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600 km/h in der Röhre Deutsche Hyperloop-Gewinner peilen neuen Weltrekord an

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Hyperloop-Showdown in Los Angeles

Damit arbeitet das TU-München-Team ganz im Sinne von Musk. Weil der sich als Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla und des Raumfahrt-Pioniers SpaceX mehr als ausgelastet empfand, machte er seine Idee öffentlich und gab sie zur Entwicklung frei. Seitdem arbeiten diverse Unternehmen und Projektteams weltweit an Forschung und Entwicklung rund um den Hyperloop, gewissermaßen im Wettbewerb untereinander.

So wie etwa das niederländische Start-up Hardt Hyperloop, eine Ausgründung der Technischen Universität Delft. Das im Jahr 2017 gegründete Unternehmen will den Hyperloop in Europa entwickeln und kooperiert dafür mit einem Konsortium, in dem unter anderem auch die Deutsche-Bahn-Tochter DB Engineering & Consulting sowie Continental vertreten sind. Zudem betreibt Hardt eine eigene Hyperloop-Testanlage, „die einzige funktionierende Anlage in Europa, auf der man Tests mit dem Gewicht von Menschen simulieren kann, das ist enorm wichtig“, sagt Hardt-Marketingchef Jelte Altena.

Am Donnerstag wollte Hardt auf einer großen Veranstaltung in Delft zeigen, welche Entwicklungen das Start-up in den vergangenen zwei Jahren vorangetrieben hat – und welche Pläne das Konsortium für die nächste Phase hat. Allzu viel verraten mochte Chef-Marketier Altena vorab nicht – aber immerhin so viel: „Wir wollen bis zum Jahr 2028 die erste kommerziell betriebene Hyperloop in Europa betreiben – das ist unser großes Ziel.“

Der neue Prototyp, den die Münchner seit Dezember geplant, entworfen, gebaut und nun in München präsentiert haben, wiegt rund 70 Kilogramm. Zudem kommen die acht Elektromotoren der Hyperloopkapsel auf eine kombinierte Leistung von 320 Kilowatt – oder umgerechnet 435 PS, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Quelle: TUM Hyperloop Team

Dass ein Hyperloop-Projekt auch ohne die Unterstützung von Musk funktionieren kann, beweist die Firma TransPod, die im zentralfranzösischen Dorf Droux eine eigene Teststrecke für die superschnelle Magnetschwebebahn in der Vakuumröhre baut. Und Deutschlands größter Hafen HHLA in Hamburg hat kürzlich ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem von Musk unabhängigen US-Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies (HTT) gegründet. Die Partner bauen eine Pilotstrecke am Containerterminal Altenwerder, um die Hyperloop-Nutzung in der Logistik zu testen.

Irgendwann ein eigenes Hyperloop-Start-up zu gründen kann sich auch Florian Janke vorstellen – allerdings noch nicht jetzt: „Ich sowie viele meiner Projet-Kommilitonen befinden uns am Ende unseres jeweiligen Studiums, das wollen wir erst einmal fertig machen“, beteuert Janke. „Auf einem Zeithorizont von ein bis zwei Jahren ist eine Ausgründung aber nicht ausgeschlossen.“

Bis dahin will Janke aber nicht nur sein Maschinenbau-Studium erfolgreich abschließen, sondern erst einmal seinen eigenen Hyperloop-Weltrekord brechen: Bereits Anfang der kommenden Woche fliegen die ersten 15 Kollegen des Münchner Teams in die USA, dann beginnt die Testwoche. Am 21. Juli kommt’s dann zum Showdown mit den Uni-Rivalen im Hyperloop-SpaceX-Wettbewerb. Janke gibt sich zuversichtlich: „Allein mit den Tests sind wir in diesem Jahr viel weiter und besser dran als 2018.“

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