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GlobalisierungVerwandlung der Nachmacher

Neue Medikamente, Superbatterien oder Raumfahrttechnik: Mit hohem Tempo wandeln sich Schwellenländer wie China, Indien, Mexiko oder Brasilien von der Werkbank der Welt zu Innovationstreibern. In immer mehr Technologiefeldern setzen sie die alten Industriestaaten unter Druck.Benjamin Reuter 30.06.2012 - 06:00 Uhr

Ein Arbeiter bei Huawei. Die Schwellenländer holen immer schneller zum Westen auf.

Foto: Presse

Bisher hat sich Robert Lloyd immer herausgeredet, wenn Analysten ihn auf den wachsenden Erfolg des Konkurrenten Huawei ansprachen. Der Chef des globalen Geschäfts von Cisco, dem weltweiten Marktführer für Netzwerktechnik, stempelte den Angreifer aus China schlicht als Kopisten ab. "Wir sind innovativ, Huawei nicht", polterte Lloyd erst neulich wieder in einer Telefonkonferenz: "Imitation ist nicht Innovation."

Es wird Zeit, dass sich der 55-jährige US-Manager neue Argumente sucht. Denn tatsächlich hat sich Huawei binnen weniger Jahre vom asiatischen Nischenanbieter zum weltweit anerkannten High-Tech-Ausstatter gewandelt, der Cisco nun schon als Nummer zwei im Weltmarkt dicht auf den Fersen ist. Längst setzen etwa sämtliche deutschen Mobilfunker – auch – auf Netztechnik der Chinesen. Vodafone und E-Plus vertrauen Huawei gar den Ausbau ihrer extrem schnellen LTE-Funknetze an.

Nachmachen reicht nicht mehr

Und nun plant Konzern-Chef Ren Zhengfei gar den Angriff auf Apple und Samsung. Bis 2015 will er sein Handygeschäft massiv ausweiten und Huawei zum drittgrößten Hersteller der Welt machen.

Nachmachen, statt selbst entwickeln – einst die Devise vieler Unternehmen aus Wachstumsstaaten –, reicht da nicht mehr aus. Rund drei Milliarden Dollar, gut zehn Prozent des Umsatzes, investiert Huawei daher in neue Technologien. Gut die Hälfte der mehr als 140 000 Mitarbeiter arbeiten in Entwicklung, Design oder Forschung.

Patente statt Plagiate – darauf setzen immer mehr Unternehmen, nicht nur in China. Sie bauen bei der Eroberung der Weltmärkte auf eigene Innovationskraft statt stibitztes Wissen. Auch in Staaten wie Indien, Brasilien, Mexiko oder Südafrika haben Unternehmen und Regierungen erkannt: Nachhaltiges Wachstum braucht Innovation.

Mehr Patente aus China und Indien

Die Folge ist ein immenser Aufschwung von Forschung und Entwicklung in Ländern, die lange eher als Bildungswüsten galten: Indische Universitäten etwa bilden heute pro Jahr rund 500 000 Ingenieure und IT-Experten aus. Deutschland bringt es auf gerade mal 80 000. Und die Türkei erhöht ihre Forschungsausgaben seit 1997 jährlich um knapp sieben Prozent. Die USA dümpeln bei einem Prozent Wachstum. Schon kommendes Jahr werden nach einer Studie des britischen Wissenschaftsrates chinesische Wissenschaftler mehr Artikel publizieren als ihre US-Kollegen, Brasilien überholt Japan voraussichtlich 2020.

Auch bei Patenten schließen die Schwellenländer rapide zu den Weststaaten auf (siehe Grafik rechts). Die Technikexporte boomen. Neben die alten High-Tech-Zentren im Norden und Westen des Globus treten mit atemberaubender Geschwindigkeit neue technologische Hotspots im Osten und Süden.

Private Nachwuchsförderung Indische Unternehmen betreiben eigene Hochschulen – und bilden Zehntausende Studenten aus

Foto: Laif

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung und die Technologie-Exporte im Vergleich.

Foto: WirtschaftsWoche

Wenn Chinas Regierung in Suzhou das größte Nanotechnologiezentrum des Landes baut, indische Forscher in Neu-Delhi neue Malariamedikamente entwickeln und Unternehmen aus Mexiko weltweit Raumfahrttechnik wie Turbinenteile oder Verbundwerkstoffe absetzen, verändert das den weltweiten Atlas der Ideen und die Geografie des Wissens radikal. Für Holger Görg, Globalisierungsforscher des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, sind die Folgen klar: "In manchen Wissenschaftsfeldern und Hochtechnologien schließen die Aufsteiger rapide zum Westen auf." In Zukunft könnten sie diesen sogar überholen, so wie es Südkorea und Taiwan bei Unterhaltungselektronik und Halbleitertechnik schon gelang.

Zum größten Innovationssprung setzt China an, wo an unzähligen Orten Kräne und Bagger im wahrsten Wortsinn eine neue Forschungslandschaft erschaffen.

So auch in Suzhou, einer Vier-Millionen- Stadt 80 Kilometer westlich von Shanghai. Hier errichtet ein Heer von Bauarbeitern unter Leitung von Christian Bechtle vom deutschen Architektenbüro Henn derzeit das größte Nanotechnologiezentrum Chinas. Wenn Bechtle seine Besucher – umtost vom Baulärm und anrollenden Lastern – über das 140 Fußballfelder große Gelände mit seinen künstlichen Kanälen führt, kann er ihnen schon die ersten bis zu 25-stöckigen Glasbauten zeigen.

Milliarden Euro für Nano-Forschung

Wirkstoffsuche im Urwald. Labor des brasilianischen Kosmetikunternehmens Natura Cosméticos bei Sao Paolo.

Foto: Pressebild

Ab Herbst sollen dort chinesische und westliche Unternehmen und Wissenschaftler Nanoforschung betreiben. Die Technik, die winzige Metall- oder Kohlenstoffpartikel nutzt, gilt als einer der wichtigsten Zukunftsmärkte. Die Zwergmaterialien machen Flugzeuge stabiler, Autoteile leichter und Solaranlagen effizienter.

Um dieses Wissensfeld voranzutreiben, pumpte Chinas Regierung in den vergangenen Jahren Milliarden von Euro in die Forschung. Mit Erfolg: 2011 publizierten chinesische Wissenschaftler 20 Prozent mehr Artikel zum Thema als ihre US-Kollegen. Mit Forschungschancen in Suzhou will die staatliche Betreibergesellschaft nun auch deutsches Know-how werben.

Das, sagt Michael Schumann, der beim Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft Kontakte nach China und Suzhou herstellt, machten die Chinesen "hochprofessionell und mit viel Kapital". Insgesamt stellen sie mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung. Geld, das Einrichtungen wie Fraunhofer-Institute, Unternehmen und Startups anlocken soll, die daheim keine Finanzierung bekommen.

America Movil

Carlos Slim: Der Günstling

Dass der Mexikaner Carlos Slim zum reichsten Mann der Welt und zum Global Player in der Telekommunikation aufsteigen konnte, hat er der Regierung in Mexico City zu verdanken. Als die staatliche Telefongesellschaft Telmex 1990 privatisiert wurde, bekam sein Konsortium den Zuschlag – zum Schnäppchenpreis von 1,8 Milliarden Dollar. Auch danach konnte er sich auf staatliche Schützenhilfe verlassen: Wettbewerber wurden kaum zugelassen, sogar die Gesprächsgebühren durfte der Telekomunternehmer ungestört erhöhen. Mit den Monopolgewinnen finanzierte der Günstling der Regierenden eine beispiellose Expansion in Mittel- und Südamerika: Bis auf Costa Rica, Venezuela und Bolivien ist America Movil in allen Ländern vertreten. Mit knapp 250 Millionen Kunden gehört das Unternehmen zu den größten Mobilfunkbetreibern weltweit und hat sogar die Deutsche Telekom überholt.

Jetzt wagt Slim den Sprung nach Europa. Er hat den Aktionären des holländischen Telekomkonzerns KPN ein Übernahmeangebot für knapp 28 Prozent der Anteile unterbreitet. Auch in Österreich, bei Telekom Austria, will Slim seinen Anteil von derzeit vier Prozent aufstocken. Dass der Mexikaner sich überhaupt nach Europa traut, ist nach Ansicht von Telekom-Chef René Obermann auch die Schuld der europäischen Regulierungsbehörden. Sie hätten mit dem Absenken der Mobilfunkentgelte den Aktien der europäischen Telekom-Konzerne geschadet − und damit Slims Offerten erst ermöglicht.

Foto: dpa

ArcelorMittal

Lakshmi Mittal: Der Unterschätzte

Für indische Verhältnisse stammt Lakshmi Mittal aus wohlhabenden Verhältnissen: Der 62-Jährige ist Sohn eines mittelständischen Unternehmers, der eine kleine Stahlschmelze betrieb. 1976 wagte Mittal senior mit dem Kauf eines Stahlwerks in Indonesien den ersten internationalen Expansionsschritt. Seinen damals 26-jährigen Sohn beauftragte er mit der Sanierung des Werks – für den Junior die erste Bewährungsprobe. Er bestand sie mit Bravour und expandierte anschließend nach Kasachstan, wo er ein weiteres Stahlwerk erwarb und sanierte. 1990 setzte er zum Sprung nach Westeuropa an, Brückenkopf für die Eroberung des alten Kontinents war Rotterdam. Unfreiwillige Unterstützung bekam er von seinen Konkurrenten aus Frankreich und Deutschland, die den Inder zunächst nicht richtig ernst nahmen.

Ein schwerer Fehler: Mittal kaufte zunächst kleinere Unternehmen wie eine Drahtzieherei in Duisburg, um dann 2006 zum Angriff auf den luxemburgischen Arcelor-Konzern anzusetzen, ein Zusammenschluss mehrerer europäischer Stahlunternehmen. Mit einem feindlichen Übernahmeangebot wurde Mittal zum größten Aktionär. Durch Verschmelzung entstand daraus ArcelorMittal, der mittlerweile größte Stahlkonzern der Welt.

Foto: dpa

Embraer

Fred Curado: Der Überflieger

Es gibt wenige Branchen, in denen Einsteiger aus Schwellenländern es so schwer haben wie im Flugzeugbau. Neulinge müssen nicht nur viele Milliarden Euro in die Entwicklung technisch perfekter Produkte und deren Vermarktung investieren. Weil die Fliegerei ein globales Geschäft ist, brauchen sie auch ein weltweites Netz zur Versorgung der Fluggesellschaften mit Ersatzteilen. Mauricio Botelho, von 1995 bis 2007 Chef des brasilianischen Flugzeugherstellers Embraer, gelang das in Rekordzeit. Es ist vor allem sein Verdienst und das seines Nachfolgers Fred Curado, dass der bei Botelhos Amtsantritt verlustträchtige Staatskonzern zu einem profitablen Ausrüster für Fluggesellschaften in aller Welt wurde. Internationalen Erfolg erlangte etwa der E-Jet genannte Flieger, der dank seiner großzügigen Kabine und moderner Elektronik als erster Jet für weniger als 100 Passagiere den Komfort und die Reichweite größerer Flugzeuge bietet. Geholfen hat den Brasilianern aber auch die Arroganz des bisherigen Marktführers Bombardier aus Kanada. Der glaubte nach einer Pleiteserie vor allem europäischer Hersteller wie Fokker aus Holland und der deutschen Fairchild Dornier seine CRJ-Jets nicht renovieren zu müssen, weil er den Markt der Regionaljets für 50 bis 110 Sitze zu beherrschen glaubte. Ein schwerwiegender Irrtum: Inzwischen hat Embraer bei Minijets fast ein Monopol. Bombardier dagegen rückt immer enger an den chinesischen Staatskonzern Comac heran.

Foto: dpa

Foxconn

Terry Gou: Der Eigenbrötler

Rasch steigende Lohnkosten zwangen Terry Gou zuletzt, immer mehr seiner Fabriken vom Osten Chinas ins Landesinnere zu verlagern. Dort sind die Kosten deutlich niedriger. Doch der gebürtige Taiwanese, der sein Unternehmen Foxconn 1974 in einem Schuppen vor den Toren Taipehs gründete, will in den nächsten Jahren weiter sparen. Damit iPhones und iPads, Spielkonsolen und Laptops erschwinglich bleiben, will der Konzern – heute der mit Abstand weltweit führende Auftragsfertiger für Marken wie Apple, Samsung, Nokia oder Sony – in seinen chinesischen Fabriken rund eine Million Industrieroboter installieren. Hauptgrund für Gous Erfolg und den Unternehmensumsatz von zuletzt mehr als 100 Milliarden Dollar: Foxconn macht so ziemlich alles selbst, nur wenige Komponenten werden hinzugekauft. Seine größte unternehmerische Krise erlebte Gou, der in China rund eine Million Arbeiter beschäftigt, vor zwei Jahren: Innerhalb weniger Wochen nahmen sich in seinen chinesischen Fabriken 13 Foxconn-Mitarbeiter das Leben, angeblich wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen. Weil Apple um seine Reputation fürchtete, machte der Großkunde daraufhin gehörig Druck, und Gou erhöhte die Löhne.

Foto: dapd

Huawei

Ren Zhengfei: Der Netzwerker

Der Name ist Programm: Huawei heißt „China kann was“. Dass das Unternehmen etwas kann, hat der Gründer Ren Zhengfei schneller bewiesen als von vielen Experten erwartet. Beim Bau von Mobilfunk- und Festnetzinfrastrukturen konnten die Chinesen mit Dumpingpreisen den etablierten Anbietern Ericsson, Nokia Siemens Networks und Alcatel-Lucent im großen Stil Marktanteile abjagen und zur Nummer zwei aufsteigen. Jetzt will Huawei auch im Geschäft mit Handys und Smartphones eine starke Marke schaffen und in der Liga von Apple und Samsung mitspielen. Bis 2015 will der Konzern, dem enge Verbindungen zu chinesischen Militärs und Geheimdiensten nachgesagt werden, zur Nummer drei unter den Handyherstellern werden. Kaum jemand zweifelt daran, dass den generalstabsmäßig vorgehenden Chinesen dies auch gelingen wird. Mit Exporthilfen von 30 Milliarden Euro von der landeseigenen China Development Bank subventioniert der Staat den Aufbau der zukunftsträchtigen Mobilfunkindustrie, Huawei soll das Vorzeigeunternehmen schlechthin werden. Während sich die westlichen Konkurrenten aufspalten und den Bau von Mobilfunknetzen von der Handy- und Smartphone-Produktion trennen, profiliert sich Huawei als Komplettanbieter mit eigener Chipproduktion, eigenen Smartphones und eigenen Komponenten für den Bau von Mobilfunknetzen.

Foto: AP

Hyundai

Chung Mong-koo: Der Angstgegner

Noch in den Neunzigerjahren war Hyundai der Billigheimer aus Korea. Doch seit der Finanzkrise ist Hyundai mit der Tochter Kia der am schnellsten wachsende Autobauer der Welt. An der Spitze des Konzerns steht seit eineinhalb Jahrzehnten Chung Mong-koo. Der 74-Jährige führt das Konglomerat wie einen Familienbetrieb, alle Entscheidungen fällt er im Alleingang, seine Mitarbeiter verehren und fürchten ihn wie einen Kaiser. In diesem Jahr will Chung weltweit sieben Millionen Fahrzeuge verkaufen, zwei Drittel mehr als 2008 und fast drei Mal so viel wie im Jahr 2000. Seit dem Vorstoß in die Oberklasse sind die Koreaner zum Angstgegner von Toyota und VW avanciert. Dabei lief das erste eigene Fahrzeugmodell erst 1975 vom Band. Eine Mischung aus Toyota-Produktionssystem und Qualitätsmanagement nach den Six-Sigma-Prinzipien sichert den hohen Fertigungsstandard. Dank der billigen Heimatwährung Won können Hyundai und Kia auch über den Preis angreifen.

Foto: REUTERS

Suntech

Shi Zhengrong: Der Komet

Seinen weltweiten Siegeszug in der Solarindustrie startete Shi Zhengrong in der nahe Shanghai gelegenen Industriestadt Wuxi. Kaum elf Jahre ist es her, dass Shi sein Unternehmen Suntech gründete. Heute ist er der weltweit größte Hersteller von Solarmodulen. Gut 3,1 Milliarden Dollar setzte der Konzern mit seinen Niederlassungen rund um den Globus im vergangenen Jahr um. Vier Jahre zuvor waren es gerade mal 1,3 Milliarden Dollar. Vor sieben Jahren wagte das Unternehmen mit seinen heute gut 20.000 Mitarbeitern den Sprung an die Börse Nasdaq und schrieb damit Geschichte: Suntech war das erste private Unternehmen aus China, das an der amerikanischen Technologiebörse den Schritt aufs westliche Parkett wagte. Shis Geschichte ist typisch für China. Kräftige Unterstützung der lokalen Behörden, eiserne Kostendisziplin und ein kompromissloser, aggressiver Expansionskurs im Ausland sind das Fundament für den kometenhaften Aufstieg von Suntech.

Foto: Pressebild

Emirates

Scheich Achmed: Der Hochmütige

Der Aufstieg der Fluglinie aus dem Emirat Dubai wird von Hochmut getragen. Letztlich brachte diese Geisteshaltung Scheich Achmed aus der Herrscherfamilie Maktoum 1985 dazu, eine Airline zu gründen – in einem damals kaum entwickelten Ministaat mit wenigen Touristen. Hochmut war es auch, als der fliegende Scheich beschloss, seine Fluglinie durch gigantische Flugzeugbestellungen zu einer der größten Gesellschaften der Welt auszubauen. Und es war der Hochmut der europäischen Mitbewerber, die Emirates zur heutigen Größe verholfen haben. Mit fast 180 Maschinen hat Emirates die größte Langstreckenflotte der Branche. Aus Deutschlands kaufkräftigstem Regionalflugmarkt Nordrhein-Westfalen transportiert Emirates mehr Passagiere nach Asien als die heimische Lufthansa. Die hat den Golf-Flieger genau wie British Airways oder Air France zuerst ignoriert, dann als teures Hobby der Herrscherfamilie belächelt und zuletzt als Subventionsempfänger gebrandmarkt und die eigenen Regierungen um Hilfe gebeten. Nur eines haben die Marktführer der Alten Welt lange versäumt: von Emirates zu lernen – indem sie sich schlanker organisieren und kundenfreundlicher werden.

Foto: dpa

Platz 20: Knorr-Bremse

Das Unternehmen aus München stellt Fahrzeugbremsen für Hochgeschwindigkeitszüge, Lokomotiven, Straßen- und U-Bahnen, Lastwagen und Busse her. Der Umsatz stieg 2011 um 14 Prozent auf mehr als 4,2 Milliarden Euro, vor allem dank der guten Geschäfte in Nordamerika und Europa. Unter dem Strich verdiente der Konzern 329 Millionen Euro, ein Plus von knapp 38 Prozent.

Mitarbeiter in China: 2200

Foto: Screenshot

Platz 19: Heraeus

Der Edelmetall- und Technologiespezialist mit Sitz in Hanau bei Frankfurt beschäftigt weltweit knapp 13.000 Mitarbeiter. 2010 erwirtschaftete das Familienunternehmen 4,1 Milliarden Euro Produktumsatz und eine Edelmetallhandelsumsatz von 17,9 Milliarden Euro.

Mitarbeiter in China: 2750

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 18: Henkel

China soll bis zum Jahr 2015 der zweitgrößte Markt des Düsseldorfer Konsumgüterriesen werden. Derzeit liegt China im firmeninternen Länderranking auf Platz fünf, hinter Spitzenreiter USA, Deutschland, Frankreich und Russland. Rund 800 Millionen Euro setzt Henkel derzeit in China um und betreibt dort 14 Fabriken. Bei der Expansion in China setzt Henkel vor allem auf seine Klebstoffsparte, auf die schon jetzt 80 Prozent aller Umsätze in der Volksrepublik entfallen.

Mitarbeiter in China: 3600

Foto: Pressebild

Platz 17: Evonik

Den Chemiekonzern plagen derzeit Sorgen um sein Joint Venture Evonik Sanzheng Fine Chemicals. Zwar wird das Chinageschäft immer wichtiger - Evonik möchte den Umsatz in Asien bis 2015 auf vier Milliarden Euro verdoppeln - doch die Kooperation ist alles andere vorzeigbar. Man habe einen Saustall entdeckt, sagte Evonik-Chef Klaus Engel kürzlich, den es schnellstmöglich auszumisten gelte. Von Betrug ist die Rede, Bilanzmanipulation und unerklärlichen Zahlungen. Ein Sprecher des Chemiekonzerns bestätigte: "Wir wollen das Joint-Venture so schnell wie möglich beenden."

Mitarbeiter in China: 4000

Foto: Pressebild

Platz 16: Bertelsmann

Der deutsche Medienkonzern hat mit seiner Tochter Arvato 2009 ein neues Joint-Venture mit zwei chinesischen Handy-Vertriebsunternehmen geschlossen. Arvato ist ein international vernetzter Outsourcing-Dienslteister mit rund 68.000 Mitarbeitern in 35 Ländern.

Mitarbeiter in China: 4200

Foto: dapd

Platz 15: Schenker

Die Logistiksparte der Deutschen Bahn nach eigenen Angaben seit über 45 Jahren in China aktiv. 2011 hat Schenker seine Präsenz nochmals ausgebaut und 15 neue Standorte eröffnet, jetzt ist der Logistikkonzern mit mehr als 50 Standorten vertreten. Seit Herbst 2011 rollt ein Containerzug mit Autoteilen aus dem BWM-Werk Leipzig direkt ins 11.000 Kilometer entfernte Werk Shenyang.

Mitarbeiter in China: 4700

Foto: dapd

Platz 14: Freudenberg

Der Automobilzulieferer unterhält unterhält seit über 100 Jahren Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Partnern in China. Die Unternehmensgruppe beschäftigt mehr als 5,500 Mitarbeiter an 70 Standorten. Im Jahr 2011 erzielte Freudenberg einen Umsatz von 3.67 Milliarden CNY.

Mitarbeiter in China: 5.723

Foto: Pressebild

Platz 13: BASF

Nach Deutschland und den USA ist China für BAS der drittgrößte Markt. BASF lagert seit Beginn des Jahres schrittweise seine Spartenzentrale Dispersionen und Pigmente nach China aus. Die Leitung des Bereichs sowie etwa 50 Stellen werden peu a peu von Basel und Ludwigshafen nach Hongkong verlagert. Die Sparte, die unter anderem Zusatzstoffe für Lacke und Lichtschutzmittel herstellt, erzielte 2010 rund 3,2 Milliarden Euro Umsatz - weltweit. In Asien erwirtschaftete BASF allein 25 Prozent des Gesamtumsatzes mit den Dispersionen und Pigmenten. Kürzlich korrigierte BASF-Chef Kurt Bock seine Prognose für China nach oben. Statt von einem Asienumsatz von 20 Milliarden Euro bis 2020 - wovon die Hälfte in China entstehen soll - geht er nun von 29 Milliarden Euro in Fernost aus.

Mitarbeiter in China: 7000

Foto: Pressebild

Platz 12: Metro

Der Media-Markt-Konzern möchte bis 2015 rund 100 neue Elektronikfilialen in China eröffnen. Auch Cash&Carry-Märkte - die typischen Metro-Großmärkte - hatten es bisher in der Volksrepublik schwer. Die C&C-Märkte sollen daher kleiner werden und näher am Kunden am besten prominent in den Innenstädten gelegen sein, um besser mit den traditionellen und günstigen Straßenmärkten konkurrieren zu können. Bis Ende 2011 war Metro China in 37 chinesischen Städten mit 52 Läden präsent.

Mitarbeiter in China: 8000

Foto: Pressebild

Platz 11: BMW

Im Februar erschreckten Meldungen von großen Rabattaktionen auf Luxuslimousinen deutscher Autobauer wie dem BMW 7er die Anleger. Im ersten Quartal konnte BMW seinen Absatz erneut um 37 Prozent auf 80.000 verkaufte Pkw steigern. Damit dürften die Bayern die Verkaufsmarkte von 300.000 im Jahr 2012 übertreffen. Im Premiummarkt rechnet der Münchener Autobauer jedoch mit einer Abkühlung, die kleineren Segemente sollen dagegen schneller zulegen. Derzeit eröffnet BMW jede Woche einen neuen Händler in China. Bis Jahresende sollen rund 350 chinesische Händler BMWs verkaufen.

Mitarbeiter in China: 8600

Foto: Pressebild

Platz 10: Daimler

Der schwäbische Premiumautobauer verkaufte 2011 fast 200.000 Autos in China. Damit steigerten sie ihren Absatz um 35 Prozent. Daimler importiert bisher 70 Prozent seiner in China verkauften Autos aus Deutschland. Nur die C- und die E-Klasse werden in Peking gefertigt. Seit kurzem auch der GLK. Im Werk Fujian montiert Daimler die Transporter, Vito, Viano und Sprinter. Auf der Automesse in Peking hat Daimler gerade seinen neuen Elektro-Flitzer Denza enthüllt, den er gemeinsam mit Partner BYD speziell für den chinesischen Markt entwickelt hat.

Mitarbeiter in China: 9000

Foto: Pressebild

Platz 9: ThyssenKrupp

Der Konzernumsatz mit Kunden in China betrug im Geschäftsjahr 2010/2011 rund zwei Milliarden Euro. Seit dem Geschäftsjahr 2006/2007 konnte ThyssenKrupp seinen Umsatz pro Jahr durchschnittlich um 13,2 Prozent steigern.

Mitarbeiter in China: 10.500

Foto: Screenshot

Platz 8: Bayer

Der Pharmakonzern betreibt zwölf Fabriken in China und erwirtschaftet inzwischen neun Prozent seines Gesamtumsatzes in China (3 Milliarden Euro). Bis 2015 möchte Konzernchef Marijn Dekkers den Umsatz in China verdoppelt haben.

Mitarbeiter in China: 11.000

Foto: Pressebild

Platz 7: Lufthansa

Die chinesische Frachtbeteiligung Jade Cargo hat die Bilanz der Lufthansa in den letzten Jahren belastet. Damit soll nun Schluss sein, die Lufthansa will aussteigen. Seit der Gründung 2004 steckte Jade Cargo, an der die Lufthansa-Tochter Cargo noch zu 25 Prozent beteiligt ist, immer wieder in finanziellen Schwierigkeiten. Auch eine Finanzspritze in Höhe von 50 Millionen US-Dollar des Merheitseigners Shenzhen vor einem guten Jahr konnte das nicht ändern. Im zweiten Halbjahr 2012 soll Jade daher ad acta gelegt werden.

Mitarbeiter in China: 11.000

Foto: dpa

Platz 6: Epcos

Epcos fertigt elektronische Bauelemente, Module und Systeme für die Informations- und Telekommunikationstechnik, der Automobil-Elektronik, sowie der Industrie- und Konsum-Elektronik. Seit 2005 ist der Hersteller an einem Jointventure mit den chinesischen Mischkonzern Xindeco beteiligt.

Mitarbeiter in China: 12.000

Foto: Pressebild

Platz 5: Continental

Der Automobilzulieferer investiert derzeit 35 Millionen Euro in den Bau eines zweiten Werks in Changchun, im September 2012 soll die Produktion beginnen. Continental unterhält bereits 58 Standorte in China.

Mitarbeiter in China: 15.000

Foto: Pressebild

Platz 11: DHL

"In China liegt unsere Zukunft", postuliert Deutsche Post-Chef Frank Appel. Bereits 12 Prozent ihres Umsatzes erzielt die Deutsche Post DHL in China - mehr als in Deutschland.

Mitarbeiter in China: 19.000

Foto: dpa

Platz 3: Bosch

China ist hinter Deutschland und den USA der drittgrößte Markt für Bosch. 1926 eröffnete Bosch seine ersten Autowerkstatt in China. Mittlerweile ist der Konzern der drittgrößte deutsche Arbeitgebern in China. Zwischen 2005 und 2010 konnte Bosch seinen Umsatz jeweils um durchschnittlich 30 Prozent steigern. In China betrug der Jahresumsatz 2010 4,1 Milliarden Euro. Bei Kühlgeräten hält der Elektronikriese in China einen Marktanteil von 13,7 Prozent. Gerade baut der Haushaltsgerätehersteller gemeinsam mit Siemens (BSH) in Chuzhou eine neue Kältegerätefabrik, 2013 soll die Produktion beginnen. Bis 2015 will der Automobilzulieferer in China 50.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Mitarbeiter in China: 21.000

Foto: Pressebild

Platz 2: Siemens

Der Weltkonzern aus München unterhält 16 Forschungszentren im Reich der Mitte. Im Geschäftsjahr 2010/2011 machte er dort 6,4 Milliarden Euro Umsatz. Die Geschichte von Siemens in China reicht zurück bis ins Jahr 1872, als das Unternehmen Chinas ersten Zeigertelegraphen lieferte. Bisher hat Siemens mehr als 69 Gesellschaften und 64 Zweigniederlassungen in China gegründet.

Mitarbeiter in China: 43.000

Foto: Pressebild

Platz 1: Volkswagen

VW hat 2011 rund 2,26 Millionen Autos in der Volksrepublik abgesetzt und hält damit eine Marktanteil von 17 Prozent. Bis 2016 will der Autokonzern 14 Milliarden Euro in China investieren. Volkswagen unterhält bereits die meisten Werken aller deutschen Autobauern in China. Auf der Industriemesse in Hannover haben VW-Chef Winterkorn und Chinas Premier Wen Jiabao ein Abkommen zum Bau eines neues Werks im Norwesten Chinas unterzeichnet.

Mitarbeiter in China: 48.000

Foto: Pressebild

Ähnlich agiert die chinesische Regierung auch bei Zukunftstechnologien wie der Stammzellforschung oder bei grünen Energien. Auch hier entstehen Wissensparks, flankiert durch üppige Förderung und die Ansiedlung von Entwicklungsabteilungen ausländischer Konzerne.

Von solchen Kooperationen profitieren auch deutsche Unternehmen. So beschäftigt der Chemieriese Bayer in seinem Materialforschungslabor in Shanghai 160 vor allem chinesische Wissenschaftler, die an neuen Kunststoffen arbeiten. 40 Patente hat die Bayer-Außenstelle bisher entwickelt. Darunter eine Spezialbeschichtung, die es ermöglicht, Windräder in sandsturmgeplagten Wüsten einzusetzen. Bayer gewinnt neue Kunden und stärkt zugleich Chinas Innovationskraft.

Neben ausländischen Konzernen treiben aber auch immer mehr chinesische Unternehmen eigene Innovationen voran – wie das von Cisco-Vize Lloyd attackierte Huawei. Während die Forschungsbudgets europäischer und US-Konzerne seit 2009 um ein Prozent schrumpften, erhöhten chinesische Konkurrenten ihre Etats um 40 Prozent. Darunter Computerhersteller wie Lenovo, der schon 2005 mit dem Kauf von IBMs PC-Sparte Aufsehen erregte, oder der Batterie- und Autobauer BYD.

Investoren-Werbung mit Akku-Cocktail

Dessen Chef Wang Chuanfu setzt auf ungewöhnliche Methoden, um Partner von der Innovationskraft seiner Produkte zu überzeugen. So trank er im Beisein eines Technikexperten des US-Investors Warren Buffett in einer BYD-Fabrik einen Schluck Batterieflüssigkeit. "Gut schmeckt es nicht", sagte Wang und verzog das Gesicht. Aber der Akku-Cocktail auf Eisen-Phosphat-Basis sei völlig ungefährlich und umweltfreundlich. Und er sei nur halb so teuer wie die etablierte Lithium-Ionen-Technik.

Buffett investierte. Mittlerweile bringen die BYD-Akkus Elektroautos mit einer Ladung 250 Kilometer weit – vergleichbare Modelle aus dem Westen machen bereits nach etwas mehr als der Hälfte schlapp.

Ähnlich massiv setzt Indien auf den Aufbau seiner Innovationskraft. Dort blicken Politiker, Forscher und Unternehmer besonders auf die Felder Software und Medikamentenentwicklung.

Um Innovation in seinem Land voranzutreiben, muss sich Pradip Bhatnagar erst durch das gar nicht innovative Verkehrsnetz von Neu-Delhi kämpfen. Über mit Autos überfüllte Straßen, vorbei an heiligen Kühen fährt der 61-Jährige zu einem hochmodernen Laborkomplex in einem Vorort der Hauptstadt, wo 1200 Wissenschaftler forschen. Hier leitet Bhatnagar die Entwicklung neuer Medikamente für Ranbaxy, Indiens größten Pharmahersteller.

Bisher stellte der Konzern Kopien patentfreier Medikamente her, sogenannte Generika. Anfang 2012 aber präsentierte Bhatnagar die Eigenkreation Synriam; das erste je in Indien entwickelte Medikament. Es bekämpft Malaria, an der laut Weltgesundheitsorganisation eine Viertelmilliarde Menschen im Jahr erkranken. Mit weniger als einem Euro kostet eine Synriam-Tablette die Hälfte bisheriger Produkte. Auch westliche Forscher hatten ihren Wirkstoff Arterolane zuvor untersucht. Doch sie gaben auf, während Bhatnagars Team die Forschung zu Ende führte.

Auch bei Software treiben weltweit tätige indische IT-Schmieden wie Infosys und Wipro Innovation und Ausbildung von Fachkräften voran. So unterhält Infosys in der südindischen Stadt Mysore eine eigene technische Hochschule mit 10 000 Studenten – ebenso viele wie die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Infosys ist damit Vorbild für viele ähnliche, unternehmensfinanzierte Ausbildungsstätten.

Indien exportiert neue und erschwingliche Produkte

Aber indische Unternehmen setzen nicht nur auf Hochtechnologie. Sie glänzen auch mit sogenannter "frugaler Innovation", sprich Low- statt High-Tech. Das sind keine Billigversionen bestehender Produkte, sondern Eigenentwicklungen für Märkte in armen Ländern, für die Produkte westlicher Konzerne zu teuer sind.

So hat etwa die Chemiesparte des Mischkonzerns Tata neue Wasserfilter entwickelt. Sie nutzen einen Materialmix aus der Asche von Reisschalen sowie Silber-Nanopartikeln, um Trinkwasser von Bakterien und Viren zu reinigen. Die Geräte kosten mit 24 Dollar nicht mal ein Drittel westlicher Filter. Inzwischen exportiert Indien derart innovative, aber erschwingliche Produkte im Wert von 70 Milliarden Dollar, vor allem nach Vietnam und Bangladesch.

Längst eifern auch andere aufstrebende Länder der asiatischen Aufholjagd nach und prägen den globalen Forschungsatlas. In Brasilien etwa schlagen sich Biotechnologen des Kosmetikherstellers Natura Cosméticos mit Macheten durch den Amazonasdschungel und ersteigen mit Bergausrüstung Wipfel von Riesenbäumen. Ihr Ziel: wirksame pflanzliche Rohstoffe, auf deren Basis sie neue Pflegeprodukte entwickeln. Dafür landete der Konzern auf Platz acht der "Forbes"-Liste der innovativsten Unternehmen weltweit, vor westlichen Konkurrenten wie Beiersdorf und L’Oréal.

Auch Mexiko greift an. So investierte die dortige Raum- und Luftfahrtindustrie in den vergangenen 20 Jahren laut der US-Beratungsagentur ICF AeroStrategy mehr in neue Produktionsstätten als die USA oder Russland: 33 Milliarden Dollar. Heute exportieren knapp 200 mexikanische Unternehmen Technik – von Turbinenteilen bis zu Werkstoffen für Flugzeugrümpfe und -flügel – im Wert von mehr als drei Milliarden Dollar pro Jahr.

Und selbst afrikanische Hochtechnologie feiert Erfolge. So entwickelte Sasol, eines der größten südafrikanischen Unternehmen, eine hocheffiziente Technik, um Erdgas in Flüssiggas und Diesel umzuwandeln. Der US-Energieriese Chevron vertreibt diese Konverter vom Kap weltweit.

Bei all den Fortschritten aber, die den Aufsteigern in jüngster Zeit gelangen – Kritiker warnen vor blinder Euphorie. Trotz einzelner Spitzenleistungen herrsche in der wissenschaftlichen Breite noch Aufholbedarf. Und nicht jede national bejubelte Innovation könne international bestehen.

Innovation mit Pannen

Mitunter gelingt das nicht mal im eigenen Land: So schaffte es China zwar, einen hochmodernen Schnellzug zu bauen. Der aber entgleiste voriges Jahr kurz nach der Jungfernfahrt. Und die spektakuläre Explosion eines Batteriepacks verpasste erst Ende Mai den Ambitionen des Autobauers BYD einen herben Dämpfer.

Zudem bedeutet Masse noch nicht Klasse. So bringt das indische Universitätssystem zwar pro Jahr knapp zwei Millionen Akademiker hervor. Aber nur ein Viertel von ihnen sei, so die Unternehmensberatung McKinsey, so gut ausgebildet wie ihre westlichen Kommilitonen.

Doch so berechtigt die Einwände sind: Der englische Globalisierungsexperte James Wilsdon warnt vor falscher westlicher Arroganz. Er ist überzeugt, dass "Forscher und Unternehmer, die zu Tausenden aus dem Westen in ihre Heimatländer zurückströmen, bald einen enormen Qualitätssprung auslösen". Der Trend sei schon sichtbar. So unterstützten beispielsweise indische IT-Experten aus dem amerikanischen Silicon Valley in ihrer Heimat die Gründung von Startups, die bereits 200 Milliarden Dollar an Umsatz generierten.

Manager im Westen, die die Umbrüche auf dem Atlas der Ideen ignorierten, drohten daher den Anschluss auf dem Weltmarkt zu verlieren, prophezeit Wilsdon.

Ein Grund mehr also für Cisco-Vize Lloyd, sich bald eine neue Antwort auf den Angriff von Huawei auszudenken.

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