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Corona-Warn-App EU investiert 13 Millionen Euro für neue Corona-Warnplattform

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Rund 19,5 Millionen Menschen haben die deutsche Corona-Warn-App bereits  installiert. Aber sofort funktionieren Infektionswarnungen in der EU auch über Ländergrenzen hinweg. Bis Ende 2020 könnten 16 nationale Apps gekoppelt sein. Quelle: dpa

Ab sofort verknüpft die EU nationale Warn-Apps mithilfe einer gemeinsamen Plattform zum Austausch von Infektionswarnungen über Ländergrenzen hinweg. Deutsche App-Nutzer bekommen das Update automatisch.

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Im Kampf gegen die europaweit sprunghaft steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus, aktiviert die EU-Kommission an diesem Montag ihre neue grenzüberschreitende Warnplattform. Sie erlaubt es den bis dato getrennt arbeitenden nationalen Corona-Apps, Infektionswarnungen nun auch grenzüberschreitend auszutauschen. Vor zweieinhalb Monaten hatte die EU die Dax-Konzerne SAP und Deutsche Telekom offiziell beauftragt, die erforderliche Software-Plattform für das sogenannte „Interoperabilitäts-Gateway“ zu entwickeln. 

Es ist ein Start in Etappen: Im ersten Schritt übertragen die Apps aus Deutschland, Irland, und Italien Warnungen auch länderübergreifend. Weitere Staaten, darunter Dänemark, Lettland und Spanien, wollen kurz darauf folgen, Länder wie Niederlande, Österreich, Polen und Tschechien ziehen voraussichtlich im November nach. Zum Jahresende könnten bis zu 16 nationale Apps gekoppelt sein. 

„Damit ist die Warnplattform beispielhaft dafür, wie rasch und gut europäische IT-Zusammenarbeit laufen kann, wenn es darauf ankommt“, so Khalil Rouhana, Vizechef der zuständigen EU-Generaldirektion für Netze und Technologie.



Insgesamt rund 13 Millionen Euro stellt die EU für die neue Warnplattform bereit, bestätigt ein Sprecher der EU-Kommission entsprechende Informationen der WirtschaftsWoche. Das Geld stammt aus dem Notfallfonds ESI bereit. Sieben Millionen davon fließen für Entwicklung und Installation der Plattform Anfang 2021 an die deutschen Konzerne, weitere rund drei Millionen sind für die Wartung bis Ende 2021 geplant. Drei zusätzliche Millionen liegen außerdem im Topf als Entwicklungskostenzuschüsse an EU-Länder, die ihre Apps an die Warnplattform anschließen wollen.

Ob beim Urlaub oder auf Geschäftsreisen, wer bisher als Deutscher neben dem Nutzer einer Warn-App aus einem anderen EU-Land saß oder stand, der erhielt keine Nachricht, falls sich der Nachbar nachträglich als infiziert herausstellte. Umgekehrt konnten auch Deutsche nach einem positiven Coronatest bisher keine anderen EU-Bürger via App warnen, weil ein entscheidendes Glied in der Kommunikationskette fehlte.

Zwar waren die meisten nationalen Warn-Apps in der EU bislang schon in der Lage Bluetooth-Signale auch mit Smartphones aus anderen EU-Ländern auszutauschen, sofern sich die Handybesitzer lang und nah genug beieinander befanden. Eine nachträgliche, grenzüberschreitenden Warnung, falls eine der Personen erkrankte, scheiterte indes an der fehlenden Schnittstelle zwischen den nationalen Warnsystemen.  


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Das ändert sich nun. Zusätzlich zum Versand im Inland überspielen die teilnehmenden EU-Staaten die über ihre nationalen Apps verbreiteten Warnungen ab sofort an die Server in Luxemburg. Und sie laden von dort die Warn-Codes aus den anderen Ländern herunter und stellen sie für die Nutzer ihrer nationalen Apps zum Download auf deren Handys bereit.

Die neue Version 1.5 der deutschen Corona-Warn-App, die zum Start der Plattform erscheint, bringt die grenzüberschreitenden Warnungen als Voreinstellung mit. Daneben wird es die neue Version den Nutzern auch ermöglichen, im Fall einer Erkrankung ein Tagebuch zum Verlauf von Krankheitssymptomen zu führen, so die Entwickler. 

Wer die App auf seinem Smartphone installiert und automatische Updates aktiviert hat, muss nichts tun, um den EU-Modus zu aktivieren. App-Nutzer in anderen Staaten müssen die Funktion teils selbst einschalten.

Mehr zum Thema: Warum die EU den Auftrag zur Entwicklung der Warnplattform an SAP und die Deutsche Telekom gegeben hat.

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