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Innovationspreis Die spannendsten Innovationen des Jahres geehrt

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Finalist Startup: Akon

Erfinder Marcus Lang (links) und Geschäftsführer Wolfgang Dambacher des Startups Acon Quelle: Berthold Steinhilber für WirtschaftsWoche

Akon hat ein ungefährliches und hoch präzises Herstellungsverfahren für die Elektronikindustrie entwickelt.

Wasserstoffperoxid macht nicht nur Haare blond. Es ist auch aus der IT-Herstellung kaum wegzudenken. Denn das starke Oxidationsmittel regeneriert Ätzbäder, um mit ihnen immer wieder aufs Neue überschüssiges Kupfer von Leiterplatten für Smartphones oder Computer zu entfernen. 15 Millionen Liter verbraucht die Elektronikindustrie weltweit pro Jahr – und zwar in 175-fach konzentrierterer Form, als Friseure es zum Blondieren benutzen.

Genau hier liegt das Problem: In konzentrierter Form kann die Chemikalie explodieren. So hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Wasserstoffperoxid vor zwei Jahren den Unfall im südwestchinesischen Werk des Apple-Zulieferers Foxconn verursachte. Damals starben drei Arbeiter.

Bald könnte das aggressive Bleichmittel bei Chipherstellern passé sein. Denn das schwäbische Startup Akon aus Westhausen bei Aalen hat ein alternatives Verfahren namens Oxijet entwickelt, das mit Ozon statt mit dem explosiven und hautätzendem Wasserstoffperoxid arbeitet. Damit kam Akon in die Endrunde des Deutschen Innovationspreises.

Die Finalisten in der Kategorie Startup

Jury-Mitglied und Evonik-Chef Klaus Engel begründet, warum: „Das neue Ätzverfahren verbessert den Produktionsprozess gleich auf mehreren Ebenen: Es senkt die Verletzungsgefahr für die Mitarbeiter, ist einfacher in der Handhabung und erhöht die Qualität der Leiterplatten ganz erheblich.“ Zudem ist das Verfahren preiswerter als das bisherige, weil die aufwendige Lagerung des Gefahrstoffs entfällt.

Seit sie das Unternehmen im Mai 2012 gegründet haben, bekommen der Akon-Geschäftsführer Wolfgang Dambacher und Marcus Lang – der Entwickler und Erfinder der Technik – Anfragen aus der ganzen Welt. Und das ist kein Wunder.

Die Tragweite der Entwicklung könnte immens sein, meint Juror Engel: „Dem Laien mag solch eine Prozessänderung klein und unbedeutend erscheinen, doch sie dürfte zu ganz neuen Elektronikprodukten führen, weil sie die Miniaturisierung vorantreibt.“

Der Grund: Die mit Oxijet geätzten Strukturen seien um ein Vielfaches akkurater und könnten deshalb kleiner werden, erklärt Entwickler Lang: „Das wird der Elektronikindustrie einen Innovationsschub versetzen.“

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