicherheit geben. Münch bestätigte diese Einschätzung. Man könne nicht jede potentielle Gefahrenstelle in Deutschland absichern.

++14.40 Uhr++
Bundeskriminalamt-Chef Holger Münch mahnte eine Bündelung der Kräfte der Ermittler an. Die Fahndung liege weiter bei der Berliner Polizei. Die Bedrohungslage in Deutschland habe sich nicht geändert - die Lage werde bereits als ernst eingeschätzt und dies habe sich nun bestätigt.

++14.38 Uhr++
Frank bestätigte, man müsse sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass es sich bei dem Festgenommenen nicht um den Täter handele. Der Täter ist also womöglich noch auf freiem Fuß.

Lkw-Angriff in Berlin

Wie deutsche Weihnachtsmärkte auf den Anschlag reagieren

++14.34 Uhr++
Generalbundesanwalt Peter Frank sagte auf einer Pressekonferenz in Berlin, es gebe keine Bekennerschreiben oder -videos. Man könne daher noch nichts weiter zum Hintergrund des Vorfalls sagen. Man wisse noch nicht abschließend, ob es sich um einen oder mehreren Täter handele und ob er oder sie Unterstützer habe.

++14.11 Uhr++
Die Berliner Polizei war am Montagabend mit 550 Kräften während des mutmaßlichen Terroranschlags an der Gedächtniskirche, im Einsatz, wie Polizeipräsident Klaus Kandt auf der Senats-Pressekonferenz bestätigte. Landesbrandinspektor Wilfried Gräfling sprach von 230 Feuerwehr- und Rettungskräften, die im Rahmen des Einsatzkonzepts "Massenanfall von Verletzten" ihre Aufgaben erfüllt hätten.

++13.36 Uhr++
Der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt äußert Zweifel daran, ob der festgenommene Pakistaner der Täter ist. "Es ist unsicher, ob das wirklich der Fahrer war", erklärt Kandt. Die Ermittlungen dauerten allerdings noch an. Es würden unter anderem DNA-Proben mit Spuren in dem Sattelschlepper abgeglichen, und der Mann werde auf Schmauchspuren, also Rückstände von Schießpulver, an den Händen untersucht.

++13.20 Uhr++
Berlins Innensenator Andreas Geisel verspricht für die kommenden Tage, die Polizeipräsenz "deutlich sichtbar zu erhöhen". Polizeipräsident Klaus Kandt erläutert auf einer Pressekonferenz des Senats, man werde an den Eingängen der Weihnachtsmarkt Steinbarrieren errichten und "robuste Präsenz" zeigen. Das heiße, die Polizei werde mit Maschinenpistolen patrouillieren.

++13.15 Uhr++
Die "Welt" meldet auf ihrer Online-Präsenz, dass der Täter noch auf freiem Fuß sei. "Wir haben den falschen Mann", zitiert das Blatt einen ranghohen Polizeiführer. “Und damit eine neue Lage. Denn der wahre Täter ist noch bewaffnet auf freiem Fuß und kann neuen Schaden anrichten.” Die Berliner Polizei ruft die Bürger der Hauptstadt wieder zu besonderer Wachsamkeit auf.

++13.13 Uhr++
Berlins Bürgermeister Michael Müller zeigte sich fassungslos. „Es ist mal wieder ein Anschlag auf unser aller Freiheit.“ Er lobte die Arbeit der Berliner Polizei sowie der Krankenhäuser, die sich sofort auf die Ausnahmesituation eingestellt hätten. Die Arbeit vor Ort sei professionell und unaufgeregt abgelaufen. Um 18 Uhr gibt es einen Trauergottesdienst an der Gedächtniskirche. „Berlin kann es nicht geben ohne das friedliche Zusammenleben der Menschen aller Religionen und Lebensweisen“, betonte Müller.

++12.43 Uhr++
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat sich vor der Presse geäußert. Er sagt, es gäbe „keinen Zweifel mehr, dass es sich um einen Anschlag handelt.“ Die zweite Person, die im Lkw saß, sei erschossen worden. „Wann der Schuss abgegeben worden ist, ist Gegenstand der Ermittlung.“ Ein möglicher Tatbeteiligter sei von der Polizei festgenommen worden, streite die Tat aber ab. Die Ermittlungen würden offen weitergeführt. De Maiziere kündigte zudem an, die Öffentlichkeit sobald als möglich über erste Ermittlungsergebnisse zu informieren. Er verstehe jeden Einzelnen, der Sorgen habe, sein Leben offen weiterzuleben. „Ich sage aber aus Überzeugung, weichen wir nicht zurück und lassen wir unser Leben nicht von Angst bestimmen.“ Ob eine Terrororganisation für die Tat verantwortlich sei, sei noch offen. Es gebe kein offizielles Bekenntnis des Islamischen Staats, das müsse aber weder in die eine noch in die andere Richtung etwas heißen, so der Minister. „Die Ermittler arbeiten mit Hochdruck.“

++12.04 Uhr++
Der Anteil der Bürger, die die Terroranschläge der Vergangenheit beunruhigen, ist in den vergangenen zwei Jahren steil angestiegen. Mittlerweile fürchten 80 Prozent, dass der Terrorismus weltweit zunimmt, 70 Prozent, dass es zu einem größeren Anschlag in Deutschland kommen wird, wie eine Umfrage aus der vergangenen Ausgabe der WirtschaftsWoche zeigt.

++11.57 Uhr++
Der festgenommene Terror-Verdächtige bestreitet die Tat. Der 23 Jahre alte Mann streite alles ab, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

++11.50 Uhr++
Boris Pistorius (SPD), Innenminister von Niedersachsen, ist gegen eine Schließung der Weihnachtsmärkte. Eine Schließung wäre falsch“ und würde den Terroristen in die Hände spielen, sagt Pistorius und nennt die Franzosen mit ihrem Umgang nach den Terroranschlägen in Paris als Bespiel. Der SPD-Innenminister fordert die Bürger auf: „Lassen Sie uns auf die Weihnachtsmärkte gehen!“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin als grausame und unbegreifliche Tat bezeichnet. Die Tat werde bestraft werden, "so hart es unsere Gesetze verlangen".

++11.43 Uhr++
Die Bundeswehr hilft bei der Betreuung und Versorgung der Verletzten. Einige von ihnen würden im Bundeswehr-Krankenhaus in der Hauptstadt behandelt, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Das Universitätsklinikum Charite hatte nach eigenen Angaben insgesamt 16 Verletzte aufgenommen, darunter mehrere Schwerstverletzte.

++11.07 Uhr++
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bestürzt über den Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. In einer kurzen Ansprache erklärte sie am Dienstagvormittag, es „wäre widerlich“ gegenüber den helfenden und Schutz bietenden Bundesbürgern, wenn es sich um einen Terrorschlag handelte. Gleichzeitig räumte die Kanzlerin ein, dass sie „eine einfache Antwort auch nicht“ habe. Vielmehr will Merkel auf europäischer und nationaler Ebene Maßnahmen gegen künftige Terroranschläge beraten.
Merkel steht unter besonderem Druck. Vor allem die AfD nutzt die Ängste in der Bevölkerung und spricht von „Merkels Toten“ beim Anschlag in Berlin, eine Anspielung auf die von Merkel vor mehr als einem Jahr geöffneten Grenzen für Flüchtlinge. Der Anschlag setzt Merkel auch innerparteilich und vor allem Im Verhältnis zur CSU unter Druck. Auf dem CDU-Parteitag Anfang des Monats hatten sich viele Delegierte für eine deutlich härtere Gangart in der Flüchtlingsfrage und bei der Integration von Ausländern eingesetzt.

Ein Lkw rast auf einem Berliner Weihnachtsmarkt in eine Menschenmenge, zwölf Menschen sterben. Die Polizei vermutet einen Terroranschlag. Sofort kommen Erinnerungen an die Schreckenstat von Nizza hoch.

++10.58 Uhr++
Der polnische Speditionsbesitzer hat den Tod seines Fahrers bestätigt. Er habe seinen Cousin auf einem Polizeifoto identifiziert, sagte Ariel Zurawski im polnischen Fernsehen. In den Stunden vor der Tat war der Pole nicht mehr zu erreichen. Der Verstorbene hinterlässt seine Frau und ein 17-jähriges Kind. GPS-Daten hätten gezeigt, dass jemand gegen 15.45 Uhr den LKW bewegt habe. „Es sah aus, als wenn jemand geübt hätte, den Wagen zu fahren“, sagte Zurawski.

++10.37 Uhr++
Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich gegen eine Absage der Weihnachtsmärkte in Deutschland ausgesprochen. Dies teilte das Bundesinnenministerium nach einer Telefonkonferenz der Ressortchefs mit.

++10.00 Uhr++
Der Sender RBB berichtet, bei dem Polizeieinsatz in der Flüchtlingsunterkunft im stillgelegten Flughafen Tempelhof seien vier junge Männer befragt worden. Es habe keine Festnahmen gegeben, habe der Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, Sascha Langenbach, erklärt.

++09.55 Uhr++
Bei dem Verdächtigen soll es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um einen 23 Jahre alten Pakistaner handeln, der in der Flüchtlingsunterkunft auf dem früheren Berliner Flughafen Tempelhof lebte. Er sei der Polizei wegen kleinerer Delikte bekannt gewesen. Um welche Vergehen es sich handelt, blieb zunächst offen. Er ist den deutschen Sicherheitsbehörden bislang nicht als Islamist aufgefallen.

++09.53 Uhr++
Das Sicherheitskabinett der Bundesregierung kommt unter Leitung der Kanzlerin am Dienstag um 11.30 Uhr zusammen, um über den mutmaßlichen Anschlag zu beraten, sagte eine Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Es handelt sich dabei um eine informelle Runde von Regierungsmitgliedern, die einberufen wird, wenn es die Sicherheitslage oder die politische Situation erfordert. Grundsätzlich besteht das Gremium aus der Kanzlerin, dem Außenminister, der Verteidigungsministerin, dem Innenminister und dem Chef des Bundeskanzleramtes.
++09.35 Uhr++
Bundeskanzlerin Merkel kündigt für 11.00 Uhr eine Erklärung zum Anschlag an.

Solidarität mit den Opfern

Wir sind Berliner

Der Gefühlsausbruch und die Solidarität mit den Opfern ersetzt nicht die klare Analyse der Tat. Zurückhaltung ist unsere schärfste Waffe.

Kommentar von Oliver Stock

++09.23 Uhr++
Der mutmaßliche Täter ist nach einem Medienbericht dank des couragierten Einsatzes eines Augenzeugen festgenommen worden. Der Zeuge sei dem flüchtenden Lastwagenfahrer gefolgt und habe dabei über Handy die Notrufzentrale über die Position des Mannes informiert, sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel laut „Welt/N24“. Eine Bestätigung für den Bericht war bei der Polizei zunächst nicht zu bekommen. Nach etwa zwei Kilometern Verfolgungsjagd habe schließlich die Besatzung eines Streifenwagens den Mann an der Siegessäule gestoppt. Mit Hilfe des Zeugen sei möglich gewesen, den Verdächtigen zu fassen, sagte Wenzel. Die Polizei wisse zwar, wer der mutige Zeuge sei, gehe aber davon aus, dass er anonym bleiben wolle.

Berliner Weihnachtsmarkt

Was wir wissen und was nicht

++09.17 Uhr++
Die Polizei hat einen Hangar auf dem früheren Flughafen Tempelhof durchsucht. Dort befindet sich Berlins größte Flüchtlingsunterkunft. Vier junge Männer Ende 20 aus dem Hangar 6 seien befragt worden, es gab aber keine Festnahmen, sagte Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten. Der Einsatz, an dem auch Kräfte der Spezialeinheit (SEK) beteiligt waren, habe um 3.00 Uhr mit bis zu 250 Beamten begonnen. Die Kräfte seien dann aber reduziert worden. Die Lage sei ruhig gewesen. Um 8.00 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen.
Ob die Polizei nach Verbindungen des Täters suchte, der am Montagabend mit einem Sattelschlepper in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerast war und mindestens elf Menschen in den Tod riss, sagte der Sprecher nicht explizit. „Die Annahme kann man aber haben.“ Zur Herkunft der befragten Flüchtlinge gab es keine Angaben.

++09.12 Uhr++
Wegen der Ereignisse in Berlin hat Kanzlerin Merkel ihren für Dienstag geplanten Wahlkreis-Besuch in Mecklenburg-Vorpommern abgesagt. Das bestätigte ein Sprecher des Wahlkreisbüros. Merkel wollte bei ihrer Kurzvisite vor Weihnachten Rügen, Stralsund und Greifswald besuchen.

Frank-Walter Steinmeier

Deutschland hat laut Bundesaußenminister Steinmeier (SPD) „vielfältige Zeichen der Solidarität“ aus aller Welt bekommen. Deutschland könne sich darauf verlassen, nicht allein dazustehen, sagte er am Mittwoch bei einem Gedenken an die Opfer, zu der er mit seinem italienischen Amtskollegen Angelino Alfano (rechts im Bild) gekommen war. Er sei sich mit Alfano einig gewesen, das Leben in Freiheit nicht zerstören zu lassen, sagte Steinmeier. „Durch wen auch immer.“
Zugleich zeigte sich Steinmeier sicher, dass die Sicherheitsbehörden das Notwendige tun werden, den oder die Täter ausfindig zu machen. Er bedankte sich ganz besonders bei der Polizei und den Rettungskräften für ihren Einsatz. Alfano sagte, die Feinde der Freiheit wollten mit Angst unsere Art zu leben zerstören. „Der Kampf gegen den Terror ist auch Kampf für die Freiheit.“

Foto: REUTERS

Klaus Bouillon

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), kündigte schärfere Sicherheitsvorkehrungen an. In allen Bundesländern werde die Polizeipräsenz erhöht und der Schutz der Weihnachtsmärkte verstärkt. Es werde mehr Streifen geben und die Maschinenpistolen seien am Mann. "Mit querstehenden Fahrzeugen wollen wir die Zugänge zu den Märkten erschweren." Saarlands Innenminister Bouillon fügte hinzu, mit den bestehenden Gesetzen komme man bei der Terrorabwehr nicht weiter. Es sei ein noch besserer Austausch von Daten der Sicherheitsbehörden notwendig. Darüber hinaus sei es Zeit, die Hürden für die Telefonüberwachung von Verdächtigen zu senken. Auch würden Regeln benötigt, um Messenger Dienste wie WhatsApp zu überwachen.

Am Dienstag hatte Bouillon gesagt: „Wir müssen konstatieren: Wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten", Später wählte er distanzierende Worte: „Den Begriff Krieg werde ich zukünftig vermeiden. Es ist Terrorismus.“

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Horst Seehofer

Der bayerische Ministerpräsident hatte nur 14 Stunden nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt gesagt: „Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere gesamte Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu justieren.“ An dieser Aussage gab es viel Kritik. Zu diesem Zeitpunkt gab es Zweifel, ob ein als Verdächtiger in Berlin festgenommene Flüchtling wirklich der Täter war. Wenige Stunden später kam der Mann frei, der tatsächliche Angreifer wurde bislang nicht gefasst.

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Andreas Scheuer

Der CSU-Generalsekretär hat Parteichef Seehofer wegen dessen umstrittener Forderung verteidigt. „Wir brauchen jetzt, und das erwartet das Staatsvolk, eine starke Staatsgewalt“, sagte er am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Es gehe jetzt darum, „dass wir alles auf den Prüfstand bringen, nachjustieren, verbessern“. Dabei komme es auch darauf an, „Sicherheit und Zuwanderung in Verbindung zu bringen“, betonte Scheuer. „Wir müssen die Kontrolle über die Sicherheitslage herstellen.“

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Julia Klöckner

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Klöckner hält die Forderung von CSU-Chef Seehofer nach einer Obergrenze für Flüchtlinge für hilflos. „Selbst eine Obergrenze gewährleistet doch nicht, dass nur Heilige unter den Flüchtlingen wären“, sagte Klöckner am Mittwoch. Klöckner kritisierte ferner scharf die rechtspopulistische Alternative für Deutschland. Deren nordrhein-westfälischer Landeschef Marcus Pretzell hatte die Kanzlerin für das Attentat in Berlin verantwortlich gemacht. „Wer Angela Merkel persönlich die Schuld für den Anschlag gibt, sie „ihre Toten“ nennt, ist geschmack- und respektlos. Ich habe den Eindruck, die AfD hat nur darauf gewartet, dass etwas in Deutschland passiert, um perfide Kapital daraus zu schlagen.“

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Thomas Strobl

Baden-Württembergs Innenminister Strobl (CDU) warnt vor voreiligen politischen Schlüssen. „Wir sollten zunächst immer die Ermittlungsbehörden ihre Arbeit machen lassen“, sagte er dem SWR am Mittwoch. „Wenn dann Ergebnisse vorliegen, die belastbar sind, dann kann man eine faktenbasierte Diskussion führen.“ Zu Seehofers Äußerung sagte er: „Das war gestern nicht sehr klug, über eine Person zu spekulieren, von der sich dann herausstellt, dass sie mit der Tat gar nichts zu tun hat.“ Bei den Forderungen der CSU sehe er generell aber viele Gemeinsamkeiten zu seinen eigenen Vorschlägen. Strobl hatte zuletzt wegen seiner Vorschläge zum Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern Diskussionen ausgelöst.

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Heiko Maas

Bundesjustizminister Maas hat zu Besonnenheit in der politischen Debatte über Konsequenzen gemahnt. „Wir müssen alles tun, um diesen abscheulichen Anschlag aufzuklären. Der oder die Täter müssen mit der ganzen Härte des Rechtsstaates zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch. Die beste Antwort auf den Hass von Terroristen sei der wehrhafte Rechtsstaat. „Niemand sollte versuchen, dieses abscheuliche Verbrechen für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Wer es dennoch tut, entlarvt sich selbst als verantwortungslos.“

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Michael Müller

Berlins Regierender Bürgermeister Müller (SPD) ist bemüht, die Bevölkerung zu beruhigen. „Man muss keine Angst haben. Das wäre ja jetzt fatal, wenn man sich zu Hause einschließt und nicht mehr rausgeht“, sagte er am Mittwochvormittag im ZDF-„Morgenmagazin“. Dafür geben es auch keinen Anlass. „Es ist richtig, dass wir auch darauf aufmerksam machen, dass wir eine angespannte Situation haben, dass man wachsam sein sollte.“ Die Polizeipräsenz sei an „entsprechenden Punkten“ deutlich erhöht worden. Außerdem seien Maßnahmen getroffen worden, um den Täter schnell zu finden. Man könne sich weiterhin gut bewegen in Berlin.

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John B. Emerson

"Wir empfehlen unseren Staatsbürgern nicht, sich von Europa, Deutschland, Berlin oder von Weihnachtsmärkten fernzuhalten“, sagte der amtierende US-Botschafter John B. Emerson im Gespräch mit Journalisten des Handelsblatts und der WirtschaftsWoche. „Diese schreckliche Tragödie sollte nicht dazu führen, dass sich die Menschen in ihren Häusern verriegeln und Weihnachten nicht so feiern, wie sie es feiern wollen“, so Emerson weiter. Er rate jedoch jedem, aufmerksam und wachsam zu sein. Deutschland stünde schon seit Jahren unter Terrorgefahr – und habe eher Glück gehabt. Immer wieder seien Anschläge vereitelt worden. Nur das „Ausmaß und der Erfolg“ seien jetzt neu. Je mehr Freiheiten sich eine Gesellschaft erlaube, umso höher sei eben das Risiko. „Das ist aber ein Risiko, dass es wert ist, dass wir es eingehen weil wir unsere Freiheiten wertschätzen“.

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US-Präsident Barack Obama

Der amerikanische Präsident Barack Obama sprach nach Angaben des Präsidialamts am Montagabend mit Merkel. Er habe ihr Unterstützung nach "dem fürchterlichen mutmaßlichen Terrorangriff" angeboten.

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Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin ist bestürzt über den Anschlag. „Dies ist ein sehr schwerer Tag. Ich bin wie Millionen von Menschen in Deutschland entsetzt, erschüttert und tief traurig über das, was gestern Abend am Berliner Breitscheidplatz geschehen ist.“ In einer kurzen Ansprache erklärte sie am Dienstagvormittag, es „wäre widerlich“ gegenüber den helfenden und Schutz bietenden Bundesbürgern, wenn es sich um einen Terrorschlag handelte. Gleichzeitig räumte die Kanzlerin ein, dass sie „eine einfache Antwort auch nicht“ habe. Vielmehr will Merkel auf europäischer und nationaler Ebene Maßnahmen gegen künftige Terroranschläge beraten.

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Martin Schulz

EU-Parlamentspräsident Schulz hat nach dem mutmaßlichen Terroranschlag von Berlin Geschlossenheit angemahnt. „Es ist unsere Pflicht, in Einigkeit und Solidarität zusammenzustehen: Mit den Opfern, ihren Familien und den Verletzten“, wird Schulz am Dienstag auf dem Twitter-Profil des Europäischen Parlaments zitiert. „Wir müssen stark hinter den Werten stehen, die unsere Nationen untermauern: Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das sind die Werte, die die Terroristen verachten und die sie versuchen zu zerstören. Wir dürfen und werden uns nicht beugen.“

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Norbert Lammert

Bundestagspräsident Norbert Lammert warnt vor voreiligen Schuldzuweisungen und den Ruf nach scheinbar einfachen Lösungen. "Wer solche öffentlichen Erklärungen abgibt, zum Teil nur kurze Zeit nach dem Anschlag, will keinen Beitrag zur Lösung eines Problems leisten, sondern den Anschlag für eigene Zwecke nutzen", erklärt Lammert.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt den "terroristischen Anschlag" in Berlin. Der Generalsekretär hoffe, dass jeder, der an dieser abscheulichen Tat beteiligt war, rasch zur Rechenschaft gezogen werde, teilen die UN mit.

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Papst Franziskus

Die Nachricht über die Gewalttat habe tiefe Betroffenheit ausgelöst, hieß es in einem Telegramm des Vatikans an den Berliner Erzbischof Heiner Koch am Dienstag. „Papst Franziskus verbindet sich mit allen Menschen guten Willens, die dafür arbeiten, dass der mörderische Wahnsinn des Terrorismus keinen Platz in unserer Welt hat“, hieß es darin. Das katholische Kirchenoberhaupt bete für die Verstorbenen und für die Genesung der Verletzten.

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Joachim Herrmann

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat eine Überprüfung der deutschen Flüchtlingspolitik gefordert. „Wenn sich bestätigen sollte, dass dieser Anschlag von jemandem verübt worden ist, der als Asylbewerber ins Land eingereist ist, dann muss das in Berlin schon noch mal zu einem grundsätzlichen Nachdenken darüber führen, wie diese ganze Flüchtlingsaufnahme gestaltet wird“, sagte Herrmann dem Hörfunksender Antenne Bayern. Es sei naheliegend, dass durch die große Zahl von Flüchtlingen viele Personen eingereist seien, deren Hintergründe nicht bekannt seien. „Meines Erachtens wird dann schon auch die Frage sein, ob wir das wirklich so weiterlaufen lassen können“, sagte der Innenminister. Dem Bayerischen Rundfunk sagte Herrmann, der Bevölkerung könne nicht zugemutet werden, „das jetzt einfach weiter so laufen zu lassen, dass wir ein erhöhtes Anschlagsrisiko von Personen haben, die aus einem radikalen Islamismus-Verständnis heraus solche Anschläge begehen“.

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Joachim Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich erschüttert. „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt“, sagt er. „Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe des schrecklichen Geschehens auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten. Und ich danke den Helfern und Sicherheitskräften für ihren Einsatz.“

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Reinhard Marx

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte: „Es wäre verheerend, wenn wir jetzt sagen: Aha, jetzt sehen wir es - die Flüchtlinge sind schuld. Wir dürfen diesen Terroristen nicht noch einen nachträglichen Erfolg verschaffen, indem wir gegeneinander lostreten, indem wir nicht zusammenhalten, indem wir unbesonnen und mit Hass im Herzen die Dinge angehen.“

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Michael Müller

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagt am Ort des Geschehens: „Es ist einfach furchtbar, das hier zu sehen.“ Es sei „sehr bedrückend, ein Schock, weil wir immer gehofft haben, dass wir diese Situation in Berlin nicht haben werden. Die Lage hier vor Ort ist unter Kontrolle.“ „Es ist mal wieder ein Anschlag auf unser aller Freiheit, unser Leben - und es hätte tatsächlich auch jeden treffen können. Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Farben angestrahlt werden.“

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Donald Trump

Der zukünftige US-Präsident Donald Trump spricht auf Twitter von „Terroranschlägen“ in Deutschland, der Türkei und der Schweiz. „Die zivilisierte Welt muss umdenken!“, erklärt er.

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Steffen Seibert

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert mit dem Innenminister und dem regierenden Bürgermeister in Kontakt. „Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann“, twittert Seibert.

Foto: REUTERS

Jean-Claude Juncker

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat nach dem möglichen Anschlag in Berlin sein Mitgefühl ausgedrückt. „Meine Gedanken und die der gesamten Europäischen Kommission sind bei den Familien und Angehörigen all jener, die in Berlin getötet und verletzt wurden“, teilte Juncker mit. „Diese Nachricht erschüttert uns umso mehr, weil sie dort zusammengekommen waren, um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden. Wir sind mit den Opfern in tiefer Trauer verbunden.“

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Christian Kern

Mit Entsetzen haben Österreichs Spitzenpolitiker auf den möglichen Anschlag in Berlin reagiert. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) erklärte via Twitter, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen: „Nach genauer Analyse brauchen wir besonnene, konsequente Antworten.“

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Donald Tusk

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat Deutschland die Hilfe der Europäischen Union angeboten. „Tief ergriffen von den Neuigkeiten von Weihnachtsmarkt #Breitscheidplatz. Meine Gedanken sind mit den Opfern. Europa ist bereit zu helfen“, erklärte Tusk über Twitter

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Frank-Walter Steinmeier

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigt sich tief erschüttert über die „schrecklichen Nachrichten“ aus Berlin. „Viele Menschen, die heute Abend den Weihnachtsmarkt besucht haben, sind ums Leben gekommen, noch mehr wurden verletzt“, erklärt er. „Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden.“

Foto: dpa

Federica Mogherini

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zeigt sich erschüttert. „Europa einmal mehr getroffen“, twittert sie. „Unsere Gedanken sind bei allen Opfern und ihren Familien“.

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Thomas de Maiziere

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere bietet dem Land Berlin jegliche Unterstützung durch die Bundespolizei an. „Ich wurde unmittelbar nach dem schrecklichen Vorfall auf dem Berliner Weihnachtsmarkt unterrichtet“, erklärt der Minister. „Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls.“

Foto: dpa

Sigmar Gabriel

SPD-Chef Sigmar Gabriel twitterte: „Wir trauern. Unsere Gedanken sind bei den Opfern in Berlin und ihren Angehörigen.“

Foto: dpa

Thomas Oppermann

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann twitterte: „Bin entsetzt und schockiert. Meine Gedanken sind bei den Toten und ihren Angehörigen. Das ist ein grauenhafter Anschlag.“

Foto: dpa

++08.52 Uhr+++
Grünen-Chef Cem Özdemir hat sich nach dem mutmaßlichen Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt für eine besonnene Prüfung möglicher zusätzlicher Sicherheitsvorkehrungen ausgesprochen. „Es gibt keine absolute Sicherheit. Aber das ist auch keine Entschuldigung, nichts zu tun“, sagte Özdemir im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Antwort sei sicherlich nicht, „dass wir jetzt durchdrehen“ und man die Gesellschaft in Hochsicherheitstrakte verwandele. Natürlich werde es weiter Weihnachtsmärkte geben, das sei Teil der Kultur des Landes. „Wir werden das immer verteidigen“, betonte Özdemir. Dabei müsse aber künftig darauf geachtet werden, wie die Sicherheit zu erhöhen sei. Ein Unbekannter war am Montagabend mit einem Lkw durch den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gefahren. Zwölf Menschen starben, fast 50 wurden verletzt.

++08.30 Uhr++
Die Bundesländer überdenken ihre Sicherheitskonzepte. „Es wird alles getan um die bestmögliche Sicherheit im Land zu gewährleisten“, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Im Laufe des Tages wollen die Landesinnenminister per Telefonschalte über die Lage beraten. „Wir müssen jetzt noch mehr Wachsamkeit und Präsenz zeigen“, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger. Die Polizei werde in Doppelstreifen und schwerer bewaffnet kontrollieren, außerdem werde es verdeckte „Maßnahmen“ geben. Dabei gehe es insbesondere darum, die islamistische Szene zu beobachten.

Große Terroranschläge in Europa
Ein Lieferwagen rast auf der Flaniermeile "Las Ramblas" im Zentrum Barcelonas in eine Menschenmenge. Nach offiziellen Angaben soll es mindestens einen Toten und 32 Verletzte gegeben haben, Medien berichten von zwölf Toten. Die Polizei bestätigt, dass es sich um einen Terroranschlag handelt. Die Hintergründe der Tat sind zunächst unklar.
Auf der London Bridge überfahren drei Attentäter mehrere Fußgänger, dann greifen sie eine beliebte Markthalle an. Mindestens sechs Menschen kommen ums Leben, die Angreifer werden getötet.
Bei dem Selbstmordanschlag in Manchester auf Gäste eines Pop-Konzerts hatte Salman Abedi, ein Brite libyscher Abstammung, 22 Menschen ermordet. Außerdem wurden 116 Menschen zur Behandlung von Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei geht davon aus, dass Abedi kein Einzeltäter war, sondern dass ein ganzes Terrornetzwerk hinter der Tat steckt.
Auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées schießt ein Islamist mit einem Sturmgewehr in einen Polizeiwagen. Ein Beamter wird getötet, zwei weitere Polizisten und eine deutsche Passantin werden verletzt. Die Polizei erschießt den Angreifer, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Attacke für sich.
Ein gekaperter Lastwagen rast in einer Einkaufsstraße erst in Stockholm in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus. Fünf Menschen werden getötet, 15 verletzt. Noch am selben Tag nimmt die Polizei einen 39-jährigen Usbeken unter Terrorverdacht fest.
Ein Attentäter steuert ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons und ersticht anschließend einen Polizisten. Von den Opfern auf der Brücke erliegen vier ihren Verletzungen. Sicherheitskräfte erschießen den Täter.
Auf dem Pariser Flughafen Orly verhindern Soldaten nur knapp einen möglichen Terroranschlag. Ein Mann will einer dort patrouillierenden Soldatin das Gewehr entreißen und wird von anderen Soldaten erschossen. Erst Anfang Februar war nahe dem Louvre-Museum ein Ägypter niedergeschossen worden, der sich mit Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte.
Am Abend des 19. Dezember 2016 rast ein LKW in einen Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Das Attentat fordert 12 Tote und viele teils Schwerverletzte.
In Nordfrankreich ermorden zwei Angreifer einen katholischen Priester in einer Kirche und verletzen eine weitere Person schwer. Beide Attentäter werden von den Sicherheitskräften erschossen.
In Ansbach in Bayern sprengt sich ein 27-jähriger syrischer Flüchtling vor dem Eingang zu einem Musikfestival mit einer Rucksackbombe in die Luft. Der Attentäter stirbt. 15 Menschen werden verletzt. Auf dem Handy des Mannes findet die Polizei später ein Bekennervideo. Das IS-Sprachrohr Amak behauptet einen Tag später, der Attentäter sei „Soldat des Islamischen Staates“.
In einem Vorort von Würzburg greift ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan in einem Regionalzug Fahrgäste mit einer Axt an. Er verletzt mehrere Menschen teils schwer. Auf seiner Flucht wird er von der Polizei erschossen. Einen Tag später veröffentlichte das IS-Sprachrohr Amak im Internet ein Video des Attentäters. Darin spricht er davon, dass er im Auftrag des IS gehandelt habe und sich an Nicht-Muslimen rächen wollte, die seinen Glaubensbrüdern Leid angetan hätten.
In Nizza fährt ein schwer bewaffneter Franzose tunesischer Herkunft mit einem Lastwagen in die Menge, die den französischen Nationalfeiertag feiert. Er tötet 84 Menschen.
Am Flughafen Istanbul-Atatürk schoss am 28. Juni 2016 ein Attentäter in der Eingangshalle mit einem Sturmgewehr um sich, warf Handgranaten in die Menge und zündete einen Sprengsatz. Zeitgleich sprengte sich ein weiterer Attentäter in einem Parkhaus in die Luft. Ein dritter Täter zündete offenbar einen Bombe in U-Bahn-Nähe. Die türkische Regierung ordnet den Anschlag dem Islamischen Staat zu. Insgesamt kamen 44 Menschen ums Leben (darunter die drei Attentäter); 239 weitere wurden verletzt. (Stand: 29.06.2016, 14:30 Uhr)
Ein Franzose marokkanischer Herkunft ermordet in einem Pariser Vorort einen Polizisten und dessen Lebensgefährtin, die ebenfalls bei der Polizei arbeitet.
Am Morgen des 22. März 2016 sprengten sich zwei Terroristen am Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft sowie ein weiterer im U-Bahnhof Maalbeek/Maelbeek in der Brüsseler Innenstadt nahe der EU-Behörden. Nach offiziellen Angaben kamen 35 Menschen ums Leben, darunter drei der Attentäter. Mehr als 300 Personen wurden verletzt.
Zwei Attentäter brachten ihr gestohlenes Auto an der Bushaltestelle einer Metrostation im Stadtzentrum von Ankara zur Explosion – 38 Menschen kamen ums Leben, darunter waren auch die Attentäter. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt. Zu dem Anschlag, der sich am 13. März 2016 ereignete, bekannte sich eine Splittergruppe der Terrororganisation PKK.
Ein IS-Attentäter sprengte sich am 12. Januar 2016 auf dem belebten Sultan-Ahmed-Platz in Istanbul in die Luft – und riss 12 Menschen mit in den Tod. Elf von ihnen gehörten einer deutschen Touristengruppe an. 13 weitere Personen wurden verletzt.
Extremisten mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat greifen die Konzerthalle Bataclan und andere Ziele in der französischen Hauptstadt Paris an. Dabei kommen 130 Menschen ums Leben. Ein Hauptverdächtiger im Zusammenhang mit den Angriffen ist der 26 Jahre alte Salah Abdeslam, der am 18. März 2016 in Brüssel festgenommen wird.
Ein 22-jähriger radikalislamischer Angreifer tötet den Filmemacher Finn Nørgaard und einen jüdischen Wachmann einer Synagoge in Kopenhagen. Bei einem Feuergefecht mit einer Spezialeinheit der Polizei wird er erschossen.
Drei Extremisten töten bei einer mehrere Tage dauernden Terrorwelle in Paris 17 Menschen, bevor sie selbst erschossen werden. Zunächst greifen zwei Brüder das Büro der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ an und erschießen zwölf Menschen. Für den den Angriff übernimmt Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel die Verantwortung. In den Tagen darauf tötet ein weiterer Extremist eine Polizistin und nimmt in einem koscheren Supermarkt Geiseln. Vier jüdische Kunden sterben.
Im Jüdischen Museum in Brüssel tötet ein Angreifer mit einer Kalaschnikow vier Menschen. Der mutmaßliche Täter ist ein ehemaliger französischer Kämpfer, der Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien haben soll.
Zwei von Al-Kaida inspirierte Extremisten greifen auf einer Londoner Straße den britischen Soldaten Lee Rigby an und töten ihn mit Messern und einem Fleischerbeil.
Ein Bewaffneter, der nach eigenen Angaben Verbindungen zur Al-Kaida hat, tötet in der südfranzösischen Stadt Toulouse drei jüdische Schulkinder, einen Rabbi sowie drei Fallschirmjäger.
Der muslimfeindliche Extremist Anders Behring Breivik legt eine Bombe im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt Oslo und greift anschließend ein Jugendlager auf der Insel Utøya an. 77 Menschen werden getötet, viele davon Teenager.
52 Pendler kommen ums Leben, als sich vier von Al-Kaida inspirierte Selbstmordattentäter in drei Zügen der Londoner U-Bahn und einem Bus in die Luft sprengen.
Bombenanschläge auf Züge zum Madrider Bahnhof Atocha töten 191 Menschen.

++08.17 Uhr++
Innenminister de Maizière hat für Dienstag die bundesweite Trauerbeflaggung der Bundesbehörden angeordnet. „Dies geschieht als Zeichen der Anteilnahme nach der Gewalttat auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin am gestrigen Abend.“

++08.05 Uhr++
Die Zeitung "Die Welt" berichtet auf ihrer Online-Seite, ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei habe einen Hangar im stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof gestürmt. Dort sind Flüchtlinge untergebracht. Das SEK habe eine erste heiße Spur. Die Polizei lehnt eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

++07.42 Uhr++
Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, sagte im Bayerischen Rundfunk: "Die Polizei ist, glaube ich, ziemlich gut gerüstet, aber bei 2500 Weihnachtsmärkten, mindestens zweimal die Woche in jeder Stadt Märkte, da können Sie keine 100-prozentige Sicherheit geben."

Reaktionen der Finanzmärkte

Wenn der Terror zur gefährlichen Routine wird

von Mark Fehr

++07.28 Uhr++
Der Mann, der einen Lastwagen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt gesteuert haben soll, ist nach Informationen des RBB-Inforadios Pakistaner. Der festgenommene mutmaßliche Täter sei am 31. Dezember 2015 in Passau nach Deutschland eingereist, berichtete der Sender am frühen Dienstagmorgen unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der Polizei soll er bereits wegen geringfügiger Delikte bekannt sein. Die Berliner Polizei wollte sich dazu nicht äußern. Der Mann war auf der Flucht vom Tatort festgenommen worden und wird verhört. Nach dpa-Informationen soll der Mann mehrere Identitäten genutzt haben.

Terroristische Einzeltäter in Europa
Ein Islamist ersticht im Umland von Paris einen Polizisten und verschanzt sich in dessen Haus. Die Polizei stürmt das Gebäude und erschießt den Täter. Später wird dort auch die Lebensgefährtin des Opfers tot aufgefunden.
Ein 25-jähriger Marokkaner eröffnet in einem Zug von Amsterdam nach Paris das Feuer und wird von mehreren Fahrgästen überwältigt. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht von terroristischen Motiven aus.
Ein 35-Jähriger wird überwältigt, als er in einem Industriegas-Werk bei Lyon eine Explosion verursachen will. Er hatte zuvor seinen Arbeitgeber enthauptet und den Kopf mit zwei Islamisten-Flaggen auf den Fabrikzaun gesteckt.
Ein arabischstämmiger 22-Jähriger feuert in Kopenhagen auf ein Kulturcafé. Ein Mann stirbt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor ihn Polizeikugeln tödlich treffen.
In Brüssel erschießt im Jüdischen Museum ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird er festgenommen. Als selbst ernannter „Gotteskrieger“ hatte er zuvor in Syrien gekämpft.
Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen Frankfurt/Main zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Der Mann gilt als extremistischer Einzeltäter.
Der norwegische Rechtsterrorist Anders Behring Breivik tötet bei zwei Anschlägen insgesamt 77 Menschen. Er zündet zuerst eine Bombe im Osloer Regierungsviertel und erschießt dann 69 meist jugendliche Teilnehmer eines sozialdemokratischen Ferienlagers.

++06.53 Uhr++
Der Lastwagen wird nach Polizeiangaben zur weiteren Spurensicherung vom Tatort abgeschleppt.

++06.21 Uhr++
"Unsere Ermittler gehen davon aus, dass der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gesteuert wurde", erklärt die Berliner Polizei über Twitter.

++04.40 Uhr ++
Der im Lkw geborgene Tote war laut Polizei nicht der Fahrer.

++02.40 Uhr++
Der Tote im Lkw war nach Angaben der Polizei polnischer Staatsbürger.

Terror aus ökonomischer Perspektive

Niemand wird nur aus Armut zum Terroristen

von Niklas Dummer

++02.00 Uhr ++
Laut Berliner Polizei hat sich die Zahl der Toten auf zwölf erhöht. 48 seien zum Teil schwer verletzt in den Krankenhäusern.

++00.28 Uhr++
Der zukünftige US-Präsident Donald Trump spricht auf Twitter von "Terroranschlägen" am Montag in Deutschland, der Türkei und der Schweiz. "Die zivilisierte Welt muss umdenken!", erklärt er.

++00.13 Uhr++
Die Berliner Polizei teilt per Twitter mit: "Es besteht der Verdacht, dass dieser Lkw in Polen von einer Baustelle gestohlen wurde. Die Ermittlungen dazu laufen." Die Berliner Feuerwehr habe ihren Rettungseinsatz am Breitscheidplatz beendet. Es seien Dutzende zum Teil schwer verletzte Menschen in Berlin Krankenhäuser gebracht worden.

Soziologe Wolfgang Sofsky

"Sicherheit von Staats wegen war immer Illusion"

von Ferdinand Knauß

++00.05 Uhr++
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere will sich nicht festlegen, ob es sich um einen Anschlag oder einen Unfall handelt. Man wolle sich hart an den tatsächlichen Ermittlungsergebnissen orientieren und daraus dann Konsequenzen ziehen. Es werde mit Hochdruck die ganze Nacht und die ganzen nächsten Tage ermittelt werden, sagt er in der ARD. Die Innenminister von Bund und Ländern hätten für Dienstagvormittag eine Schaltkonferenz verabredet, um über die Lage zu beraten.

++23.50 Uhr++
Frankreich erhöht die Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten im ganzen Land. Sämtliche Einsatzkräfte seien zu maximaler Wachsamkeit aufgerufen, erklärte das Pariser Innenministerium.

++23.40 Uhr++
Laut einem Polizeisprecher stammt der Lastwagen aus Polen.

++23.18 Uhr++
Das US-Präsidialamt verurteilt den Vorfall auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, "bei dem es sich um einen Anschlag zu handeln scheint".

++23.10 Uhr++
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker spricht den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Die Nachrichten seien umso mehr erschütternd, weil die Menschen am Breitscheidplatz zusammengekommen seien, um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden würden. "Wir sind mit den Opfern in tiefer Trauer verbunden. Den zahlreichen Helfern und Einsatzkräften wünschen wir Kraft für diese schwere Nacht."

++22.45 Uhr++
Auch Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich erschüttert. "Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt", sagt er. "Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe des schrecklichen Geschehens auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten. Und ich danke den Helfern und Sicherheitskräften für ihren Einsatz."

++22.40 Uhr++
Der französische Präsident Francois Hollande spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem deutschen Volk und den Familien der Opfer seine Solidarität und sein Mitgefühl aus. Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, war ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge an der Strandpromenade von Nizza gerast und hatte mehr als 80 Menschen getötet und Hunderte verletzt.

++22.35 Uhr++
Nach Aussage des polnischen Spediteurs Ariel Zurawski, dem der Lastwagen gehört, gab es seit 16.00 Uhr keinen Kontakt mehr zu dem Fahrer, seinem Cousin. Seither sei dieser nicht ans Telefon gegangen, sagt er dem Sender TVN 24. Der Lkw habe Stahlgestelle aus Italien transportiert und am Dienstag in Berlin entladen werden sollen. Er gehe davon aus, dass der Lastwagenfahrer entführt worden sei.

++22.33 Uhr ++
Ein Sprecher der Berliner Polizei sagt, es werde weiter geprüft, ob es sich um einen Unfall oder einen Anschlag handelt. "Wir haben bisher keine eindeutigen Hinweise, weder in die eine noch in die andere Richtung." Für Berliner und Besucher der Stadt bestehe keine Gefahr mehr. "Die Situation ist sicher."

++22.26 Uhr++
Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zeigt sich erschüttert. "Europa einmal mehr getroffen", twittert sie. "Unsere Gedanken sind bei allen Opfern und ihren Familien".

++22.25 Uhr++

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagt in der ARD auf die Frage, ob weiter Gefahr bestehe: "Davon gehen wir nicht aus." Berichte, wonach der Lkw gekapert wurde, seien reine Spekulation. "Der Tathergang spricht sowohl für einen Unfall aus auch einen Anschlag", sagt Geisel.

++22.12 Uhr ++
Die Polizei gibt vorerst Entwarnung für das Westberliner Zentrum um den Kurfürstendamm. "Derzeit gibt es keine Hinweise auf weitere gefährdende Situationen in der City nähe Breitscheidplatz", twittern die Beamten.

++22.08 Uhr ++
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigt sich tief erschüttert über die "schrecklichen Nachrichten" aus Berlin. "Viele Menschen, die heute Abend den Weihnachtsmarkt besucht haben, sind ums Leben gekommen, noch mehr wurden verletzt", erklärt er. "Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden."

++22.02 Uhr ++
Bundesjustizminister Heiko Maas teilt per Twitter mit: "Schockierende Nachrichten vom #Breitscheidplatz. Wir trauern mit den Angehörigen. Der Generalbundesanwalt übernimmt den Fall."

++21.59 Uhr ++
Der Beifahrer des Lastwagens ist nach Angaben der Berliner Polizei tot. Er sei vor Ort verstorben, twittert die Polizei. In der Nähe sei eine verdächtige Person festgenommen worden. Derzeit werde geprüft, ob es sich um den Fahrer handle. Die Hintergründe des Vorfalls seien weiter unklar.

++21.50 Uhr ++
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagt am Ort des Geschehens: "Es ist einfach furchtbar, das hier zu sehen." Es sei "sehr bedrückend, ein Schock, weil wir immer gehofft haben, dass wir diese Situation in Berlin nicht haben werden. Die Lage hier vor Ort ist unter Kontrolle."

++21.48 Uhr ++
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere bietet dem Land Berlin jegliche Unterstützung durch die Bundespolizei an. "Ich wurde unmittelbar nach dem schrecklichen Vorfall auf dem Berliner Weihnachtsmarkt unterrichtet", erklärt der Minister. "Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls."

++21.43 Uhr ++
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert mit dem Innenminister und dem regierenden Bürgermeister in Kontakt. "Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann", twittert Seibert.

++21.40 Uhr ++
Der Beifahrer sei ums Leben gekommen, sagt der Polizeisprecher N24 weiter.

++21.39 Uhr ++
Ein Polizeisprecher sagt dem Sender N24, der mutmaßliche Fahrer des Lkw sei festgenommen worden.

++21.34 Uhr++
Die Berliner Polizei ruft die Bürger auf, zuhause zu bleiben. "Bitte helfen Sie uns", twittert die Polizei. "Bleiben Sie zuhause und verbreiten Sie keine Gerüchte."

++21.12 Uhr++
Die Polizei spricht auf Twitter von neun Toten und vielen Verletzten auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Kurfürstendamm.

++21.11 Uhr++
Zwei Menschen sind nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung getötet worden, als am Montagabend ein Lastwagen auf den Berliner Weihnachtmarkt am Kurfürstendamm raste. 50 Menschen seien verletzt worden. Der Täter sei auf Flucht.

rtr, AP, dpa, jre, ndu, CR, Florian Willershausen
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