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Abgas-Manipulation Wer alles im Diesel-Skandal feststeckt

Ab Donnerstag soll ein Untersuchungsausschuss den Abgasskandal und die jahrelange Schummelei bei Verbrauchs- und Schadstoffwerten aufklären. Wer ist neben VW noch alles in Verruf geraten? Eine Übersicht.

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Abgasskandal: VW, Fiat, Opel, Bosch, Daimler und Continental im Dunst. Quelle: Marcel Stahn

Der Diesel ist tot, lang lebe der Diesel! Die Liebe der deutschen Autobauer zu ihrem Vorzeige-Antrieb ist eine komplizierte Beziehung.

Über Jahre lief alles bestens. Dank niedriger Steuern und entsprechend geringen Spritpreisen griffen die Kunden gerne zu. In Zeiten immer strengerer CO2-Ziele eroberte sich der Diesel gar das Image des Klimaretters. Netter Nebeneffekt: Dank des vergleichsweise günstigen Kraftstoffs wurden sogar große, schwere Spritfresser – allen voran die margenträchtigen SUV – für Autofahrer im Betrieb wirtschaftlich.

Und so wollen die Autobauer kurzfristig weiter mit den Dieselautos von Absatzrekord zu Absatzrekord eilen. Mittel- und langfristig werden sie wegen der neuen CO2-Regularien jedoch vermehrt zuerst teil- und dann vollelektrische Autos bauen. Wegen potenzieller Strafen für Umweltsünder und sinkender Batteriepreise wird der Kunde sich schon noch für die bislang verschmähten Plug-in-Hybride erwärmen können, hoffen die Konzerne.

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Doch dann kam der September 2015 mit dem Brandbeschleuniger namens Dieselgate. Schnell wuchs sich der VW-Abgasskandal zum Branchen-Problem aus.

Bei den Autofahrern steht der Diesel weiter hoch im Kurs, in der politischen Debatte ist der Ton allerdings schärfer geworden. Bis vor Kurzem im autovernarrten Deutschland fast undenkbar: Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages soll klären, ob die Politik bei der Kontrolle der Grenzwerte versagt oder gar bewusst weggeschaut hat.

Die Opposition, die das Gremium durchgesetzt hat, fährt zur ersten Sitzung am Donnerstag schon schwere Geschütze auf. Es gehe um „organisiertes Staatsversagen, welches Betrügen und Schummeln einer ganzen Branche erst möglich gemacht hat“, prangert Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer an. „Wir wollen wissen, warum die Bundesregierung so lange weggeschaut hat, obwohl ihr zahlreiche Hinweise vorlagen, dass Autos die Grenzwerte auf der Straße nicht einhalten.“ Der designierte Ausschuss-Vorsitzende Herbert Behrens (Linke) will geklärt sehen, ob die Branche Schlupflöcher mit aggressivem Lobbyismus durchgeboxt hat.

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Der offizielle Untersuchungsauftrag klingt komplizierter. Beleuchtet werden soll erstens das „Auseinanderfallen“ der Kraftstoffverbräuche und Auspuffemissionen, die die Hersteller angeben - und jener, die ganz real auf der Straße auftreten. Zweitens soll Transparenz her bei der „Verwendung von Abschalteinrichtungen oder sonstigen technischen, elektronischen oder sonstigen Vorrichtungen zur Einflussnahme auf das Emissionsverhalten“.

Dieser Satz zielt auf die illegale Software in VW-Dieseln, welche gezielt Abgaswerte auf dem Prüfstand manipuliert. Doch auch andere Autobauer und -zulieferer werden mit zahlreichen Vorwürfen konfrontiert:

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