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Wechselkurse Vor- und Nachteile der Dollar-Schwäche

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Adidas Quelle: Picture Alliance/DPA

Für den Sportartikelkonzern aus Herzogenaurach hat die aktuelle Wechselkursentwicklung zwei Effekte. Einerseits ist der Euro die Berichtswährung des Unternehmens – bei einem schwachen Dollar sinkt der Euro-Umsatz entsprechend, wenn die in den USA getätigten Erlöse umgerechnet werden. Auf der anderen Seite profitieren die Franken, hinter Nike größter Sportartikellieferant der Welt, von der Talfahrt des Greenback. Denn der Dax-Konzern, zu dem neben Adidas auch die US-Marke Reebok sowie der Golfausstatter TaylorMade gehören, fertigt den weitaus größten Teil seiner Leibchen und Sportschuhe in China und Fernost. Seine Zulieferer dort bezahlt Adidas (Jahresumsatz 2009: 10,4 Milliarden Euro) in Dollar.

Da der Sportriese dafür mehr Geld ausgibt, als er im Gegenzug in seinem US-Geschäft für in Dollar bezahlte Shirts und Shorts einnimmt, nutzt ihm der schwächere Dollar-Kurs. Im ersten Halbjahr des laufenden (Geschäfts-)Jahres lag das Umsatzwachstum in der Region Nordamerika auf Dollar-Basis zehn Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. In Euro wuchs der Umsatz um zwölf Prozent.

Heidelberger Druckmaschinen

Heidelberger Druck Quelle: dpa

Die Euro-Schwäche im Frühjahr hat dem größten Druckmaschinenbauer der Welt gute Geschäfte beschert: „Von April bis Juni hat Heidelberg deutlich positive Währungseffekte beim Umsatz und den Auftragseingängen verspürt“, so Finanzchef Dirk Kaliebe. Jetzt, wo sich der Wind dreht, kommt dem Konzern seine langfristige Hedgingstrategie zugute, die das Währungsrisiko eindämmt. Zudem forciert Heidelberg Einkauf und Produktion im Nicht-Euro-Raum. Im Werk Shanghai sind bereits 350 Mitarbeiter beschäftigt.

Für den Maschinenbau ist der Wechselkurs generell ein wichtiger Faktor: Fast 30 Prozent der Exporte gehen in den erweiterten Dollar-Raum, zu dem auch China und die arabischen Länder zählen. „Auch der Heimatmarkt gerät bei einem starken Euro unter Druck, weil Hersteller aus dem Dollar-Raum günstiger anbieten können“, sagt Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Maschinenbauverbandes VDMA. Gemessen an den Euro-Höchstständen 2008 hielte sich zwar „der Schaden noch in Grenzen“. Doch die Branche ist alarmiert. „China und die USA manipulieren mit ihrer aggressiven Wechselkurspolitik den Wettbewerb zu unseren Ungunsten“, klagt ein Maschinenbauer, der ungenannt bleiben will, weil er in beide Länder exportiert.

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    Tröstlich für die Branche: Amerikanische oder nahöstliche Kunden können oft nicht einfach den Lieferanten wechseln, wenn die Preise einer Maschine wechselkursbedingt in die Höhe schießen. Die drei deutschen Druckmaschinenbauer Heidelberg, Manroland und KBA decken rund zwei Drittel des Weltmarktes ab.

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